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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Händler in Hurghada: „Bitte keine Revolutionen mehr“ 26. August 2013

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 19:30

 

Hurghada im Sommer 2013: bestes Badewetter, leere Strände.

Die Ägypten-Krise trifft die Tourismusindustrie des Landes hart, das bekommen die Souvenirhändler im Ferienort Hurghada zu spüren.

 

Auch bei Alaa al-Din Mahmud herrschen Leere im Laden und Ebbe in der Kasse. Er wünscht sich vor allem eins: Stabilität, damit die Urlauber aus Europa zurückkommen.

 

 

In seinem Geschäft bietet Mahmud Papyrus, Teller und Wasserpfeifen an. Zuletzt...

Es ist erst Mittag, als Alaa al-Din Mahmud sich von seinem Neffen schon zum zweiten Mal die Wasserpfeife anzünden lässt. Zu tun gibt es für Mahmud ohnehin nichts, seinen letzten Kunden hat er vor vier Tagen bedient. Der 33-Jährige führt einen kleinen Souvenirladen in Hurghada. Er verkauft Öle und Parfums auf Naturbasis, Papyruszeichnungen, Schmuck und außerdem allerhand Nippes wie Plüschkamele, Plastiksphinxen und Minipharaonen. Es ist ein Geschäft, wie es Hunderte in dem Badeort am Roten Meer gibt. Mahmud und die anderen Ladeninhaber leiden besonders stark unter der Krise in Ägypten. Wegen der instabilen Lage und der Unruhen in Kairo sind die Touristenzahlen eingebrochen. Im Rekordjahr 2010 kamen noch mehr als 14 Millionen Urlauber nach Ägypten, im Revolutionsjahr darauf sank ihre Zahl um ein Drittel auf unter zehn Millionen. 2012 ging es wieder aufwärts, und auch im ersten Halbjahr 2013 stieg die Zahl der Übernachtungen im Vorjahresvergleich um 13 Prozent. Doch mit den Demonstrationen Ende Juni und dem Putsch gegen Präsident Mohammed Mursi kam der Einbruch – viele Touristen aus Europa haben ihre Reisen nach Ägypten storniert oder sind vorzeitig abgereist. Und jene, die trotzdem ans Rote Meer gekommen sind, bleiben aus Angst vor Unruhen lieber im Hotel. Mahmud versteht das nicht. „Hurghada ist die sicherste Stadt in ganz Ägypten“, sagt er. „Hier stehen alle auf Seiten der Armee, weil nur sie für Sicherheit sorgen kann.“ Er zeigt auf den Zeitungssausschnitt, der in seinem Laden hängt. Militärchef Abd al-Fattah al-Sisi grüßt militärisch von der Wand, Mahmud hofft darauf, dass er dem Land Stabilität zurückbringt.

 

 

 

Entlang der Hauptstraße von Hurghada warten Hunderte Geschäftsleute auf Kunden...

 

 

Ägypter kaufen keine Souvenirs

 

Für den Ladenbesitzer hat die Tourismus-Krise schlimme Folgen. Seit 2000 führt er das Geschäft in Hurghada. Eigentlich kommt er aus Luxor, aber weil dort seit dem Terroranschlag auf den Hatschepsut-Tempel 1997 kaum noch Touristen hinkommen, versuchte Mahmud sein Glück am Roten Meer. In guten Jahren wie 2010 hat er pro Monat im Schnitt 4000 Euro verdient – genug, um seiner Frau und seinem Sohn ein sorgenfreies Leben zu bieten und auch seine drei Neffen zu versorgen, die bei ihm im Laden arbeiten. Im gesamten Juli 2013 hat er etwas mehr als 300 Euro verdient, im August bislang weniger als 200 Euro. Das Hotel an der Uferstraße von Hurghada, dem das Haus mit Mahmuds Laden gehört, hat die sonst übliche Monatsmiete in Höhe von 2000 Euro aus Kulanz halbiert. Doch auch 1000 Euro kann er derzeit nicht aufbringen. Mahmud hofft darauf, dass die deutschen Urlauber nach dem 15. September zurückkehren, wenn Reiseveranstalter wie TUI, Thomas Cook oder Alltours ihre Touren nach Ägypten wieder aufnehmen.

 

Dann will er seine Mietschulden zurückzahlen. Falls nicht, verliert Mahmud nicht nur seinen Laden, sondern auch seine Wohnung direkt über dem Geschäft. Auf drei Zimmern wohnt er dort mit Frau, Sohn und drei Neffen. Das ist eng, der Blick aufs Rote Meer dennoch traumhaft. „Viele Deutsche, die in diesem Sommer trotzdem nach Hurghada gekommen sind, sind schon zum fünften oder sechsten Mal hier. Denen kann ich keine Souvenirs mehr verkaufen. Das haben die alles schon“, sagt Mahmud. Manche Hotels konnten ihre wirtschaftliche Not dadurch lindern, dass sie freigewordene Zimmer an einheimische Reiseveranstalter abgaben. Die Preise sind inzwischen so im Keller, dass sich auch ägyptische Mittelklasse-Familien Badeurlaub in Hurghada leisten können. „Aber die kaufen meine Sachen natürlich auch nicht“, sagt Mahmud.

 

 

 

 

Die Islamisten haben den Tourismus vernachlässigt

 

 

Er wirft dem gestürzten Präsidenten Mursi vor, die Tourismusindustrie völlig vernachlässigt zu haben. Anders als Husni Mubarak, der vorher jahrzehntelang an der Macht war. „Der hat vieles falsch gemacht, aber er hat hier in Hotels, den Flughafen und die Infrastruktur investiert“, sagt Mahmud. „Mursi hatte von alldem keinen Schimmer.“ Stattdessen hätten die Islamisten vorgeschlagen, Hotels zu bauen, in denen männliche und weibliche Gäste getrennt voneinander untergebracht werden sollten. Das habe viele Europäer zusätzlich verunsichert, ist Mahmud überzeugt. Anstatt die zahlungskräftigen Kunden aus Deutschland, Russland oder Skandinavien zu umgarnen, habe der Muslimbruder falsche Prioritäten gesetzt. In Iran habe Mursi um Urlauber geworben. „Iraner!“, sagt Mahmud und schüttelt den Kopf. „Die geben hier doch auch kein Geld aus.“ Er setzt darauf, dass die neue Führung in Kairo das Vertrauen des Westens zurückgewinnen kann. Mahmud wünscht sich Stabilität und Kontinuität für sein Land. Demokratie sei dafür gar nicht so wichtig, die komme eh nicht über Nacht. „Das Letzte, was Ägypten gebrauchen kann, ist noch eine Revolution“, sagt er. „Wenn ich meinen Laden auch jedes Jahr renovieren würde, hätte ich das Geschäft schon längst dichtmachen müssen.“ {Quelle: www.spiegel.de – Aus Hurghada berichtet Christoph Sydow}

 

 

 

One Response to “Händler in Hurghada: „Bitte keine Revolutionen mehr“”

  1. Ibrahim Says:

    MOSLEMBRÜDER SEI DANK! DAS SIND DIE MOSLEMBRÜDER UND EXTREMISTEN SCHULD!

    DANKE DEN MOSLEMBRÜDERN UND SALAFISTEN! SIE WOLLEN ÄGYPTEN ABSCHAFFEN!


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