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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Al-Furkan Gemeinschaft Do. verbreitet gefährliches Buch von Sayyid Qutb 29. September 2013

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 17:48

 

 

Die vom Landesamt für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen (LfV-NRW) als „salafistische Organisation“ eingestufte al-Furkan Gemeinschaft in Dortmund verbreitet auf ihrer Internetpräsenz seit 17.09.2013 eine Unterrichtsreihe auf YouTube zu den Lehren des Buches „maʿālim fi ṭ-ṭarīq – Zeichen auf dem Weg, auch: Meilensteine“ von Sayid Qutb:

 

 

http://www.wdr.de/studio/dortmund/serien/themadestages/2013/09/Salafismus.html 

http://www.darulilm.de/unserislam/?p=125

 

 

Sayyid Qutb ist der am 29.08.1966 hingerichtete und bis heute wirkmächtige tehoretische Vordenker der Ikhwan Muslimin (Muslimbruderschaft), der auch als einer der geistigen Vordenker des modernen gewaltsamen Dschihadismus von Gruppen wie dem adaptiven Netzwerk al Qaida und den extremen Takfiris gelten kann. Anhänger der Lehren von Qutb werden als Qutbiyyun bezeichnet. Neben „Die unterschlagene Pflicht“ von Abdessalam Faraj, „Die Verteidigung der islamischen Länder als höchste individuelle Pflicht“ von Abdullah Yusuf ‚Azzam und „Jihad in Islam“ von Abu l-A’la al-Maududi gibt es kaum eine Schrift, die in deutscher Übersetzung seit Jahren in dschihadistischen Kreisen so häufig diskutiert und zitiert wird wie Zeichen auf dem Weg. Qutb war durch einen mehrjährigen Aufenthalt in den USA und der Verfolgung der Ikhwan durch das Regime von an-Nasr geprägt worden und wandelte sich von einem begabten Intellektuellen zu einem strenggläubigen, aktiven Muslim, der bis heute der wichtigste radikale Denker der modernen islamischen Welt ist (Peter Heine).

 

Ebenso ist der Beitrag von Qutb für das Verständnis des modernen sunnitischen Islamismus in der gesamten muslimischen Welt von zentraler Bedeutung, obgleich er selbst vor allem durch seinen spezifisch ägyptischen Hintergrund geprägt wurde (Gilles Kepel). Grob gefasst ging Qutb in seiner Schrift Zeichen auf dem Weg (die nur mit dem Koran argumentiert) vom Zustand der vorislamischen Barbarei (ǧāhiliyyah) aus, da nicht hakimiyya (Souverenität Allahs in Form der einzig erlaubten Anbetung von ihm, da  Islam die reinste Form des Monotheismus ist) gilt, sondern in der Moderne ubudiyya (Anbetung von ṭāġūt, [Götzen wie Nation, Staat, Parteien] ) besteht. Um diesen Zustand zu beenden greift Qutb auf die Enstehungsphase des Islam als politisch-religiöse Reofrmbwegung zurück, da die wichtigste Mission des Islam für ihn als als anti-modernistische Bewegung in der Veränderung der bestehenden Verhältnisse besteht.

 

 

Aufgrund der gegebenen Verhältnisse entwirft Qutb in Zeichen auf dem Weg die Theorie eine sich als Avantgarde begreifenden Gruppe von Muslimen, die dem Vorbild des Religionsstifters Muhammad (in der Auseinandersetzung mit den Qurayš in Makka) folgend die jetzt bestehende (ägyptische) Gesellschaft in den Unglauben entlässt und den Auszug aus dieser vollzieht [Konzept von at-Takfīr wa-l-Hiǧra ]. Das Ziel dieser Avantgarde soll die Wiederherstellung von hakimiyya sein, da der Mensch nur in diesem Zustand nicht nur in einer gerechten Gesellschaftsordnung (Nizam Islami) leben kann, sondern auch (auf Grundlage eines reduktionistischen Freiheitsbegriffes) nur durch die alleinige Anbetung Allahs Freiheit erlangt, da hier kein Mensch durch einen anderen oder durch seine eigenen Begierden versklavt wird, wenn die hakimiyya wieder hergestellt und die vorislamische Barbarei beseitig wird, da letzten Endes nur udubiyya gegenüber Allah existieren kann. Auch wenn sich Qutb in Zeichen auf dem Weg nicht eindeutig für den bewaffneten Dschihadismus zur Zielerreichung ausspricht, so sind seine revolutionären und gegen die Souverenität des Menschen in all seinen Formen und Systemen ausgearbeiteten und für Interpretationen offenen Gedankengänge geeigent, den Weg in den gewaltsamen Dschihadismus zu ebnen.

 

So gründete der Landwirtschaftsingenieur und Muslimbruder Shukri Ahmad Mustafa in der Nachfolge von Qutb  ca. 1973  mit at-Takfīr wa-l-Hiǧra eine extreme salafistisch-dschihadistische Gruppierung als Abspaltung von der Ichwan Muslimin, die aus der Gesellschaft ausgezogen war und den Dschihad gegen den ägyptischen Staat betrieb, bis die Gruppe zerschlagen und Mustafa 1978 hingerichtet wurde. Zu den als extem eingestuften Takfiris sollen auch die Attentäter von Madrid 2004 gehört haben. Derzeit üben Takfiris auch den gewaltsamen Dschihad in Syrien aus:

http://www.presstv.ir/detail/2013/08/26/320508/clip-shows-takfiri-brutality-in-syria/

 

 

Somit fragt sich somit, welches Islamverständnis die al-Furkan Gemeinschaft propagiert und verbreitet. Dies umso mehr, als man in der Selbstdarstellung von al-Furkan als letzten Punkt folgendes finden kann: Bezeichnet die Furkan Gemeinschaft jedes Staatsoberhaupt, welches nicht mit Allahs Offenbarung richtet, als Kafir? Unter einigen Muslimen wird die Ansicht vertreten, dass jedes Staatsoberhaupt, welches nicht mit der Offenbarung Allahs richtet, ein Kafir ist und dass der Takfir auf solch ein Staatsoberhaupt Pflicht sei, gleichgültig, wie sein Zustand ist. Als Beleg für ihre Ansicht nennen sie folgende Ayah: Und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat – das sind die Ungläubigen“ [Surah Al-Ma’ida 5:44]. Es muss festgestellt werden, dass sich diese Ayah auf jeden Muslim bezieht, und nicht nur auf Präsidenten und Oberhäupter. Die Furkan Gemeinschaft ist der Überzeugung, dass man nicht auf jedes Staatsoberhaupt Takfir machen kann, ohne die Umstände zu berücksichtigen. Ob ein Staatsoberhaupt Kafir wird, kann sich von Fall zu Fall unterscheiden. Ein Staatsoberhaupt, welcher nicht daran glaubt, dass er nach dem Islam richten muss und dass er eine gewaltige Sünde auf sich zieht, ist kein Muslim. Solch einer ist ein Kafir, der sich von Islam abgewendet hat.

 

Allah sagt aber auch:

Und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat – das sind die Ungerechten“ [Surah Al-Ma’ida 5:45].

Und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat – das sind die Frevler“ [Surah Al-Ma’ida 5:47].

 

Es mag sein, dass ein Staatsoberhaupt daran Iman hat, dass er mit der Offenbarung Allahs richten muss, aber dies aufgrund von Schwäche und Angst nicht durchsetzen kann. Solch eine Person und die erstgenannte Person sind nicht gleich. Die erste Person ist ein Kafir, und die zweite Person ist kein Kafir. Ihre Abrechnung liegt bei Allah. Die Furkan Gemeinschaft unterscheidet von Fall zu Fall und befasst sich nicht mit dem Takfir auf Einzelpersonen. Womit wir uns aber befassen, ist, wie wir eine islamische Zivilisation nach der Sunnah des Propheten herstellen können, die ein Oberhaupt hat, der die Menschen jeglicher Religionen gerecht behandelt und die Menschheit mit dem Licht des Islams leitet.

Quelle: http://www.darulilm.de/unserislam/?page_id=11

Copyright und alle Rechte: al-Furkan Gesellschaft

 

Es fragt sich, ob das Ziel von al-Furkan auf die Überwindung der hier herrschenden Trennung von politischer und religiöser Sphäre gerichtet ist, um im Sinne von Sayyid Qutb der hakimiyya Geltung zu verschaffen, wenn der deutsche Staat und die hier geltende freiheitliche und wertepluralistische Vefassungsordnung Götzen für al-Furkan darstellen sollten, die abgeschafft gehören, um eine Nizam Islami zu errichten. Ebenso besteht eine problematische Sichtweise in der Bezeichung eines Staatsoberhauptes als „Kafir“ (Ungläubiger), da dieses Takfir gegen diesen erlaubt, womit auch die Erlaubnis verbunden ist, ihn zu töten, da er nicht mehr zum Islam gehört. Ein Beispiel dafür ist die Ermordung von Anwar as-Sadat am 06.10.1981 durch eine dschihadistische Splitterguppe, da as-Sadat als „Pharao“ und Sinnbild für die ǧāhiliyyah angesehen wurde. Sollten sich bestehende Anhaltspunkt für ein solches Islamverständis bestätigen, wäre die Einstufung der al-Furkan Gemeinschaft durch das LfV-NRW als islamistische Organistaion als gerechtfertigt anzusehen. Dies umso mehr, als al-Furkan eine bundesweite Ausdehnung anstrebt.

 

Von Dr. Thomas Tartsch

 

 

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