kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Glaubenszweifel eines Bischofs in schwerer Zeit 18. April 2014

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 19:47

Heute ist Karfreitag und jeder 5. Deutsche weiß nicht einmal mehr um was es da eigentlich geht, aber Hauptsache „Feiertag“. Vielleicht findet Ihr ja die Zeit, die nachfolgende Video-Botschaft über Ostern mal anzuhören.

 

 

 

 

Bischof Overbeck: Große Glaubenszweifel wegen Krebserkrankung

 

Im Jahr 2002 und 2003 litt Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen an Krebs. Darüber erzählte er dem Kölner Stadtanzeiger. Overbeck gilt als geheilt. Die Erkrankung stürzte ihn in eine tiefe mehrjährige Glaubenskrise. Zitat: „Ich habe zwar Gottesdienste gefeiert, die Riten vollzogen, auch das Brevier gebetet, wie das der Priester so tut. Aber im tiefsten Inneren, existenziell war ich nicht dabei“. Er sei ihm eineinhalb Jahre lang „beinahe unmöglich“ gewesen, sich auf Predigten vorzubereiten. Er habe monatelang nicht mehr beten können. Seitdem verstehe er Menschen, die an Gott verzweifelten.

http://de.gloria.tv/?media=598043

 

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

Zunächst einmal wünschen wir Herrn Bischof Overbeck alles Gute für seinen weiteren Lebensweg und dass er möglicherweise jetzt versteht, dass Leid immer eine Prüfung darstellt, die uns, wenn unsere irdische Existenz auf dem Spiel steht und das in so jungen Jahren, dazu zwingt, ob wir uns für oder gegen Gott entscheiden müssen. Wir danken Herrn Bischof Overbeck für sein offenes Wort.

 

 

Das Sprichwort: „Not lehrt beten“ traf auf diesen Bischof wohl nicht zu. Wie kann es sein, dass ein gut ausgebildeter Theologe Glaubenszweifel hat? Gemeinhin nehmen wir an, dass solche Dinge Kirchenführern, die andere zum Glauben führen sollen, nicht passieren können. Aber wie überall kann sich die Theorie mit der Praxis beißen, können sich die beiden Gefechte liefern.

 

 

Uns fallen in diesem Zusammenhang die verfolgten Christen ein, die doch in einer viel schlimmeren Lage sind. Diese erfreuen sich möglicherweise  bester Gesundheit und müssen doch so sehr leiden, weil ihnen dieses von Menschen, teilweise inspiriert von religiösen Regeln verursacht, angetan wird. Eine Krankheit wird nicht von Menschen herbeigeführt. Sie ist einfach da. Krankheiten gehören zum Leben eines jeden Menschen dazu. Oder glaubt jemand in der Leserschaft, dass JESUS mit Krankheitspfeilen auf Herrn Bischof Overbeck gezielt hat, wo JESUS uns doch als Heiler aus der Hl. Schrift in Erinnerung ist? Das verneinen wir vehement.

 

 

Wir werden uns nicht anmaßen, das eine Leid gegen das andere aufzuwiegen, dafür ist die Angelegenheit viel zu ernst. Und Leid – egal, welches – ist immer schwer zu ertragen. Wir sehen so manche Christen, die mit wahrer Inbrunst ihren Glauben leben, keinen theologisch besonders aufgebauten Glauben, eher einen kindlichen Glauben, der die Kraft des Glaubens mitbringt, erlebtes Leid mit einschließen zu können.

 

 

Glaube der CHRISTUS-bezogenen Art fragt nicht nach Studium, sondern nach regelmäßig geübtem und vertieftem Glauben, der von Herzen kommt. Das ist nicht leicht zu bewerkstelligen, den Glauben aus dem Herzen kommen zu lassen. Das ist dann ein Akt, der nicht einmal mehr etwas mit Vernunft zu tun hat, sondern mit Innerlichkeit, mit Sensibilität und Bekenntniskraft. Dies können Menschen wohl nur erreichen, wenn sie sich klar machen, dass der Tod zum Leben gehört.

Wollen wir Gott einen Vorwurf machen,

wenn uns Krankheit oder anderes Leid ereilt?

 

 

 

Dann hätten wir Gott fragen müssen, nicht warum er in einem Einzelfall Leid zulässt, sondern, warum er das Leben in dieser irdischen Form zugelassen hat. Gott hat das Paradies erschaffen. Menschen haben die Chance vertan, ein vollkommenes Leben ohne Leid und Elend, leben zu dürfen, weil wir uns von Gott entfernt haben. In der Bibel heißt es, dass wir immer wachsam bleiben müssen, weil wir nie wissen, wann der Herr nach Hause kommt. Der Tod will eine Ursache haben. Das schreibt sich leicht. Das Ertragen von langen Erkrankungen ist ein schwerer Weg, ein sehr schwer zu gehender Weg, der auch zu Glaubenszweifeln führen kann, je länger er dauert.

 

Es  scheint Leid zu geben, da scheint nicht einmal mehr der Blick auf das innere Kreuz, von dem unser HEILAND zu uns herab- oder herüberblickt, Hilfestellung zu geben.

 

 

 

Um nicht erst in diese Situation zu geraten, empfehlen wir unseren Lesern:

Wir dürfen schon in gesunden Tagen um Kraft des Glaubens bitten für den Fall, dass wir ernsthaft erkranken oder wir anderweitiges Leid erfahren müssen und auf den irdischen Tod zusteuern. Wir glauben, dass das Gebet um die Kraft Leiden auszuhalten in Verbindung mit der Bitte um einen guten Tod in gesunden und leidfreien Tagen bereits gebetet werden sollte, damit wir mit der Hilfe CHRISTI und seinem Leiden die kommende Leidbewältigung auch ohne Glaubensverlust durchzustehen vermögen. Wir bekommen dadurch ein realistischeres Bewusstsein, dass das Leid keine Gottesstrafe bedeutet, sondern zum Leben dazugehört für den einen früher, für den anderen später. Gerechtigkeit in dieser Problematik gibt es nicht. Diese Gebet fördert das Bewusstsein, dass nichts im Leben, kein gesund erlebter Tag selbstverständlich ist. Es fördert das Bewusstsein, für jeden bewusst erlebten Tag zu danken.

 

 

 

Wir danken Herrn Bischof Overbeck nochmals für sein Bekenntnis. Was mag das für eine Kraft zehrende Angelegenheit gewesen sein, sein Bischofsamt auszuüben mit der Glaubensohnmacht eines leeren Herzens. Wir danken Gott, dass er in diesem Fall Hilfe gesandt hat und ihn diese Krankheit hat überstehen lassen. Ihm möge diese schwere Lebenserfahrung Reife in seinen Glauben bringen und stählen für das Leid, was unweigerlich auch noch einmal auf ihn zukommen wird. Er wird jetzt noch bewusster leben können als vorher mit dankbarem Herzen. Uns mag dieses Bekenntnis zu der Anregung dienen, das Gebet auch auf unser eigenes Leid zu richten, auch wenn es noch nicht vorhanden ist. Das stärkt auch schon mental unseren eigenen Glauben, denn Gläubige leben hier auf Erden und nicht auf einer Insel der Glückseligen. Das erhoffen wir uns jedes Jahr zu Ostern.

 

 

 

Beten wir für alle, die in schwerem Leid ihren Glauben zu verlieren drohen. Richten wir nicht, sondern beten wir für diese in ihrer Situation bedauerenswerten Mitmenschen und danken wir für jeden Tag, den wir gesund mit der Hilfe CHRISTI erleben dürfen.

 

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