kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

KoG: Der Irak und das große Schweigen! 5. Oktober 2013

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 13:56

Bei den jüngsten Gewaltakten wurden 54 Menschen getötet und über einhundert verletzt.

Allein im Juli gab es über eintausend Tote und mehr als 2 300 Verwundete.

 

 

Sie denken wahrscheinlich, die Rede sei von Syrien. Doch ich spreche vom Irak. Das Land, das George W. Bush und Tony Blair im Jahr 2003befreit hatten. Uns wurde gesagt, die westliche Militärintervention würde eine Ära der Demokratie, der Freiheit und der Menschenrechte einleiten. Stattdessen war es der Beginn eines Jahrzehntes schrecklicher, blutiger Auseinandersetzungen, die das Land zu einem der gefährlichsten auf der Welt gemacht haben und seine Bevölkerung dazu zwingt, einen lebendig gewordenen Alptraum alltäglich ertragen zu müssen. Das Schweigen der Pro-Kriegs-Fraktion angesichts des fortwährenden Blutvergießens im Irak ist äußerst aufschlussreich. Dieselben Angehörigen der westlichen Elite, die noch 2002 und Anfang 2003 nicht aufhören konnten uns einzutrichtern, was für eine schreckliche Bedrohung  Saddam Husseins „Massenvernichtungswaffen“ darstellen würde, und dass wir in den Krieg gegen das arabische Land ziehen müssten, um dessen bösen Diktator zu entwaffnen und das Volk zu „befreien“, üben sich nun im Schweigen über die anhaltende Verwüstung und das fortwährende Blutvergießen, ausgelöst von der illegalen Invasion.

 

 

Im Vorfeld der Invasion im März 2003 konnte man in Großbritannien und den USA keine Nachrichtensendung im Fernsehen einschalten, bei der nicht ein Neokonservativer oder ein „liberaler Interventionist“ wie besessen gegen den Irak  Stimmung machte. Damals heuchelten diese großen „Humanisten“ ihre Besorgnis über das missliche Leben der Iraker unter der Diktatur Saddam Husseins – aber heute zeigen sie nur wenig oder überhaupt kein Interesse an der Notlage der Iraker, die regelmäßig und beinahe täglich von Bomben in Stücke zerrissen werden. Es gibt keine Aufrufe seitens der „üblichen Verdächtigen”, die sonst nach westlichen „humanitären” Interventionen schreien, das Töten im Irak zu stoppen. Dieselben Leute, die vor elf Jahren nicht müde wurden über den Irak zu reden, können heute nicht damit aufhören, über Syrien zu sprechen – und heucheln dabei auf dieselbe Weise ihre Besorgnis über die Not der Syrer, wie sie schon Anfang 2003 Krokodilstränen über das Leid der Iraker vergossen hatten.

 

Wenn es um die Opferzahlen geht, dann können uns die Pro-Krieg-Politiker interessanterweise genau sagen, wie viele Menschen in Syrien seit Ausbruch der Gewalt 2011 gestorben sind, (und natürlich gehen alle Toten auf das persönliche Konto von Präsident Assad). Wenn es aber um den Irak geht, und um die Frage, wie viele Menschen dort seit März 2003 getötet wurden, sind die Aussagen äußerst vage. Wir zählen nicht die Leichen anderer Leute“, erklärte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im November 2003. Die seit dem März 2003 getöteten Iraker – Zahlen variieren von 174 000 bis zu über eine Million – sind für unsere politische Elite nicht existent, es sind „non-people“. Im Jahr 2013 zählen nur tote Syrer (insoweit deren Tod den Regierungskräften angelastet werden kann), aber nicht tote Iraker. Weil der Irak als Non-Story betrachtet wird und unsere politischen Führer nicht über die dortige Situation reden, ist es keine Überraschung, dass die öffentliche Wahrnehmung der Anzahl der Toten weit unter den selbst konservativsten Schätzungen liegt. In einer in diesem Jahr durchgeführten Umfrage schätzten 66 Prozent der Briten, dass infolge der Invasion 2003 zwanzigtausend oder weniger Iraker gestorben seien. Donald Rumsfeld wäre zweifellos entzückt das zu hören. Würden sie über irgendein Schamgefühl verfügen, dann würden die Leute, die den Irak zerstört haben, zumindest den Anstand haben, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Aber die neokonservativen und die liberalen Imperialisten kennen weder Scham noch Gewissensbisse. Dieselben Falken und „humanitären“ Interventionisten, die auf die Invasion des Irak drängten, haben die letzten beiden Jahre damit zugebracht, einen Angriff auf Syrien zu propagieren.

 

 

 

 

Diese manischen Kriegstreiber wollen, dass wir uns vom Irak abwenden, um uns auf das nächste Land des Nahen Osten zu konzentrieren, das auf ihrer Abschussliste steht. Doch wir sollten uns niemals vom Irak abwenden, solange diejenigen nicht auf der Anklagebank sitzen, die das Land zerstört haben. Das Chaos und Blutvergießen, das wir heute im Irak erleben, ist eine direkte Konsequenz der destabilisierenden und zerstörerischen Neocon-Politik der USA und Großbritanniens. Diejenigen, die für das schwerste internationale Verbrechen, das Führen eines Angriffskrieges gegen einen souveränen Staat, verantwortlich sind, müssen für das enorme Ausmaß menschlichen Leidens zur Verantwortung gezogen werden, das sie verursacht haben. {Quelle: www.hintergrund.de – Von NEIL CLARK, 2. Oktober 2013 – Übersetzung und Bearbeitung: Der Artikel erschien im Original am 1. Oktober 2013 unter dem Titel Iraq: The Greatest ‘Non-story’ of the Modern Era bei Information Clearinghouse. Der britische Journalist und Autor Neil Clark schreibt regelmäßig unter anderem für den Guardian, den Morning Star und den Daily Express. Er ist Mitbegründer und Präsident der „Campaign for Public Ownership“, die sich für eine Umkehr der in Großbritannien während der letzten Jahrzehnte betriebenen neoliberalen Privatisierungspolitik einsetzt. Clark betreibt das preisgekrönte Blog www.neilclark66.blogspot.de}.

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

Eine außergewöhnliche Sichtweise, der wir uns anschließen können, weil es die Wahrheit ist. Der Irakkrieg fand unter falschen Voraussetzungen statt. Eine UN-Resolution für einen Angriff auf den Irak hat es nicht gegeben. Die USA in der Person des damaligen US-Präsidenten Bush und seine Handlanger, u. a. dem britischen Premier Blair haben auf eigene Faust mit erlogenen Beweisen diesen Krieg geführt. Getroffen wurde Saddam Hussein – wie Assad, der Baath-Partei zugehörig -, aber mit ihm Tausende von irakischen Menschen. Leider wird in diesem Bericht nicht die Rolle des Islam-Geschwister-Zwists geschildert. Die USA und GB haben in Irak großes Unrecht und zugleich großes Chaos angerichtet. Dieses Chaos war jedoch vorauszusehen, da im Irak mehrere rivalisierende Menschengruppen, nämlich Sunniten, Schiiten, die größe Religionsgruppe im Irak, und die Kurden nicht zur Ruhe kommen.

 

Aber sind für die desolaten Zustände im Post-Irak wirklich allein die Westmächte verantwortlich?

 

 

Ja, und im kleinen Widerspruch zum obigen Artikel, nein.

 

Ja, weil sie die Voraussetzungen geschaffen haben für einen jetzt offen ausgetragenen Konflikt, den Saddam Hussein erfolgreich unter der Decke halten konnte. Dabei war er ganz Diktator und hat durch seine Chemiewaffen-Angriffe auf Iran und  im Angriff auf Kuwait selbst massiv dazu beigetragen, dass sein Image immer schlechter wurde und sich zu einem Verbrecher gemausert hatte, der sich zu einer Gefahr für die Nachbarstaaten entwickelte. Allerdings wurde Hussein zeitweise durch diejenigen unterstützt, die ihn später beerdigen sollten. Die USA und Frankreich unterstützten Hussein massiv. Auch hier wird wieder die Salami-Taktik des Westens deutlich. Unterstützung nur solange, wie es den Westmächten genehm ist und dann das sang- und klanglose Fallenlassen der ehemaligen Diktatoren. Nein, weil der islamische Urkonflikt zwischen Schiiten und Sunniten der Islam selbst zu verantworten hat. Wir dürfen nicht in allem dem Westen die Schuld geben. Der Islam trägt Verantwortung für den Frieden, den er hier und auch in anderen islamischen Ländern nicht erreichen kann, im Irak ist es ein reiner Konfessionsstreit, erinnernd an den 30-jährigen Krieg zwischen Katholiken und Protestanten in Europa, der mit Mitteln ausgeführt wird, die kaum bekämpfbar sind, nämlich mit Mitteln des Terrors.  Terroristen sind mit den Mitteln von Polizei und Armee niemals 100prozentig bekämpfbar.

 

Zur Rolle der damals Verantwortlichen des Westens können wir uns vertrauensvoll dem Inhalt obigen Artikels anschließen. Die Gerechtigkeit hat hier offensichtlich versagt. Unterstützung nach „Kassenlage“, Unterstützung nach Gutsherrenart von Diktatoren sind die Merkmale heuchlerischer westlicher Politik, die ohne mit der Wimper zu zucken fallen gelassen werden, wenn sie nicht mehr in das Konzept des westlichen Gutsherrenartdenkens passen.  Dann holt der Westen, allen voran die USA den Weltsheriffstern hervor und sieht sich zum Wohl aller Völker zum militärischen Handeln ganz wie im ehemaligen Wilden Westen genötigt. Offensichtlich ist dem Westen die Beweislage egal für militärische Angriffe, deutlich am Irakkrieg und deutlich an der Absicht Obamas in Syrien militärisch anzugreifen, obwohl die Beweislage, dass die Syrische Armee des Assad den Giftgaseinsatz gestartet hat, mehr als dünn war und nicht zuletzt die Angriffe auf Libyen, welches nach dem Sturz Ghaddafis in  islamistischen Warlordhänden befindet und nicht zur Ruhe kommt. Auch wieder ein zweifelhafter Erfolg mehr für die westliche Allianz. 

 

 

 Der Westen wird sich auf Dauer fragen lassen müssen,

ob es Recht ist,

sich überall einzumischen ohne die Bevölkerungen der entsprechenden Länder überhaupt anzuhören.

 

Er wird sich fragen lassen müssen, ob es sinnvoll ist,

in islamischen Ländern die Demokratie einzuführen, da diese Staatsform diejenige ist,

die dem Islam am meisten widerspricht. Aufoktroyierung von Demokratie  von außen ist einfach nicht möglich in Staaten,

in denen das Gehorsamsprinzip der Religion so stark ausgeprägt ist wie im Islam.

 

 

One Response to “KoG: Der Irak und das große Schweigen!”

  1. Emanuel Says:

    Hier mal eine kleine Unterbrechung des „großen Schweigens“ Hat zwar nur mittelbar mit obigem Thema zu tun … aber immerhin .

    Aus RIA Novosti von heute – Man beachte mal die Wortwahl des russischen Senders !!!!!!

    „Der Iran steht selber bei der Weltgemeinschaft im Verdacht, unter dem Deckmantel seines Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln.“

    Die schreiben es , das Wort tatsächlich und ohne Anführungsstriche !!! „WELTGEMEINSCHAFT“

    Ich kenne so eine Gemeinschaft nicht! Ist hier jemand, der so etwas kennt ??????

    http://de.ria.ru/politics/20131006/267018746.html


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