kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ohne Scheuklappen nach Sotschi 10. Januar 2014

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 22:27

Jeff Koterba cartoon for December 31, 2013 "Russia Olympics"

Das Sportmuseum hatte eingeladen, um die vielfältige Kritik an den kommenden Olympischen Winterspielen zu reflektieren und „auf die Spiele einzustimmen“. Die politische Instrumentalisierung war auch ein Thema.

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Chechen Muslim terrorists getting closer to Sochi Olympics site?

 

Am Ende wollte Fritz Pleitgen noch einmal Partei ergreifen, für den Sport. „Es erbost mich, was dem Sport zugemutet wird. Es wird von Politikern erwartet, dass sich Sportler für Menschenrechte einsetzen. Aber von den Politikern, die das fordern, sehe ich sonst nichts“, sagte der Journalist und ehemalige WDR-Intendant zum Abschluss der Podiumsdiskussion „Blickpunkt Sotschi – Ein olympischer Countdown“ im Deutschen Sport und Olympiamuseum am Donnerstagabend. Das Sportmuseum und die Deutsche Olympische Akademie hatten eingeladen, um die vielfältige Kritik an den kommenden Olympischen Winterspielen (7. bis 23. Februar) zu reflektieren und „auf die Spiele einzustimmen“. Eingerahmt von Plakatwänden zur Geschichte der Olympischen Winterspiele, ging es knapp zwei Stunden lang um Sicherheitsbedenken, politische Instrumentalisierung und geographische Herausforderungen in Sotschi. Referenten waren Pleitgen, der lange Jahre in Moskau als Russland-Korrespondent arbeitete, Bernhard Schwank, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Karl Quade, Chef de Mission der deutschen Paralympics-Mannschaft in Sotschi. In der kurzen anschließenden Diskussion stand die Rolle der Athleten als politische Botschafter im Vordergrund. Schwank, der den angekündigten DOSB-Generaldirektor Michael Vesper vertrat, sagte, dass zwar kein Athlet gezwungen werde, sich in politischen Belangen zu äußern, aber: „Wir wollen trotzdem, dass sich die Athleten mit der Situation beschäftigen. Diesen Balanceakt müssen sie hinbekommen“. Quade fügte hinzu, dass die Sportler keineswegs mit Scheuklappen durch die Welt laufen würden.

„Vergewaltigung der Natur“

Was genau die Bedenken der Sportler und Zuschauer sein könnten, hatte Russland-Experte Pleitgen zuvor ausgeführt. Russlands Geschichte, Größe und sportbegeisterte Bevölkerung würden zwar die Austragung rechtfertigen, doch mangele es dem Land an geeigneten Bergen für Olympische Winterspiele. Sotschi habe es an wesentlichen infrastrukturellen Voraussetzungen gefehlt, was nur dank enormer Investitionen kompensiert wurde. Pleitgen sprach von einer „Vergewaltigung der Natur“. Auch Schwank ging in seinem Vortrag auf diese Vorwürfe ein. „Wir würden sagen: Sotschi ist zugebaut worden. Da kann man schon verstehen, dass es Kritik von den Umwelt- und Naturschützern gibt“. Sowohl Pleitgen als auch Schwank thematisierten die Sicherheit während der Olympischen Spiele. Zwei Beamte des Bundeskriminalamts würden mit der Mannschaft im Olympischen Dorf wohnen, erklärte der DOSB-Sportchef, der jedoch nicht mit Anschlägen während des Sportfests rechnet. Pleitgen sieht in der Gewährleistung der Sicherheit und der gleichzeitigen Wahrung positiver Stimmung die große Herausforderung für die Veranstalter. „Trotz Terror-Drohungen heitere Spiele zu veranstalten, war die große Leistung von London 2012“, sagte er und wagte einen kritischen Ausblick: „Ob es in Sotschi heiter wird, weiß ich nicht“.

Sochi-Olympics

„Großangelegte Marketingoffensive“

Auch die Politik Wladimir Putins und seine Instrumentalisierung der Spiele als „großangelegte Marketingoffensive“ (Pleitgen) wurden diskutiert und kritisiert. Doch die Veranstalter um Museumsleiter und Moderator Andreas Höfer waren bemüht, den Abend mit einer für positiven Note zu beenden. Zur abschließenden Diskussion wurde Eishockeyspielern Rebecca Graeve auf die Bühne gebeten. Auch wenn die 20-Jährige die Nominierung für den deutschen Olympiakader verpasste, vertrat sie für ihre Teamkolleginnen die Fraktion der Olympioniken.  Und ganz im Sinne Pleitgens, der die Sportler in Schutz nahm, formulierte sie: „Ich sag mal: Die Olympischen Spiele sind der große Traum. Das große Highlight“. Dass viele deutsche Sportler ihren Traum in Sotschi vergolden oder zumindest mit einer Medaille belohnen sollen, hatte Schwank zuvor noch einmal unterstrichen. „Wir halten an unserer Zielvereinbarung fest“, sagte er. Der „Zielkorridor“, erklärte er, läge zwischen 27 und 42 Medaillen. Wohl mit dem Wissen um die momentanen Formschwankungen deutscher Athleten fügte er hinzu: „Es ist aber auch kein Drama, wenn das Ziel nicht erreicht wird.“ Schwank hob die Leistungen der Athleten aus Norwegen, USA, Kanada und Frankreich sowie die Ambitionen der russischen Mannschaft hervor und sprach von einem harten Konkurrenzkampf. 2010 in Vancouver hatte Deutschland 30 Medaillen gewonnen und in der Nationenwertung hinter Kanada den zweiten Rang belegt. {Quelle: www.ksta.de – Von Sebastian Fischer}

 

One Response to “Ohne Scheuklappen nach Sotschi”

  1. Tom Says:

    Die Bilder sind genial!


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