kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Vielerlei Schutz – Schutz für Christen in der arabischen Welt 14. Oktober 2013

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 13:53

Einigen reicht der friedliche Widerstand nicht.

Den orientalischen Christen geht es unter schiitischen Regimen besser als unter Sunniten

 

Christen werden in der Welt des Islam oft diskriminiert und nicht selten verfolgt.

Kirchen werden in Ägypten in Brand gesetzt,

in Nigeria und Pakistan sind Christen dem Furor von Extremisten ausgesetzt,

in Syrien steht gar ihre Existenz auf dem Spiel.

 

Allen Ländern ist gemeinsam,

dass die einheimischen Christen von Muslimen bedrängt werden,

genauer: von sunnitischen Muslimen.

 

Sunnitische Extremisten gehen auch gegen schiitische Muslime vor. Im Irak töten sunnitische Dschihadisten die dort regierenden schiitischen Muslime, und in Syrien wollen sie das Regime des schiitisch-alawitischen Machthabers Assad stürzen. Sunnitische Extremisten haben Al Qaidas Ideologie der Gewalt entwickelt; im Dschihad, den Bin Ladin 1998 gegen die „Kreuzfahrer und Zionisten“ ausgerufen hat, kämpfen ausschließlich sunnitische Salafisten. Der Dschihad bekriegt, was nicht dem „goldenen Zeitalter“ Muhammads im siebten Jahrhundert entspricht, wie die Verfechter des Dschihads sich dieses vorstellen. Ihr Dschihad richtet sich vor allem gegen die Christen und die Schiiten. Letzteren werfen die Sunniten vor, dass sie die rechtmäßige Leitung der islamischen Welt durch sunnitische Dynastien ablehnen. Sunniten und Schiiten trennt nicht ein theologischer Disput, sondern die Frage, wer die Gemeinde politisch führen dürfe. Die Sunniten argumentieren, jener sei von Allah zur Führung der Gemeinde erwählt, der sich in der geschichtlichen Wirklichkeit durchgesetzt und der damit demonstriert habe, dass er die Gemeinschaft der Muslime sichern könne. Demgegenüber wollen die Schiiten die politische Führung nur Nachkommen Muhammads und von dessen Schwiegersohn Ali anvertrauen, da allein sie die Offenbarung und das göttliche Licht weitertrügen. Da die Sunniten im frühen Islam Ali und dessen Sohn Hussein getötet und die Macht an sich gerissen hätten, gelte es, die Usurpation der Macht rückgängig zu machen und die dadurch verlorene Gerechtigkeit zum Wohl der Schwachen wiederherzustellen, argumentieren die Schiiten.

 

Die beiden Positionen sind nicht miteinander vereinbar, zumal sie von der Rivalität zwischen den Arabern, die überwiegend Sunniten sind, und den Persern als überwiegend schiitischen Muslimen überlagert werden. Die Folge ist, dass Sunniten und Schiiten gegeneinander einen Krieg führen, der in vielem dem Dreißigjährigen Krieg ähnelt. Auch der war ein Krieg um die politische Hegemonie von Mächten, die sich konfessionell voneinander abgegrenzt hatten. Die Schiiten stellen nur ein Zehntel aller Muslime. Da sie – wie die Christen – durch die Sunniten zumindest marginalisiert, wenn nicht verfolgt werden, fanden Schiiten und Christen zueinander. Konflikte zwischen beiden Religionsgruppen sind ausgesprochen selten; in der Regel geht es den Christen in Gebieten besser, in denen Schiiten in der Mehrheit sind. Diese sind vielerorts für die Christen eine verlässliche Schutzmacht geworden.

 

So gedeiht in Iran die armenische Kirche. Auch nach der Revolution von 1979 hatte es keine Exzesse gegen die iranischen Christen gegeben – anders als jetzt in Ägypten, wo Islamisten die Christen dafür „bestrafen“, dass sie sich auf die Seite der Generäle stellen. In Iran genießen die Christen mehr Rechte als die sunnitischen Muslime, die beklagen, dass sie in Teheran keine eigene Moschee unterhalten dürfen, während die Christen ihren Glauben frei praktizieren können. Die armenischen Christen halten sogar einmal im Jahr ihre „Spiele“ ab, bei denen die Frauen in der Öffentlichkeit keinen Schleier tragen. Sehr gut sind die Beziehungen Irans zu den beiden christlichen Kaukasusrepubliken Armenien und Georgien. Armenien übersteht auch dank der engen Handelsbeziehungen zu Iran das türkische Embargo. Gute Beziehungen zu Tschetschenien hatte Iran aber nie. Im Libanon ging der populärste christliche Politiker, Michel Aoun, eine Allianz mit der schiitischen Hizbullah ein, weil er in den Schiiten eine Schutzmacht gegen sunnitische Extremisten sieht. Auch der Drusenführer Walid Dschumblatt erklärt, die sunnitischen Extremisten seien eine größere Gefahr für die Drusen als die Schiiten. Als die Hizbullah Israel im Jahr 2000 aus dem Südlibanon vertrieb, blieben die christlichen Familien, die die Grenzregion für Israel sicherten, unbehelligt. Es gibt guten Grund anzunehmen, dass sunnitische Extremisten sie hingerichtet hätten. Sollte das Tauwetter zwischen dem Westen und Iran anhalten, wäre das keine gute Nachricht für sunnitische Salafisten, wohl aber für die orientalischen Christen. {Quelle: F.A.Z., Donnerstag, den 10.10.2013 – Zeitgeschehen S.8 – Von Rainer Hermann}

 

7 Responses to “Vielerlei Schutz – Schutz für Christen in der arabischen Welt”

  1. Ibrahim Says:

    Home > Politik > Artikel von 2013-09-20 12:51:34

    Ägypten: Muslimbrüder schüchtern Christen ein

    „Sobald die Armee weg ist, reißen wir eure Häuser nieder!“ Mit dieser und ähnlichen Drohungen setzen Muslimbrüder in der Stadt Delga koptische Christen unter Druck. Das berichtet der Pressedienst asianews. „Sie gehen von Haus zu Haus und nötigen die Christen dazu, Dokumente zu unterschreiben, die besagen, dass es keine extremistischen Anschläge gegeben habe. Wenn die Christen nicht unterzeichnen, wird ihnen mit Mord gedroht“, so eine Einwohnerin von Delga nach asianews-Angaben. Die Muslimbrüder wollen nach Darstellung der Agentur in der Stadt die Scharia durchsetzten und haben im letzten Monat 62 christliche Häuser niedergebrannt.

    (asianews 20.09.2013 lh

    Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/09/20/%C3%A4gypten:_muslimbr%C3%BCder_sch%C3%BCchtern_christen_ein/ted-730160
    des Internetauftritts von Radio Vatikan

    • Andreas Says:

      Heftig!!

      • Andreas Says:

        ach, wenn die iraner nur dieses sklavische, von den arabern aufgepropfte ismaelitentum abschütteln könnten – und die turkvölker – und all die afrikanischen tribes – und…..: huch, ich träum wohl wieder?…

  2. Ibrahim Says:

    Libanon/Syrien: Patriarch Rai warnt vor Religionskonflikt

    Der Konflikt in Syrien könnte zu einem Religionskrieg werden. Davor warnt der maronitische Patriarch im Libanon, Kardinal Bechara Boutros Rai, wie die die libanesische Zeitung „L’Orient le Jour“ an diesem Montag berichtet. Es gäbe einen „heuchlerischen Plan“, das Christentum im Nahen Osten zu zerstören, so das maronitische Oberhaupt. Damit würde jedoch auch das Jahrhunderte lange Zusammenleben von Christen und Muslimen im Orient beseitigt. Dies führe dann zwangsläufig zu einem Religionskonflikt, befürchtet Boutros Rai. Vergangene Woche empfing der Kardinal die Delegation einer französischen Friedensinitiative, die sich für das Zusammenleben von Christen und Muslime einsetzt.

    (rv 14.10.2013 mg)

    Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/10/14/libanon_syrien:_patriarch_rai_warnt_vor_religionskonflikt/ted-737055
    des Internetauftritts von Radio Vatikan

  3. Hans Says:

    — Der Konflikt in Syrien könnte zu einem Religionskrieg werden. —

    Er „könnte“ nicht zu einem Religionskrieg werden, er ist es.
    Schreien diese Steinzeit Barbaren nicht immer und bei jeder Gelegenheit Allahu Akhbar?
    Hat das etwa nichts mit Religion zu tun? Aber nein doch, das hat alles nichts mit dem Islam zu tun.
    Wie Abartig Pervers müssen Menschen eigentlich sein, die das behaupten???

  4. klauslind Says:

    So eben habe ich einen sehr ausführlichen Artikel gefunden, der dieses Thema detallierter aufarbeitet:
    Iran als Schutzmacht der Christen?
    http://irananders.de/analysen/news-analysen/article/iran-als-schutzmacht-der-christen.html


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