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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Anschlagsserie erschüttert Nordnigeria – Die Witwenmacher 5. Februar 2014

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 21:53

IGFM: Pfarrer und Imam erschossen

 

 

Abuja-Nigeria/Stuttgart (5. Februar 2014): Die islamistische Terrororganisation Boko Haram hat erneut Mordanschläge gegen Geistliche verübt. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, richten sich die neuesten Angriffe allerdings nicht allein gegen Christen – neben einem Pfarrer im Landkreis Gulak im Bundestaat Adamawa und zehn seiner Gemeindemitglieder wurde auch der Anführer einer muslimischen Gemeinde in Zaria im Bundesstaat Kaduna mit seiner Familie Opfer der Terroristen. Zudem griffen im selben Bundesstaat Islamisten ein Dorf an und töteten zahlreiche Bewohner. Am 31. Januar drang der IGFM zufolge eine größere Zahl von Angreifern während des Freitagabend-Gottesdienstes in die EYIN-Kirche im Landkreis Gulak ein und erschoss den Pfarrer sowie die anwesenden Gemeindemitglieder. Dies geschah kaum eine Woche nachdem unweit von Gulak 35 Menschen bei einem Anschlag auf die katholische Kirche von Chakawa starben. Am Abend darauf eröffneten Unbekannte das Feuer auf Scheich Muhammad Awwal Adam, auch als „Albani Zaria“ bekannt. Der Scheich, seine Frau und sein Sohn wurden im Kugelhagel getötet. Albani war Anführer einer salafistischen Gemeinde. Er galt als furchtloser Prediger und einer der wichtigsten muslimischen Gegner von Boko Haram in Nigeria.

Zwei Tage später, am Abend des 3. Februar, griffen Islamisten das Dorf Zangan in einer ländlichen Gegend im Süden von Kaduna an – eine Region, in der vorwiegend Christen leben. Zahlreiche Bewohner wurden getötet, und das Dorf, das nach einem Überfall etwa ein Jahr zuvor gerade erst wieder aufgebaut worden war, wurde teilweise niedergebrannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hintergrund Nigeria: Afrikas verwundetes Herz

 

 

 

Nigeria, im Westen Afrikas gelegen, ist mit etwa 170 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Die Bevölkerung besteht jeweils etwa zur Hälfte aus Christen und Muslimen. Das Land steht im Zentrum der Bemühungen von Islamisten, die gegen den Widerstand sowohl der christlichen Bevölkerungshälfte als auch der zahlreichen moderaten Muslime die Herrschaft der Scharia anstreben. Mit diesem Ziel führt die Terrorgruppe „Boko Haram“, auch die Al-Quaida von Nigeria genannt, seit Jahren einen blutigen Terrorfeldzug durch, dem bereits Tausende zum Opfer gefallen sind. Nigeria hat eine lange Geschichte religiöser Konflikte. Diese wurden vor allem durch die Vermischung ethnischer und religiöser Politik angeheizt: Viele von Nigerias Ethnien bestehen zur überwältigenden Mehrheit entweder aus Christen oder aus Muslimen, so dass akute Konflikte zwischen Ethnien auch latente Feindseligkeiten zwischen Glaubensgemeinschaften aufflammen lassen, und umgekehrt. Unter den Konflikten litten bisher vor allem die Christen im Süden, etwa während der Sezession von Biafra Ende der Sechziger Jahre. Als Nigeria nach langer Militärdiktatur 1999 zur Demokratie fand, kamen zahlreiche nigerianische Muslime zu dem Schluss, dass sie unter dem christlichen Präsidenten Olusegun Obasanjo ihre Vormachtstellung verlieren würden.

Diese Erwartung ist eine der Voraussetzungen, aus denen Boko Haram geboren wurde. In gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen starben in Nigeria bisher mehr als 48.000 Menschen. Allein im ersten Monat des Jahres 2014 erreichte die Zahl der Todesopfer bereits 200. Der Konflikt in Nigeria ist von mehr als nur lokaler Bedeutung. Jeder sechste Afrikaner lebt in Nigeria; Nigeria ist, trotz aller Probleme, nach Südafrika die zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas und von herausragender Bedeutung für die Wirtschaft Afrikas insgesamt. Zudem hat Nigeria enormen politischen Einfluss in der Region, etwa in Form von nigerianischen Friedenstruppen in zahlreichen Konfliktregionen. Dauerhafte politische Instabilität in Nigeria, wie auch die wirtschaftlichen Krisen, die häufig die Folge solcher Instabilität sind, hätten daher überproportionale Folgen für das restliche Afrika. Ein islamistisch dominiertes Gesamt-Nigeria, das seine wirtschaftliche und politische Vormachtstellung in Afrika für die Verbreitung eines extremistischen Islams ausnutzt, wäre eine Katastrophe für den ganzen Kontinent.

Die Witwenmacher von Nordnigeria

IGFM: Opfer des Terrorfeldzugs von Boko Haram nicht im Stich lassen

 

 

Abuja-Nigeria / Stuttgart (5. Februar 2014): Der Feldzug der Terrorgruppe Boko Haram im Norden Nigerias hinterlässt eine stetig wachsende Zahl von Witwen und Waisen. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, richtet Boko Haram, ebenso wie andere militante Islamisten in der Region, seine Angriffe immer öfter gezielt auf Männer, um die Frauen und Kinder danach ohne Unterstützung zurückzulassen. Ohne Männer, oft genug all ihrer Habe beraubt, stehen die Witwen alleine da; angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage und des mangelhaften sozialen Netzes haben sie von Seiten der Regierung kaum Hilfe zu erwarten. Wie die IGFM erläutert, haben sich in Jos im Bundesstaat Plateau nun zwei Selbsthilfegruppen mit insgesamt etwa 350 Witwen gebildet, die sich in ihrer misslichen Lage gegenseitig unterstützen wollen.

„Westliche Bildung ist Sünde“

 

 

Die Terrorgruppe Boko Haram ist aus einer radikalen islamistischen Gruppe hervorgegangen, die sich gegen die von ihr wahrgenommene Verwestlichung der Gesellschaft wandte – „Boko Haram“ bedeutet übersetzt so viel wie „westliche Bildung ist Sünde“. Seit dem 2009 gescheiterten Versuch, mit einem bewaffneten Aufstand einen islamischen Gottesstaat zu errichten, führt sie einen blutigen Terrorfeldzug, der sich nicht nur gegen Christen richtet, sondern auch gegen moderate Muslime, wenn sie die Ziele der Gruppe ablehnen. International wurde Boko Haram durch ihren Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Abuja im August 2011 bekannt. Forderungen der IGFM Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte fordert von der nigerianischen Regierung mehr Hilfe für die Opfer: „Zurzeit setzt die Regierung auf ein rein militärisches Vorgehen gegen Boko Haram. Das kann zwar kurzfristig Ergebnisse erzwingen, vor allem tote Terroristen für die Fernsehkameras, aber es kann niemals eine langfristige Lösung sein.“ Zudem müsse die Regierung den Opfern des islamistischen Terrors helfen, die ihre Angehörigen verloren haben, und die in vielen Fällen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben wurden und sich nun mittellos auf der Flucht befinden, so die IGFM weiter.

Wütende Menge will Homosexuelle lynchen

IGFM: „Nigeria ist einer der gefährlichsten Orte für Homosexuelle“.

 

 

Bauchi (Nigeria) / Frankfurt am Main (5. Februar 2014): Eine aufgebrachte, wütende Menschenmenge hat sieben Männer, die wegen ihrer Homosexualität vor einem Scharia-Gericht stehen, in Bauchi, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats im Norden Nigerias, angegriffen. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, strömte der Mob in das Gerichtsgebäude, prügelte auf die Männer ein und steinigte sie fast zu Tode. Die Männer wurden gerettet, als die Polizei und Sicherheitsbeamte in die Luft schossen, um die Angreifer zu vertreiben. Der Prozess wurde vertagt und soll am 10. Februar fortgesetzt werden. Den Angeklagten droht wegen ihrer Homosexualität die Todesstrafe. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin prangerte die nigerianische Regierung an, sie habe wesentlich dazu beigetragen, Nigeria zu einem der gefährlichsten Orte für Homosexuelle zu machen. Der Bundesstaat Bauchi gehört zu den 12 Bundesstaaten im Norden Nigerias, in denen 1999 das Scharia-Rechtssystem eingeführt wurde. Die Scharia sieht für homosexuelle Handlungen zwischen Männern als Strafe den Tod vor. Homosexuelle wurden bereits in der Vergangenheit von der nigerianischen Gesetzgebung diskriminiert. Das neue Bundesgesetz hat jetzt aber eine Welle von Hass und Gewalt ausgelöst, stellt die IGFM fest. Das neue nigerianische „Anti-Homosexuellen-Gesetz“, formell unter dem Namen Same Sex Marriage Prohibition Act of 2013  (Gesetz gegen gleichgeschlechtliche Ehe) bekannt, wurde von Präsident Goodluck Jonathan am 7. Januar 2014 unterzeichnet. Nach diesem Gesetz drohen für homosexuelle Handlungen oder Aktivitäten in Homosexuellen-Organisationen Haftstrafen von bis zu 14 Jahren. Das Gesetz hat vor allem in Nordnigeria, aber auch in anderen Teilen des Landes sowie im Internet zu einer Welle von schwulenfeindlichen Äußerungen geführt, einschließlich Aufrufen zur Gewalt gegen Homosexuelle.

 

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