kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Versprechen ohne Ausreden einhalten 14. April 2014

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 00:08

Krähender Hahn

Petrus sprach zu Jesus: Und wenn ich mit der sterben müsste, will ich dich nicht verleugnen. Das Gleiche sagten auch alle Jünger„.

(Matthäus 26:35)

 

 

Es geht um die Geschichte in Matthäus 26, Verse 31 bis 35, die unter der Überschrift, „Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus” steht. Petrus macht hier vollmundige Aussagen, wonach er niemals Ärgernis an Jesus nehmen werde, wenngleich dies andere auch täten, wobei ihm Jesus sagte, dass er IHN, ehe der Hahn kräht, dreimal verleugnen werde, wonach Petrus die Worte sprach, die Gegenstand der heutigen Betrachtung sind. Ich bin davon überzeugt, dass Petrus, das, was er sagte, wirklich so meinte, dass es ihm ernst damit war und dass er selbst glaubte, was er sagte. Und damit haben wir den geradezu klassischen Fall einer Selbsttäuschung, der sich bis heute ständig wiederholt: Jemand macht im Brustton der Überzeugung eine Zusage, von der er selbst überzeugt ist, dass er sie halten wird. Ist es dann soweit, dass er zu seinem Wort stehen muss, kommen plötzlich Bedenken. Schlagartig wird klar, auf was man sich eingelassen hat und dass man die Folgen bis dahin überhaupt nicht bedacht hat. Folgen, die zu tragen, plötzlich unmöglich scheinen.

Wenn wir ehrlich gegen uns selbst sind, erinnern wir uns vielleicht an Versprechen, die wir gegeben und nie eingehalten haben oder wo wir viele „gute Gründe“, oder besser: Ausreden, gefunden haben, mittels derer wir „dargelegten“, warum die Zusage „so überhaupt nicht gemeint war“. Sich an eigenes Versagen zu erinnern, fällt naturgemäß etwas schwer. Aber sicher erinnern wir uns an Versprechen, die andere gegeben, aber nicht eingehalten haben, „weil sie so überhaupt nicht gemeint waren“. Dass Versprechen und Zusagen ständig gebrochen werden, ist nicht neu. Wir hören und lesen ständig davon. Auch von den Reaktionen der Getäuschten, die dann von „Lügnern“, Betrügern“ usw. sprechen. Mit Verurteilungen sollten wir aber vorsichtig sein. Im Laufe des Lebens sollte man dazulernen und sich gut überlegen, ob man das halten kann und auch wirklich halten will, was man anderen verspricht und ob man über das Standvermögen verfügt, ein Versprechen auch dann zu halten, wenn es anders kommt und damit für einen selbst mit Opfern und Nachteilen verbunden ist.

Viele Versprechen, wie zum Beispiel das Eheversprechen, können wir nur mit Gottes Hilfe und Beistand einhalten. Gott der treu und wahrhaftig ist, hält seine Versprechen. Bei den Menschen ist das so eine Sache. Wir tun deshalb gut daran nicht allen Versprechen zu glauben. Wir ersparen uns damit so manche Enttäuschung. Im Übrigen auch Enttäuschungen über uns selbst, wenn wir erkennen müssen, dass wir ganz anders sind, als wir es von uns geglaubt haben. Petrus hat das schmerzlich erfahren müssen. Aber das ist nochmal ein Thema für sich. Deshalb Vorsicht vor vollmundigen Aussagen. Vor eigenen ebenso wie vor denen anderer. Weil diese ein verbreiteter menschlicher Fallstrick sind, erinnern uns bis heute die Hähne auf den Kirchturmspitzen an die Verleugnung des Petrus und warnen uns vor vollmundigen Aussagen.

JÖRGEN BAUER

 

 

 

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