kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

KoG: Ausnahmezustand in Äygpten Militärische Lösung 15. August 2013

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 20:05

Der muslimische Mob zerstört ungestört die Kirche des Heiligen Georg in Sohaag

 

Ägyptens Machthaber haben mit der gewaltsamen Räumung der beiden Protestlager der Mursi-Anhänger den Tod hunderter Bürger in Kauf genommen.

Die militärische Lösung ist blutig, eine politische Lösung jedoch in weiter Ferne.

 

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Für die militärische Option hatten sie sich entschlossen, nachdem die überwiegend islamistische Opposition in den Tagen zuvor ihren Druck erhöht hatte – mit Aufmärschen vor sieben Ministerien und mit dem Aufruf zu zivilem Ungehorsam. Die Räumung der Lager hebt den Konflikt auf eine neue Ebene. Denn die Muslimbruderschaft mobilisiert nun landesweit ihre Anhänger zu Millionen, um gegen das Militär und die Übergangsregierung von dessen Gnaden zu protestieren. „Die Straße“ wird so schnell nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Anhänger der Muslimbrüder wissen nur zu gut, dass sie für lange Zeit keine politische Rolle mehr spielen werden, sollte sich die mit dem Putsch vom 3. Juli geschaffene Ordnung festigen. Viele sind daher bereit, als Märtyrer zu sterben. Mit jedem Opfer werden sie sich mehr im Recht fühlen. Die militärische Lösung ist blutig, eine politische Lösung ist jedoch in weiter Ferne. Ausgeschöpft ist der Spielraum der internationalen Vermittler; alle reisten unverrichteter Dinge ab. Ohne Bewegung zwischen den beiden sich unversöhnlich gegenüber stehenden Lagern drohen Ägypten anhaltende Instabilität und eine lange Periode der Unsicherheit. Stabilität ist jedoch die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Entwicklung.

 

 

 

Mit Gasflaschen und diversen Schusswaffen brannte der muslimische Mob die Kirchen, wohltätige Einrichtungen wie Waisenhaus, Schulen und Kindergärten der Kopten und ihre Geschäfte und Autos nieder!?! 

Alle Geschäfte wurden in der Nacht zuvor markiert …

 

 

 

Konflikt statt Konsens

Auf dem Spiel steht vor allem der Zusammenhalt der ägyptischen Gesellschaft. Ägypter waren, aller ideologischen Meinungsverschiedenheiten zum Trotz, immer stolz darauf, dem selben Volk anzugehören. Die Spannungen der jüngeren Vergangenheit haben aber einen Keil in diese Gesellschaft getrieben. Die drei wichtigsten Institutionen, die in der Vergangenheit für den Zusammenhalt des Landes standen und sich aus der Politik herausgehalten hatten, ergriffen Partei für den Putsch: das Militär, die islamische Universität Al Azhar und die koptische Kirche. Sie waren die Klammern der Gesellschaft, niemand stellte ihre Integrität in Zweifel. Die Anhänger Mursis bestreiten nun diese Integrität und sehen die Institutionen als politische Feinde. Ägypten ist der Boden für einen Konsens weggebrochen. {Quelle: www.faz.net – Von Rainer Hermann}

 

 

 

 

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen

 

Ca. 150 Tote und 1 400 Verletzte und brennende Kirchen scheint die Bilanz der letzten Tage in Ägpyten zu sein. Militärdiktaturen sind sich ihrer Maacht bewusst und entscheiden sich zum Gewalteinsatz, den Herr El Baradei nicht mittragen konnte. Er trat zurück. Es scheint in Ägypten so zu sein, dass nur das Militär in der Lage ist, eine islamistische Regierung zu stürzen. Herr Erdogan in der Türkei hat vorgesorgt. Das Millitär dort ist entmachtet bzw. auf Linie gebracht durch die Schauprozesse der letzten Wochen. In Ägypten ist das Militär noch ein Staat im Staate, bislang immer kräftig unterstützt von den USA. Mursi hat es nicht geschafft, das Militär auf seine Seite zu ziehen. Wäre Mursi an der Macht geblieben, wäre auf Dauer ein islamischer Gottesstaat das Ziel gewesen. In Ägypten sind die moderaten Kräfte nicht stark und organisiert genug, um eine islamistische Regierung mit legalen Mitteln firedlich  auszuhebeln.  Die Muslimbrüder sind in Ägypten stark vernetzt und haben auch nach dem Putsch in der Bevölkerung einen starken Zulauf. Nicht umsonst können sie die Massen mobilisieren. Mit dieser Aktion sind die Gräben, die bereits schon immer in Ägypten vor sich hingeschlummert haben, offen ausgebrochen. Die Gräben haben sich mehr als vertieft. Die koptische Kirche in Ägypten war und ist immer auf friedliche Lösungen bedacht gewesen. Als sie jedoch feststellen musste, dass die Muslimbruderschaft sich religionsnaturgemäß noch weniger um die Sicherheit der Christen kümmerte als die Regierung Mubarak, hat sie sich aus Selbsterhaltungsgründen zusammen mit vielen anderen, auch muslimischen Gleichgesinnten, gegen die Regierung Mursi entschieden, und zwar öffentlich. Die Muslimbrüder sehen dies selbstverständlich als Affront an, verweigern aber offenbar die Erkenntnis, dass sie keinen Finger gekrümmt haben, wenn in Ägypten Kirchen abgefackelt wurden oder Christen sonstwie attackiert wurden.

 

 

Die Regierung Mursi hat es verabsäumt, ihre Kräfte zu bündeln, um wirtschaftlichen Aufschwung, den alle politischen Gruppen gewollt haben, in die Wege zu leiten.  Stattdessen haben sie alle Anstrengungen unternommen, Ägypten noch islamischer werden zu lassen. Sie ließen außer Acht, dass Religion nicht essbar ist und Religion eben kein Selbstläufer für Zufriedenheit der Menschen ist. Sie haben verkannt, dass die Proteste gegen Mubarak eben nicht nur ein Protest gegen ihren ehemaligen aufoktroyierten Präsidenten war, sondern insbesondere ein Protest gegen den Niedergang der wirtschaflichen Situation Ägyptens, der schon unter Mubarak einsetzte. Da Muslimbrüder einen strengen Islam repräsentieren und sich angesichts des Militärputsches aus ihrer Sicht verständlich als erzwungene Verlierer empfinden, welches für sie eine Ehrveretzung größten Ausmaßes darstellt, haben sie  – wie immer, wenn etwas für sie schief läuft – ein Feindbild schnell zur Hand. Da sie gegen das Militär jedenfalls nicht mit eigenen Mitteln ankommen, besinnen sie sich verstärkt auf ihre Religion oder das, was sie dafür halten, und greifen zurück auf das altbewährte Feindbild, welches bereits im Koran grundgelegt worden ist. Die Christen, hier insbesondere die Kopten. aber auch die anderen Institutionen Ägyptens, die überwiegend den moderaten muslimischen Kräften angehören.  Die Muslimbruderschaft verliert, wie der Artikel richtig ausführt, politischen Einfluss durch den Keil, den das Miltitär und insbesondere die gestrige Militär- und Polizeiaktion eingeschlagen haben.

 

 

Die Muslimbruderschaft wäre schlecht beraten, diese Aktion als ein Signal für die Erhöhung terroristischer Aktivitäten sowohl gegen Christen als auch gegen andere muslimische Einrichtungen zu sorgen. Wir befürchten jedoch, dass sich auch hier in unserm Ägypten Al Kaida-mäßige Terrorstrukturen breit machen werden. Anstatt eine kritische Eigenbeschau zu betreiben, mutieren sie wieder zu Märtyrern im religiösen Kontext. Insofern erweitern wir die Sinngebung des zweitletzten Satzes des Artikels: „…Die Anhänger Mursis bestreiten nun diese Integrität und sehen die Institutionen als politische Feinde.“ Nein, sie sehen diese Institutionen nicht nur als politische, sondern auch als religiöse Feinde. Politik und Religion gehen bei den Muslimbrüdern wie der Koran dies vorschreibt, Hand in Hand. Diese Tatsache wird in der westlichen Welt einfach nicht verstanden. Gerade die vom Westen bis zuletzt noch so hofierten Muslimbrüder haben ein ursprüngliches Islamverständnis, welches keine Trennung zwischen Staat und Religion zulässt. Genau deshalb sind sie in Ägypten gescheitert. Anderswo klappt dies Taktik sehr gut. In Saudi Arabien oder in anderen islamischen Gottesstaaten sitzen die Regierungen fest im Sattel, wenn sie das Miltiär für ihre politisch-religiösen Zwecke einspannen können.

 

Auch die Einschätzung des Artikelautors, dass erst die „Spannungen der jüngeren Vergangenheit“ einen Keil in die ägyptische Gesellschaft getrieben hat, ist eine Fehleinschätzung. Die Grundspannungen waren seit der Eroberung Ägyptens durch den Islam vorhanden. Da wo es eine starke christliche Minderheit, die dazu noch die Ureinwohner Ägyptens, nämlich die Kopten,  darstellen, gibt, gibt es bereits von Religions wegen einen Keil, der nicht unterschätzt werden darf. Der Islam ist mit seiner Gut-Böse-Weltanschauung in Gläubige und Ungläubige der seit 1400 Jahren zuschlagende Keil innerhalb einer Gesellschaft. Der Islam ist nicht integrationsstiffend, sondern klar trennend. Solange westliche Politiker und Journalisten diese einfache, weil wahre Erkenntnis nicht akzeptieren können, solange wird der Islam als friedensstiftend anerkannt werden, was er de facto leider eben nicht ist, sondern die Ursache für jede Zwistigkeit darstellt. Der Islam duldet Minderheiten nur in der Weise, dass diese Minderheiten in islamischen Gesellschaften, sofern diese Minderheiten noch bestehen und nicht vertrieben worden sind, nach den Regeln des Dhimmistatus des Islam existieren.

 

 

Wir wissen nicht,

warum unser Eliten diese Schere im Kopf haben,

diesen einfachen Tatbestand nicht akzeptieren zu wollen.

 

Alles was mit der Scharia, der politischen Gesetzgebung des Islam, zu tun hat, ist auf Ausgrenzung ausgelegt.  Symptomatisch ist dieser Link:

 

Appell-Ägypten: Recht auf Religionswechsel achten

www.igfm.de

 

 

Das Märtyrertumverständnis des Islam ist jedoch von seiner Sinngebung her ein völlig anderes als das des Christentums.

Es übersteigt dieses eben nicht nur im Guten, sondern auch – entsprechend dem islamischen Gottesbild – auch im Bösen.

 

 

Das Märtyrerverständnis des Christentums ist friedlich. Ein Christ gilt dann als Märtyrer, wenn er in die Enge gedrängt, seinen Glauben nicht verleugnen will und getötet wird wie Christus am Kreuz, der seinen Henkern sogar noch vergab. Dem sollen Christen nacheifern, wenn sie ungewollt in diese Situation hineingezogen werden, unverschuldet. Märtyrer im Islam können darüberhinaus auch Täter sein, wie Selbstmordattentäter, die Unschuldige im Sinne des Gottes des Islam mit in den Tod reißen. Diese Menschen werden in der islamischen Gemeinschaft als Märtyrer verehrt. Es kommt immer auch auf den Kampf an, den Muslime für den Gott des Islam mit Gut und Blut führen sollen. Fällt der Muslim im Kampf für den Islam – egal ob er siegt oder fällt – wird er als Märtyrer betrachtet und hat die Fahrkarte in den islamischen Himmel verdient. Der  Kampf der Muslimbrüder jetzt gegen Polizei und Militär und eben gegen Kopten, die sich als eine Kraft von vielen öffentlich gegen den Präsidenten der Muslimbrüder positioniert haben,  stellt für die Muslimbrüderanhänger ein Kampf gegen die Feinde des Islam dar und wenn sie in diesem Kampf fallen, gelten sie nach ihrem Verständnis als Märtyrer. 

 

 

Zwei Verständnis-Welten in einem Land.

 

 

Ja, dieser Präsident war ein Präsident der Muslimbrüder (interessant ist, dass in diesem Begriff der Wortteil „schwestern“ erst garnicht vorkommt), der seinem Gott mehr gehorchen musste, als dass er Diener des äyptischen Volkes war. Er hat nicht das Wort Jesu beachtet, dass jemand, der der Größte sein will, der Diener aller sein muss. Er war  bzw. fühlte sich seinem Gott und seiner Religion verpflichtet. Bei der Gelegenheit hat er es verabsäumt, seine Bevölkerung, die vielfältig und gespalten ist und die nicht alles so sieht wie die Dogmen der Muslimbruderschaft dies vorsehen, mit in seine Entscheidungsprozesse einzubinden und mitzunehmen. Das war ein schwerwiegender Fehler.

 

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