kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kopten sehen Hoffnung in Dialog mit Moslems 2. Juli 2014

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 23:31

Bewaffnete entführten den Kopten Malak Zaghloul aus seinem Geschäft in Naag Hamadi – um 10:30

 

 

 

 

Koptisch-katholischer Bischof William von Assiut drängt auf Umsetzung der Verfassung – Christen weiterhin „Bürger zweiter Klasse“

 

 

Wien-Kairo (kath.net/KAP): Hochrangige Vertreter der christlichen Gemeinschaften in Ägypten haben diese Woche Österreich besucht und konnten ihre Einschätzung der Lage in der Region – seit dem Amtsantritt des gewählten Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi am 8. Juni und der ISIS-Offensive im Irak – darlegen. Am Dienstag empfing Kardinal Christoph Schönborn das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst-Patriarch Tawadros II. Tawadros hatte zuvor die Gemeinden in Finnland und Norwegen besucht und dort u.a. mit Regierungsvertretern gesprochen. Ebenfalls in Österreich war der koptisch-katholische Bischof von Assiut, Kyrillos Kamal William. Er forderte eine Trennung von Staat und Religion in seiner Heimat. Eine Entwicklung wie im Irak befürchtet er nicht.  Der Weg zu einem gerechten Staat und langfristigem Frieden in Ägypten bleibe steinig und gehe politisch nur über eine Umsetzung der Verfassung, so Bischof William im Gespräch mit „Kathpress“. William war auf Einladung des Hilfswerks „Kirche in Not“ in Wien. „Wir wollen keine Privilegien für Christen, sondern den vollen Respekt der Religionsfreiheit sowie von Menschen- und Bürgerrechten“, sagte der Bischof. Es scheine – so William -, dass der Totalitarismus überwunden ist: „Die Ägypter hoffen wieder und haben Vertrauen in den Staat zurückgewonnen.“ Die Erwartungen seien dennoch „gedämpft“. Was vor allem fehle, sei der politische Wille zur Umsetzung der Verfassung.

 

 

 

 

Am 05. Juli 2013 wurden diese vier Kopten nach der Absetzung des Moslembruders Morsi erschossen – Es geschah in Luxor

 

 

 

 

 

 

 

 Viele Hürden und Blasphemie-Vorwürfe

 

 

 Nachdem die Muslimbrüder laut dem Bischof ein „muslimisches Kalifat Ägypten“ angestrebt hätten, gehe es nun um die Errichtung eines „zivilen Staates“ mit Trennung von Politik und Religion – „den Ausdruck säkular mögen viele Muslime nicht, da sie es mit ungläubig gleichsetzen“. Viele der 80 Millionen Einwohner des Landes seien enorm benachteiligt und deshalb für Fanatismus empfänglich. Benachteiligt seien aber auch die zehn Millionen Christen, die „Bürger zweiter Klasse“ seien. Schon seit 60 Jahren, und auch in der Gegenwart, werde in Moscheen, Kindergärten, Schulen und Medien gegen sie Hetze betrieben. Die Diskriminierung zeigt sich für William in den Blasphemie-Vorwürfen. „Während Salafisten offen gegen Christen hetzen dürfen, bekommt es ein 16-Jähriger mit der Justiz zu tun, wenn er sich in der Schule gegen den Islam äußert“. Zudem säßen auch in Ägypten – wie im Sudan – Menschen in Gefängnis, da sie vom Islam zum Christentum konvertiert seien. Enorme Hürden mit jahrelangen Behördenverfahren gebe es für die Errichtung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden. In den Geschichtsbücher werde die jahrhundertelange koptische Epoche des Landes einfach ignoriert. Die Situation spitzte sich im Vorjahr unter den Muslimbrüdern zu, als Dutzende Kirchen im Land von Extremisten zerstört und viele bei Anschlägen ums Leben kamen. Die Reaktion seien Initiativen der Versöhnung gewesen. – Bischof William: „Bei uns in Assiut luden wir am 14. August des Vorjahres in die zerstörte Franziskanerkirche zu einem gemeinsamen Gebet für die Täter, auf Transparenten stand groß ‚Wir verzeihen!‘. Es gab gemeinsame Gebete der christlichen Kirchen, zu denen auch Muslime eingeladen waren“. Zukunft sehe er vor allem im laufenden Dialog mit moderaten Muslime, so der Bischof. In jeder Provinz versuche man inzwischen, über regelmäßige Treffen konfessionelle Konflikte zu verhindern und Probleme friedlich zu lösen, was ein „großer Gewinn“ sei. Erreicht wurde etwa, dass beim islamischen Freitagsgebet seit Juni nur noch moderate Muslime predigen. Zudem gebe es regelmäßige gemeinsame Friedensgebete.

 

 

 

 

Am 06. Juli wurde Pater Mina Aboud in Arisch vor seiner Kirche erschossen

 

 

 

 

 

 Katholische Kirche gegen Todesstrafe

 

 

 Klare Worte fand der Bischof von Assiut für die vor kurzem bestätigte Todesstrafe für 183 Muslimbrüder. Seine Kirche sei „gegen die Todesstrafe“, wenngleich sie keinen Einfluss auf das politische Geschehen habe. Wie William bemerkte, werde das Urteil jedoch nur in den wenigsten Fällen vollstreckt werden, seien doch die meisten Betroffenen außer Landes. Eine Gefahr der Ausbreitung der momentanen Krise im Irak auf sein Land sehe er nicht: „Alle ägyptischen Muslime sind Sunniten, zudem hat das Land die stärkste Armee im Nahen Osten und ist sehr nationalistisch geprägt, wodurch es keine Trennungsgefahr gibt. Ägypten ist nicht der Irak“, so William. Obwohl eine kleine Minderheit, seien die Katholiken in Ägypten durch ihr Sozialengagement „sehr präsent“ und würden wie das „Salz der Erde“ wirken, so William, der die 170 kirchlichen Privatschulen hervorhob: „Die meisten Schüler sind Muslime, doch werden die Schulen für die Qualität der Erziehung geschätzt“. Ähnlich groß sei das öffentliche Vertrauen in die Krankenhäuser oder Entwicklungsprojekte der Kirche. Inständig würden die Kirchenvertreter die Christen dazu aufrufen, das Land nicht zu verlassen – trotz der Wirtschaftsmisere. Die Produktion sei „bei Null“, und auch der für das Land so wichtige Tourismus liege danieder.

 

 

 

 

 

Seit einem Jahr ist Ägypten frei von Moslembrüdern

 

 

 

 

 

 Papst Tawadros: Die Bildung ist wichtig

 

 

Papst-Patriarch Tawadros schlug Medienberichten zufolge in Finnland in die gleiche Kerbe. Er traf dort Staatspräsident Sauli Niinistro, Parlamentarier, lutherische und orthodoxe Bischöfe sowie die ägyptische Gemeinde des Landes. In Norwegen stand u.a. ein Empfang bei Regierungsvertretern und König Harald auf dem Programm. Ägypten brauche „gute Bildung und Gerechtigkeit“, so der Nachfolger des Heiligen Markus gegenüber norwegischen Ministern, die er um die Unterstützung der neuen ägyptischen Regierung bat. Norwegen habe die zweitälteste Verfassung, Ägypten hingegen die jüngste – „und der zweite Schritt war die Wahl des Präsidenten, für den sich 97% ausgesprochen haben. Er steht jetzt für Hoffnung in Ägypten“, erklärte Tawadros laut dem arabischsprachigem Online-Nachrichtenportal „El-Balad“.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

Allen, die die Dialoge zwischen Islam und Christentum so vehement ablehnen, sollten überdenken, was dieser Bischof sagt. Und die koptische Kirche, gleich welcher Konfession, ist in der Minderheit in Ägypten, und zwar in bedrängter Minderheit. Dialoge sind Gespräche zwischen Mensch zu Mensch. Wer diese abbricht, bricht Kontakt zu Menschen ab. Stummheit aber schürt und verfestigt Vorurteile und die Neigung zu Hass nimmt zu. Aber der Dialog wird mit moderaten Muslimen geführt und genau das ist der richtige Weg.

 

 

 

 

Die Radikalen sind ohnehin in sich zugemauert, haben sich in sich selbst  auf sich zurückgezogen, so wie Luzifer sich in sich gekrümmt hat und vor Gottes Angesicht nicht mehr bestehen konnte. Dialoge mit ihnen sind vergebliche Liebesmüh. Den Radikalen kann nur mit Versöhnungszeichen, -gesten und -taten imponiert werden wie z. B. die Versöhnungsgeste des öffentlichen Verzeihens durch Kopten in den von Muslimbrüdern zerstörten Kirchen.

 

 

 

 

Dialoge müssen nicht in religiös-theologischem Einheitsbrei des Synkretismus enden, wie viele vermuten.

 

 

 

 

Dialoge, wenn sie denn richtig geführt werden, können den eigenen Glauben stärken und festigen hier wie allerdings auch dort. Wichtig ist, dass abseits vom Wörtlich-nehmen-des-Korans gegenseitiger Respekt wächst. Es ist wichtig, wenn Christen Flagge zeigen. Es ist wichtig, dass Christen ihren eigenen Glauben ernst nehmen. Das kann auch den religiösen Gegner in Erstaunen versetzen. Wichtig ist, dass das wichtigste Thema im Rahmen von Dialogen die Forderung an Muslime und ihre Religionsvertreter zu jeder Zeit an jedem Ort zu ergehen hat, dass Christen und Juden und auch andere religiös denkende Menschen, aber auch Atheisten jeglichen Respekt verdient haben und nicht wie Menschen zweiter Klasse angesehen werden dürfen. Das muss in Dialogen ganz klar zum Ausdruck kommen. Keine diplomatischen Rutschbahnen, sondern einfache klare ehrliche Ansagen sind gerade in dieser Ausgrenzungsthematik bei Dialogen gefordert, denn dann können Dialoge bei der Überwindung des islamischen Hasses förderlich sein.

 

 

 

 

Die Einschätzung des Bischofs ist realistisch für Ägypten.  Der folgende Kernsatz: „Viele der 80 Millionen Einwohner des Landes seien enorm benachteiligt und deshalb für Fanatismus empfänglich“, ist Fakt. Der Terrorismus finden nicht nur im islamisch-denkenden Umfeld Nahrung, sondern auch in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Benachteiligung von Menschen.

 

 

 

 

Aber hier werfen wir genau bei dieser Thematik eine wichtige Frage auf:

Warum neigen Muslime, die benachteiligt werden, zum Terrorismus, obwohl sie in der ägyptischen Mehrheitsgesellschaft als Muslime besser angesehen sind als Kopten und andere Christen? Und warum wenden sich Christen, die sogar rechtlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich (Müllverwalter) http://www.aegypten-spezialist.de/sehenswuerdigkeiten/sehenswuerdigkeiten-kairo/zabbalin-muellstadt.html noch extremer benachteiligt sind als benachteiligte Muslime, eben nicht dem Terrorismus zu.

 

 

 

 

Diese Frage sollte erst einmal beantwortet werden. Die Antwort kennen wir alle hier in diesem Blog. Das ist die Ursünde, die der Islam in die Welt gesetzt hat, nämlich das Verabsolutieren der Feindbilder „Dreifaltigkeitschrist“, „Jude“, „Andersgläubige“ und „Ungläubige“. Diese Klassen-„Religionsrassen“-Einteilung zeugt nicht von vollkommener Göttlichkeit, sondern zeugt von menschlichem Machtstreben und nimmt dann billigend Krieg, Hass und Zietracht in Kauf, was einem vollkommenen Gott zutiefst zuwider wäre, wenn wir in JESUS selbst, in seiner Lehre GOTT und seinen HEILIGEN GEIST erkennen.

 

 

 

 

Beide Patriarchen heben den Begriff „Hoffnung“ hervor. Diese Hoffnung muss sich erst in politischen Entscheidungen niederschlagen. Darauf zu warten, braucht es Mut und Vertrauen im Wartezustand, der dann Hoffnung genannt wird.

 

 

 

 

Völlig richtig auch die Ablehnung der Todesstrafe. Die Todesstrafe ist immer Armutszeugnis. Die Todesstrafe ist Mord durch den Staat. Die Ablehnung der Todesstrafe kann letztlich nur mit religiösen Gründen in JESUS CHRISTUS fundiert werden. Die Todesstrafe nimmt dem Verurteilten Lebenszeit, in der er sich hätte zu JESUS bekehren können. Das ist der Grund, warum Christen sich gegen die Todesstrafe aussprechen sollten bei allem Verständnis für diejenigen, die sich angesichts dieser begangenen Gräueltaten für die Einführung oder Beibehaltung der Todesstrafe aussprechen.

 

 

 

 

JESUS ist die Todesstrafe gestorben. Die Ehebrecherin hat er vor genau derselben bewahrt. Die Ablehnung der  Todesstrafe kann nur mit dem christlichen Vergebungsgrundsatz begründet werden. Wer seine Feinde liebt, bringt sie nicht um. Staatliche Strafen anderer Art sind zur Aufrechterhaltung der Rechtsordnung und des Rechtsfriedens unerlässlich. Und wenn wir bedenken, in welchen Fällen im Islam die Todesstrafe von Land zu Land unterschiedlich verhängt werden darf, dann finden wir natürlich eine noch erweiterte Spielwiese der Argumentation gegen die Todesstrafe vor.

 

 

Beten wir für den Frieden!

 

 

 

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