kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Besuch im koptischen Kloster in Waldsolms 5. Februar 2014

Filed under: Koptische Kirche im Ausland — Knecht Christi @ 23:55

Mönch Abuna Makarios mit Besuchern aus dem Evangelischen Dekanat Rüsselsheim.	Foto: privat

RÜSSELSHEIM – (red): „Wie im Himmel fühlen wir uns, wenn wir Gottesdienst feiern!“, sagt Abuna Makarios und schmunzelt ein bisschen unter seinem langen Bart. Vor drei Jahren erst wurde er als Mönch der koptisch-orthodoxen Kirche eingesegnet. Oft führt er seither Gruppen durch das St. Antoniuskloster in Waldsolms-Kröffelbach. Auch 26 Frauen und Männer aus dem Evangelischen Dekanat Rüsselsheim waren dort Ende Januar zu Gast. Als im Jahr 1980 einige schwarz gekleidete Männer mit seltsamen Kappen und langen Bärten in dem kleinen Taunusdorf auftauchten, brodelte die Gerüchteküche: „Was sind das für Leute? Gehören die zu einer Sekte? Was wollen die hier„? Aber schnell sprach sich herum: Diese Männer sind Christen! Sie gehören zur koptisch-orthodoxen Kirche und sind von Ägypten nach Deutschland gekommen, um sich um die Glaubensgeschwister zu kümmern, die als Arbeitskräfte oder Studierende im Rhein-Main-Gebiet leben.

Die Kopten verstehen sich selbst als unmittelbare Nachfahren der alten Ägypter.  Die koptisch-orthodoxe Kirche führt ihre Gründung auf den Evangelisten Markus zurück; er habe die christliche Gemeinde in Alexandria gegründet und geleitet und sei dort im Jahre 68 n. Chr. als Märtyrer unter Kaiser Nero zu Tode gekommen.

 Für die koptisch-orthodoxe Zeitrechnung ist das Jahr 303 nach Christus von entscheidender Bedeutung: Mit dem Herrschaftsbeginn des Kaisers Diokletian begann eine Zeit flächendeckender Verfolgung, die sich tief ins kollektive Gedächtnis der koptisch-orthodoxen Gläubigen eingebrannt hat. Seitdem betrachten sie sich selbst als „Kirche der Märtyrer“.

Biblische Überlieferungen

Sehr wichtig sind für die koptisch-orthodoxen Christen die biblischen Überlieferungen, die Ägypten betreffen:

„Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“ (Prophet Hosea Kapitel 11, Vers 1), die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten (Matthäusevangelium Kapitel 2) oder die Erwähnung von Ägyptern, die das Pfingstereignis in Jerusalem miterlebt haben (Apostelgeschichte Kapitel 2, Vers 10).

Als Ägypten im Jahre 641 von den Arabern erobert wurde, begann die wechselvolle Geschichte der koptisch-orthodoxen Kirche unter islamischer Herrschaft: Das vormals christliche Land wurde mehr und mehr muslimisch und die koptisch-orthodoxen Gläubigen gerieten zunehmend in die Position einer Minderheit. Das Verhältnis von Christentum und Islam war und ist seither immer wieder durch Zeiten der Bedrückung belastet. Heute leben zwischen zehn und zwölf Millionen koptische Christen in Ägypten. Die große Mehrheit gehört zur koptisch-orthodoxen Kirche, es gibt aber auch koptisch-evangelische und koptisch-katholische Gemeinden. Das koptisch-orthodoxe Zentrum in Waldsolms-Kröffelbach ist der geistliche Mittelpunkt der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland. Heute leben dort Bischof Abraham, acht Mönche und ein Novize; unterstützt wird die Arbeit von einem Diakon und mehreren Angestellten. Die Zahl der Gemeindeglieder steigt stetig an. Zu den Gottesdiensten kommen zwischen 300 und 400 Personen aus dem Rhein-Main-Gebiet und angrenzenden Regionen. Großen Wert legt die Gemeinschaft auf gute Kontakte in die Nachbarschaft. Die Kirchensprache ist nach wie vor koptisch, aber Gebete, Lesungen und die Predigt werden deshalb auch ins Deutsche übersetzt.

Alle, die am Weltgebetstags-Gottesdienst teilnehmen,

der am 7. März gefeiert wird,

dürfen sich auf weitere Eindrücke aus der Lebenswelt koptischer Christen freuen.

{Quelle: www.main-spitze.de}

Main-Spitze

 

One Response to “Besuch im koptischen Kloster in Waldsolms”

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG Says:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Mir gefällt der Reichtum in schlichter Weise gelebt, geschaffen! Unbd so ist das Licht auch für mich zu sehen, in einem jeden Kind und seinen Blicken, wenn es denn die Herzenswärme des Gegenüber sieht! Glück Auf und Danke!


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