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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bushido inszeniert Hinrichtung eines Rap-Rivalen 25. November 2013

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 11:18

Bushido inszeniert sich als musikalischer Hassprediger. In seinem neuen Diss-Track richtet er seinen Ex-Schützling Kay One hin und bezeichnet dessen Sänger als „Quotenneger“. Taugt das zum Skandal?

 

Der Weg eines Kriegers kann sehr einsam sein. Du wirst geliebt, du wirst gehasst und du wirst auch verflucht, wie der gegenwärtig wohl umstrittenste Rapper Deutschlands seine gefühlte Lebensrealität schon vor drei Jahren auf einem Track formulierte. Weil Bushido als Künstler nie um einen Skandal verlegen war, dürften ihm die entgegenschlagenden Gefühlsvariationen aus eigener Erfahrung bekannt sein. Weil Bushido aber auch ein ziemlich cleverer Geschäftsmann ist, hat er schnell gelernt, aus den emotiven Abgründen seiner Umwelt das nötige Kapital zu ziehen. Folgerichtig heißt es bei ihm weiter: „Alles was ich jetzt besitze, habe ich aus eurem Hass gebaut“. Seit Bushido sich vor knapp 13 Jahren zum ersten Mal auf die Bühne der öffentlichen Wahrnehmung pöbelte, gab es für den selbsternannten Krieger viele Kämpfe auszustehen. Er gewann sie beinahe alle. Bushido schaffte nicht nur den kommerziellen, sondern auch den gesellschaftlichen Aufstieg, inklusive medialer Adelung durch einen Integrations-Bambiund eines öffentlichkeitswirksamen Polit-Praktikums im deutschen Bundestag.

 

Er veränderte und prägte zudem ein ganzes musikalisches Genre so nachhaltig, wie es kaum jemand zuvor und danach im Deutschrap vermochte. Die Zielrichtung war klar vorgegeben: Es ging aufwärts. Doch die Wende kam im Hochsommer diesen Jahres. Sein Featurepart auf der Shindy-Single „Stress ohne Grund“ erhitzte über Wochen die Gemüter der Öffentlichkeit, weil er nicht nur seinen ehemaligen Schützling Kay One für lyrisch vogelfrei erklärte, sondern auch in einfachsten Zweckreimen gegen eine Handvoll Politiker polemisierte. Zusätzlich lancierte der „Stern“ die vermeintliche Enthüllungsgeschichte, dass Bushido die bewusste Nähe zum Abou-Chaker-Clan suchen würde, welchen das Magazin zur „Mafia-Familie“ hochstilisierte.

 

Da waren sie noch ziemlich beste Freunde: Bushido und Kay One im Oktober 2010

 

Lyrisches Niedermachen gehört zum Hip-Hop

 

Tatsächlich war das alles nicht neu. Man musste nur Bushidos Biografie lesen, die lange die Bestseller-Listen anführte, Bushidos Film „Zeiten ändern dich“ sehen oder einfach mal seine Platten hören, um genau diese Verknüpfung problemlos und ohne große Hintergrundrecherche nachvollziehen zu können. Er hat sie selbst immer offengelegt. Auch die musikalisch praktizierte Verbalaggression des Rappers ist nicht neu. Das lyrische Niedermachen eines virtuellen Gegners in seinem schier unendlichen Facettenreichtum gehört faktisch zur lyrischen Allgegenwart des Hip-Hop. In der Geschichtsschreibung des Genres dürfte kaum noch zählbar sein, auf wie vielen Platten wie viele Mütter oder Schwestern im Variationsreichtum des deutschen Fäkalvokabulars penetriert oder sonstige Feinde anderweitig verbal geschlagen, erstochen oder erschossen wurden. Nur zielte Bushido zum ersten Mal in dieser Form öffentlichkeitswirksam gegen Protagonisten, die der HipHop-Kultur und ihren etablierten Kodizes fernstehen. Das sorgte für eine kalkulierte Empörung. Dennoch: Wer wirklich glaubt, dass Bushido auch im realen Leben plant, auf Grünen-Politikerin Claudia Roth zu schießen, „bis sie Löcher hat wie ein Golfplatz“, dem sollte man auch das Spätprogramm der etablierten Privatsender nicht zumuten dürfen. Feindschaft wird im Hip-Hop auf einer verbalen Ebene ausgetragen.

 

 

 

„Das Einzige, womit ich schieße, sind Worte“.

 

Das Einzige, womit er schieße, sagte Bushido in einem Interview nach dem Skandal, sind Worte. Die Vorwürfe sind so alt, wie die Hip-Hop-Kultur selbst, und entsprechend hat sie für die bekannten Argumente der Gewaltverherrlichung immer gerne das Bild eines guten Action-Films bemüht. Es ist schnelle, laute, teilweise brutale Unterhaltung. Nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sich drauf einlässt, gute Fiktion. Dennoch verlor Bushido über die im themenarmen Sommerloch genüsslich ausgetragenen Debatten das öffentliche Wohlwollen. Er gewann zugleich aber auch etwas zurück, nämlich ein Stück Authentizität bei seiner alten Zielgruppe. Die vermisste schon lange ihr pöbelndes Vorbild, was sich in den langsam einbrechenden Verkaufszahlen seines letzten Albums bemerkbar machte. Bushido machte also dass, was er schon immer am Besten konnte, und nutzte die sich ihm neu-bietenden Gelegenheiten. Er drehte alles auf Anfang und besann sich auf sein altes Rezept: Auf dem Fundament von Hass lässt sich ein lukratives Imperium bauen. „Stress ohne Grund“ sollte plötzlich nur der Anfang sein. Die Ouvertüre. Am Freitag erschien mit dem aufwendig produzierten Track „Leben und Tod des Kenneth Glöckler“ der angekündigte Nachfolger, das Hauptwerk. Schon im Vorfeld kündigte Bushido eine verbale Hinrichtung an, eine epische Abrechnung über die Laufzeit von knapp elf Minuten. Es handele sich dabei um eine selbsterklärte Herzensangelegenheit, sagt der Rapper.

 

 

 

Video erinnert an Osama Bin Laden

 

Der Diss-Track gegen seinen ehemaligen Schützling Kay One (bürgerlich: Kenneth Glöckler), der schon bei „Stress ohne Grund“ zum Opfer auserkoren wurde, ist in der Tat episch. In dem Track beschreibt Bushido (im Übrigen in – unter raptechnischen Aspekten – für seine Verhältnisse ungewöhnlich guter Qualität) das Verhältnis zu seinem damaligen Freund und Zögling, den er entdeckte und unter Vertrag nahm. Glöcker gilt bis heute als ein musikalisches Ausnahmetalent. Nach einigen gemeinsamen Jahren in Berlin, einem Solo- und einem Kollaboalbum auf Bushidos Label emanzipierte der sich von seinem Ziehvater. Es ging wohl um künstlerische und finanzielle Differenzen, doch für Bushido ganz offensichtlich auch um verletzten Stolz und Ehre. Bushido, der selbsterklärte Krieger, inszenierte sich in der Vergangenheit mal als oberster Staatsfeind, mal als unantastbarer Endgegner. Heute antizipiert er das mediale Stigmata eines „Hasspredigers“ und inszeniert sich zu Beginn des Videos in Kufiya gehüllt vor einem diffusen, mit Teppichen behangenen Hintergrund. Das erinnert stark an die überlieferten Video-Aufnahmen von Al-Qaida-Terrorfürst Osama Bin Laden. Ganz wie nebenbei liefert Bushido gleich massenhaft neue Empörungsangebote: Er bezeichnet Kay Ones musikalischen Partner, den Sänger Emory, als „Quotenneger“, schreibt den beiden eine „Homo-Ehe“ zu und lässt ein Glöckler-Double letztlich auch visuell hinrichten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis genau diese Themen genüsslich auf empörungsheischende Schlagzeilen reduziert werden. Den Geschäftsmann Bushido wird es freuen.

 

 

 

Bushido selbst ist zum Skandal geworden

 

Doch eigentlich taugen die gelieferten Empörungsangebote nicht für einen neuen Skandal. Ein Skandal ist nichts anderes als die kollektive Vergewisserung gesellschaftlicher Normen. Wenn es zu einem – von einer Mehrheit getragenen – öffentlichen Aufschrei kommt, bedeutet dies immer auch eine gesellschaftliche Grenzziehung. Der Skandal dient der Sichtbarmachung von Tabus und somit der Selbstvergewisserung des eigenen normativen Standpunktes. Der Skandal um „Stress ohne Grund“ offenbarte die gefühlte Grenzüberschreitung von einem künstlerischem Ausdruck verbaler Aggressivität, der plötzlich aus dem akzeptablen Hip-Hop-Kosmos in einen öffentlichen Raum herausgetragen wurde. Beleidigen und drohen unter Rappern – kein Problem. Beleidigen und Bedrohen von Politikern und Schauspielern – das geht nicht. Doch diesmal überschreitet Bushido keine Grenzen. Zumindest keine, die nicht schon längst eingerissen wären. Die Frage der nächsten Tage wird sein, ob er sich als Kunstfigur selbst schon so überzeichnet hat, dass allein seine künstlerische Präsenz unabhängig von ihrem Kontext für einen Aufschrei sorgen wird. Die Aufmerksamkeit zumindest, die ist Bushido sicher. Das Video erreichte in wenigen Stunden mehr als eine Million Klicks auf YouTube. Trotz einer Alterssperrung. Das ist ein Rekord für Deutschrap-Verhältnisse. Einsam ist es um den Krieger jedenfalls nicht geworden. Jetzt muss er sein neues, altes Hassprediger-Image nur vermarkten. Im kommenden Jahr kommt sein nächstes Album raus. Das man es schon heute vorbestellen kann, ist sicherlich kein Zufall. {Quelle: www.welt.de – Von Dennis Sand}

 

 

5 Responses to “Bushido inszeniert Hinrichtung eines Rap-Rivalen”

  1. Bernhardine Says:

    Geburtsmoslem Bushido (Anis Mohamed Youssef Ferchichi; Vater Tunesier, der sich verp…, als Anis 3 Jahre alt war, Mutter Deutsche) ist für Scharia,
    Allahs Gesetz stünde über dem Grundgesetz.

    Bushido zu Gast bei Peter Hahne
    Ab Min. 18:50

  2. Johannes Says:

    Auch für den ehemaligen deutschen Botschafter in Algerien und Marokko, den promovierten Juristen Dr. Wilfried „Murad“ Hofmann, steht Allahs Terrorgesetz über unserem Grundgesetz, auf das er einst vereidigt wurde. Hierzu siehe die zahllosen Schriften Hofmanns zum Islam, die noch immer frei verbreitet werden dürfen!

    Heute ist Hofmann der geistige Führungskopf im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), aber das Bundesamt für Verfassungsschutz lässt den prominenten Mohammedaner, der besonders von Genscher (FDP) geschützt wurde, ungeschoren.

    Es ist anzunehmen, dass der islam-freundliche abgewählte – immer noch amtierende Außenminister Westerwelle (FDP) – Hofmann ebenfalls schützt. In diesem Zusammenhang ist es ganz interessant, wer sich alles von unseren Politikern in der Deutsch-Arabischen Gesellschaft tummelt, deren früherer Vorsitzender einst der berüchtigte Jürgen Wilhelm Möllemann war.

  3. thomas Says:

    Hieran sieht man eigentlich nur,wie tief unsere Kultur eigentlich schon gesunken ist.

  4. Bernhardine Says:

    “Babo” ist zum Jugendwort des Jahres 2013 gewählt worden. Der aus dem Türkischen stammende Ausdruck ist etwa mit Boss oder Anführer zu übersetzen.
    http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/babo-ist-das-jugendwort-des-jahres-aid-1.3841063

  5. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG Says:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Die Firma unter Befreiern arbeitend läßt nichts aus! Glück Auf, meine Heimat!


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