kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ali Zidan flieht aus Libyen 14. März 2014

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 23:24

 

 

 

Machtverlust nach Tanker-Blamage

Die Machtprobe mit den Rebellen hat er verloren und nun auch das Vertrauen des Parlaments: Libyens Regierungschef Zidan ist abgesetzt. Hintergrund des Misstrauensvotums ist eine beispiellose Blamage der Regierung im Streit um Ölverkaufsrechte.

 

Das libysche Parlament hat den Regierungschef abgesetzt. In einem Misstrauensvotum stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten für ein sofortiges Ende der Regierungsverantwortung von Ali Seidan. Libyen hat damit keinen Premierminister mehr. Verteidigungsminister Abdalla al Thanni soll die Amtsgeschäfte vorübergehend übernehmen, in spätestens 15 Tagen wollen die Abgeordneten einen neuen Regierungschef wählen. Hintergrund des Misstrauensvotums ist eine beispiellose Blamage der libyschen Regierung im Streit um die Öl-Verkaufsrechte des Landes. Milizen kontrollieren den Osten des Landes und damit die Ölförderung, Pipelines und Verladehäfen.

 

 

 

Umstrittener Tanker vor Sidra

 

 

 

 

 

Streng bewachter Tanker – oder doch nicht?

 

 

Am Wochenende war ein Tanker unter nordkoreanischer Flagge von der libyschen Regierung festgesetzt worden, weil er mit Öl im Wert von 30 Millionen Dollar auslaufen wollte – das Geschäft hatten die Milizen gemacht. Regierungschef Seidan drohte, den Tanker notfalls zu bombardieren, um die Milizen zu stoppen –  auch wenn er damit eine Umweltkatastrophe auslöse, so der Regierungschef. Schließlich hieß es, der Tanker liege im Hafen von Sidra streng bewacht fest, schwer bewaffnete Boote würden den Tanker umringen. Doch allzu gut war die Bewachung offenbar nicht: In der vergangenen Nacht konnte das riesige Schiff heimlich auslaufen und befindet sich jetzt in internationalen Gewässern – die libysche Regierung hatte es nicht geschafft, den Coup der Milizen zu verhindern. Für die eh schon schwache Übergangsregierung von Seidan ist das eine Katastrophe, die jetzt zur Absetzung des Regierungschefs führte.

 

 

 

 

Auseinandersetzungen zwischen Milizen und Ex-Rebellen

 

In der Küstenstadt Sirte kam es nach Angaben des Nachrichtensenders Al Arabija zu Zusammenstößen zwischen Milizen der selbst ernannten Autonomieregierung und ehemaligen Rebellen aus der Stadt Misrata, die loyal zum Parlament stehen. Die Ex-Rebellen, die dem Vernehmen nach auf den Parlamentspräsidenten hören, sollen den Befehl erhalten haben, die Besetzung von Ölanlagen durch Separatisten und bewaffnete Banden mit Gewalt zu beenden. Auch in anderen Städten kam es zu Ausschreitungen und Anschlägen. Damit versinkt Libyen immer tiefer in der Gewalt. Die Milizen stellen die größten Kampfverbände und waren maßgeblich am Sturz Gaddafis beteiligt. Daraus leiten sie Machtansprüche ab. Sie wurden von der Bevölkerung zunächst als Helden der Revolution gefeiert, haben in der den vergangenen drei Jahren aber keinen Schritt in Richtung Demokratie gemacht: Sie bekämpfen sich gegenseitig und widersetzen sich hartnäckig den Aufforderungen der schwachen Zentralregierung.

 

 

 

 

 

Libyer gegen Libyer

In Libyen sind Unmengen an Waffen im Umlauf, weil das Gaddafi-Regime riesige Munitionslager hinterließ und die internationale Gemeinschaft mit der Entschärfung und Vernichtung nicht hinterher kam. Diese Waffen sind jetzt im Einsatz, wenn Libyer gegen Libyer kämpfen – und das Land immer tiefer ins Chaos stürzen. Die Ölförderung war einst die sicherste Einkommensquelle des eigentlich reichen Landes. Doch durch die seit acht Monaten andauernde Ölblockade der Milizen hatte Libyen jedoch bislang Verluste von mehr als zehn Milliarden US-Dollar.

{Quelle: www.tagesschau.de – Von Anna Osius, ARD-Hörfunkstudio Kairo}

 

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