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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

jüdische Gemeinde Schweden: »Bedroht von Rechten, Linken und Islamisten«! 20. März 2014

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 22:23

Die jüdische Gemeinde fühlt sich von der Polizei zu wenig geschützt

Bestürzung, Wut und Zorn, aber auch die Weigerung, sich als Opfer zu sehen. Das sind die Gefühle, die Ricky David hatte, als sie am Montagmorgen vergangener Woche die blauen und rosa Nazi-Schmierereien an ihrer Schule entdeckte: »Ich habe am ganzen Körper gezittert. Meine Schule! Wer tut so etwas?« Die Hebräischlehrerin leitet seit 20 Jahren den jüdischen Zweig der Vasa-Real-Oberschule im wohlsituierten Stockholmer Stadtteil Vasastan. »Ich verstand sofort: Es ist ernst«, sagt David, denn auch am benachbarten Cyber-Gymnasium verunstalteten Nazi-Symbole den Eingang. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich zuvor an einer Moschee in Stockholms Süden, und bei einer Frauentagsdemonstration im südschwedischen Malmö gab es eine Messerattacke. An Zufall glaubt niemand mehr – weder jüdische Repräsentanten noch Experten. Gesetze Lena Posner-Körösi reißt allmählich der Geduldsfaden. »Wir haben Gesetze – höchste Zeit, dass Polizei und Gerichte aufpassen, dass sie auch befolgt werden.« Immer wieder hat die schwedische Zentralratsvorsitzende beschwichtigend auf die Politik gesetzt. Doch nach dem jüngsten Vorfall ist ihr der Ärger deutlich anzumerken. »Die Politik ist sich dessen bewusst, wie bedroht Schwedens Juden sind – von Rechten, Linken und Islamisten. Unsere Sicherheit erfordert mehr Polizeiressourcen, aber auf die politischen Beschlüsse dazu warten wir noch immer«.

Solidaritätsbekundungen nach den Nazi-Schmierereien in Stockholm

Dabei hat das Problem offenbar viele Facetten. »Was hier passiert ist, verletzt uns alle, Juden wie Nichtjuden. Es geht um die Werte unserer offenen, toleranten Gesellschaft«, meint Ricky David. Ähnlich sieht es Calle Nathanson, Chef der Kulturstiftung »Folkets Hus och Parker«. Er ist der Urenkel von Stockholms früherem Oberrabbiner Marcus Ehrenpreis und hat selbst eine Tochter auf der Vasa-Schule. »Was wir dringend brauchen, sind mehr Wissen, Bildung und Kultur. Wir müssen die Geschichte der Schoa immer wieder weitererzählen«. Radikalisierung: Doch mit Geschichtsvergessenheit allein sind Taten wie diese kaum zu erklären, vielmehr mit einer allgemeinen Radikalisierung der Gesellschaft. Diese Tendenz hat damit zu tun, dass sich bei immer mehr Schweden Unmut regt gegen die Einwanderungspolitik. Davon profitieren die rechtspopulistischen Schwedendemokraten. Deren Politik wurzelt zwar im Neonazi-Milieu, sie richtet sich aber explizit gegen Muslime und nicht gegen Juden. Das Anwachsen zur drittstärksten politischen Kraft in Schweden ist Ausdruck der Radikalisierung in der Gesellschaft – die sich wiederum Bahn bricht in solchen Hakenkreuzschmierereien. Wer dafür verantwortlich ist, weiß man in der Regel nicht, da die Ermittlungen meist im Sande verlaufen.

»In Schweden und in ganz Europa nehmen rechtsextreme Aktivitäten zu«, so Posner-Körösis Fazit. Besorgt blickt sie auf die Europawahl im Mai. Wie auch immer sie ausgehen mag, fest steht: Die Toleranz im Land nimmt ab – nicht nur gegenüber Juden.

{Quelle: www.juedische-allgemeine.de – von Katharina Schmidt-Hirschfelder}

Jüdische Allgemeine

 

3 Responses to “jüdische Gemeinde Schweden: »Bedroht von Rechten, Linken und Islamisten«!”

  1. Andreas Says:

    (…) >> Der zionistische Staat, dessen eigentlicher Zweck nach seinem Selbstverständnis die Verteidigung des jüdischen Volkes gegen Antisemitismus ist, unterstützt jetzt eine europäische Regierung, in der zum ersten Mal seit 1945 eine bekennende antisemitische pro-Nazi-Partei an wichtigen Schalthebeln der Staatsmacht sitzt.
    Israels Reaktion auf die Krise in der Ukraine bezeugt, dass die herrschende israelische Elite nicht für das Weltjudentum spricht, wie sie gerne in Anspruch nimmt, sondern für die herrschende Klasse Israels, eine korrupte gesellschaftliche Schicht, die im Bündnis mit Washington kriminelle Angriffe auf die Palästinenser verübt. Die zwanzig reichsten Familien Israels besitzen ungefähr die Hälfte des Aktienkapitals und ein Viertel aller großen Konzerne, vor allem in den Bereichen Presse, Banken und Hightech. Einige dieser Oligarchen kommen aus Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken, wo sie ihr Vermögen bei der Privatisierung des Staatseigentums gemacht haben.

    Diese Klasse hat sich schon vor langem mit faschistischen Kräften außerhalb Israels verbündet, um ihre Interessen zu sichern, so zum Beispiel mit der Falange-Bewegung im Libanon im Bürgerkrieg von 1975-1989. Seit einiger Zeit hat sie keinerlei Problem damit, rechtsextreme Islamisten zu unterstützen und auszubilden, die von Saudi-Arabien, Katar, der Türkei und der CIA finanziert werden und für den Sturz des syrischen Präsidenten Bashar Al-Assad kämpfen.
    Im eigenen Land wird die Kluft zwischen Arm und Reich aufgrund der Wirtschaftspolitik rechter und so genannt “linker” Regierungen immer tiefer. Dabei stützt sich der Staat zunehmend auf rechte Siedler und extrem nationalistische Heißsporne, die den Boden für das Anwachsen faschistischer Tendenzen in Israel selbst bereiten. Der israelische Staat fördert Nationalismus, um die Empörung der Arbeiterklasse über sinkenden Lebensstandard und soziale Ungleichheit in reaktionäre Kanäle zu lenken.
    Wie diese Entwicklung beweist, schützt der zionistische Staat nicht die Juden gegen Unterdrückung und Antisemitismus, sondern er trägt seinen Teil zur Unterdrückung und zur Wiederbelebung von Antisemitismus bei.<<

    • Andreas Says:

      entspricht wohl im kern so ziemlich dem, was @emanuel hier immer anmahnte – und als „antisemit“ verkannt wurde? DAS war/ist er sicherlich nicht – aber in tiefer feindschaft zur jüdischen religion?!
      ersteres wäre nur eine sünde gegenüber mitmenschen, zweiteres eine infragestellung Gottes Offenbarungen.

      • storchenei Says:

        Diese Übergriffes sind auf das Schärfste zu bekämpfen. Krankhafter Hass auf alles Jüdische wird wieder salonfähig und die niederen Instinkte der Vergangenheit werden von Politik und Gestzeshüter durch ihre beschämenden Verhaltensweisen unterstützt.


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