kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Vom Iran nach Todesurteil geflohen und Christus in Europa begegnet 3. Februar 2014

Filed under: Konvertiten — Knecht Christi @ 20:16

«Die Zukunft ist das Ergebnis der Entscheidungen, die wir heute treffen»

 

 

Immer wieder bekehren sich Muslime zum christlichen Glauben – trotz grosser Gefahren. Und manchmal führt ihr Weg dann in die Schweiz. Hier sind sie oft ein Vorbild für uns, wie wir mit Menschen und unseren christlichen Grundlagen umgehen sollten.

Siamak G. Shahneshin ist einer von ihnen. Mit Beatrice Gall von Zukunft CH sprach der zukunftsorientierte Architekt und Experte für grüne Nachhaltigkeit über seine Familie und biblische Werte als Denkansatz für Unternehmer.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zukunft CH: Woher stammen Sie?

Shahneshin: Wie Sie sehen, habe ich einen persischen Namen. Ich bin in Teheran (Iran) geboren, eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt. Wir sind drei Brüder und zwei Schwestern. Mein Vater starb, und meine Mutter lebt mit meiner jüngsten Schwester in Teheran.

Wie sind Sie als Moslem zum christlichen Glauben gekommen?

Ich arbeitete ehrenamtlich im Büro einer NGO, als ich in Italien studierte. Der Gründer und Leiter war ein katholischer Priester, Pater Giovanni Mazza. Wenn eine Hilfe suchende Person zu ihm kam, begrüsste er sie und fragte nur nach dem Vornamen, nicht mehr (Familienname, sozialer Status, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Religion …); dann sagte er: «Erzähle mir!» Er hörte nur zu. Erst, wenn man fertig war, sagte er: «Mein Lieber, höre mir zu: Ich kann nichts für deine Situation tun; aber ich kenne einen barmherzigen Gott; er ist unser Versorger. Komm nächste Woche wieder oder ruf mich an. Dann lass uns weitersehen.» Er hatte ein riesiges Netzwerk in Italien, der Schweiz, Kanada und den USA. Wenn die Person dann das nächste Mal kam, hatte der Priester gute Neuigkeiten. Solche Geschichten erlebte ich Woche für Woche, Monat für Monat. Wenn man so eine bedingungslose Liebe mitbekommt, wer wird davon nicht berührt? Sehen Sie, so einfach ist es!

Mussten Sie, als Sie konvertiert sind, Repressalien erleiden? Und wie ist Ihre Familie mit Ihrer Abkehr vom Islam umgegangen?

Jesus warnte uns ja schon vor den Leiden, wenn wir an ihn glauben und ihm nachfolgen würden. Und so, wie wir das vom Islam als Konsequenz kennen, wenn man ihn verlässt, gab es Ängste und einschüchternde Momente. Wenn du vom Islam konvertierst, unterschreibst du ja eigentlich dein Todesurteil. Es gibt auch Menschen, die nicht gerade begeistert sind von solchen Bekehrungen und für die das Grund genug ist, Beziehungen abzubrechen. Aber ich betete und betete, wie Paulus es empiehlt (Thes 5, 17): «Betet ohne Unterlass!» Und es war kaum zu glauben: Meine Mutter und meine Schwester besuchten mich auf einmal in der Schweiz. Wir hatten uns Jahre nicht gesehen. Am Sonntagmorgen, als wir am Frühstückstisch saßen, sagte ich schließlich: «Wir gehen jetzt in die Kirche. Kommt ihr mit?» Sie gingen mit, und den Rest können Sie sich vorstellen: Sie lernten unseren großartigen, gütigen Gott kennen, wurden gläubig und ließen sich einige Zeit später taufen.

Sie organisieren den sogenannten «Mondays Talk». Was ist das genau?

Nach einem weltweiten Unternehmertreffen, zu dem ich eingeladen war, machte mir Gott klar, dass ich in der Schweiz eine Veranstaltung organisieren solle, an der christliche Unternehmer und Unternehmerinnen zusammenkommen. Der «Mondays Talk» ist praktisch ausgerichtet und bietet Geschäftsleuten Hilfe aus erster Hand und erfrischende Empfehlungen von Christen (z.B. zum Thema Marketing, Finanzen, Networking, Führung, etc.); alles läuft unter dem Dach «Innovate or die». Die Veranstaltungen finden in unregelmässigen Abständen statt und sind kostenfrei. Gott ist der Initiator und Versorger. Kurz gesagt: Der Mondays Talk ist ein Weg, anderen zu dienen.

Als Unternehmer können Sie beobachten, wie sich die Wirtschaft verändert. Was müssen Unternehmer tun, um der Komplexität des 21. Jahrhundert erfolgreich zu begegnen?

Theorien sind fehlgeschlagen. Gesellschaften verändern sich. Die Wirtschaft verändert sich oder kollabiert sogar. Unser Denken muss sich an vielen Stellen ändern. Ich erinnere mich an eine New Yorker Gallery mit dem Namen «Time is always now». Immer wenn ich zögere, denke ich an diesen Spruch: Lasst uns nicht Zeit verlieren, von unseren biblischen Grundlagen her zu agieren. Es gibt einen Weg, um eine stabile, grün-nachhaltige und sichere Umgebung zu schaffen. Dies verlangt aber, dass wir nicht nur auf unsere eigenen Interessen schauen, sondern auch auf die Interessen anderer. Der Ansatz fordert sogar, dass wir die Interessen anderer höher wertschätzen als unsere eigenen (Phil. 2, 3–4), und dass wir uns in Selbstbeherrschung üben, jeden Tag. Diese Selbstverwaltung ist ethisch verwurzelt und kommt von einem ganz anderen Denken als das, was wir täglich in der Arbeit sehen. Sie will anderen dienen.  Somit werden auch keine Entscheidungen nur auf der Grundlage von Personalkostenminimierung getroffen, sondern man sucht das Beste für alle. Das ist möglich, weil jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten eingreift, wenn es nötig ist. Grundlegend ist: Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen und jeder Nation, eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. Die Zukunft, die wir uns schaffen, ist das Ergebnis der Entscheidungen, die wir heute treffen. Die Bibel zeigt uns dabei, wie wir Krisen in Chancen verwandeln können. Meine persönliche Haltung entspricht dem, was ich durch verschiedene Umstände gelernt habe, nämlich: «Gott sei Dank, egal, was passiert» (Die Bibel 1. Brief an die Thessalonicher, Kapitel 5, Vers 18).

Was für eine Rolle spielen christliche Werte dabei?

Ganz Fundamentale. Keine anderen ethischen Werte sind so ursprüngliche Leitwerte wie die biblischen. Indem sie Jesus Christus ins Zentrum ihrer Werte und ihres Handelns stellen, zeigen christliche Geschäftsleute anderen durch vorbildliche moralische Werte und ethisches Verhalten ein ungewöhnliches Engagement für Wahrheit und Liebe. Durch dienendes Geschäftsverhalten und Integrität, quasi einem Reflektieren von Gottes Liebe, haben christliche Unternehmer mehr als nur die Möglichkeit, Unternehmen zu unterstützen; wir haben Gelegenheit, ein Zeuge Jesu zu sein, das Leben anderer zu verändern. In diesem Sinne ist auch der «Mondays Talk» mehr als nur Vernetzung und angenehmes Zusammensein. Beim Mondays Talk stellen wir unser biblisches Wissen bereit und aktualisieren es für den Einsatz in unserem Geschäftsleben. Und ich ermutige gerne, die frühe Kirche der Christenheit zu leben, ganz nach Galater 6, 2: «Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen».

Welche Vorteile hat der christliche Glauben gegenüber dem muslimischen (gerade auch in wirtschaftlicher Hinsicht)?

Die menschliche Gier ist zeitlos. Sie reicht bis zum Garten Eden zurück. Bereits unsere ersten Vorfahren begannen, in ihrem eigenen Interesse zu handeln und ihr Leben abseits von ihrem Schöpfer und seinen Ordnungen zu bestimmen. In dieser Hinsicht ist die Lektüre der Bibel (Genesis, Kapitel 3) höchst aktuell. In den Nachrichten erschütterten ja letztens gleich zwei Suizid-Meldungen die Schweizer Wirtschaftswelt: Im Juli nahm sich Swisscom-Chef Carsten Schloter das Leben, einen Monat später Zürich-Finanzchef Pierre Wauthier. Und die Zufriedenheit der Menschen in den Euroländern ist durch die Finanzkrise steil abgefallen, das Vertrauen in ihre Regierungen geschrumpft, wie kürzlich eine OECD-Studie zeigte.  Für mich ist die Finanzkrise ein Weckruf für uns alle, um unsere finanzielle Situation und unseren Glauben unter die Lupe zu nehmen. Die Bibel beschreibt Gier als Sünde und zeigt, was passiert, wenn sie überhandnimmt. Der Psychologe Erich Fromm warnte: «Die Gier ist ein Fass ohne Boden. Der Gierige erschöpft sich in der nie endenden Anstrengung, seine Bedürfnisse zu befriedigen, ohne dass ihm dies je gelingt.» Wir müssen uns fragen, was ist letztlich unsere wahre Währung? Es sollte nicht das Geld sein, sondern der Glaube. Wenn wir Gott treu sind, wird er für uns sorgen. Die Bibel gibt uns da eine Botschaft der Hoffnung. Sie sagt uns, dass Gott sein Volk durch kommende Turbulenzen hindurch schützt. Ja, das ist unser Schutz und unsere ultimative Währung: unser Glauben – unser Vertrauen, Gehorsam und die Liebe zur Wahrheit. Gott wird für die, die an ihn glauben, sorgen, und er hat versprochen, uns nicht zu verlassen. {Quelle: www.jesus.ch  von Beatrice Gall – Zukunft.ch}

 

Zur Person

 

Prof. Dr. Siamak G. Shahneshin, verheiratet, zwei Kinder, lebt in der Schweiz. Höhere Ausbildung an der renommierten Avantgarde Privat-Hochschule für Energie, Umwelt & nachhaltige Entwicklung in London. Dozent und Forscher (u.a. in den USA, an der EPFL Lausanne und ETH Zürich) und Autor wissenschaftlicher Publikationen

Webseite: Prof. Dr. Siamak Shahneshin

Bericht über Siamak Shahneshin auf ERF 

Zum Thema: Siamak Shahneshin: Ein Jules Verne unserer Zeit IVCG Anlass: Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft – Lunchmeeting mit Prof. Dr. Siamak G. Shahneshin

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s