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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kirchen werden bestohlen und geschändet 13. November 2013

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 16:48

 Urinieren in Linz

In Deutschland wurden 19 Kirchen im vergangenen Jahr geschändet. Aber Kirchenvertreter mahnen, dies nicht mit der harschen Verfolgung von Christen in anderen Ländern zu vergleichen.

 

Ein Bericht über „Hass-Verbrechen gegen religiöse Minderheiten“ des Büros für Demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE in Warschau warnt vor zunehmender Intoleranz und sogar Gewalt gegenüber Christen in Deutschland. Im Jahr 2012 hätten deutsche Behörden 414 christenfeindliche Straftaten gemeldet. Davon seien immerhin 18 gewalttätig gewesen. Zur Lage der Christen in den anderen Ländern kann der Bericht nichts aussagen, da nur Deutschland, Kanada, Schweden und Finnland der OSZE Material über religiös motivierte Straftaten übermittelten. Unter den aus Deutschland gemeldeten Taten werden als Beispiele vier Fälle von Friedhofs- und 19 Fälle von Kirchenschändung angeführt. Ein Übergriff richtete sich demnach gegen eine orthodoxe Kirche, dreimal wurden evangelische Gotteshäuser angegriffen, in zehn Fällen katholische Kirchen. In 16 weiteren Fällen wurden christliche Kirchen und Einrichtungen bestohlen oder mit Graffiti-Slogans beschmiert.

 

Hinzu kommen die Zerstörung einer christlichen Ikone und Vandalismus in mehreren Fällen. „Christen in Deutschland kann man nicht als bedroht bezeichnen, aber die Kirchen werden herausgefordert durch Zeichen religiöser Intoleranz“, kommentierte die neue Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, den OSZE-Bericht am Rande der Synodentagung in Düsseldorf. Es sei die Aufgabe von Christen und Kirchen, diese Herausforderung anzunehmen und darauf zu antworten. Christen müssten ihren Glauben in die Mitte der Städte tragen. Als Beispiele nannte sie Prozessionen oder öffentliche Kreuzwege. „Das Motto muss also lauten: Bleibt nicht in eurer kleinen Gemeinschaft, sondern begebt euch, wenn ihr herausgefordert werdet, in die Mitte des Gesellschaft“, sagte Schwaetzer der „Welt“.

 

 

Vorfälle in Deutschland nicht vergleichen

 

Der Landesbischof der Hannoverschen Landeskirche, Ralf Meister, warnte davor, die Vorfälle in Deutschland mit denen in anderen Regionen der Welt zu vergleichen. „Es wäre eine massive Überzeichnung, wenn man solche Übergriffe auf Kirchen mit der Verfolgung von Christen weltweit verbinden würde“, sagte er der „Welt“. Zum großen Teil handele es sich um Diebstahl oder geringe Sachbeschädigung, also um Taten, die nicht auf die Identität des Christentums in der deutschen Gesellschaft. „Der schwerste Übergriff auf eine christliche Gemeinschaft war der Brandanschlag auf die Willehadi-Kirche in Hannover-Garbsen. Aber auch dieser Brandanschlag, bei dem die Täterschaft bis heute nicht geklärt ist, stellt für mich keinen Angriff auf die christliche Religion in unserem Land dar“, sagte Meister. Wie er warnte auch die Deutsche Bischofskonferenz davor, die Situation zu dramatisieren. „Erschreckenderweise gibt es Übergriffe auf Christen, Muslime und Juden in Deutschland. Kein einziger von ihnen ist zu rechtfertigen, und die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp. „Wir erwarten und werben für ein solidarisches Miteinander und den Respekt gegenüber den Religionsgemeinschaften in Deutschland.“

 

 

 

Volker Kauder betont Religionsfreiheit

 

In Schwäbisch Gmünd beschäftigt sich seit Sonntag ein Kongress mit dem Thema „Christenverfolgung heute“. Zur Eröffnung wies der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, auf die Bedeutung der Religionsfreiheit hin. Es sei das „bedeutendste Freiheitsrecht überhaupt“. Dennoch seien Christen in mehr als 100 Ländern der Erde Opfer von Repressalien. Kauder kritisierte in diesem Zusammenhang vor allem den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, der Europa abfällig als Christenklub bezeichne. Erdogan wolle Kritiker eines geforderten EU-Beitritts der Türkei „bewusst falsch verstehen“. Schließlich setzten sich die Deutschen dafür ein, dass in ihrem Land Moscheen gebaut würden. Wer jedoch, wie die Türkei, keine Religionsfreiheit gewährleiste, „der ist weit entfernt von diesem Europa der gemeinsamen Werte“, sagte Kauder. Der Fraktionsvorsitzende betonte, dass Religionsfreiheit nicht nur Christen gelten dürfe, sondern für alle Religionen. Kauder bedauerte, mit welchen Mitteln schiitische Muslime sunnitische Muslime bekämpften. „Es ist mir unbegreiflich, wie Menschen im Namen ihres Glaubens in Gebetshäuser eindringen und mit Bomben betende Menschen in den Tod reißen können“, sagte er.

 

 

 

Gemeinsame Leitlinien in der EU

 

Anders als Kauder beobachtet der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Heiner Bielefeldt, weltweit ein wachsendes Interesse an der Religionsfreiheit. Inzwischen gebe es zu dieser Frage Arbeitsgemeinschaften bei der Europäischen Union und im britischen Parlament, sagte Bielefeldt auf der Veranstaltung in Schwäbisch Gmünd. Kanada habe sogar einen Sonderbotschafter für Religionsfreiheit eingesetzt. Die Europäische Union habe sich inzwischen auf gemeinsame Leitlinien zur Religionsfreiheit geeinigt. Es zeige Wirkung, wenn in autoritären Ländern 28 Botschaften eigene Vertreter zu juristischen Prozessen schickten, religiöse Minderheiten in ihre diplomatischen Vertretungen einlüden oder die Visa-Ausgabe in Krisenzeiten erleichterten. Zugleich verwies Bielefeldt darauf, dass in vielen Ländern der Religionswechsel erschwert oder verhindert werde. Das reiche von der Todesstrafe über die Verurteilung wegen angeblicher Übertretung von Blasphemiegesetzen bis hin zum Familienrecht. In manchen islamischen Ländern könne eine Konversion zur Zwangsscheidung vom Ehepartner, dem Verlust des Sorgerechts für die Kinder sowie Ausschluss aus der Erbengemeinschaft führen. Der ökumenische Kongress „Christenverfolgung heute“ dauert noch bis Mittwoch. Die Konferenz findet zum dritten Mal statt. Veranstalter ist das Christliche Gästezentrum Württemberg in Verbindung mit der christlichen Nachrichtenagentur idea. Die Tagung wird von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unterstützt. {Quelle: www.welt.de – Von Günther Lachmann}

 

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