kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Im Sog der syrischen Schlachtfelder 5. März 2014

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 17:24

 

Je mehr radikalisierte Salafisten in den Dschihad nach Syrien reisen, desto schwieriger wird es für Polizei und Geheimdienste, sie im Blick zu behalten.

 

 

 

Die kritische Masse ist womöglich schon erreicht.

Sayyid Qutb wollte keine Gnade. Der islamistische Theoretiker war vom Nasser-Regime zum Tode verurteilt worden; seine Schwester beschwor ihn 1966 im Gefängnis, ein Gnadengesuch zu schreiben. Aber Qutb sagte: Meine Worte werden stärker sein, wenn sie mich töten“. Qutbs Worte haben seitdem Generationen von Dschihadisten verführt. Gemeinsam ist ihnen eine extremistische Gedankenwelt, in der nichts bedeutsamer sein könnte als der „Märtyrertod“ auf dem Schlachtfeld. Wenn heute aber ein Jugendlicher aus Deutschland in Syrien erschossen wird, dann ist Qutbs Logik besonders gefährlich. Der Krieg in der Levante hat eine enorme Sogwirkung erzeugt. Er gibt den Hasspredigern in Deutschland Auftrieb, er radikalisiert die gesamte Szene jugendlicher Salafisten. Daraus geht eine neue Generation islamistischer Extremisten in Deutschland hervor. Der Dschihad in Syrien ist relativ leicht zu erreichen. Es ist einer, den die jungen Islamisten selbst und sofort erleben können. Der Syrien-Krieg verstärkt aber nicht nur die Bereitschaft zum Kampf und die Anziehungskraft der deutschen Dschihadprediger. Er verändert die Ideologie. Viele von denen, die auszogen, um sich Kämpfern in Syrien anzuschließen, waren noch im Grundschulalter, als die Terroranschläge des 11. September 2001 die Welt erschütterten. Für sie ist der Krieg in Syrien die Schlüsselerfahrung. Dort steht nicht ihr Kampf gegen die Ungläubigen im Westen im Mittelpunkt. Dort kämpfen sie in einem Religionskrieg der Sunniten gegen die Schiiten. Es ist ein Krieg, der lange dauern kann.

Ende als Kanonenfutter

 

 

Auch wenn viele dieser Verirrten als Kanonenfutter enden oder als traumatisierte Wracks nach Deutschland zurückkehren – die Propaganda im Internet macht aus ihnen Helden und produziert unbeirrt Geschichten von mutigen Männern und Märtyrern. So entstehen die Zeichen und Verklärungen einer jugendlichen Subkultur, die mit religiösen Begriffen belegt und verbrämt werden. In ihren sozialen Netzwerken wird der Heiratsmarkt beworben, wird über die neueste Dschihadistenmode debattiert, posieren junge Männer mit Sturmgewehren, als sei das alles ganz normal. Die ganze Salafistenszene färbt sich zunehmend olivgrün. Einstige Stars, die nicht dem bewaffneten Kampf und der Gewalt das Wort reden wollten, sind ins Abseits geraten. Inzwischen schärfen auch sie ihr dschihadistisches Profil. Auf diese Herausforderungen hat der deutsche Staat bislang keine überzeugenden Antworten gefunden. Wenn man sich den Strom junger Dschihadisten, die nach Syrien reisen, als einen reißenden Fluss vorstellt, dann schöpfen die Geheimdienste daraus mit einer Suppenkelle – und die Polizei mit einem Löffel. Dieser Vergleich stammt von einem Ermittler, der ständig neue Fotos von Reisenden an seine Bürowand pinnt.

Ideologie lässt sich nicht wegsperren

 

 

Der Vergleich mag überzogen sein. Doch er trifft den Kern: Die Behörden sind mit den Syrien-Reisenden überfordert. Schon jetzt wäre es illusorisch zu glauben, der Sicherheitsapparat könne den „ungebrochenen Strom“, wie es der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Maaßen, zuletzt freimütig formulierte, spürbar eindämmen. Je mehr Dschihadreisende es gibt, desto schwieriger wird es, alle im Blick zu behalten. Die kritische Masse ist womöglich schon erreicht. Weder die Reisenden noch ihre Ideologie lassen sich so einfach wegsperren. Man hätte eingreifen müssen, bevor sie sich überhaupt auf den Weg in den Dschihadismus gemacht haben. Doch in der Präventionsarbeit hat der Staat vieles versäumt, zu naiv agiert, zu lange geschlafen. Es herrscht ein eklatanter Mangel an Professionalität: es gibt zu wenige Ansprechpartner für Schulen, Eltern oder Sozialdezernenten und zu wenige Fachleute, die jugendliche Salafisten aus der extremistischen Todesspirale retten könnten. Und nicht alle diese „Fachleute“, die vom Staat gefördert werden, sind ausreichend qualifiziert. Es fehlen außerdem Netzwerke zur Beobachtung der Szene und Betreuung gefährdeter Jugendlicher in den Kommunen, es fehlen langfristige Projekte, die der besonderen Herausforderung durch die Salafisten gewachsen sind.

Eine neosalafistische Jugendbewegung

 

 

Mit Islam-Debatten ist diesem Sumpf nicht beizukommen. Dem Fanatismus die Erzählung vom Islam als einer Religion des Friedens und der Toleranz entgegenzustellen wird nicht helfen. Die jungen Salafisten geben sich zwar alle Mühe, den Anschein der Orthodoxie zu wahren. Doch ihre Gedankenwelt ist das Ergebnis einer Mutation, die mit der innerislamischen Reformbewegung des 19. Jahrhunderts kaum mehr als den Namen gemein hat. Es ist eine neosalafistische Jugendbewegung, eine totalitäre Ideologie, die nicht nur die Herrschaft über die Welt, sondern auch noch das Seelenheil verspricht. Den Jugendlichen, deren Familien aus der islamischen Welt stammen, bieten ihre Parolen die Möglichkeit, sich sowohl von der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen als auch von den religiösen Traditionen ihrer Eltern. Für die deutschen Konvertiten ist es die ultimative Abgrenzung. Jeder Einzelne, den man aus dieser Gedankenwelt zurückholen will in die Gesellschaft, bedarf eines immensen Kraftakts. Aber jeder, der nicht auf Reisen geht, ist bedeutend. Denn er ist ein vermeintlicher Held oder Märtyrer weniger, den die Hassprediger für ihre Zwecke missbrauchen können. {Quelle: www.faz.net – Von Christoph Ehrhardt}  

 

4 Responses to “Im Sog der syrischen Schlachtfelder”

  1. thomas Says:

    Wenn sich alle an einem Ort versammelt haben,sollte man die Gelegenheit nutzen sich dieses
    Teufelspack vom Hals zu schaffen. Das dürfte dann selbst für eine Mittelmacht ,nicht schwierig
    sein. Also noch ein wenig warten und dann volle Attacke.

  2. Ibrahim Says:

    ANSEHEN! IST IN DEUTSCH UND WICHTIG! BITTE VERBREITEN!


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