kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Wir sind nicht von dieser Welt 14. Juni 2014

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 10:39

Jesus betet im Hohepriesterlichen Gebet für Seine Jünger und auch für uns:

Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit„.

(Johannes 16:16,17)

 

 

Ich habe unter anderem die Wochenzeitung „ideaSpektrum“, Untertitel: Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Weltabonniert. Die Zeitschrift ist informativ, auch wenn man sich über viele der Nachrichten nur noch ärgern kann. Jede Woche erscheint ein Gastkommentar. Vorletzte Woche stand dieser unter der Überschrift,Wo bleibt der ‚Ruck‘ innerhalb der EKD?“, in dem es um den Reformprozess innerhalb der Evangelischen Kirche ging. Beim Lesen des Gastkommentars hatte ich den Eindruck, dass der Verfasser nicht zwischen Reformation = Rückführung zu den Wurzeln, und Deformation = Anpassung an den Zeitgeist, differenzierte. Ich schrieb deshalb einen Leserbrief an ideaSpektrum, der dann in der letzten Ausgabe von ideaSpektrum, zusammen mit anderen Leserbriefen, die auf der gleichen Linie lagen, veröffentlicht wurde. Hier der Leserbrief: „Der Gastkommentator Wolfgang Polzer hat nicht erkannt, dass in einer Kirche, die sich vom Evangelium abgewandt hat und allenfalls für ein  Namens- und Wohlfühlchristentum steht, keine Reformen mehr möglich sind. Ein Ruck könnte nur dann durch die Kirche gehen, wenn sämtliche Kirchenfunktionäre, angefangen beim Rat der EKD, durch gläubige Theologen, die vollumfänglich hinter dem reformatorischen Bekenntnis stehen und dieses ernst nehmen, abgelöst würden. Was Wolfgang Polzer schreibt kann deshalb nicht wirklich ernst gemeint sein. Es ist das übliche Schönreden und Verharmlosen, dem keine Taten folgen können, weil das System von Grund auf morsch ist. Diese Kirche kann und wird keine Zukunft haben können, es sein denn, dass ein neuer Martin Luther aufsteht, durch den ein völliger Neubeginn möglich wäre“. Bis dahin der Leserbrief.

Die Nachrichten in der neuen Ausgabe von ideaSpektrum gaben allerdings gleich wieder Grund zum Ärgernis, weil ein Kirchenpräsident für das volle Adoptionsrecht von Schwulen und Lesben plädierte und ein Landesbischof sagte, dass man dem Urteil der biblischen Schriften in Sachen Homosexualität nicht folgen müsse, sondern man sich an dem orientieren müsse,was Christum treibet„, was soviel heißt, dass auf einen schillernden Liebesbegriff abgehoben werden müsse, nach dem Motto, Jesus liebt euch alle – im Übrigen sei die Bibel aber ein ganz normales Stück Literatur, so der Landesbischof. Mit einer solchen Haltung baut man auf Sand und gleicht dem Laub, das vom Wind verweht wird. Da gibt es keine Verbindlichkeit mehr, sondern nur noch einen sich ständig wandelnden Zeitgeist, der von einem Irrtum in den nächsten stolpert. Theologische Irrlehrerpassen sich hier ständig an und unterstützen, unter Missbrauch des Wortes Gottes, den jeweiligen Zeitgeist, in dem sie die jeweils passenden „theologischen“ Begründungen liefern, und so verführen sie viele. Allerdings nur solange, bis sie selbst, dann allerdings durch einen radikal antireligiösen Zeitgeist, abserviert werden. So jedenfalls wird das Ende der Hure Babylon in der Offenbarung beschrieben. Wir wissen aus den Worten Jesu etwas ganz anderes. Nämlich dass die Bibel – damals war das nur das Alte Testament – für IHN verbindliches Wort Gottes war. Jesus sagt im Hohepriesterlichen Gebet, dass die Seinen, so wie ER auch, nicht von dieser Welt sind und damit einen anderen Geist und eine andere Perspektive haben.

In der Wahrheit heiligen“ heißt, von Gott zum Zweck des Bezeugens der Wahrheit in Beschlag genommen zu werden, wobei Gottes Wort, lebendige Wahrheit ist, die das göttliche Wesen und die göttliche Kraft in sich trägt.

Diese Wahrheit ist das Evangelium, das wir der Welt gegenüber bezeugen sollen.

Eine unheilige Kirche, die von dieser Welt ist und für die das Wort Gottes nicht mehr gilt, hat aufgehört Kirche Jesu Christi zu sein.

Sie ist  unbrauchbar geworden. Als Verein zur Pflege religiösen Brauchtums, als Verein für gutmenschliche, soziale Aktivitäten, als Verein, der durch philosophische Betrachtungen mit christlichem Anstrich, einen gewissen Unterhaltungswert hat, kann sie sich noch eine Zeitlang halten, aber ihr Ende ist absehbar.

Jörgen Bauer

Es gibt weiterhin Pfarrer und Verkünder, die treu zu Gott und Seinem Wort stehen, auch wenn sie es zunehmend schwerer haben dürften. Ein Grund warum ich immer noch Glied der Kirche bin. Das gibt mir auch das Recht, da, wo es angebracht ist, deutlich zu widersprechen. Ich bin gewiss, dass die wahre Kirche Jesu Christi, zu der wir uns halten müssen, bestehen bleibt.

 

One Response to “Wir sind nicht von dieser Welt”

  1. Andreas Says:

    Reformation = „Rückführung zu den Wurzeln“?!
    zu welchen Wurzeln – denen des Alten Testaments, der JÜDISCHEN Religion, die Nichtjuden ausschliesst?
    – Jesus hat uns keine penible, jeden Lebensaspekt umfassende gesetzliche Ordnung hinterlassen, wie wir sie aus der Thora kennen. Jesus hat nicht „reformiert“, d.h. nicht die Rückbesinnung auf die jüdische Ur-Religion oder jüdischen Tradition/Lebenspraxis eingefordert, ganz im Gegenteil eine völlige Neuorientierung jenseits bisheriger Glaubensgesetzlichkeiten den Weg eröffnet.
    Daran stören sich die (orthodoxen) Juden bis heute nochmehr als an Jesus Wirken u. Auferstehung!
    die Frage lautet also: Welches sind denn die „Wurzeln“ christlichen Glaubens? Etwa die in Jahrhunderten gewachsenen Kirchentraditionen der verschieden Konfessionen, die von Anbeginn progressive Veränderungen im Hinblick auf die Thora-Gesetze vornahmen und sich so allmählich einen eigenen Wertekanon schuffen, der überhaupt erst das Christentum generierte? Schliesslich sprach Jesus nie von einem neu zu gründendem u. in allen Lebensfragen festgelegtem „Christentum“, gab er kein kompakt-geschlossenes Lehrgebäude mit auf den Weg.
    Auch eine „Tradition“ muss ja erstmal lange Zeit wachsen u. ausreifen, bevor sie als solche Form annimmt. Einen definitiven Abschluss kann es naturgemäss nie geben, wie unser Bewusstsein sich täglich neu sensiblisiert u. erfindet, in die Zukunft zu greifen versucht. Ohne diese Freiheit u. Neugier des Geistes gäbe es überhaupt keine Entwicklung, auch nicht spirituell!
    Welche Tradition, welche Glaubenswurzeln sind allgemeingültig-verbindlich, ab wann setzt man den schlussstrich weiterer ausformung? Welches ist der unverrückbare Kern christlichen Glaubens?
    Die über Jahrhunderte gewachsene Kirchentradition/Kirchengesetze u. Glaubens“dogmen“ alleine können es nicht sein, zumal sie von Jesus nie so konkret-penibel vorgegeben wurden. Da „äffen“ bzw. abstahieren wir Christen (meist unbewusst) überwiegend alt-jüdische Traditionen nach – im Guten wie im Schlechten?!

    PS: an welches christliche Entwicklungsstadium wollte Luther eigentlich anknüpfen – an das der Apostel, der Frühchristen oder der spätantiken Kirche? Welche genauen Kenntnisse konnte er über die Kirchentraditionen/Praxis vergangener Epochen haben? Sind seine Kritiken im Kern nicht längst vom modernen „Katholizismus“ adaptiert und weitergeführt worden? – Reformen gab es immerzu, vor u. nach Luther! Würde er heutzutage noch den Vatikan, das Papsttum (d.h. bestimmte Missbräuche/Fehlansichten) als derart gravierend empfinden, dass die Gründung einer Neukirche unausweichlich wäre? Auf welche festgefügte Tradition wollte sich Luther heute stützen – die der evangelischen Gründungszeit des 16. Jhds., die schon damals auch nur eine „zeitgeistige“ war?
    Alles nicht so einfach, liebe Leute….
    (nur mal als diskussionsanstoss – klare antworten weiß ich da auch nicht!)


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s