kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Koptisch-Orthodoxe Gemeinde in Heidelberg 5. März 2014

Filed under: Koptische Kirche im Ausland — Knecht Christi @ 10:43

Seit fünf Jahren gibt es die Gemeinde in Heidelberg. Die Gottesdienste werden in St. Albert gefeiert.

 

 

Wer diesen Gottesdienst besucht, steht im Duft des Weihrauchs, mit dem die Gebete zu Gott emporsteigen. Beim Friedensgruß falten die Menschen ihre Hände, legen sie in die Hände ihres Nachbarn und küssen dann die eigenen Fingerspitzen. Mit Zimbel und Triangel bestimmen sie den Rhythmus ihrer Lieder, deren Sprache und Melodien noch aus der Zeit der Pharaonen stammen. Doch wir sind nicht in Ägypten, sondern im Gottesdienst der Heidelberger „Gemeinde St. Maria und St. Josef, dem Zimmermann, der koptisch-orthodoxen Kirche“. Der 25-jährige John Gergies ist Mitglied der Heidelberger Gemeinschaft: „Unsere Gemeinde wächst, vor allem durch Flüchtlinge aus Ägypten“. Das altgriechische Wortäigyptos„, der Ursprung für „koptisch“, steht für „ägyptisch“. In Ägypten gehören 20% der Bevölkerung der christlichen altorientalischen Kirche an. In Heidelberg gibt es die koptische Gemeinde erst seit fünf Jahren – damit ist sie die jüngste der Kopten-Gemeinden in Deutschland; die älteste entstand 1973 in Frankfurt. Der Zulauf aus der ganzen Region ist so groß, dass die Gemeinde mit ihren rund 150 Mitgliedern einen eigenen Priester bekommen hat, den Mönchspriester Nicodemos aus dem ägyptischen Makarius-Kloster. An manchen Tagen legt Vater Nicodemos 200 Kilometer zurück, um die Familien seiner Gemeinde zu besuchen. Da er kein Auto hat, nutzt er immer den öffentlichen Nahverkehr.

Koptisch-Orthodoxe Kirchengemeinde St. Maria & St. Josef der Zimmermann Heidelberg

koptische-kirche-heidelberg.de

Gemeindemitglied Gergies studiert in Darmstadt Wirtschaftsingenieurwesen, seine 23-jährige Schwester Christina ist Studentin für medizinische Informatik in Mannheim. Die Geschwister sind typisch für die Kopten, die auf Bildung achten. Als religiöse Minderheit war und ist es in Ägypten für Kopten nicht einfach. Doch wer über eine gute Ausbildung verfügte, konnte dennoch Karriere machen. So ist einer der besten Spezialisten für Augenheilkunde in Ägypten ein koptischer Christ. Doch auch die gute Ausbildung schützt nicht vor Verfolgung durch radikale Islamisten. In den vergangenen Monaten wurden in Ägypten Kirchen, Schulen und Waisenhäuser zerstört. Viele Kopten fliehen. So sind beispielsweise drei Familien in unsere Region gekommen, obwohl ihre Kinder kurz vor dem Abitur standen. Nun muss ein Mädchen hier die neunte Klasse besuchen. Gergies wurde von der Familie und Pater Nicodemos zu Rate gezogen, damit dieses Mädchen trotz Flucht und Sprachprobleme ihr Abitur ein wenig schneller machen kann. Dieses Beispiel ist typisch: Die Geistlichen binden die Laien eng in die Gemeindearbeit ein. Regelmäßig werden Laien, je nach ihrem Fachgebiet, um Rat gebeten. Es sind auch Laien, die nach dem Gottesdienst und dem gemeinsamem Frühstück Kinder und Jugendlichen in einer „Sonntagsschule“ mit der Bibel vertraut machen. Für die Kleinen gibt es 20 Minuten lang Erzählungen und Lieder, während Jugendliche und Studenten schon mal gerne eine Stunde über religiös-philosophische Fragen diskutieren. Bei uns weiß jedes Kind, warum die Christen Weihnachten oder Ostern feiern„, sagt John Gergies und lächelt.

Apropos Weihnachten! Vor zwei Jahren musste die koptische Gemeinde in Frankfurt ihren Weihnachtsgottesdienst unter dem Schutz der Polizei feiern, weil radikale Islamisten zur Gewalt aufgerufen hatten. John Gergies wirkt nachdenklich: „Deutschland mit seiner Glaubensfreiheit ist ein herrliches Land. Aber sobald jemand Hass predigt, muss man sagen: Stopp!“ Dann lächelt er wieder. Denn in den Schulen finden Eltern jeder Religion zusammen, einfach durch ihre Kinder. Groß ist die Dankbarkeit der koptischen Gemeinde in Heidelberg, dass sie ihre Gottesdienste in der St. Albert-Kirche feiern darf. Ein koptischer Gottesdienst dauert drei Stunden, manche Teile werden alt-ägyptisch, andere arabisch oder deutsch gesprochen, einige mehrsprachig. Am vergangenen Sonntag wurde ein fünf Monate altes Baby auf den Namen „Maria“ getauft. „Damit gehört das Kind zu unserer Gemeinschaft“, so John Gergies. Info: Mehr Informationen unter Telefon 06221/7277728 oder 0152/27503272. Die Gottesdienstzeiten gibt es im Internet: www.koptische-kirche-heidelberg.de

{Quelle: www.rnz.de – Von Marion Gottlob}

 

3 Responses to “Die Koptisch-Orthodoxe Gemeinde in Heidelberg”

  1. Ibrahim Says:

    Gott sei Dank gibt es eine koptische Kirche in Heidelberg!

  2. Eugenie Roth Says:

    Wunderbares Titelbild! Der Priester schaut nicht ins Volk sondern mit dem Volk zu Gott! Preis dem Herrn!


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