kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

In Waldsolms-Kröffelbach wurde Weihnachten gefeiert 11. Januar 2014

Filed under: Koptische Kirche im Ausland — Knecht Christi @ 00:02

<p>Im Mittelpunkt der von Bischof Michael geleiteten Weihnachtsliturgie stehen Bibellesungen und fröhliche Hymnen, die der Chor des Klosters mit den Gläubigen gemeinsam singt.</p> | Foto: Vetter

Kopten aus Deutschland, Belgien und Holland gedenken in Kröffelbach Christi Geburt

Die letzten Plätzchen sind genascht, und die ersten Geschenke haben bereits ihren Geist aufgegeben: Während die meisten Menschen in der Region das Weihnachtsfest hinter sich haben, erinnern die koptischen Christen heute an Christi Geburt. Im St.-Antonius-Kloster in Kröffelbach begannen die Feierlichkeiten für rund 300 Gläubige aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden am Montagabend mit einem knapp fünfstündigen, festlichen Weihnachtsgottesdienst. „Wir feiern Weihnachten nach dem alten, dem Julianischen Kalender“, erklärt Bischof Michael, warum die Kopten mit dem Christfest bis heute gewartet haben. Auch die russisch-orthodoxe Kirche berechne ihre Feiertage nach wie vor nach diesem und nicht nach dem neueren Gregorianischen Kalender, sagt Vater Michael El Baramousy, der das koptische Kloster am Ortsrand von Kröffelbach seit über 30 Jahren leitet. Anfang Juli vergangenen Jahres war der Kröffelbacher Abt zum Bischof geweiht worden.

<p>Nur noch einige Stunden bis zum festlichen Weihnachtsgottesdienst, den die Kopten in der Nacht zu heute gefeiert haben: Bischof Michael überprüft noch einmal den Innenraum der Kirche im St-Antonius-Kloster bei Kröffelbach. Alles ist bereit für die knapp fünfstündige Liturgie, zu der Gläubige aus Deuschland, Belgien und den Niederlanden gekommen sind. </p> | Foto: Vetter

Weihnachten beginnt für die koptischen Christen mit einer knapp fünfstündigen Liturgie, in deren Mittelpunkt Lesungen aus der Bibel und fröhliche Hymnen stehen, die die Geburt des Heilands begrüßen. Auch in Kröffelbach wird Christi Geburt so begrüßt. Gestern Abend um 20 Uhr begannen die Feierlichkeiten im goldglänzenden Kirchenschiff des Klosters. Die Gottesdienstbesucher waren zum Teil von weit her angereist, wie sich an den Kennzeichen der Autos auf dem Klosterparkplatz ablesen lässt. Die meisten Besucher übernachten in den drei Gästehäusern des Klosters, aber einige haben sich auch in Hotels oder Pensionen in der Umgebung eingemietet. Seit einigen Tagen haben sich die elf Priester, Diakone und Novizen des Klosters auf diesen Ansturm vorbereitet. Auch der Kirchenchor habe fleißig geübt, sagt Bischof Michael und berichtet darüber, wie die Kopten das Weihnachtsfest begehen. Am Ende der festlichen Liturgie mit Lampenprozession und Morgenweihrauch gibt es frisches, duftendes Brot aus der Klosterbäckerei, das in seiner brauen Kruste den Stempel des Klosters eingeprägt hat. Alle Gottesdienstbesucher bekommen ein Stück von diesem leckeren Brot, mit dem die 43-tägige Fastenzeit endet, in der sich die Kopten auf Weihnachten vorbereit haben.

In dieser Zeit essen die Gläubigen kein Fleisch, aber auch keine Eier, keine Butter, keinen Käse und trinken keine Milch, berichtet der Abt und weist dann mit einem Lächeln darauf hin, dass eine solche vegetarische Diät auch gesundheitstechnisch nicht zu verachten sei. Doch dies stehe beim religiösen Fasten natürlich nicht im Vordergrund. Da gehe es hauptsächlich um den Glauben, weshalb die Fastenden gleichzeitig mit viel geistiger Nahrung versorgt würden. Beispielsweise gehören tägliche Bibellesungen bei den Kopten genauso zum Fasten wie das Vermeiden bestimmter Speisen, erzählt Michael El Baramousy. Immer mehr Gläubige würden sich an diesem Fasten beteiligen. Komplett ausgenommen davon seien nur die Kinder sowie Kranke oder Schwangere. Mit dem Ende des Weihnachtsgottesdienstes in der Nacht zu heute hatte das Fasten für die Kopten ein Ende. Sie trafen sich danach zum gemeinsamen Fastenbrechen. Bei diesem traditionellen Weihnachtsessen gibt es dann wieder all das, worauf in der Fastenzeit verzichtet werden musste. Auch im Kröffelbacher St.-Antonius-Kloster war die Auswahl an Speisen riesengroß. Die Gläubigen wünschten sich gegenseitig ein gesegnetes Weihnachtsfest und ließen sich das nächtliche Festmahl schmecken.

Sorge um die Glaubensbrüder in Ägypten,

die Anschläge befürchten!

 

 

Die Kopten machen sich gegenseitig Weihnachtsgeschenke. Viele Familien – auch in Ägypten – schmücken einen Weihnachtsbaum, weiß der Bischof. Im Kloster im Solmsbachtal ist heute der wichtigste Programmpunkt die so genannte Sonntagsschule, in der die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit ihren Lehrern sowie den übrigen Erwachsenen Weihnachten feiern. Es wird gesungen und gebetet. Außerdem gibt es in der zweistündigen Veranstaltung Weihnachtsgeschenke für alle Kinder. Die Priester und viele der Gläubigen in Kröffelbach beten auch an diesem Weihnachtsfest für ihre Glaubensbrüder und -schwestern in Ägypten. Erst vor wenigen Tagen hatten dort Zeitungen und Nachrichtensender davon berichtet, dass radikale Islamisten in der Weihnachtsnacht die dann vollbesetzten Kirchen der Kopten mit Brand- und Sprengstoffattentaten angreifen wollen. Nach Angaben der ägyptischen Sicherheitskräfte sind die Hintermänner für diese Pläne Mitglieder der mittlerweile verbotenen Muslimbruderschaft des ehemaligen Ministerpräsidenten Mohammed Mursi, der gestürzt wurde.

Bischof Michael ist zufrieden, dass Mursi von den Demonstranten aus dem Amt gejagt wurde. Er habe keine Politik für Ägypten gemacht, weil sein Ziel ein viel größeres islamisches Kalifat sei, in dem Ägypten dann nur noch einen kleinen Teil darstelle, sagt der Abt und ergänzt, die neue Regierung sei da anders. Sie würde Politik für Ägypten machen. Auch die Kopten genössen mittlerweile deutlich mehr Schutz vor Übergriffen durch islamische Fanatiker. Dass die Weihnachtsnacht für Kopten gerade in ihrem Ursprungsland nach wie vor gefährlich ist, bezweifelt aber unter den Gläubigen in Kröffelbach heute niemand. Auch ohne die neuen Nachrichten über aktuelle Anschlagspläne von Islamisten wissen sie, dass die Kopten dort wieder vor einer gefährlichen Nacht stehen und beten deshalb für eine stille Nacht in Ägypten. Bei Anschlägen im Jahr 2011 hatten die Attentäter viele Menschen getötet. Alleine bei einem Blutbad in einer Kirche in Alexandria starben 23 Menschen. Während die Kopten hier in Deutschland diesmal wohl ein friedliches Weihnachtsfest feiern können, schien dies 2011 auch hier gefährdet: Nach mehreren Morddrohungen gegen Kopten in Europa wurden Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Polizei und Staatsschutz waren aktiv. Auch vor dem Kloster am Ortsrand von Kröffelbach war Polizei präsent. {Quelle: www.mittelhessen.de – Von JÜRGEN VETTER}

 

4 Responses to “In Waldsolms-Kröffelbach wurde Weihnachten gefeiert”

  1. Ibrahim Says:

    GOTT SEGNE BISCHOF ANBA MICHAEL! UND DIE KOPTISCHE KIRCHE IN

    ÄGYPTEN! AMEN! BETET FÜR DIE CHRISTEN IN ÄGYPTEN! AMEN! DANKE!


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