kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Schwere Straßenschlachten nach Beerdigung von Gezi-Opfer 12. März 2014

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 22:56

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Die Polizei feuert Tränengas, die Demonstranten werfen Steine: In Istanbul eskalieren die Proteste gegen die Regierung Erdoğan. Begonnen hatte alles mit einem Trauerzug.

"Berkin Elvan ist unsterblich", stand auf Spruchbändern im Trauerzug in...

In der türkischen Metropole Istanbul liefern sich Demonstranten und die Polizei schwere Straßenkämpfe. Reporter berichten, rund um den Taksim-Platz fliegen Tränengasgranaten der Polizei, Demonstranten werfen Steine.  Zehntausende Menschen hatten sich am Nachmittag zu einem Trauerzug für den verstorbenen 15-jährigen Berlin Elvan versammelt. Als die Demonstrationszüge zum zentralen Taksim-Platz zogen, stoppte sie die Polizei mit  Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen. Demonstranten feuerten mit Zwillen, warfen Steine und errichteten Barrikaden.  Elvan war am 16. Juni 2013 von einem Tränengasgeschoss der  Polizei am Kopf getroffen worden. Seitdem lag er im Koma. Am Dienstag war er gestorben. Viele der Demonstranten forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan. „Die Polizei der (Regierungspartei) AKP hat Berkin ermordet“, skandierte die Menge im Stadtviertel Okmeydanı, wo der junge Mann gelebt hatte. Die Menschen zogen zunächst zur Trauerzeremonie in einem alevitischen  Kulturzentrum. Von dort aus liefen sie bis zu dem Ort, an dem der 15-Jährige auf  seinem Weg zum Bäcker zufällig in die Proteste geraten und tödlich  verletzt worden war. Viele  Demonstranten zeigten sich empört, dass noch niemand zur Verantwortung  gezogen wurde. „Berkin Elvan ist unsterblich!“, riefen die Demonstranten  in Istanbul, ebenso „Mörder Tayyip!“ und „Regierung Rücktritt!“. Einige  warfen Steine gegen ein Gebäude der Regierungspartei und zertrümmerten  die Fenster. Tausende geleiteten den Sarg schließlich zum Friedhof.

Besonders in Istanbul gab es Ausschreitungen. Demonstranten versuchten, nahe...

Auch im Zentrum Ankaras setzten die Einsatzkräfte Wasserwerfer und  Tränengas gegen Menschen ein, die sich im Gedenken an Berkin versammelt hatten. Mindestens zwei von ihnen wurden verletzt.   

Berkin Elvans Mutter machte Erdoğan für den Tod ihres Sohnes verantwortlich.  Der Ministerpräsident hatte die Polizisten während der Proteste im vergangenen Sommer als  Helden bezeichnet. In Ankara klebten seine Gegner jetzt Plakate, auf denen Erdoğan wie auf einem Fahndungsfoto abgebildet war. „Berkins  Mörder – gefährlich und aggressiv“, stand unter dem Porträt. „Der  Mörder-Staat wird zur Verantwortung gezogen“, stand auf einem Plakat.

 

 

 

 

 

 

Die Mutter des Jungen macht Ministerpräsident Erdogan für den Tod ihres Sohnes...

Mehr als 100 Menschen festgenommen

 

 

Nachdem der Tod des Jungen am Dienstag bekannt geworden war, hatte es in mehreren Städten des Landes Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. In der Nacht wurden in Izmir 102 Menschen festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Mehrere Gruppen riefen zu weiteren Protesten auf dem zentralen Taksim-Platz in  Istanbul auf. Die Polizei riegelte daraufhin  alle Zufahrtsstraßen ab  und ließ nur noch kleinere Gruppen von Passanten durch. Die Polizei  warnte,  den Demonstranten werde kein Marsch auf den Platz erlaubt.  Der Vorsitzende der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP)  Kemal Kılıçdaroğlu sagte, Erdoğan sei verantwortlich für den Tod des  Jugendlichen. Erdoğan kümmere sich inzwischen vor allem um das  finanzielle Wohl seiner Familie. Vor der für den 30. März  angesetzten Kommunalwahl warnte er, die Regierung wolle Gewalttaten  provozieren.

Örtlichen Medien zufolge wurden in der Nacht zum Mittwoch mehr als 150...

Die neuen Massenproteste setzen Erdoğan, der schon  von einem Korruptionsskandal belastet ist, unter Druck. Im Internet wurden zudem Telefonmitschnitte veröffentlicht, die die Verwicklung Erdoğans in illegale Machenschaften beweisen sollen. Erdoğan sprach von manipulierten Aufnahmen, die lediglich ihn und seine Regierung diskreditieren sollten. Der Regierungschef verurteilte auch die neuen Demonstrationen: „Der Versuch, 18 Tage vor den Kommunalwahlen die Straßen in Brand zu setzen, zeugt nicht von einer demokratischen Gesinnung“, sagte Erdoğan. Mit dem Tod des Jungen erhöht sich die Zahl der Toten bei den Protesten vom Sommer auf mindestens acht, darunter ein Polizist. Rund drei Millionen Menschen nahmen nach Polizeiangaben an den Protesten zwischen Mai und September teil. Etwa 8.000 Menschen wurden Menschenrechtsorganisationen zufolge verletzt. {Quelle: www.zeit.de}

Tränengas gegen Demonstranten in Istanbul:  Der Junge war vor neun Monaten von...

Polizisten hinter Schutzschilden in Istanbul:  Damals, im Sommer 2013,...

Proteste in der Türkei: Tiefe Trauer, flammender Zorn

www.spiegel.de

SPIEGEL ONLINE

 

 

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