kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der politische Islam erstickt die Vielfalt – Zur Lage der Christen im Nahen Osten 27. Mai 2014

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 16:21

Ob Moslembrüder oder andere islamische Terrororganisation: „Jesus, der Herr, bittet euch, Abdel Fatah Elsisi zu wählen“!

Da versucht jemand, die Moslems gegen die Kopten – Kirche und Volk – auszuspielen …

Herr Sido, das Memorandum der GfbV erinnert daran, wie sehr sich die Lage der christlichen Minderheit im Nahen Osten seit den politischen Umstürzen zum Negativen verändert hat. Wie konnte die Stimmung derart umschlagen?
Dieser arabische Frühling, dem wir, ich auch, anfangs positiv begegnet sind, ist ein regelrechter Winter geworden. Nicht nur für die Christen, sondern auch für die Minderheiten, die keine Araber, keine Muslime sind. Aber auch für die Kurden, einer muslimischen Minderheit. Der politische Islam und seine Bewegungen waren sehr stark und gut organisiert, sie konnten die Revolten gegen die Diktaturen dazu nutzen, um an die Macht zu kommen. Und ihr Projekt heißt: Islamisierung der Länder, der Gesellschaften des Nahen Ostens. Wir sind in der Mehrheit bereits Muslime – sie wollen uns aber noch einmal islamisieren in dem Sinne, dass sie ihr islamistisches Projekt umsetzen wollen, die Scharia. Eine starke mediale Unterstützung und viel Geld aus den Golfstaaten helfen ihnen dabei. Leider haben die Islamisten auch Unterstützung aus dem Westen bekommen. Weil der Westen sogenannte Schurkenstaaten im Nahen Osten um jeden Preis beseitigen wollte, hat er in Kauf genommen, dass vorallem Minderheiten unter Bürgerkrieg und Destabilisierung leiden.

 

 

 

Derselbe Inhalt der obigen Plakat als SMS an Handys geschickt …

 

Für den Irak wird befürchtet, dass es bis 2020 dort keine Christen mehr geben wird…
Der Vorwurf lautet, wenn der Westen früh genug eingegriffen hätte, dann wäre es zu keiner Radikalisierung gekommen. Das ist falsch. Das Beispiel Irak zeigt das. Die Amerikaner und andere NATO-Länder sind einmarschiert. Der Diktator wurde gestürzt, was ja gut war, aber für die Christen bedeutete dies das Ende. Die Christen im Irak sind quasi verschwunden. Wenn sie dort noch leben, dann tun sie das versteckt. Ein normales Leben, wie sie es früher in Bagdad und anderswo im Irak hatten, gibt es für sie nicht mehr. Irakisch Kurdistan ist eine Ausnahme, dort ist ein Leben als Christ noch möglich. Deshalb ist die Einschätzung, dass ein früheres Eingreifen besser gewesen wäre, falsch. Richtig ist: man muss ein Konzept haben, bevor man einen Krieg führt, einmal abgesehen davon, dass man keinen einzigen Krieg führen sollte. Es braucht ein demokratisches Konzept, Föderalismus, Dezentralisierung, vollständige Glaubensfreiheit. Was aber tut der Westen? Er unterstützt pro-saudische Kräfte, welche die Scharia in der Gesetzgebung verankern – was bedeutet, dass Christen das Land verlassen müssen, wenn sie sich retten wollen. Oft ist hier der Vorwurf zu hören, dass Christen die Diktaturen unterstützen würden. Das stimmt nicht. Die Christen wollen einfach in ihrer Heimat leben. Wenn sie nun sehen, dass die Opposition keine Alternative bietet, islamistisch ist und die Scharia ihr einziger Maßstab, dann ist ihnen ein Assad natürlich lieber als eine islamistische Demokratie. In einer islamistischen Demokratie haben Christen keinen Platz.

Wie betrachten die Syrer diese „islamistische Demokratie“?
Ich als Moslem, der in Syrien geboren ist, möchte kein Syrien haben, in dem keine Kurden, keine Orthodoxen, keine Katholiken, keine Drusen, keine Alaviten mehr Platz finden. Und ich glaube, ich vertrete damit die Meinung der Mehrheit der Syrer. Saudiarabien war auch einmal eine multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft, aber was sehen wir dort? Nur eine Farbe. Es ist traurig und schrecklich, nur mit einer Farbe zu leben. Wir leben in einer modernen Welt. Und die moderne Welt ist multikulturell, multireligiös, multiethnisch.

Die Türkei wurde 2013 erstmals nicht von Open Doors in den Verfolgungsindex aufgenommen. Mit dem Libanon gehört die Türkei damit zu den einzigen Ländern im Nahen Osten, die eine muslimische Mehrheitsbevölkerung und „keine aktive Christenverfolgung“ haben. Was heißt, „keine aktive Christenverfolgung“?
In der Türkei ist es vorbei mit dem Christentum. In Istanbul, einer sehr, sehr großen Stadt, kann man als einheimischer Christ vielleicht noch unauffällig leben. Heimlich, das ist kein Leben. Die Zeiten, als Istanbul, wie auch Konstantinopel, christliche Zentren waren, sind vorbei. Im Libanon haben sich die Christen mit der Waffe in der Hand gewehrt. Wenn sie dies nicht getan hätten, wäre es mit ihnen auch dort vorbei. Doch wenn der politische Islam nun in Syrien siegt, wird das auch Auswirkungen auf den Libanon haben und weitere Christen werden das Land verlassen. Wir hoffen, dass hier der Besuch von Papst Franziskus ein Zeichen dafür setzt, dass der Nahe Osten die Heimat des Christentums ist.

Was kann der Westen tun?
Der Westen muss Flagge zeigen. Christen müssen vollständige Glaubensfreiheit haben, und zwar überall, wo sie zuhause sind: im Irak, in Syrien, im Libanon, in Ägypten, in Libyen. Man muss sie unterstützen. Und nicht aus parteipolitischen und geopolitischen Interessen heraus eine bestimmte Bewegung oder Politik zu unterstützen, in unserem Fall den politischen Islam. Um damals den Kommunismus und die Sowjets in Afghanistan zu bekämpfen, hat man dazu die dunkelsten Kräfte des Landes benützt – das darf sich im Nahen Osten nicht wiederholen. Für mich ist Glaubensfreiheit ein Menschenrecht. Dieses muss ermöglicht werden. Alle reden von der Bewaffnung der Rebellen. Nein! Demokratische Projekte, demokratische Bewegungen müssen unterstützt werden, in keinem Fall der politische Islam, auch nicht als Notlösung.

Interview Christen im Nahen Osten: Dr. Kamal Sido, Nahost-Referent der GfbV –  „Die Tageszeitung“, 22. Mai 2014

Dr. Kamal Sido ist Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen.

 

3 Responses to “Der politische Islam erstickt die Vielfalt – Zur Lage der Christen im Nahen Osten”

  1. thomas Says:

    Der Westen ,der überwiegend aus US amerikanischen Befehlsempfängern besteht ,hat überhaupt nicht
    das Recht, Staaten anzugreifen,wenn Diese nicht seine Existenz bedrohen. Ein Krieg kann nur legitim
    sein ,wenn ein Volk in seinem eigenen Land, von den Regierenden mehrheitlich ,oder in großen Massen
    ermordet wird, wie z.b. in Ruanda ,in den 90 er Jahren, Dort hat der Westen zugeschaut,ganauso wie
    an vielen anderen Orten. Auch die Selbstverdeitigung ,einer Nation ist legitim. Die USA mit ihren
    Versallen ,hat aber Länder bombadiert und angegriffen ,die in Frieden gelebt haben. Durch seine
    Angriffe ,hat der Westen direkt,oder indirekt hundertausende von Toten verursacht ,dazu noch millionen-
    faches Leid. Somit gehören die Verursacher , inklusive der US Regierung vor ein Kriegsgericht.
    Die USA werden ihre gerechte Strafe bald bekommen ,da bin ich mir ziemlich sicher.

    • Andreas Says:

      mit DEM „partner“ wohl kaum: http://derstandard.at/2000001523478/Papst-beginnt-Nahost-Reise-in-Amman
      (vergrössert mal das bild – was da wohl gemauschelt wurde??) – hatte wohl seinen grund, warum obama+familie kürzlich auf der hinterbank einer kirche publikumswirksam gesichtet wurden, anschliessend gab es kurz vor der nahostreise des papstes ein shakehand-stelldichein im vatikan. zu syrien, ukraine u. vermutlich israel wurde da einvernehmlich (?) geplaudert – in nicht vielmehr als einer viertelstunde wurden diese brisanten weltthemen „angesprochen“. es kann sich also nicht um sehr kontroverse ansichten gehandelt haben, wie die miteinander shakernden wahl-AMERIKANER anschliessend der intern. presse demonstrierten… – ich bin sehr, sehr pessimistisch, was die weitere „kollegialität“ dieser beiden „weltführer“ noch mitsich bringen wird. vielleicht wacht ja auch mal unser geschätzter werter bazillus endlich auf – es geht hier nicht um dümmliches katholiken-bashing, sondern sehr bedenkliche „konstellationen“, die an die 30er jahre des letzten jahrhunderts gemahnen. wenn sich der oberste (westliche) kirchenhirte („vater“) als einzig legitimen gesamtkirchlichen „stellvertreter“ Gottes auf erden empfiehlt, zumindest als nachfolger des von Jesus (angeblich) bevorzugten apostel petrus den heiligen stuhl besetzt, so darf u. muss man von dieser allchristlichen LEITFIGUR erwarten, dass sie so getreu u. authentisch wie nur möglich auf Jesus pfaden wandelt – damals wie heute! daraus leitet sich die frage ab: wie würde heute (konkret) Jesus in dieser oder jener angelegenheit/situation gehandelt haben, analog zu biblischen deja-vu-situationen?
      aktuell von entscheidender bedeutung: WIE würde Jesus das „israel-problem“ managen, wie verhielte er sich zu den mohamed-jüngern u. ihren forderungen, jerusalem (tempelbergareal) u. große teile des historischen israels abzutreten und deren „religion“ für alle zukunft an heiligster stätte des juden-wie christentums zu plazieren? selbstverständlich in der annahme, dass Jesus mohamed u. seinen koran bzw. dessen wahre „natur“ u. absichten besser kennen würde als der (un-)mensch mohamed selbst?!
      die tausendmal geäusserten bekenntnisse der allermeisten führenden moslems zur (nicht-) zukunft israels u. dem juden-wie christentum wären Jesus wohlbekannt – welche reaktion wäre dann wohl logischerweise von IHM anzunehmen? hätte Jesus israel „fahren“ lassen, um einen scheinheiligen (kurzfristigen) frieden mit der islamischen welt, mit seinem grössten „geistigen“ widerpart, nämlich mohamed, zu schliessen?
      wie kann es also ein papst auch nur wagen, in solch einer ALLES-entscheidenden frage für israel, das judentum UND christentum EIGENMÄCHTIG, SELBSBEZOGEN u. bestenfalls KURZSICHTIG/NAIV dinge in gang zu setzten, die nicht nur das potential zu einem welt-mega-konflikt in sich tragen, sondern überdies dem GEIST u. WILLEN Jesu, seinen absichten mit dem GANZEN, EINEN „gelobten land“ bewusst zuwiederzuhandeln?? NIEMALS hätte sich Jesus oder die apostel freiwillig für eine teilung israels stark gemacht! wer solches beabsichtigt, handelt nach dem geiste des ANTICHRISTEN, ob im temporär-historischen o. gar endzeitlichen bezugsrahmen macht qualitativ keinen unterschied – zumindest für unsere epoche/generation scheint mir franziskus ein solcher zu sein, wenn ich Jesus u. nicht heimtückische uno-deklarationen zum masstab für die politik des vatikans mache!

      • Andreas Says:

        korrekt: …wenn ich JESUS u. nicht die päpstlichen ERFÜLLUNGSABSICHTEN heimtückischer UNO-deklarationen zum masstab für die politik des vatikans mache!


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