kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

KoG: Maulkorb für Broder bei Plasberg 17. Mai 2014

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 11:12

Broder

Als ich Plasberg die Angst vor der SPD ansah

 

 

 

 

Kurz vor Beginn seiner Talkshow bat Plasberg Henryk M. Broder in seine Garderobe.

Er wollte ihn dazu bringen, einen Skandal zu beschweigen.

Aus Angst vor der Wut der Sozialdemokratie.

Letzten Montag war ich bei Plasberg eingeladen. Es sollte wie immer „hart aber fair“ über die „Euro-Klatsche“ diskutiert werden. Stehen die „EU-Gegner vor einem Triumph?“, lautete die Gretchenfrage an diesem Abend. Wie es der Genosse Zufall wollte, erschien am Montagnachmittag ein Artikel von mir bei der „Welt“, in dem es um die „Tagegelder“ ging, die der „Spitzenkandidat“ der deutschen und der europäischen Sozialdemokraten, Martin Schulz, als Präsident des Europäischen Parlaments bis zum 18. April bezog, 304 Euro pro Tag oder umgerechnet rund 110.000 jährlich, steuerfrei. Laut Recherchen des Magazins „Report“ aus Mainz soll Schulz das Tagegeld auch an den Tagen bezogen haben, an denen er als Wahlkämpfer für die SPD unterwegs war. Der Bericht basierte auf Informationen aus dem Büro von Schulz, dennoch behauptete sein Pressesprecher, er sei „falsch“, ohne freilich eine Gegendarstellung oder Richtigstellung zu verlangen. Etwa eine halbe Stunde vor Beginn bat mich Plasberg in seine Garderobe. Er habe den Artikel über Schulz und die Tagegelder gelesen, und er nehme an, dass ich über diese Geschichte im Laufe der Talkshow etwas sagen wollte. Ich sagte, er liege mit seiner Annahme richtig. Worauf Plasberg zu einer längeren Erklärung ansetzte. Es sei ihm unangenehm, aber er möchte mich bitten, diese Sache nicht anzusprechen.

Ärger mit der SPD

Es habe bereits im Vorfeld der Sendung Ärger mit der SPD gegeben, die sich darüber beschwert habe, dass kein Vertreter der SPD eingeladen worden sei. Da nun kein SPD-Mann und keine SPD-Frau in der Runde säße, wäre es nicht fair, über Schulz zu reden, ohne dass ihm ein Parteifreund beistehen könnte. Erst dachte ich, Plasberg macht einen Scherz, aber sein Gesichtsausdruck entsprach seinen Worten. Es war ihm todernst. Im Übrigen, fügte er hinzu, gehe es auch darum zu verhindern, dass sich die NPD in die Sendung einklagt, das habe die Partei schon mal versucht. Mir war der Zusammenhang zwischen der Tagegeldpraxis von Schulz, der Abwesenheit eines SPD-Vertreters und der Klagelust der NPD nicht klar, was hatte das eine mit dem anderen zu tun, aber plötzlich spürte ich die schwere Last der Verantwortung auf meinen Schultern. Ich konnte eine Staatskrise provozieren, ich konnte sie aber auch verhindern. Einen Moment schauten Plasberg und ich einander schweigend an, dann sagte ich: „Okay, ich tu’s nicht.“ Ich kam mir vor, als hätte ich eine fette Kröte verschluckt, Plasberg dagegen schien erleichtert.

Bunkerartiger WDR

 

Was da in einem bunkerartigen Raum des WDR passiert war, wurde mir erst nach der Sendung richtig bewusst. Aus Angst, Ärger mit einer politischen Partei zu riskieren, die offenbar der Ansicht ist, einen Abo-Platz in einer Talk-Runde zu haben, sollte ein Skandal beschwiegen werden. Dabei spielte die SPD-Zugehörigkeit von Schulz für die Beurteilung seines Verhaltens überhaupt keine Rolle. Außer natürlich für die SPD. Nun weiß ich immerhin, was ich schon lange vermutet habe. Die Talk-Runden werden nach einem Proporzschlüssel besetzt. Deswegen sieht man auch immer wieder dieselben Gesichter und hört die gleichen Sätze von Leuten, die in ihrer Meinungsbildung so frei sind wie die Moderatoren und Moderatorinnen, die einen Knopf im Ohr haben, über den sie aus der Regie ferngesteuert werden.

http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article128042895/Als-ich-Plasberg-die-Angst-vor-der-SPD-ansah.html

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

Wir könnten Herrn Broder vorwerfen, dass er in dem Moment, in dem Herr Plasberg ihn auf diese „Problematik „, den die SPD mit seinen möglichen Äußerungen über das skandalöse Verhalten des zu wählenden EU-Präsidenten Schulz kein Rückgrat gezeigt zu  haben. Aber auf den zweiten Blick hat er völlig richtig gehandelt. Es ist ja wohl eine Dummheit zu glauben, dass ein Herr Broder sich über dieses Gespräch nicht genüsslich öffentlich auslassen wird. Das war Herrn Plasberg auch bewusst. Das aber schien in dem Moment dem heroischen SPD-Schulz-Verteidigungs-Heroen Plasberg das kleinere Übel zu sein, was er hätte für seine Sendung in Kauf nehmen müssen. Nun hat die Mainstreampresse sich des Themas angenommen in der Hoffnung, dass die „Welt“ nicht jeder liest und dieser Weg das kleinere Übel ist.

 

Ähnliches hatten wir doch schon von Herrn Pirinci über das Deutsche TV gehört.

https://koptisch.wordpress.com/2014/04/04/akif-pirincci-zum-zdf-schmierenstuck-meinungsfreiheit-abwurgen/

Der Fall an sich verursacht nicht nur ein breites Grinsen über unsere „unabhängigen“ Medien, von denen wir schon lange aufs parteikonforme Glatteis der Blockparteien geführt werden  sondern auch die  bestätigenden Überlegungen, welche direkte Macht Parteien auf das öffentlich-rechtliche TV haben.

 

Der Fall Broder bei Plasberg zeigt aber auch anderes ganz deutlich:

So funktioniert Meinungsdikat der Ideologie der politischen Korrektheit. So werden Meinungen gemacht. So werden Meinungen in eine dem pc-korrekten Mainstream gelenkt.

Der Blick hinter die Kulissen, den uns Herr Broder für jeden Bürger so anschaulich durch seinen Artikel gegönnt hat, erhöht die Neigung oder sollte die Neigung erhöhen, sich dieses Mediums zunehmend zu entziehen. Offensichtlich kommt der öffentlich-rechtliche Rundfunk seiner staatlichen Neutralitätverpflichtung wohl immer weniger nach.

Aber was hätte dieser fiktive Vertreter der SPD denn gegen diese Schulz-Vorwürfe vorbringen können? Wenn sie stimmen, ist Schulz mit oder ohne Verteidigung unten durch. Dieser Typ hätte nicht eine Stimme  des Herden-Wahlvolkes verdient. Auf dem Plakat wirbt er für ein Europa der Menschen und nicht des Geldes und lässt keine Gelegenheit aus, sich neben seinem bereits üppigen Salär noch Tagesgeld in die Taschen zu stecken, ob er anwesend ist oder nicht. Ja, Herr Schulz, wer zuviel von dieser nicht selbst hart erarbeiteten  und selbst verdienten Knete bekommt, hat jeden Bezug zur finanziellen Situation der EU-Bürger verloren und kann auf Großplakaten davon künden, dass Europa nicht eines des Geldes sein soll. Aber ohne Geld scheint in der EU schon lange nichts mehr zu laufen. Schon dieses Plakat allein ohne das Wissen um die Tagesgeldvorfälle des Plakatdarstelleres war und ist eine Provokation der besonderen Art. Ausgerechnet hier in Deutschland so zu werben, wo wir den Hauptanteil der finanziellen Lasten für Europa aufwenden,  ist mehr als geschmacklos und volksverdummend.

 

Die Enteignung der Sparer durch die EU-Politik ist bereits im vollen Gange. Jetzt wissen wir, wofür die Sparer in Deutschland und  Zypern ihr sauer verdientes Geld lassen mussten und müssen: Zum Beispiel für das Tagesgeld des Herrn Schulz. Und schon lange wissen wir, dass wir erst ab Juli eines jeden Jahres über unsere eigenen selbst verdientes Geld verfügen dürfen: U. a. auch für die Tagesgelder des Herrn Schulz und den vielen anderen seiner Mitarbeiter im Parlament, von denen es reichlich viele gibt.

 

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.steuern-steuerzahlerbund-erst-ab-montag-arbeiten-deutsche-fuer-sich-selbst.8e079d44-8bb1-4832-a81f-ededb311037f.html

 

Allein die Höhe des Anwesenheitsgeldes eines Parlamentariers ist schon ein Affront gegen die arbeitende Bevölkerung, die 8 Stunden und länger zum Teil  bei Niedriglöhnen im alttestamentarischen im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot verdienen müssen. Das ist keine billige Neiddebatte, sondern ein notwendiges Statement für EU-Parlamentarier, die auf Kosten des europäischen Steuerzahlers sich solche finanziellen Nettigkeiten gönnen dürfen.

 

Das Plakat war eines der schlechtesten, weil unglaubwürdigsten Werbegags, die je für die EU gestartet worden sind.

Tragen wir also die echte Meinungsfreiheit zu Grabe. Aber vielleicht findet sich bei dieser Meinungsfreiheitsleiche noch Zahngold, mit welchem Geld zu verdienen ist.

 

 

 

2 Responses to “KoG: Maulkorb für Broder bei Plasberg”

  1. Garfield Says:

    Tja, die Diktatur ist wieder einmal auf dem Vormarsch…Wie so oft schon.
    Aber es gibt, gab und wird immer geben, den EINEN „Diktator“, welcher ein GUTER ist!!! HOFFNUNG!!!???…..


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