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Begeisterung für Buddhismus ist in Deutschland ungebrochen 1. Dezember 2013

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 14:20

Sanftmut und Erlösung durch Sex

 

Die missverstandene Trend-Religion:

Was Sie über den Buddhismus wissen müssen

 

Ob Buddha-Statuen, Meditationskurse oder Dalai-Lama-Hype: Die Begeisterung für den Buddhismus ist in Deutschland ungebrochen. Doch häufig hatten und haben die Vorstellungen von ihm wenig mit der Realität zu tun.

 

Der Buddhismus liegt im Trend: Meditierende Buddhas sind in Deutschlands Vorgärten wahrscheinlich häufiger anzutreffen als Gartenzwerge. Duftwolken von Räucherstäbchen durchwehen so manches mit Mandala-Motiven und Klangschalen geschmückte Wohnzimmer zwischen Alpen und Nordsee. Und der Dalai Lama gilt sowohl im katholischen Süden als auch im protestantischen Norden des Landes als beliebtester religiöse Führer der Welt. Die Frage ist, ob der Buddhismus in naher Zukunft die – zumindest in Teilen immer noch christlich geprägte – Bundesrepublik erobern wird oder ob es sich um ein Lifestyle-Phänomen handelt, das irgendwann der nächsten Mode weicht. Die Zahl „echter“ Buddhisten hierzulande ist jedenfalls noch relativ überschaubar. Derzeit liegt sie bei schätzungsweise 250 000, sagt die Deutsche Buddhistische Union. 130 000 davon sind zum Buddhismus konvertierte Deutsche, 120 000 sind Asiaten – vor allem Vietnamesen und Thailänder.

 

 

Positives Image im modernen Westen

 

Immerhin ist die Zahl derer, die Zuflucht zu Buddha, Dharma – der Lehre – und Sangha – der Gemeinschaft der Praktizierenden – nehmen und damit als Buddhisten gelten, seit Jahrzehnten gewachsen. Beigetragen hat dazu auch, dass das Image der einst im alten Indien entstandenen Religion im modernen Westen äußerst positiv ist. Sie gilt als friedlich und tolerant, unhierarchisch und undogmatisch – ganz anders als etwa die christlichen Kirchen oder gar der oft zum Schreckgespenst verzerrte Islam. Die Frage ist, ob dieses Bild aber tatsächlich der Wirklichkeit entspricht. Zum Beispiel, dass Buddhisten generell keiner Fliege etwas zuleide tun. „Der Buddhismus ist nicht prinzipiell pazifistisch, der Dalai Lama etwa sieht Gewaltanwendung aus Mitleid durchaus als legitim an“, sagt Michael Zimmermann, Leiter des Numata Zentrum für Buddhismuskunde der Universität Hamburg. Und der Indologe Jens-Uwe Hartmann von der Universität München ergänzt: „Meist ist das Bild vom friedfertigen Buddhismus ein unausgesprochener Gegenentwurf zum Islam. Die aktuellen Ereignisse in Myanmar und Sri Lanka zeigen jedoch, dass Buddhisten genauso wie Angehörige anderer Religionen Gewalt anwenden können“.

 

 

 

 

„Egoistische“ Mönche und Erlösung durch Sex

 

Angeblich bildeten sich schon ein Jahrhundert nach dem Tod Siddhartha Gautamas zahlreiche Schulen heraus. Als älteste heute noch existierende gilt der Theravada-Buddhismus, der sich von der frühesten Mönchsgemeinde um den historischen Buddha herleitet. Verbreitet ist er aktuell vor allem in Südostasien, etwa in Thailand, Myanmar und Sri Lanka. Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus denunzierte eine andere buddhistische Strömung den Theravada als moralisch minderwertiger: „Mahayana“ – „Großes Fahrzeug“ – nannten sich die Anhänger der neuen Richtung. Um sich vom Theravada-Buddhismus abzugrenzen, den sie verächtlich als „Hinayana“ – „Kleines Fahrzeug“ – bezeichneten. Denn sie warfen den Vertretern der alten Schule vor, nur das eigene Wohl und nicht die Befreiung aller Lebewesen im Blick zu haben.

 

 

Sind Theravada-Mönche Egoisten?

 

„Das war natürlich eine Polemik, denn die Forderung nach heilender Hinwendung zu allen Wesen findet sich auch im Theravada“, sagt Michael von Brück, Religionswissenschaftler an der Universität München. Allerdings, schränkt er ein, sei das Konzept des Altruismus im Mahayana tatsächlich stärker ausgeführt und systematisiert – nicht zuletzt durch die Bodhisattva-Wesen, die ihre eigene Erlösung zurückstellten, um anderen helfen zu können. „Weil sich das Mahayana sehr flexibel an andere Kulturen anpassen kann, hat es sich von allen buddhistischen Strömungen am weitesten verbreitet“, ergänzt der Wissenschaftler. Nicht nur gelangte es einst von Indien nach Tibet, China, Korea und Japan, sondern darüber hinaus in der Neuzeit nach Amerika und Europa. Auch der im Westen populäre Zen-Buddhismus, der besonders intensiv auf Meditationstechniken setzt, ist eine Spielart des Mahayana.

 

 

 

Guter Sex kann zur Erlösung führen

 

Zahlreiche Anhänger hat daneben – gerade in Deutschland – das so genannte Tantrayana. Diese Strömung baut auf dem Mahayana auf und ist heute vor allem in Tibet beheimatet. „Jede Erfahrung kann im Tantrismus als Mittel dienen, um Erleuchtung zu erlangen“, erläutert von Brück. „Dazu zählen zum Beispiel auch der Verzehr von Fleisch oder das intensive Erleben von Sexualität.“

 
 

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www.focus.de

 

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