kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kopten verzauern Deutschland: Kopten besuchten Dingelstädter Gymnasium 20. Oktober 2013

Filed under: Koptische Kirche im Ausland — Knecht Christi @ 20:24

Kamil Samaan Rrechts) leitet des Gottesdienst nach koptischer Liturgie im Marien-Dom. Foto: Sascha Fromm

Kopten feierten erstmals Gottesdienst im Erfurter Dom

 

Kamil Samaan leitet des Gottesdienst nach koptischer Liturgie im Marien-Dom

 

Erfurt: Die Dommauern werfen das metallische Echo von Zimbel und Triangel in den Hochchor. Es vermischt sich mit dem ernsten Gesang des Chors, Weihrauchduft hängt schwer in der Luft. Der Priester verhüllt das Brotgefäß mit einem Tuch, preist Gott – auf Arabisch, der Sprache des Propheten. Eine irritierende Erfahrung. Vor ihm am Lesepult steht ein Bild, es zeigt die heilige Familie in Ägypten und weist auf jene biblische Geschichte von Schutz und Zuflucht, aus der diese Kirche ihren Stolz bezieht. Es ist das erste Mal, dass in einer Thüringer Kirche ein Gottesdienst nach der Liturgie der koptischen katholischen Kirche zelebriert wird. Und die Menschen in den Kirchenbänken – fast alle sind gefüllt – sind nicht als Zuschauer gekommen. Sie feiern diesen fremden Gottesdienst. Einige haben ihre Kinder mitgebracht. Später wird Kamil Samaan, der Priester, sagen, das habe ihn tief berührt. Auf Einladung des Hilfswerkes Missio bereiste er gemeinsam mit weiteren Geistlichen des koptisch-katholische Priesterseminars in Kairo das Bistum Erfurt.

 

Es ging um Erfahrungen in der Gemeindearbeit, um das Selbstverständnis von Kirche, um das Drama der ägyptischen Wirklichkeit vor allem. Wie steht es um die christliche „Minderheit“? Wird sie zerrieben zwischen den Richtungskämpfen in dem islamischen Land? Wie gefährdet ist der Alltag der Kopten? Hat es nicht immer wieder Schlagzeilen gegeben von islamistischen Überfällen auf Kirchen, von Entführungen? Man erwartet Berichte von Sorgen, von verunsicherten Menschen, die sich hinter den Mauern ihrer Häuser und Kirchen verbschanzen. Aber von all dem spricht Kamil Samaan nicht. Wir haben keine Angst„! Er sagt auch, dass Ägypten, anders als er es in den westlichen Zeitungen so oft liest, keine gespaltene Nation ist. Diesen Satz wird er wiederholen. Er ist ihm wichtig. 400 000 Anhänger zähle die Muslimbruderschaft. Keine halbe Million, von 80 Millionen Ägyptern. Die Mehrheit, sagt er, will ein normales Leben. „Wir sind kein gespaltenes Land“. Er erzählt von jenem Tag, als der Imam in seinem Ort vor den Toren Kairos über Lautsprecher die Jugend mahnte: Es ist eure Pflicht, Moscheen und Kirchen zu schützen. Und die Menschen haben es getan.

 

 

 

Und der arabische Frühling? Konnte die Minderheit die Hoffnungen der Mehrheit teilen, als er auf dem Tahrir-Platz inKairo begann? Was heißt hier Minderheit. Natürlich lebe man einen Glauben in der Diaspora und natürlich sei das ein besonderer Umstand und eine besondere Herausforderung, „gegen den Wind und die Wellen zu schwimmen“, wie er sagt. Doch das schweiße zusammen. „Unsere Kirchen sind immer voll“. Kamil Samaan stammt aus einer christlichen Familie mit langer Tradition. Ein Großonkel war der erste Patriarch der koptisch-katholischen Kirche in seinem Land. Von den sieben Geschwistern sind vier Geistliche geworden, eine Schwester ist in einen Orden eingetreten. Unter dem gestürzten Mubarak wurden Christen benachteiligt. Nicht offen verfolgt, aber auf subtile Weise diskriminiert. Bei der Arbeitsuche zum Beispiel, auch wenn die Verfassung etwas anderes verlangte. Doch die Hoffnung auf Freiheit und Gerechtigkeit, die der arabische Frühling schürte, die sei doch keine Frage des Glaubens. Sie haben sie alle geteilt. Und teilen sie jetzt umso mehr, nach dem Sturz von Mursi, wie er sagt. Christen und Muslime.

 

Hoffnung auf Brot – so sagt er. Kamil Samaan, der Geistliche und Professor, leitet in seiner Heimat auch ein Waisenhaus. Kinder und Jugendliche, die auf der Straße landen würden, wenn sie diese Chance nicht hätten. Er kennt viele Geschichten von Familien, deren Armut und Unwissenheit sich von Generation zu Generation weitervererbt. In den Schulen, die seine Kirche im Land betreibt, lernen Christen und Muslime gemein sam und Mädchen und Jungen auch. „Nein, wir sind keine gespaltene Nation“, wiederholt er. Jetzt klingt es fast wie eine Beschwörung. Oder wie eine Botschaft der Hoffnung. Er ist Priester. Zwischentöne aus einem Land, dessen Sonnenseiten viele Menschen hier kennen. Und dessen dramatischen Alltag viele von ihnen nun verunsichert in den Medien verfolgen. In den Gesprächen in Thüringen wurden viele Fragen nach der politischen Lage gestellt, nach den Aussichten, den Ängsten. Das große Interesse, sagt Regens Shenouda Andraws, der das Priesterseminar leitet, habe ihn überrascht. Wir brauchen, sagt Samaan am Ende des Gottesdienstes zu den Gläubigen, Ihr Gebet. Und Ihre Hilfe auch. Bei ihrer Wallfahrt im Mai haben Thüringer Jugendliche Geld gesammelt. 1000 Euro überreichten sie Samaan. Für das Waisenhaus. {Quelle:  www.thueringer-allgemeine.de – Elena Rauch / 19.10.13 / TA}

Nachrichten für Thüringen – Thüringer Allgemeine

 

 

 

 

Sänger des Chors aus dem katholischen Priesterseminar von Kairo. Foto: Jürgen Backhaus

 

Dingelstädt (Eichsfeld): Ein Mittagsgebet hielten am Dienstag fünf Priesterkandidaten und Seminarleiter Shenouda Andrawes aus der ägyptischen Hauptstadt Kairo in der Aula des Dingelstädter St.-Joseph-Gymnasiums mit den Musikkursschülern der 11. und 12. Klassen.Der kleine Chor ist zurzeit im BistumErfurt unterwegs, um über die koptisch-katholische Kirche inÄgypten zu informieren. In der Andacht sangen die Männer einige liturgische Lieder in arabischer Sprache. Die überlieferten Gesänge wurden nur mit Zimbel und Triangel begleitet. Auf Englisch gesprochene Erläuterungen wurden von Missio-Referentin Kristin Langos übersetzt. Eine vorn aufgestellte Ikone, die für deutsche Christen die „Flucht ausÄgypten“ der Heiligen Familie darstellt, bedeute den Kopten sehr viel, so Langos. Das Bild stehe aus Sicht der ägyptischen – überwiegend koptisch-orthodox und zu einem geringen Anteil koptisch-katholisch – für einen mehrjährigen Aufenthalt von Maria, Josef und Maria in ihrem Land. Schon Jahrhunderte vor dem Eintreffen der islamischen Araber habe es dort Christen gegeben, die heute Gott auch Allah nennen. In den Fürbitten wurde auch für gesellschaftlichen Wandel, Religionsfreiheit und Demokratie in Ägypten gebetet. {Quelle: eichsfeld.tlz.de}

 

 

 

Solidarität mit ägyptischen Christen

 

Aufruf zum Sonntag der Weltmission am 27. Oktober

 

Trier: Zur Solidarität mit den Christen in Ägypten hat Bischof Dr. Stephan Ackermann anlässlich des Weltmissionssonntags am 27. Oktober aufgerufen. „Helfen Sie mit, dass der Glaube in Ägypten und anderen Teilen der Welt wachsen kann und auch unter schwierigen Bedingungen Hoffnung gibt.“ Die Kollekten der Gottesdienste am Weltmissionssonntag sind für das Internationale Katholische Missionswerk missio bestimmt. Der Trierer Bischof wandte sich in einem Schreiben, das am 20. Oktober in den Gottesdiensten im Bistum Trier verlesen wurde, an die Gläubigen. Die Situation der ägyptischen Christen sei nach dem sogenannten „Arabischen Frühling“ nicht leichter geworden. Sie würden oft benachteiligt und diskriminiert. „Gemeinsam mit unserem  Hilfswerk missio rufen wir deshalb zur Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern in Ägypten auf“. Der Sonntag der Weltmission unter dem Leitsatz „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ wird am 27. Oktober von den Katholiken in Deutschland gefeiert. Er ruft weltweit zur Solidarität mit den ärmsten Diözesen in Afrika, Asien und Ozeanien auf. In diesem Jahr liegt der Fokus auf der Kirche in Ägypten, wo Christen etwa ein Zehntel der Bevölkerung ausmachen.

 

 Mehr Informationen gibt es unter http://www.missio-hilft.de/de/aktion/monat-der-weltmission/2013-3 im Internet.

Im Bistum Trier ist im Monat der Weltmission vom 22. bis 27. Oktober Dr. Maged Moussa Yanni aus Ägypten zu Gast. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.weltkirche.bistum-trier.de

Grafik: Das Logo des Bistums Trier (HOME).

 

 

 

Ordensschwester beschreibt das Leiden der Frauen in Ägypten

Amira Ayoub (li.) und Ingrid Borchert, ehrenamtliche Vorsitzende des Vorstands von „Frauen beraten – donum vitae Bochum e.V.Foto: Gero Helm

 

 

 

Ordensschwester beschreibt das Leiden der Frauen in Ägypten

 

Im Interview äußert sich die ägyptische Ordensschwester Amira Ayoub über die Situation der Frauen in Ägypten. Sie besuchte auf ihrer Deutschlandreise die Räume der Frauenberatungsstelle „donum vitae“ in Bochum. Täglich kämpft sie für die Kinder in den Armenvierteln von Kairo. In einem Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung weder lesen noch schreiben kann, bleibt wenig Platz für Themen wie Schwangerenkonfliktberatung. Die ägyptische Ordensschwester Amira Ayoub besuchte nun auf ihrer Deutschlandreise die Räume der Frauenberatungsstelle „donum vitae“ und sprach mit WAZ-Mitarbeiterin Jimena Salloch.

 

„donum vitae“ hilft Frauen in der Schwangerschaft bei Krisen. Viele von ihnen sind jung und alleinstehend. Eine Situation, die Sie aus Ihrem Land kennen?

Amira Ayoub: Nein, ich habe ehrlich gesagt noch nie ein junges unverheiratetes Mädchen bei uns auf der Straße gesehen, das schwanger ist. Sex vor der Ehe ist in Ägypten eine Schande – in diesem Punkt sind sich Muslime und Christen einig. Vielmehr sagen wir den Mädchen, dass sie sich für die Ehe aufbewahren sollen.

Gibt es keine alleinerziehenden Mütter in Ägypten?

Ayoub: Das schon, Scheidungen sind auch bei uns durchaus üblich. Was allerdings die Männer anbelangt: Die dürfen sogar eine Ehe mit bis zu vier Frauen eingehen, jedenfalls bei den Muslimen .

In Bochum leben Musliminnen, einige bedauern, dass sie nicht so frei mit Sexualität umgehen dürfen wie ihre christlichen Altersgenossinnen.

Ayoub: Das kann ich mir gut vorstellen, denn auch in Ägypten ist es so, dass alle Druck machen: Die Familie, die Schule, der Staat. Da ist es schwierig, frei zu leben.

„Es ist schwer, den Kindern Sicherheit zu geben“

 

Schwangerschaftsabbrüche in Ägypten sind illegal. Sollten sie erlaubt sein, wenn eine Frau vergewaltigt wurde?

Ayoub: Ich weiß nicht, ich kenne jedenfalls einen bedauerlichen Fall, da brach die Frau nach einer Vergewaltigung die Schwangerschaft ab. Was passierte? Ihr Ehemann nahm sich eine andere Frau.

„donum vitae“ schätzt die Frauen in gleichem Maße wie das werdende Leben. Stimmen Sie dem zu?

Ayoub: Ich bin mit der Philosophie einverstanden und natürlich muss jeder Fall individuell betrachtet werden. In meiner Ordensschule nur haben wir es täglich mit vollkommen anderen Themen zu tun. Da geht es um Hygiene, Bildung oder um Erziehung.

Wie viele Schüler betreut Ihre Ordensschule?

Ayoub: Wir haben über 700 Mädchen zwischen sieben und 17 Jahren. Es ist schwer, den Kindern Sicherheit zu geben in einer Zeit, die von Revolution und Konflikten zwischen den Bevölkerungsgruppen geprägt ist.

Wie gefährlich ist das Leben als Christ in Ägypten?

Ayoub: Allein in den letzten Monaten haben 60 Kirchen bei uns gebrannt, auch viele Geschäfte, die Christen gehörten, standen in Flammen.

Was wünschen Sie sich, für die Zukunft?

Ayoub: Zwar gibt es in Ägypten Schulpflicht, aber nur bis zum zwölften Lebensjahr. Die meisten gehen anschließend direkt arbeiten, vor allem auf dem Land. Die Kinder, die in den Müllbergen arbeiten müssen, wollen gerne zur Schule gehen, weil sie dort ein gänzlich anderes Leben führen dürfen. Sie können ihr Abitur machen und danach studieren gehen. Das wäre ein Ziel. {Quelle: www.derwesten.de – Jimena Salloch}

 

6 Responses to “Kopten verzauern Deutschland: Kopten besuchten Dingelstädter Gymnasium”

  1. Gästin Says:

    Zum ersten Text: Was soll diese Aussage denn ? „…auf Arabisch, der Sprache des Propheten“. Welchen Propheten meinen die denn? Doch nicht etwa den Abgesandeten Luzifers, Mohammed?

    Auch den unteren Text finde ich leider tendenziös (wie von der WAZ gewohnt). Primär geht es bei den Fragen um die der Abtreibung, als wäre dies ein „Frauenrecht“ (wie üblich in der Dekadenz des Westens). Durch derartige suggestiven Fragen wird vermittelt, dass das das oberste Ziel sei u. nicht der Schutz des ungeborenen Lebens. Genauso halte ich das für ein Gerücht, dass einige „Musliminnen bedauern, nicht so frei mit Sexualität umgehen zu können“. Vielmehr versteht der „Europäer“ nicht, dass in orientalischen Ländern zum Glück noch andere Werte herrschen als in Europa. Hoffen wir, dass sich das die Christen aus diesen Ländern bewahren, denn für hier sehe ich schwarz.
    Das Interview bleibt an der Oberfläche.

    • –Gästin Sagt:
      21. Oktober 2013 at 09:31
      Zum ersten Text: Was soll diese Aussage denn ? “…auf Arabisch, der Sprache des Propheten”. Welchen Propheten meinen die denn? Doch nicht etwa den Abgesandeten Luzifers, Mohammed?

      Gästin:wie gesagt-es wurde den Kopten im ca 10Jahrhundert nach Christus die Koptische Sprache untersagt zu sprechen- tat dieses jene(r)es -wurde ihr(m) die Zunge heraus gerissen-seit damals singen, sprechen, schreiben die KOPTEN arabisch!!!Info eines Kopten K. C. er muss es ja wissen!! danke

  2. Gästin Says:

    Saphiri, das habe ich schon verstanden. Ich weiß, dass koptisch verboten wurde. Dieser Artikel wurde aber für die deutsche/unwissende Bevölkerung geschrieben. Und da ergibt es überhaupt keinen Sinn, wenn von einem „arabischen Propheten“ gesprochen wird….. „Arabischer Prophet“ im Sinne der dtsch. Bedeutung ist nahezu immer mit Mohammed gleichzusetzen. Daher die (rhetorische) Frage von mir.
    Außer, du sagst mir, welchen arabischen Propheten es gibt, den man in diesem Artikel meint….

    • Gästin Sagt:
      21. Oktober 2013 at 15:29

      Sg.Gast(IN):bitte ich möchte nicht gedutzt werden von IHNEN-danke

      -@Dieser Artikel wurde aber für die deutsche/unwissende Bevölkerung geschrieben.

      Entschuldigen „SIE“ die deutsch unwissende Bevölkerung–wie Sie meinen GÄSTIN hat sicherlich ein Internet-Zugang–denn nur somit können Sie ja diese goldige Seite KOPTEN ohne Grenzen -Blog erreichen–
      unter anderem erscheint im Internet bei Eingabe des Wortes KOPTEN-unzählige INFOS über KOpten -Ihr Land, Ihre Herkunft, Ihre Sprachherkunft,(Entwicklung)ectr…..
      In allen Ländern in jenen arabisch gesprochen wird,leben auch Christen-die aber arabisch sprechen müßen !, seit der islamischen Eroberung!!!
      also ist es hinfällig zu denken,dass Sie deshalb nicht Christen sind… amen
      Gott behüte und beschütze die Christen aud dem Boden der Mutterr-Erde

      @“arabischen Propheten” gesprochen wird…..
      ich lese hier in dem Artikel in keinster Weise etwas über den Mohammed in dem Artikel geht es um die Kopten…
      bitte lassen wir das Dteusche Volk mündig sein,…

  3. Gästin Says:

    Ach, Saphiri, vergessen SIE es einfach.


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