kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Wo es Islam gibt: In Russland nehmen Spannungen zwischen Muslimen und Christen zu 13. September 2013

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 14:35

 

Russlands „Islamisierung“ bis Ende des 21. Jahrhunderts befürchtet

 

 

In Russland steigt die Zahl der Muslime derzeit stark an.

Unter den Migranten sind auch islamische Fundamentalisten,

die politische Unruhen schürten und Spannungen zwischen Christen und Muslimen verursachten.

Der russisch-orthodoxe Metropolit Hilarion Alfejew wirft der EU Untätigkeit vor.

 
 

 Die Stadtverwaltung von Moskau schätzt, dass derzeit etwa 10 Prozent der rund 12 Millionen Moskauer Bürger Muslime sind. Die Muslime forderten daher den Bau neuer Moscheen in der Stadt. Das berichtet Michael Rutz in der Zeit-Beilage Christ und Welt. Derzeit gebe es demnach für Muslime in Moskau nur insgesamt vier „Gotteshäuser“. Dagegen spricht sich der Moskauer Bürgermeister Sergei Semjonowitsch Sobjan aus. Er vertritt die Auffassung, dass die Masseneinwanderung von Arbeitsmigranten „schädlich“ sei und durch den Bau von Moscheen nicht noch gefördert werden dürfe. Mit seiner Ansicht steht der Bürgermeister nicht allein. Auch die russische Politik betrachte mit „großem Argwohn“ das weitgehend unkontrollierte Vordringen des Islam, berichtet die Zeit-Beilage.

 

 

 

Rasantes Wachstum

 

Mehr als 20 Millionen Gläubige in Russland gehörten dem Islam an. So seien in den vergangenen zwölf Monaten mehr als fünf Millionen Usbeken, Tadschiken, Aserbaidschaner und Kirgisen zur Arbeitssuche nach Russland gekommen.  In diesen Ethnien ist der Islam die vorherrschende Religion, es gibt nur wenige Christen. Mittlerweile mache sich durch die „islamische Migration“ zunehmend Fremdenfeindlichkeit unter der einheimischen Bevölkerung breit. Russen fühlten sich von Islamisten bedroht, da der Isalm auch in Russland seine fundamentalistischen Strömungen nicht in den Griff bekomme. So seien aus der Region Stawropol bereits rund 20 Prozent der Russen weggezogen. Dies sei eine Folge aggressiver islamistischer Übergriffe vor allem durch Wahabiten und Salafisten, die aus dem Golfstaat Katar direkt gefördert würden.

 

 

 

 

 

Russen haben Angst vor Islamisten

Vor den islamischen Fundamentalisten hätten auch die russischen Christen Angst. Sie fürchteten sich vor Anschlägen und politischen Unruhen, die die Islamisten schürten. Der russisch-orthodoxe Metropolit Hilarion Alfejew vertritt die Auffassung, „dagegen müsse man sich stärker wehren“. Einig sind sich Kirchenführer und Politker darin, dass auch demografische Faktoren das Erstarken des Islam in Russland befördern. So seien die Geburtenraten der muslimischen Völker Russlands höher als die der Russen und christlichen Völker. So sehen letztlich einige russisch-orthodoxe Nationalisten die Gefahr, Russland könne bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mehrheitlich „isalmisiert“ sein.

 

 

EU untätig bei Christenverfolgung

Hilarion Alfejew erhob auch Vorwürfe gegen europäische Regierungen. Er registriere eine Unempfindlichkeit, mit der der Westen der Christenverfolgung „überall“ zuschaue. Zudem förderten europäische Regierungen bei Regierungswechseln im Nahen Osten oft die Falschen und verhelfe radikalen Islamisten an die Macht. Die hätten die Absicht, das Christentum zu vernichten.

 Er führt als Beispiel die Kopten in Ägypten an.

Diese würden von „Banditen“ ermordet.

Eine Reaktion der europäischen Regierungen darauf gebe es nicht.

Der Europäischen Union wirft er vor, gegen die Christenverfolgung nichts zu tun und nur Resolutionen zu beschließen.

 

 

 

 

 

„Liberaler“ Hanafi-Islam als religiöse Leitlinie

Nun sieht sich die russische Politik in der Verantwortung und sucht nach Wegen für ein spannungsfreies Zusammenleben mit den muslimischen Einwanderern. Als Beispiel für ein gelingendes Zusammenleben zwischen Muslimen und Orthodoxen führt der Artikel Tatarstan an. Dort bekennen sich mehr als 60 Prozent der Bevölkerung zum Islam, die russische Orthodoxie sei hier in der Minderheit. Dennoch stünden hier Moscheen und Kathedralen friedlich nebeneinander. Kamil Samigullin, Großmufti in Tatarstan, sieht seine Aufgabe darin, seine Religion vor inneren Konflikten zu bewahren. So brächten Einwanderer auch in Tartastan aggressive Spielarten des Islam mit. Samigullin setzt auf eine genau kontrollierte Imam-Ausbildung die den liberalen Hanafi-Islam zur religiösen Leitlinie mache und diesen von „Staats wegen durchsetzt“. Alle Imame des Landes erhielten Zeitschriften in tatarischer Sprache, die auch fertige Freitagspredigten enthielten. Ein islamischer Fernsehsender soll demnächst zur islamischen Einheit Tatarstans beitragen. Samigullin vertritt die Auffassung, dass man den Islamismus nur in den Griff bekomme, wenn alle Muslime wüssten, woran sie sich zu halten hätten. Dazu empfiehlt er eine zentrale Leitung, Auswahl nur einer einzigen islamischen Rechtsschule mit friedlicher Dogmenlehre und die Anerkennung nur eines einzigen obersten Mufti durch den Staat. Samigulli ist der Auffassung, dass alle an Gott glaubten, aber eben auf verschiedene Weise. Daher sei der Streit zwischen den Religionen entbehrlich. {Quelle: www.pro-medienmagazin.de}

 

 

 

 

 

Sanfter Mufti mit harter Hand

 

Der Islam breitet sich aus in Putins Reich.

Die Spannungen zwischen Muslimen und Christen nehmen zu,

auch in der Hauptstadt.

In der autonomen Republik Tatarstan, 800 Kilometer östlich von Moskau, suchen Politiker und Imame nach Wegen zu einem friedlichen Miteinander der Religionen.

Taugt das „Kasaner Modell“ auch für den Westen?

 

Wenn Imam Ilfar Chasa now durch seine Moschee auf dem Burgberg in Kasan führt, ist sein Stolz nicht zu überhören. Die schönste Moschee Russlands, sagt er, haben sie hier in der Hauptstadt Tatarstans errichtet und 2005, als Kasan 1000 Jahre alt wurde, eingeweiht. Die Minarette des schlanken weißen Gebäudes mit dem türkis Dach leuchten weithin, 58 Meter hoch ragen sie in den Himmel über Kasan. Die Kul-Scharif-Moschee gilt als Prunkstück islamischer Kirchenbaukunst. Alles ist prachtvoll: die Architektur; der Teppich, ein Geschenk der Islamischen Republik Iran; die riesigen Kristalllüster aus Tschechien; Marmor und Granit aus dem Ural und anderes kostbares Steinzeug für die Mosaiken, die Wände und Kuppel zieren. Vielfarbige Dekorationen sind zu sehen, auch Suren des Korans; Ilfar Chasanow liest sie vor: Diese Schönheit, sagt er, sei jedermann zugänglich, ein muslimisches Gotteshaus sei offen für alle Gläubigen, in Tatarstan lebe man mit allen Religionen in schönstem Frieden. Das freilich ist nicht überall in Russland so. Mit großem Argwohn betrachtet die russische Politik das weitgehend unkontrollierte Vordringen des Islam, vor allem in den Städten. Allein in den letzten zwölf Monaten brachen mehr als fünf Millionen Usbeken, Tadschiken, Aserbaidschaner und Kirgisen zur Arbeitssuche nach Russland auf, Zündstoff mittlerweile in allen Kommunen. Schon macht sich unter der einheimischen Bevölkerung durch die islamische Migration zunehmende Fremdenfeindlichkeit breit. Aus der Region Stawropol sind bereits 20 Prozent der russischen Bevölkerung weggezogen, weil die Russen sich von Islamisten bedroht fühlen. Ähnliches geschah in Dagestan. Immer wieder sind solche Ereignisse eine Folge aggressiver islamistischer Übergriffe vor allem der Wahhabiten und Salafisten, die – aus dem Golfstaat Katar direkt gefördertin vielen Regionen Russlands an Boden gewinnen.

 

Die Frage, wie man mit den islamischen Migranten umgeht, ist daher längst zum politischen Zankapfel avanciert. In Moskau macht sich die Migration am stärksten bemerkbar. Etwa zehn% der zwölf Millionen Einwohner der Stadt seien Muslime, schätzt die Stadtverwaltung, und für sie gibt es gerade einmal vier Moscheen. Deshalb fordern die Muslime den Bau neuer islamischer Gotteshäuser. Das stößt nicht nur auf den Widerstand der Bevölkerung und der russischen Nationalisten, sondern auch auf den des Bürgermeisters der Stadt, Sergei Semjonowitsch Sobjanin. Die Masseneinwanderung von Arbeitsmigranten sei, so Sobjanin, „schädlich“ und dürfe durch den Bau von Moscheen nicht noch gefördert werden. Zudem seien viele dieser Menschen weder russische Staatsbürger noch gemeldete Einwohner Moskaus. Deshalb sollen nun erst einmal Gebetsplätze in den Stadtparks eingerichtet werden, hundert an der Zahl. Moskaus Muslime sind mit dieser Behandlung nicht einverstanden. Um sich herum sehen sie Hunderte neuer Kirchen der russischen Orthodoxie entstehen und verlangen für ihre Religion gleiches Recht. Die Spannungen wachsen, weshalb überall in Russland Politiker mit großer Anstrengung nach Wegen suchen, in den altrussischen Gebieten ein spannungsfreies Zusammenleben mit muslimischen Einwanderern zu ermöglich. Auch in der Stadtverwaltung Moskaus kümmert sich eine eigene Abteilung darum, weltweit nach vorbildlichen Modellen zu forschen, die sich vor Ort übernehmen ließen.

 

Die Experten müssen sich beeilen. Denn der Islam entwickelt sich stürmisch in Russland. Mehr als 20 Millionen Gläubige hängen der Religion an, am stärksten ist sie im Nordkaukasus, an der mittleren Wolga und im Ural. Auch die russische Orthodoxie begegnet dem Islam nicht ohne Argwohn, da er vor allem im südlichen Mittelasien und im Nahen Osten und durch die Migration eben auch in Russland seine fundamentalistischen Strömungen nicht in den Griff bekommt. Vor diesen Fundamentalisten haben auch russische Christen Angst: vor ihren Anschlägen, vor ihren physischen Attacken, vor der politischen Unruhe, die sie schüren. Dagegen müsse man sich stärker wehren, sagt Metropolit Hilarion Alfejew, der Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats. Politiker wie Kirchenführer sehen die demografischen Faktoren für das Erstarken des Islam in Russland. Die Geburtenrate der muslimischen Völker Russlands ist höher als die der Russen und christlichen Völker. Trotz Krieg soll seit der Unabhängigkeit Russlands die Zahl der Tschetschenen um 50% gestiegen sein, die der Lesgier um 60%, die der Inguschen sogar um 90%, alles islamische Ethnien. Zugleich schrumpft die russische Bevölkerung, weshalb einige russisch-orthodoxe Nationalisten die Gefahr einer wesentlichen Verschiebung der religiösen und ethnischen Gewichte beschwören.

 

Zum Ende des 21. Jahrhunderts,

sagen sie,

könnte Russland mehrheitlich „islamisiert“ sein.

 

Wäre das der Beginn von Christenpogromen? Um das zu verhindern, müsse man außenpolitisch dort tätig werden, wo der fundamentalistische Islam seine Quellen hat, sagt Metropolit Hilarion. Entsetzt registriert er die Unempfindlichkeit, mit der der Westen der Christenverfolgung überall zuschaut. Die europäischen Regierungen förderten bei den Regimewechseln im Nahen Osten oft die Falschen, „und immer kommen dann radikale Islamisten an die Macht, die das Christentum vernichten“, in Ägypten müssten das nun die Kopten erleben. Banditen mordeten die Christen, „jedes Mal höre ich als Antwort nur Schweigen.“ Auch die Gremien der Europäischen Union, so Hilarion, „beschließen nur Resolutionen, tun aber nichts“.

 

 

 

360° Panorama: Russische Kapelle – russisch-orthodoxe Allerheiligen-Kirche in Bad Homburg

3d-top-event.info

 

 

 

Moschee und Kathedrale stehen einträchtig beieinander

 

Christenverfolgung – so weit soll es in Russland nicht kommen. Ein toleranter, disziplinierter Islam ist das Ziel, und deshalb soll es möglichst überall sein wie in Tatarstan. Das dortige Modell lässt sich am eindrucksvollsten in Kasan studieren, der Hauptstadt der autonomen Republik an der Wolga 800 Kilometer östlich von Moskau. Seit mehr als tausend Jahren ist dort der Hanafi-Islam zu Hause, ein gemäßigter sunnitischer Islam, der Glaubensüberzeugungen und konkrete Staatlichkeit auf friedliche Weise zu verbinden weiß. Die Stadt hat sich deshalb zum politischen und auch theologischen Zentrum des russischen Islam entwickelt. In Kasan entstanden viele bedeutende islamische Schriften und auch – vor 226 Jahren mit Unterstützung der Zarin Katharina II. – der erste Koran in Buchform. „Der Koran“, so sagt der Kasaner Großmufti Kamil Samigullin stolz, wurde in der arabischen Welt offenbart, in Ägypten gelesen, in Istanbul abgeschrieben und in Kasan gedruckt.“ Kamil Samigullin ist die zentrale Figur des islamischen Tatarstan.

 

Mehr als 60% der 3,7 Millionen Tataren bekennen sich heute zu dieser Religion, die russische Orthodoxie ist hier drastisch in der Minderheit.

 

Daher rührt das große Selbstbewusstsein der Muslime, das sich vor allem in der raschen Expansion islamischer Sichtbarkeit im Lande niederschlägt: 20 Moscheen hatte Tatarstan noch vor 25 Jahren, heute sind es 1.500. Seit die Kul-Scharif-Moschee auf dem Burgberg, dem Kreml von Kasan, steht, hat dieses Selbstbewusstsein der tatarischen Muslime ein deutliches Fundament. Die Moschee wurde an der Stelle erbaut, an der Iwan IV. („der Schreckliche“) 1552 nach der Eroberung des Khanats Kasan die damalige Moschee schleifen ließ, um ein paar Schritte weiter – auf der anderen Seite des Präsidentenpalastes – die nicht minder prachtvolle orthodoxe Mariä-Verkündigungs-Kathedrale zu errichten, zum Zeichen der nach der Eroberung beabsichtigten Dominanz der Orthodoxie. Tataren sollten künftig nur noch Zwischenhändler sein zwischen dem Zarenreich und Mittelasien, das man 1732 zu erobern begann.

 

Heute stehen Moschee und Kathedrale einträchtig beieinander, baulich wie religiös ein Weltkulturerbe. Der Kasaner Kreml symbolisiert das friedliche Zusammenleben der Religionen, das auf lange Traditionen und eingeübte Mechanismen gründet und um dessen Zerbrechlichkeit dennoch jeder weiß. Konflikte zwischen den Religionen gebe es hier nicht, versichert Kamil Samigullin, der als oberster Mufti der muslimischen Leitung der Republik Tatarstan vorsitzt. Sein Problem ist es momentan eher, die eigene Religion zusammenzuhalten und vor inneren Konflikten zu bewahren in Zeiten, in denen die weltweite Migration auch vor Tatarstan nicht haltmacht: Aus vielen Ländern Mittelasiens, aus dem Kaukasus, aus Tadschikistan, Usbekistan, Aserbaidschan, aber auch aus Afrika und Arabien strömen Einwanderer nach Tatarstan, sie bringen auch hier aggressive Spielarten des Islam mit. Das haben die Muslime erst kürzlich zu spüren bekommen. Vor Jahresfrist verletzten islamistische Terroristen den damaligen Großmufti Ildus Faisow und töteten seinen Stellvertreter. Dergleichen soll nicht wieder vorkommen, der innerislamische Streit soll keine Breite gewinnen. Auch deshalb wird die innerislamische „Symphonie“ mit harter Hand erzwungen, indem man den liberalen Hanafi-Islam zur religiösen Leitlinie macht und ihn auch von Staats wegen durchsetzt.

 

Das geschieht vor allem über eine genau kontrollierte Imam-Ausbildung. Zentrale Institution ist hier die Russisch-Islamische Universität in Kasan, die Ableger („Medressen“) in Mittelasien und auch in Istanbul unterhält. Drei Institutionen waren 1998 an der Universitätsgründung beteiligt: der Rat der Muftis Russlands, die geistliche Verwaltung der Muslime Tatarstans und das Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften. Seither kann man an dieser Hochschule Islamwissenschaften, den Koran, Arabisch oder auch weltliche Wissenschaften studieren. Auch die Studenten, die von Auslandsstudien aus schiitischen Ländern wie etwa Saudi-Arabien zurückkehren, werden dort auf ihre Zuverlässigkeit überprüft. In ihrem geistlichen Alltag werden die Imame an der kurzen Leine geführt; sie werden auf eine einheitliche Koranexegese und auf eine unmissverständliche Dogmatik verpflichtet. Alle Imame des Landes erhalten von der zentralen muslimischen Leitung regelmäßig Zeitschriften in tatarischer Sprache. Darin sind auch die schon fertigen Freitagspredigten enthalten. Dass Imame ihre eigenen Predigten schreiben, ist Kamil Samigullin auch deshalb zu riskant, weil viele der älteren Geistlichen keine gute Ausbildung hätten. Die sei, sagt der Großmufti, erst nach der Wende 1989 möglich geworden. Demnächst soll auch ein eigener muslimischer Fernsehsender die islamische Einheit in Tatarstan festigen.

 

Zentrale Leitung, Auswahl nur einer einzigen islamischen Rechtsschule mit einer klaren und friedlichen Dogmenlehre, exklusive Anerkennung dieser Zentralinstanz und nur eines obersten Mufti durch den Staat – dieses „Friedensprinzip“ empfiehlt Samigullin auch dem Rest der Republik und ebenfalls dem Westen, so, wie es das in Österreich schon einmal gegeben hat, als die Donaumonarchie auf dem Balkan in islamische Regionen vordrang. Man bekomme den Islamismus nur in den Griff, wenn alle Muslime wüssten, woran sie sich halten müssten. Dann bräuchten weltliche Rechtssysteme auch keine Angst vor der Scharia zu haben, meint Samigullin. Die wirke, hanafitisch, wohlverstanden, „nur als moralische Kraft“ und vermittle in Eheangelegenheiten oder Erbstreitigkeiten. Bei aller Weltoffenheit und Toleranz: Moralisch und sozialpolitisch wollen die Imame Tatarstan dennoch prägen. Doch wenn sie politisch agieren, geschieht das oft gemeinsam mit Geistlichen der Orthodoxie. Zuletzt wandten sie sich zusammen an die Politik, als die Gaspreise für einfache Bürger Tatarstans unerschwinglich wurden. Natürlich haben die Religionen auch verbindende Interessen, etwa wenn es um das Kircheneigentum geht, das unter kommunistischer Herrschaft konfisziert worden war und dessen Rückgabe erst ein Bundesgesetz im Jahre 2010 regelte. Streit zwischen den Religionen findet der Großmufti entbehrlich. Eigentlich ist der Islam eine Liebesreligion. Allah hat Abraham zu seinem Freund gemacht; Moses war der Mensch, mit dem Gott sprach; Jesus war der Mensch, dem Gott die Seele gab. Und Mohammed war der geliebte Prophet von Allah„, erläutert Samigullin. Davon abgesehen sei das mit den verschiedenen Religionen im Grunde ganz einfach: „Wir glauben alle an Gott, auf verschiedene Weise, aber wir glauben alle an einen Gott.“ {Quelle: www.zeit.deDer Artikel ist ursprünglich in Christ und Welt erschienen. – Von Michael Rutz}

 

 

2 Responses to “Wo es Islam gibt: In Russland nehmen Spannungen zwischen Muslimen und Christen zu”

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG Says:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Wer das Leben kennt, der weiß, es gibt ein Danach! Und wer das Leben kennt, der liebt auch die Güte einer Mutter, die Freiheit zu leben und Geschwister zu haben, die in den Nachbarn Freundschaft haben und so ein Reich aufbauen, das Paradies ist danach nicht weit! Und siehe die Zeiten nach Christi Geburt, es ist nicht viel, bis zum Ramba Zamba Tag, die Hand des Schöpfer wird es richten! Weg vom Geld und hin zur Einheit im Leben! Und doch, die Seelen, sie bringen das Licht, ewig für einen Menschen und ewig für unsere Nachfahren! Glück Auf, meine Heimat, nicht vergessend, das es auch die Nacht gibt!

    • LourDesMarie Says:

      Vorgeschichte[Bearbeiten]Im 9. Jahrhundert fielen die Magyaren in den Kaukasus ein und begründeten dort ein magyarisches Herrschaftsgebiet.

      Im 10. Jahrhundert gehörte das Gebiet zu den christlichen Königreichen Georgien und Armenien. Die südlichen Regionen wurden von Persien beherrscht.

      Im 11. Jahrhundert fielen die türkischen Seldschuken im Kaukasus ein und setzten verschiedene Atabegs zur Verwaltung der Region ein. Diese gründeten nach dem Untergang des „Großseldschukischen Reiches“ eigenständige Reiche.

      Mongolenzeit ]Zwischen 1219 und 1223 überfielen die Mongolen Dschingis Khans mehrfach die Kaukasusregion und gliederten diese schließlich ab 1243 in die spätere Goldenen Horde ein. De facto wurde die Region jedoch ab 1260 von den Herrschern der Nogaier-Horde autonom regiert. Im 13. und 14. Jahrhundert ließen sich auch zahlreiche Mongolen und Teile der zentralasiatischen Turkvölker in der Region nieder und diese wurden dann von der einheimischen Vorbevölkerung kulturell assimiliert. Doch setzte sich bei Teilen der kaukasischen Bevölkerung später türkische Sprachen durch.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Kaukasus-Tataren

      Woher kommen in Tatarstan die heutigen Radikalen?

      Das ist ein gesamtstaatliches Problem. Zu uns kommen Menschen, vor allem Gastarbeiter, die in Tadschikistan, in Usbekistan, in Kirgisien und in Kasachstan Anhänger radikaler Anschauungen waren. Ihre Einreise nach Russland wird von Niemandem kontrolliert – das war ja früher alles ein Land und es gab keine Grenzen. In Tatarstan habe ich bei den Auftritten von Radikalen viele Menschen mit dem schwarzen Banner der Kalifate gesehen – und das waren weder Tataren noch Russen, sondern Tadschiken und Usbeken. Ein Einreiseverbot aus den Ländern Mittelasiens ist dabei keine Lösung des Problems. Die Aufgabe ist komplexer.

      Tadschikistan könnte zum Beispiel schon bald zum Zentrum des radikalen Islams werden. Das Land „flirtet“ bereits mit Katar, dem größten Unterstützer radikaler islamischer Ideen in verschiedensten Ländern der Welt. Katar hat zum Beispiel Dutzende Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur im Umland von Paris gesteckt. Die Immigranten aus muslimischen Ländern werden in Paris von Predigern aus Katar bearbeitet. Das kann auch uns drohen, denn Katar wendet große Beträge für die Finanzierung von Lehranstalten und die Ausfuhr salafitischer Literatur nach Europa, wie zum Beispiel Spanien, Italien und Frankreich, auf. Solche Probleme kann Russland nicht alleine lösen.

      Wem unterstehen die Muftis, die selbst entscheiden, ob sie die Predigten auf Russisch oder Tatarisch halten?

      Im traditionellen Islam existiert ein klares Schema. Es gibt den gemeinen Imam und Mullah, dieser untersteht dem übergeordneten Geistlichen, welcher seinerseits dem Obermufti untersteht.

      Im radikalen Islam glaubt man, dass der Imam von der Masse gewählt werden muss. Aber die Wahl der Masse ist nicht immer von Verstand und Logik gekennzeichnet
      http://russland-heute.de/gesellschaft/2013/07/10/wir_glauben_alle_an_einen_gott_24863.html


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