kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

KoG: IS gegen Kurden und Erdogan 20. Oktober 2014

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 22:54

Er hat den Bezug zur Realität verloren

Warum Erdogan lieber Panik vor den Kurden schürt, als den IS zu bekämpfen

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

 

Die Erdogan-Verteidiger ziehen sich immer auf die Position zurück:

Angriff nur im Verbund mit der NATO, was durchaus verständlich ist.

Aber: Gerade die Türkei hat IS-Kämpfer in der Vergangenheit unterstützt durch Logistik und Krankenhausbehandlung. Diese IS-Kämpfer durften ungehindert die türkische Grenze passieren. Und  beim Nachschub war die Grenze ebenfalls recht durchlässig.

 

 

 

Nun kann die Türkei zu Recht der westlichen Öffentlichkeit vorhalten: Nur im Verbund mit der NATO. Aber ist das wirklich Erdogans Interesse? Die Affinität, die Erdogan zu den Muslimbrüdern, insbesondere zum Muslimbruder Mursi aus Ägypten, entwickelte, lässt die Seele dieses türkischen Staatsoberhauptes wie ein offenes Buch erscheinen.

Im Hinblick auf die Absetzung Mursis stand er außer sich und fand  sich im allgemeinen antisemtitsichen Verschwörungsdenken, dass das islamische geförderte Hasspotential gegen Israel, welches ja an allem schuld ist, auch an der Absetzung Mursis,  wieder. Und damit hat er die Katze aus dem Sack gelassen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article119227682/Israel-und-USA-empoert-ueber-Erdogans-Vorwuerfe.html

 

 

 

Auch die Friedensbemühungen mit den Kurden waren angesichts des jetzigen Verhaltens nicht ehrlich. Was, bitte, wurde von Erdogan verlangt? Hätte er Panzer nach Kobane schicken sollen, hätten türkische Truppen in Syrien einfallen sollen? Mitnichten! Es wurde von den Kurden nur verlangt, die türkische Grenze genau denen zu öffnen, die den IS bekämpfen sollten, mehr nicht, aber auch nicht weniger.  Aber was macht die Türkei, deren Chef Herr Erdogan ist? Er boykottiert diese Öffnung. Bei den IS-Kämpfern wurde geflissentlich weggesehen. Schließlich haben diese ursprünglich Assad, den Erzfeind der Türkei bekämpft.

http://www.heute.de/ruf-nach-hilfskorridor-tuerkei-erschwert-nachschub-fuer-kobane-35400148.html

 

Wer stattdessen Luftangriffe auf die PKK im eigenen Land startet angesichts des Dramas in unmittelbarer Nachbarschaft, kann es mit dem Friedensprozess in Richtung Kurden nicht ernst meinen. Die Kurden träumen von einem eigenen Staat. Sie sind das größte Volk ohne eigenen Staat. Wir denken, dass die  PKK ihre Staatsgründungsträume aus der Türkei in den Nordirak und Nordsyrien verlegt hat,  macht sie sich doch dort Hoffnungen auf Staatsgebietsautomiebestrebungen.  Zumindest wollen sie dort Fakten schaffen, was ihnen nicht übel genommen werden kann. Warum sollten die Kurden keinen eigenen Staat anstreben dürfen? Schließlich streben Palästinenser auch ihren eigenen Staat an.

Während bei den Palästinensern bereits von Ländern Nordeuropas Anerkennungen ausgesprochen werden, hebt z. B. Herr Steinmeier öffentlich hervor, dass er einen Kurdenstaat in Nordirak ablehnt.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/steinmeier-kurdenstaat-irak-is-fischer

 

 

 

Als Grund nennt er die Destabiliesierung der Region. Ein nicht unbedingt nachvollziehbarer Grund. Gerade der Irak zeigt, dass verschiedene Ethnien, im Norden die Kurden, im Mittelteil die Sunniten, im Süden die Schiiten kaum miteinander auskommen und immer wieder Grund zu brutalen Terrorakten bietet. Der IS besorgt gerade den Rest. Der Irak ist mit dem „Titosystem“ des ehemaligen Jugoslawien vergleichbar. Eine Trennung dieser Ethnien auf Verhandlungsbasis gestellt, würde unseres Erachtens zu einer Stabilisierung des dreigeteilten Irak führenm, nachdem der IS niedergemacht worden ist.

 

 

 

Die Türkei hat im Grunde kaum noch Grund gegen Kurden vorzugehen. Die PKK hat sich größtenteils nach Irak verlegt.

Was aber bewegt die Türkei dazu, Kurden als Nachbarn nicht anzuerkennen?

Die Jahrhunderte alte Feindschaft?

 

 

 

Erdogan spekuliert wohl eher auf islamistische Staaten als Nachbarn, damit er die Reislamisierung des eigenen Landes noch offener vertreter kann. Das ist mit Assad als Regierungschef in Syrien kaum möglich. Er rechnet mit einem Nachbarstaat „Kurdistan“ offensichtlich mit größeren Schwierigkeiten als mit einem Staat nach islamistischer Lesart.

Die Türkei braucht die NATO nicht, wenn Herr Erdogan die Grenzen seines Landes den Kurden öffnet, um nach Kobane und anderen Orten, die von dem IS angegriffen werden, zu gelangen, um ihren Verteidigungs- und Nachschubjob zu erledigen. Niemand kann es geben, der diese Öffnung nach Kobane ernsthaft ablehnt im Kampf gegen IS. Nur die Türkei blockiert dieses Ansinnen.

 

 

 

Zitieren wir heute einmal Claudia Roth:

Grünen-Politikerin Roth: Türkei betreibt «dreckige Politik»

 

 

 

Ja, die PKK hat Unheil in der Türkei angerichtet. Andererseits hat die Türkei die Kurden lange Zeit diskriminiert und so die Entstehung der PKK selbst durch ihr eigenespolitisches Ausgrenzungsverhalten  seit 100 Jahren zumindest gefördert.

http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkisch-kurdischer_Konflikt

 

 

Da kann sie die Schuld nicht von sich weisen. Wir wissen, dass Schuldeingeständnisse als Zeichen der Schwäche gewertet werden in der islamischen Welt. Aber letztlich ist dies Fakt.

 

Leider müssen wir konstatieren, dass menschliches Leid im politischen Pokerspiel der Politik der Türkei in Sachen „Grenzöffnung“ wohl kaum eine Rolle spielt. IS-Kämpfer sind diejenigen, die der Türkei das Flüchtlingsproblem beschert und Herr Erdogan sollte alles daran setzen, gerade den IS zu bekämpfen. Dazu müsste er nicht einmal einen türkischen Soldaten opfern. Er müsste nur den Kurden gestatten, über die Grenze zu gelangen, die Kurden einen Korridor einrichten lassen.

 

 

Selbstverständlich ist die Flüchtlingsaufnahme durch die Türkei lobend und als friedensstiftend hervorzuheben. Das verhehlen wir nicht und bringen das auch zum Ausdruck. Aber ist der Türkei wirklich damit gedient, in dieser Frage so kontraproduktiv politisch zu handeln?

Wir meinen, dass diese türkische Politik zynisch ist aus zwei Gründen:

1. Durch erfolgreiche Bekämpfung des IS wird sich die Flüchtlingsfrage auf Dauer relativieren.

2. Durch eine solche Geste würde der Friedensprozess mit den Kurden an Fahrt gewinnen.

So zerstört der Präsident der Türkei jegliche Option auf Frieden selbst vor und hinter seiner eigenen Haustür und gefährdet seine eigene Bevölkerung a) durch Erstarken der IS und b) durch Terroranschläge der PKK, die dieses Verhalten zu Recht nicht billigen können.

Was Politiker anrichten können, geht wirklich auf keine Kuhhaut.

Wir wissen ja, wie die Türkei reagieren kann. Sie fliegt wie Israel Luftangriffe auf Terrornester nach Terroranschlägen durch Hamas. Israel darf das nicht. Die Türkei schon, wenn sie im Nordirak Luftschläge gegen die PKK startet, wie dies in den vergangenen Jahren des Öfteren geschehen ist, in den Jahren 2011 und 2008.

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article13553429/Tuerkei-fliegt-Luftangriffe-auf-PKK-im-Nordirak.html

 

 

 

Nordirak: Türkei fliegt Luftangriff gegen PKK – SPIEGEL ONLINE

 

 

Aber die Türkei darf das, auf fremdes Staatsgebiet fliegen und Bomben werfen. Die USA dürfen das, Großbritannien darf das. Frankreich darf das, wenn Terroranschläge verübt werden.  Nur Israel darf das nicht, wenn auf Israel Terroranschläge verübt werden.

 

5 Responses to “KoG: IS gegen Kurden und Erdogan”

  1. thomas Says:

    Israel darf das nicht,weil es nicht so viel Öl und Macht hat .

  2. Hiemit bestätigt sich was meine Wenigkeit vor mehreren wochen in Kommentaren gefordert und festgestellt hat.der möchtegernsultan E.darf nicht mit seinen Truppen in Syrien oder im Irak einmsrschieren weil er dies zumZwevk der Kurdenbekämpfung missbrauchen würde.ausserdem habben sich meine vagen informationen+vermutungen bzgl.Rekrutierubngsbüros des is leider bestätigt.fehlt nur noch dasdie kurden wie nach dem 2.Weltkrieg wiederverraten und verkauft werden.meine wenigkeit fordert die westliche welt hiemit auf-das darf nicht psssieren. mfg.A.f.s.E.

  3. wolfsattacke Says:

    Erdogan kümmert sich lieber un die Dinge, welche ihm am wichtigsten erscheinen, als Islamisten zu bekämpfen, welche er ja eigentlich in ihren Bestrebungen unterstützt, bzw. das entsprechende Verständnis entgegenbringt.


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