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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Islamische Terroristen melden sich in Mali – 9 UN-Blauhelmsoldat getötet 10. Oktober 2014

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 21:11

Kämpfer der jihadistischen Miliz Ansar ad-Din, die 2012 ihre Terrorherrschaft in Nordmali begründeten.

Jihadistien der islamisch-terroristischen Miliz Ansar ad-Din, die 2012 ihre Terrorherrschaft in Nordmali begründeten.

 

 

Im Nordosten Malis haben Extremisten

mindestens neun nigrische Uno-Soldaten getötet.

Ein Jahr nach der politischen Normalisierung nehmen die bewaffneten Übergriffe von Jihadisten und Kriminellen wieder zu.

 

Ein Versorgungskonvoi der Uno-Friedensmission in Mali (Minusma) ist am Freitag bei Menaka nahe der nigrischen Grenze in einen Hinterhalt bewaffneter Islamisten geraten. Dabei kamen mindestens neun nigrische Friedenssoldaten ums Leben, wie die Uno am Wochenende bekanntgab. Der Angriff, der blutigste seit der Präsidentenwahl und der Stationierung der Uno-Truppen im Sommer des letzten Jahres, ist ein deutlicher Hinweis auf die schleppende Normalisierung in dem Krisenland.

 

 

 

 

Trauerprozession: Minusma-Soldaten tragen die Särge getöteter Kameraden. Quelle: AFP

 

 

Verflogener Optimismus

 

Der Uno-Konvoi, der auf der Strasse zwischen Gao und der nigrischen Grenze unterwegs war, wurde von den Angreifern überrascht. Sie feuerten Panzerfäuste auf die Fahrzeuge ab; dabei fing ein Tankwagen Feuer. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag als Verletzung von internationalem Recht. Die Angriffe gegen Blauhelmsoldaten der Minusma nahmen in den letzten drei Monaten an Häufigkeit und Intensität zu. Seit Ende Juni töteten sie so beinahe zwanzig Soldaten, rund doppelt so viele wie in den vorausgegangenen zwölf Monaten zusammengerechnet. Allein das tschadische Minusma-Kontingent verlor innert drei Wochen zehn Angehörige.

 

Als im August letzten Jahres Ibrahim Boubacar Keita zum neuen Präsidenten gewählt worden war, wuchs in Mali die Hoffnung auf einen Neuanfang. Nach einer fast einjährigen Herrschaft von islamischen Milizen in den drei nördlichen Regionen Timbuktu, Gao und Kidal versprach Keita den Staat mit einer Kombination aus Reformen und Entwicklungsvorhaben zu einen. Die Geberländer zeigten sich mit insgesamt 3,3 Milliarden Euro an Zusagen grosszügig. Keita gelobte Verhandlungen mit allen friedenswilligen Rebellen, aber ohne faule Kompromisse.

 

Ein Jahr später ist von dem Optimismus nicht viel übrig geblieben. Die angekündigten Verhandlungen begannen mit viel Verspätung letzten Monat in Alger. Sie sind derzeit unterbrochen, sollen aber Mitte Oktober wieder aufgenommen werden. Die Regierung will die politische Dauerkrise im Norden mit einer föderalistischen Lösung beilegen. Was aber unter dem Schlagwort zu verstehen ist, bleibt unklar. Die Verhandlungspartner – darunter figurieren neben Aufständischen auch nationalistische Gruppen von ethnischen Songhay und Peulh, die im Norden niedergelassen sind – vervielfältigen sich derweil laufend, weil niemand seinem Nachbarn traut. Nur wer über seine eigene Splittergruppe verfügt, kann sich Gehör verschaffen, lautet das Motto.

 

 

 

 

Eva Brozowsky von der Uni Hamburg zeigt Dr. Abdel Kader Haidara (l.) die Ausrüstung, mit der man schadhafte Manuskripte zunächst sichern kann

 

Gerettet vor den Islamisten

 

Mit einer lebensgefährlichen Aktion bewahrten der malische Schriftenexperte Abdel Kader Haidara und seine mutigen Mitstreiter die berühmten Manuskripte von Timbuktu vor der Zerstörung durch Rebellen. Jetzt war er in Hamburg bei den Wissenschaftlern der Uni, die bei der Restaurierung der unschätzbaren Dokumente helfen.

{Weiterlesen: http://www.abendblatt.de/hamburg/article133115547/Gerettet-vor-den-Islamisten.html}

 

 

 

 

Unsichtbarer Staat im Norden

 

Unterdessen bleibt das Land de facto zweigeteilt. Einige nationale Institutionen haben zögerlich ihre Posten im Norden bezogen, aber eher symbolisch und auf die Städte Timbuktu und Gao sowie einige umliegende Ortschaften beschränkt. Beispielsweise kehrte der Direktor des Regionalspitals von Gao mit einigen Mitarbeitern in die Stadt zurück, aber unter ihnen befand sich kein einziger Arzt. In anderen Amtsstellen verlassen Beamte ihre Büros nur, um nach Hause zu gehen; Entwicklungs- und Bauvorhaben kommen so sicherlich nicht voran. Kein einziges Gericht nahm den Betrieb wieder auf; wer also im Norden eine Klage einreichen will, muss dafür in die weit entfernte Hauptstadt Bamako reisen. Nur die Märkte erholten sich etwas. In Timbuktu kehrten die arabischstämmigen Händler zurück. Die ausländischen Uno-Soldaten beleben die Nachfrage, und die Schmuggelwege von Libyen und Algerien werden wieder rege genutzt.

Die malischen Sicherheitskräfte operieren allenfalls unter dem Schutz der Minusma. Nach Kidal, der nördlichsten Region, wagen sie sich gar nicht mehr vor, seit im Mai eine vermeintliche Demonstration der Stärke im Debakel endete. Ministerpräsident Moussa Mara hatte die Stadt besuchen und dabei die Souveränität Bamakos unter Beweis stellen wollen. Es kam zu Kämpfen mit Tuareg-Rebellen , die für die Regierungstruppen in einer peinlichen Niederlage endeten.

 

 

 

 

 

Die Rebellen im Norden haben sich neu gruppiert und orientiert.

Der französische Militäreinsatz «Serval», der letztes Jahr den Einfluss bewaffneter Extremisten und ausländischer Jihadisten zurückgedrängt hatte, wurde durch die Operation «Barkhane» abgelöst, mit welcher der islamistische Terror in mehreren Sahelstaaten bekämpft werden soll. In Mali sind derzeit noch 1100 französische Soldaten tätig. Die Sippschaften und islamistischen Gruppen der Tuareg, die den terroristischen Gruppen Gastrecht gewährt hatten, sind freilich nicht verschwunden. Die Miliz Ansar ad-Din (Verteidiger des Glaubens), die vor zwei Jahren Timbuktu beherrscht und die Einwohner terrorisiert hatte, entledigte sich ihres Anführers Iyad ag Ghali. Aber im Übrigen ging sie im Haut Conseil pour l’unité de l’Azawad (HCUA) auf, einer Tuareg-Miliz aus dem Ifoghas-Gebirge, deren Hochburg in Kidal liegt. Es waren die Kämpfer des HCUA im Verband mit den Tuareg-Nationalisten des Mouvement national de la libération de l’Azawad (MNLA), die im Mai die Regierungstruppen aus Kidal vertrieben. MNLA und HCUA sind beide an den Verhandlungen in Alger beteiligt.

 

 

In ähnlicher Weise ging der extremistische Mouvement pour l‘ unicité et le jihad en Afrique de l’Ouest (Mujao), der Gao beherrscht hatte, im vergleichsweise zivilisierten Mouvement arabe de l’Azawad (MAA) auf. Extremistische Anführer wie Iyad ag Ghali und der mit ihm verschwägerte Mokhtar Belmokhtar, ein Anführer der maghrebinischen Kaida (Aqmi), sind flüchtig und sollen sich zwischen dem Norden Malis und dem Süden Algeriens und Libyens aufhalten. Die französischen Elitetruppen spüren immer wieder einmal Verstecke der Terroristen auf und zerstören ihre Treibstoff- und Waffendepots, aber ein Sieg auf Dauer ist dies nicht.

Zwischen ehemaligen Anführern, die zur Fahndung ausgeschrieben sind, und Rebellen, die in Alger an Verhandlungen teilnehmen, gibt es Meinungsverschiedenheiten, aber auch weiterhin gemeinsame geschäftliche Interessen im Zusammenhang mit dem Schmuggel von Drogen, Waffen und Gebrauchsgütern. Die Lage wird weiter dadurch kompliziert, dass Tuareg-Clans wie die Ifoghas ihre Leute auch in der Regierungspartei Präsident Keitas placiert haben. Dies mag zwar einer politischen Einigung förderlich sein, doch setzt es alte Muster der Protektion korrupter und krimineller Machenschaften fort.

 

 

 

 

Gespräche schaffen Unruhe

Es ist wohl kein Zufall, dass die Verhandlungen in Alger mit einer Zunahme der Angriffe zusammenfallen. Die Aufspaltungen und taktischen Manöver, welche die Gespräche innerhalb des Rebellenlagers auslösen, verstärken das Machtvakuum im Norden; dies gibt den Extremisten Aufwind. Es ist auch gut möglich, dass Strippenzieher in den Clan-Hierarchien die Staatsmacht und die Uno-Schutztruppen bewusst schwächen, um Voraussetzungen für Zugeständnisse zu schaffen. Der Tag, an dem in Mali das staatliche Gewaltmonopol gegen Rebellen und Schmuggler durchgesetzt wird, liegt in weiter Ferne.

{Quelle: http://www.nzz.ch/international/die-islamisten-schlagen-wieder-zu-1.18398455}

 

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