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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Roma-Familien vor den Toren der Stephanus-Kirche 15. November 2013

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 15:38

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Seit einigen Jahren leben auf dem Parkplatz vor der Stephanus-Kirche mehrere Roma-Familien, sie schlafen in Autos.

 

Unter Anwohnern ein Streitthema. Unsere Autorin, selbst Gemeindemitglied, fordert Verständnis im Umgang mit den Flüchtlingen.

 

Das Leben in der Öffentlichkeit ist einem ständigen Wandel unterworfen. Auch in unserer Gemeinde. Die Freifläche vor der Stephanus-Kirche, wo vor sieben Jahren noch Obst- und Gemüsestände standen, wo Stoffe und Kurzwaren ausgestellt wurden, hat sich mittlerweile zu einem Parkplatz entwickelt. Dort, wo sich einst die Anwohner begegneten und austauschten, ist heute ein Panorama der Armut zu finden. Seit einigen Jahren wohnen rund 30 Armutsflüchtlinge in den Autos an der Soldiner Straße. Sie kommen aus Bukarest, Sofia, Paris oder Mazedonien. Viele von ihnen suchen eine Wohnung und wollen Nachbarn werden. So wie Alessandra. Im Sommer hat die 25jährige Frau ihr drittes Baby zur Welt gebracht. Im Virchow-Klinikum. Seit Ende März sucht sie mit ihrem Ehemann, den beiden ältesten Kindern, drei und sieben Jahre alt, und ihren Eltern eine Wohnung im Wedding. Ihr Ehemann schuftet oft nächtelang für ein Abrissunternehmen auf einer Berliner Baustelle. Sein Lohn von vier Euro liegt weit unter einer Aussicht auf die eigenen vier Wände. Die Notunterkünfte sind überfüllt. So schläft Alessandras Familie im Auto.

 

Rumänen schlafen im Görlitzer Park im Freien und sorgen damit für Unmut bei den Kreuzbergern. Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sucht jetzt nach einer Lösungen für die obdachlosen Roma-Familien.

 

Auch die schwangere Maria gebar ihr Baby in einer fremden Umgebung. Gemeinsam mit Joseph hatten sie sich von Nazareth nach Bethlehem aufgemacht, um sich zählen zu lassen. Als die Wehen einsetzten, fanden sie aber keine Herberge, in der sie ihr Kind auf die Welt kommen lassen konnten. Es gab kein Mitleid. Keiner wollte sie in der hilflosen Situation unterstützen. In einem Stall gebar Maria ihr Kind. Neben ihr der Esel, auf dem sie hergekommen war. Für die junge Maria muss es traumatisch gewesen sein, zu wissen, dass sie einen Verfolgten auf die Welt gebracht hat: Herodes sandte seine Schergen aus, alle neugeborenen Jungen im Land zu töten. Maria und Joseph flohen nach Ägypten, um das Leben ihres Sohnes zu retten. Auf vielen Gemälden erinnert Marias blaues Gewand an das Wissen der Mutter, dass das Kind sterben wird.

 

Roma und andere Armutsflüchtlinge aus Bulgarien und Rumänien strömen nach Deutschland – und werden oft gnadenlos ausgebeutet. Die Städte sind überfordert, zum Teil ist der soziale Frieden gefährdet.

 

 

Mit zwei Jahren zog Alessandra in ein Auto um

 

Wie sehr Verfolgung und Flucht die Identität formen, das weiß Alessandra. Sie ist Roma, bezeichnet sich aber selber als tigani, Zigeunerin. Die Diskussion um die Begrifflichkeiten kennt sie nicht. Nach dem Ende des Ceausescu-Regimes wurden Roma aus den Betrieben entlassen und auf die Straße gesetzt. Mit zwei Jahren zogen Alessandra und ihre Familie um – in ein Auto, mitten in Bukarest. Die Eltern hielten sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs über Wasser. Heute, knapp 25 Jahre nach der rumänischen Revolution, sieht es nicht besser für sie aus. Für Alessandra und ihren Ehemann ist es schwerer denn je, Arbeit zu finden. Noch immer werden Roma in Rumänien als Menschen zweiter Klasse behandelt. Die Kinder haben nur geringen Zugang zum Bildungssystem, werden in Behindertenschulen oder aber in gesonderten Klassen unterrichtet. Diskriminierungen und körperliche Übergriffe sind keine Seltenheit. Häufig stecken Polizei und rechte Parteien unter einer Decke. Kinder verschwinden am helllichten Tag, ohne dass es die Behörden interessiert.

 

 

Aber auch im restlichen Europa wird massiv gegen Roma vorgegangen. In Bulgarien und Serbien sind sie aus dem Gesundheitssystem ausgeschlossen. Im Sommer stoppte die ungarische Regierung die Wasserzufuhr einer Roma-Siedlung. Illegale Zwangsräumungen, bei denen die Betroffenen eine Stunde vorher über den Abriss der mühselig aufgebauten Hütten informiert werden, gehören zur Tagesordnung auch in Italien und Frankreich. Sie werden Nomaden genannt, doch das sind sie schon längst nicht mehr. Wer kann, sollte mit der S1 das „Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma“ am Simsonweg südlich des Reichstags aufsuchen und sich fragen, wie es möglich ist, dass vor aller Augen Menschenrechte immer noch in EU-Ländern missachtet werden dürfen. Auch vor unserer Haustür.

 

 

 

 

Beschimpfungen und „Deutschland“-Rufe

 

Seit dem Frühjahr wohnt Alessandra im Soldiner Kiez. Kaum jemand hat die Roma-Gruppe in ihrer offenkundigen Armut seitdem unterstützen wollen. Man begegnet auch Alessandra viel öfter mit Hass. Einige Wochen vor der Niederkunft war die Bank vor der Stephanus-Kirche ihr Bett, damit sich das Baby im Bauch besser ausstrecken konnte. Wer nur eine Stunde am Tag mit ihr auf dieser Bank verbracht hat, kennt die Beschimpfungen und „Deutschland“-Rufe, denen sie ausgesetzt war. Wiederholt hätten Frauen sie angefaucht, sie gäbe ihrem Baby Schlafmittel, damit sie es beim Betteln benutzen könne, sagt Alessandra entsetzt. Sie hat wenig außer der Liebe zu ihren Kindern. Als sie vor der Geburt Autoscheiben putzte, wurde sie besonders häufig beschimpft und auch bespuckt. Eine „Kollegin“ sei auf offener Straße ins Gesicht geschlagen worden, „weil sie Rumänin ist“, sagt ihr Sohn, der dabei war. Warum setzt Alessandra sich täglich diesen Feindseligkeiten aus? Sie versucht, ihren Kindern ein besseres Leben zu bieten. Dafür hat sie ihre Heimat verlassen.

 

Wir wissen viel zu wenig über unsere Nachbarn und die Umstände, die sie nach Deutschland getrieben haben. Wir haben unsere Vorurteile. Das laute Sprechen einer alten Roma vor der Stephanus-Kirche wird als „asoziales Schimpfen“ gedeutet, aber sie ist schwerhörig – vielleicht, seit neben ihr ein Schuss abgefeuert wurde… Da gibt es den Müll vor der Kirche: Windeln, Essensreste  Hausmüll eben. Doch wer keinen Wohnsitz hat, dem stehen auch keine Mülltonnen zur Verfügung. Und wer keine „Hausordnung“ kennt, weiß nicht, wann Musik gehört werden darf und wann nicht. Die deutsche Ordnung ist recht speziell. Oft ist die Mülltrennung Anlass für Nachbarschaftskonflikte. Den Kreislauf aus Vorurteilen zu durchbrechen, ist eine große Herausforderung für beide Seiten: Für die Roma, aber auch für die Anwohner. Im Herbst haben Alessandra und ihr Mann eine Wohnung im Kiez gefunden. Sie ist überglücklich über ihre eigenen vier Wände. Neben einem Sofa liegen Matratzen, eine Anwohnerin hat ihr ein Babybett geschenkt. „Es gibt keine Tapete und keinen Strom. Aber das ist nicht schlimm“, sagt sie und streicht dem Säugling über den Kopf. Ihre dunklen Augen funkeln vor Stolz. Den ersten Schritt haben sie geschafft.

 

 

 

Gerade an nasskalten Wintertagen, an denen man das Sofa im Wohnzimmer ganz selbstverständlich der Parkbank vorzieht, sollte man an die denken, die diese Wahl nicht haben. Um auch den Armutsflüchtlingen vor der Stephanus-Kirche mit dem kleinen Einmaleins der Gastfreundschaft begegnen: Mit einem Lächeln und mit Vertrauen. {Quelle: www.tagesspiegel.de – Von Lena Reich: Lena Reich ist freie Journalistin und lebt in der Soldiner Straße. Der Artikel erschien zuerst im Gemeindebrief November/Dezember 2013 der „Ev. Kirchengemeinde An der Panke“. Dieser Artikel erscheint auf dem Wedding Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegel}

 

One Response to “Roma-Familien vor den Toren der Stephanus-Kirche”

  1. thomas Says:

    Was soll das jetzt heißen? Soll Deutschland jetzt alle Armen der Welt aufnehmen und selber eine
    Slumrepublik werden ,das bringt niemand weiter. Was haben Maria und Josef damit zutun. Die
    Menschen hier, haben nach dem zweiten Weltkrieg, hart für ihren Wohlstand gearbeitet ,nun
    sind Millionen Deutsche arbeitslos ,das Land ist mit über 2 Billionen Euro verschuldet. Es gibt
    weiterhin Millionen Geringverdiener in Deutschland und nochmals Millionen Menschen ,die Familien
    haben ,arbeiten gehen und trotzdem Geld vom Staat brauchen ,weil sie zuwenig verdienen. Vor
    30 Jahren ,hätte man in Deutschland niemand gefunden , der für 4 Euro inflationbereinigt ,auf einer
    Baustelle gearbeitet hätte. Ein Grund für die Deutschen Niedriglöhne ist die unkontrollierte Zu-
    wanderung , ein weiterer die neoliberale Wirtschaftpolitik. Gerade die oben beschriebene Volks-
    gruppe ist nicht dafür bekannt , überdurchschnittlich Gesetzestreu zu sein , oder mir ist auch nicht
    bekannt ,das sie durch hohen Fleiß auffallen. Ich kenne Jemand, der arbeitet in der Familienbetreung,
    sehr viele Familien kommen aus dem oben genannten Klientel, viele sind mitte zwanzig und haben
    dann schon oft ,zwei bis vier Kinder,da die meisten von ihnen angeblich nicht lesen und schreiben
    können ,sind sie natürlich unvermittelbar ,für die meiste Arbeit. Auch der Vater ist gar nicht so selten
    verschwunden ,aber zum schwängern findet sich immer Jemand. Die Arme und Dumme, ist hier im
    Land die Frisörin,Artzthelferin ,Verkäuferin mit zwei Kinder und einem Niedriglöhner verheiratet, ist
    sie finanziell schlechter dran . Ein anderes Beispiel , das ich kenne : “ Eine 23 Jährige aus der Dominik-
    anischen Republik , lässt sich von einem doppelt so alten Deutschen schwängern. Sie kommt hoch-
    schwanger nach Deutschland um mit Amigo , ihr Leben zu verbringen . Der Deutsche kehrt aber
    wieder zurück zu seiner Frau ,mit zwei Kindern. Nun stellt sein EX Freundin in Deutschland einen
    Asylantrag ,bekommt ihr Baby ,dies ist von Geburt an ein Deutscher , sie bekommt eine unbefristete
    Aufenthaltsgenehmigung und 750 Euro im Monat ,plus Miete. Heute wohnt sie in einer schönen drei
    Zimmerwohnung,hat viele südamerikanische Freundinen,die gut verheiratet sind ,aufgrung ihres
    Alters und Körperbaus. Wahrscheinlich glaubt sie im Paradies zu sein. Bei ihrer Bekannten, kann
    sie in deren Eisdiele ,auch gleich noch ein paar Euro nebenbei verdienen.“ Ich würde das ganze
    als Ungerechtigkeit beschreiben und solche ,oder ähnliche Fälle gibt es Zehntausende. Probleme
    die andere Nationen verursachen müssen sie auch selbst bereinigen. Es können nicht alle Menschen
    auf der Welt ,so leben wie in Deutschland und dies ist auch gar nicht notwendig. Nur eine deutsche
    Volksgruppe profitiert ,tatsächlich von der Zuwanderung, es ist das gleiche Klientel ,das unser
    Land an den Abgrund gebracht hat ,nämlich die Eigentümer der Banken und die Geldelite.Diese Personen-
    gruppe braucht Billiglöhner ,damit ihr angelegtes Geld den Zinseszins bringt. Wenn die Masse arm
    ist, können sie ihren Reichtum richtig genießen. Eins fehlt dieser Gruppe noch und das ist eine Diktatur,
    damit das Volk ihnen nicht in die Suppe spucken kann. Dies erreicht man durch soziale Unruhen,
    die wiederum durch unkontrollierte Zuwanderung ausgelöst werden. Dummheit hat nichts mit christ-
    lich Nächstenliebe zu tun.

    BYE BYE

    Babylon


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