kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Tunesien lieferte arabischen Frühling und Ägypten liefert Herbst der Mosembrüder 28. Juli 2013

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 19:56

Trauernde umringen Brahmis Sarg auf dem Weg zum Friedhof. Der...

Gefängnisausbruch und gestürmte Parteibüros in Libyen

 

Krise in Tunesien: „Die Ägypter haben es vorgemacht„!

Nach dem Staatsbegräbnis für den ermordeten Oppositionspolitiker Mohammed Brahmi stehen die Zeichen in Tunesien auf Sturm:

Die dortige Opposition lässt ihrem Hass auf die regierenden Islamisten freien Lauf, diese agieren hilflos. Das Vorzeigeland des Arabischen Frühlings droht den Weg Ägyptens zu gehen.

 

 

Mohammed Brahmi war kaum unter der Erde, da brach sich die Wut über seinen brutalen Tod am Samstagnachmittag gewaltsam Bahn. Vor dem weißen Prachtbau der verfassunggebenden Versammlung in Tunis gingen Anhänger des vermutlich von einem radikalen Islamisten ermordeten Oppositionspolitiker auf die dort ebenfalls demonstrierenden Sympathisanten der von Islamisten dominierten tunesischen Regierung los. „Mörder, Mörder!“ beschimpften die Oppositionellen die Islamisten. Die brüllten zurück: „Die Nation ist muslimisch. Der Islam ist die Lösung!“ Immer wieder griffen Grüppchen von Demonstranten einander an. Nur mit Mühe und dem Einsatz von viel Tränengas und Pfefferspray verhinderte die Polizei, dass sich die Handgemenge zu einer Straßenschlacht ausweiteten. Schon bei der Beerdigung Brahmis am Mittag war ein Großaufgebot an Sicherheitskräften im Einsatz gewesen. Hunderte Soldaten und Polizisten waren an der Strecke des Trauer- und Protestmarsches im Norden von Tunis postiert. Immer wieder donnerten Militärhubschrauber über Zehntausende Trauergäste hinweg. Die Stimmung war aufgeheizt. Die Explosion eines Sprengsatzes vor einer Polizeiwache wenige Stunden zuvor hatte das Gefühl verstärkt, dass Tunesien schwere Zeiten bevorstehen. Die Bombe war in einem Polizeiauto versteckt gewesen. Ein Polizist wurde verletzt. Der Mord an Brahmi, der am Donnerstag vor den Augen seiner Familie regelrecht hingerichtet wurde, hat die Kluft zwischen den politischen Lagern in Tunesien weiter aufgerissen. Die Opposition bezichtigt die Regierung, radikalen Salafisten freie Hand gegeben und so den Boden für den Mord bereitet zu haben. Der am Freitag ausgemachte Hauptverdächtige im Fall Brahmi, Bubaker al-Hakim, soll einer extremistischen Gruppierung angehören. Tatsächlich gehen Beobachter jedoch nicht davon aus, dass die Nahda-Partei den jetzigen Politmord angezettelt hat. Dafür habe der Tod Brahmis viel zu negative Auswirkungen für die Islamisten.

 

 

 

Auch die Tochter von Mohammed Brahmi begleitete den Trauerzug. In der Hand hält...

 

 

 

 

Streitpunkt Verfassung

 

Seit Monaten befehden sich die hauptsächlich säkulare Opposition und die von den Islamisten geführte Regierungstroika. Doch nach dem zweiten Politmord in sechs Monaten – Brahmi wurde jetzt neben dem damals ermordeten Oppositionellen Chokri Belaïd beigesetzt – stehen die Zeichen jetzt auf Sturm: Der Konflikt zwischen den Lebensanschauungen droht zu einem blutigen Kampf um die Vormachtstellung in Tunesien zu werden. Damit steht nun auch im Ursprungsland des Arabischen Frühlings auf der Kippe, ob der Umsturz von 2011 zum Erfolg führen wird. Entzündet hatte sich der Konflikt in Tunesien – ähnlich wie in Ägypten – an der Arbeit der verfassunggebenden Versammlung. Die Institution ist von Islamisten dominiert. Die säkulare Opposition kritisiert, dass die Religiösen versuchten, der Verfassung und damit dem Land ihren konservativen Stempel aufzudrücken. Brahmis Stimme war eine der lautesten im Protestchor. Am späten Freitag zogen sich aus Protest gegen den Mord 42 Oppositionelle aus der 217 Sitze umfassenden Versammlung zurück. Das Gremium, das schon in den kommenden Wochen seinen – von internationalen Experten vielgelobten – Verfassungsentwurf präsentieren wollte, ist damit handlungsunfähig. Der Übergangsprozess in Tunesien ist zum Stillstand gebracht: Eine gefährliche Situation, wie Experten warnen. „Die nächsten zwei Wochen werden entscheiden, ob der Übergang zur Demokratie in Tunesien gelingt oder scheitert“, schreibt die Maghreb-Expertin Monica Marks in „Foreign Policy“. Sie hoffe, dass die Tunesier nicht in die Falle tappten und das selbstzerstörerische Chaos zuließen, das die Mörder Brahmis auslösen wollten.

 

 

Zehntausende waren zu dem Begräbnis gekommen, immer wieder donnerten...

 

 

 

 

Regierung beschwört Einheit

 

Viele Tunesier, die sich vom Arabischen Frühling die schlagartige Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse versprochen haben, sind tief enttäuscht darüber, dass das Leben schwerer statt leichter geworden ist. Sie geben den Islamisten und der Nahda-Partei die Schuld und sehnen sich nach einem ägyptischen Szenario. „Die Ägypter haben es vorgemacht, sie haben die Muslimbrüder weggejagt. Doch wir sind zu feige, uns gegen die Islamisierung unseres Landes zu wehren“, sagte Hamesch Ben Ahmed, der den Trauerzug für Brahmi in seinem Telefonladen im Fernsehen live verfolgte. Was Tunesier wie Ben Ahmed nicht sehen, ist einerseits, dass die Islamisten nur einen kleinen Teil der Schuld an der wirtschaftlichen Misere im Land haben. Vor allem aber blenden sie aus, dass die Lage in Kairo nach der erneuten Machtergreifung des Militärs dort schlimmer ist, als sie es in Tunis je war. In der Nacht zum Samstag starben in Ägypten Dutzende Menschen bei politisch motivierter Gewalt.

 

 

 

Tunesische Frau mit einem Porträt Brahmis. Am Nachmittag mischte sich Wut in...

 

 

Die tunesische Opposition will trotzdem den Weg Ägyptens einschlagen. Am Samstagnachmittag kündigte eine Koalition von oppositionellen Gruppen an, sie werde so lange vor dem Sitz der verfassunggebenden Versammlung campieren, bis die in den ersten freien Wahlen gewählte Regierung aus dem Amt gejagt sei. Wie das gehen soll, ist unklar: Die tunesische Armee ist schwach. Dass sie wie das Militär in Kairo eingreift und Tatsachen schafft, ist kaum vorstellbar. Die Regierung steht der Krise und dem Hass seiner Opponenten hilflos gegenüber. Nahda-Chef Raschid Ghanuschi versuchte sich in den vergangenen Tagen in Schadensbegrenzung, nannte den Mord an Brahmi eine „Katastrophe für Tunesien“ und beschwor die Einheit der Nation. Doch seine Appelle an die Vernunft der Tunesier verhallten ungehört: Für den Abend hatten sowohl die Opposition als auch radikale Islamisten zu neuen Demos aufgerufen. {Quelle: www.spiegel.de –  Aus Tunis berichtet Ulrike Putz}

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefängnisausbruch und gestürmte Parteibüros

 

 

Neue Unruhen in Libyen

 

In Bengasi im Nordosten Libyens sind Berichten zufolge mehr als tausend Häftlinge aus einem Gefängnis ausgebrochen. Es habe einen Aufstand der Gefangenen und einen Angriff von außen auf die Haftanstalt al-Kuifja gegeben, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur AFP. Darauf sei den Häftlingen die Flucht gelungen. Spezialeinheiten seien nach dem Massenausbruch als Verstärkung angefordert worden. Sie hätten aber den Befehl erhalten, „nicht auf die Gefangenen zu schießen“. Der Großteil der Gefangenen sei wegen normaler Vergehen in der Haftanstalt gewesen, einige seien Afrikaner aus anderen Ländern, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. „Aber einige der Häftlinge wurden wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem ehemaligen Regime von Muammar al Gaddafi festgehalten.“

 

 

Angespannte Lage

 

Gaddafi war vor knapp zwei Jahren nach einem monatelangen Aufstand gestürzt und getötet worden. Libyens Regierungschef Ali Seidan bestätigte den Gefängnisausbruch. Ihm zufolge griffen Anwohner das Gefängnis an, weil sie die Haftanstalt nicht mehr in der Nähe ihrer Wohnungen wollten. Grenzposten und Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, die Entflohenen wieder festzunehmen. In Libyen ist die Sicherheitslage zurzeit sehr angespannt. Nach dem Mord an einem Spitzenpolitiker der Rebellenbewegung stürmten Demonstranten in mehreren Städten die Büros von islamistischen Parteien. Dabei skandierten sie, ähnlich wie die Demonstranten im Nachbarland Ägypten, Parolen gegen die Muslimbruderschaft. Zunächst war unklar, ob die Gefängnisrevolte damit in einem direkten Zusammenhang stand.

 

 

Rechtsanwalt al Musrami getötet

 

Unbekannte Täter hatten am Freitag in Bengasi den Rechtsanwalt Abdul-Salam al Musmari in seinem Auto erschossen. Er war einer der Anführer der Proteste gegen Gaddafi im Jahr 2011. Zuletzt hatte Musmari die auch in Libyen äußerst einflussreiche islamistische Muslimbruderschaft öffentlich scharf angegriffen. {Quelle: www.tagesschau.de}

 

4 Responses to “Tunesien lieferte arabischen Frühling und Ägypten liefert Herbst der Mosembrüder”

  1. Ibrahim Says:

    Home > Religion und Dialog > Artikel von 2013-07-20 13:47:08
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    Italien: Muslime überfallen koptischen Christ

    Eine Gruppe von Muslimen hat den Verantwortlichen der koptischen Kirche von Turin, Sherif Azer, überfallen. Wie Anzar in seiner polizeilichen Aussage mitteilt, hätten die Männer das Kreuz an seinem Hals entdeckt und ihn daraufhin gefragt, ob er den Ramadan feiere und zu Mohammed bete. Als Azar verneinte, hätten sich die Muslime zunächst entfernt, seien jedoch nach kurzer Zeit zurückgekehrt und hätten ihn beschimpft und mit einem Balken geschlagen. Es sei ihm gelungen, sich in ein Lokal zu flüchten, wo ihn die Männer jedoch weiter bedroht hätten. Die auf Extremismusbekämpfung spezialisierte Einheit der italienischen Staatspolizei, Digos, kümmert sich jetzt weiter um den Vorfall.

    (ansa 20.07.2013 al)

    Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/07/20/italien:_muslime_%C3%BCberfallen_koptischen_christ/ted-712185
    des Internetauftritts von Radio Vatikan

    • Andres Says:

      krass!

      ein leserkommentar zu den anhaltenden „unruhen“ in ägypten:
      >> Einerseits kann man mit Fanatikern nicht diskutieren und auch keinen Dialog führen. Sie kennen nur den Monolog und erkennen nur ihre Sicht als wahr. Von daher denke ich, solche intoleranten Menschen zu entmachten ist richtig, weil sie ein Volk letztlich terrorisieren und gängeln werden.
      Andererseits wird gegen sie mit nicht rechtstaatlichen Mitteln vorgegangen! ohne sich auf rechtsstaatliche Prinzipien zu stützen, fördert das weiteres Chaos, Misstrauen und die Nicht-Anerkennung der Ergebnisse der Willkür. Ein schwer zu lösendes Dileamma. Mit tut das sehr leid.<<

      so ähnlich empfinde ich das auch: triotz massivster provokationen seitens der muslimbrüder dürfen einfach keine ungerechtfertigten übergriffe und rache-massaker durch die militärs (u. a. zivilisten) geschehen – sonst wird eine militärherrschaft auf jahre ägypten alle errungenen freiheiten wieder nehmen (müssen). und deren regime dürfte noch wesentlich härter und repressiver ausfallen als zu mubaraks zeiten, schon weil die muslimbrüder nicht mehr nur eine beherrschbare untergrundtruppe sind, sondern nun große teile der bevölkerung hinter sich haben!!
      ohne massive militärhilfe ist es der opposition (die auch meinungsverschiedenheiten haben) nun kaum noch möglich, legal, also vom entschieden grösseren bevölkerungsanteil den regierungsauftrag zu bekommen.
      GENAU davor hab ich hier immer gewarnt bei all dem revolutions-hype gegen die muslinbrüder – es wäre VIELLEICHT besser gewesen, die mursi-truppe an sich selbst scheitern zu lassen, statt nun die halbe bevölkerung gegen sich zu haben?! ist natürlich die frage, wie lange sich dieser "sterbeprozess" der moslembrüder noch hingezogen hätte?…
      umgekehrt: jetzt und hier in ägypten entscheidet sich womöglich die zukunft des islams selbst – und auch für den rest der islamischen welt!! wer wird noch zukünftig einem "moderaten" islam angehören wollen, wenn er nun die volle härte, perversität und militanz dieser religion am eigenen leibe zu spüren bekommt – und zwar die REINFORM islamischen machtanspruchs in höchster vollendung?? damit hat die islamische utopie ein für allemal und für alle welt sichtbar ihr universell gültiges WAHRES GESICHT "demonstriert" – "besser" konnte/kann der politreligiöse koranische anspruch nicht umgesetzt werden!!

      die islamistische katze darf nicht mehr aus dem sack, sonst wird auch noch der letzte säkulare moslems von ihnen gerichtet werden – noch unerbittlicher als es den kopten gehen würde!!

      • Emanuel Says:

        an einen friedlichen Islam glauben nur die „muslemischen Schäfchen“ … so will ich mal den friedlichen, freundlichen Moslem von nebenan bezeichnen !

        Die Führer haben ihre Auslegung des Korans fest im Kopf und – wenn sie irgendwo in dieser Welt die Macht erhalten, werden sie diesen Plan – dessen Hauptunterdrückungsinstrument die Scharia ist … natürlich rigoros umsetzen ….

        Die Muslim -Bruderschaft ist eine weltweite Terror-Organisation , die mit westlichen Mächten gemeinsame Sache macht ….. Wir stehen also einer weltweiten massiven
        Unterdrückungs-Maschinerie entgegen, die auch unsere Rechte und vor allem unsere Vorstellungen von „normal“ und „gerecht“ bereits seit längerer Zeit mit Füssen tritt ….
        Der Umbau unserer eigenen Gesellschaft hat Formen angenommen, die – wären sie uns bewußt – uns nicht mehr schlafen lassen würden … Die Medien kaschieren und entstellen und deformieren – wo sie nur können …..

        An der Türkei kann man erkennen – wohin der sogen. „moderate Islam“ geführt hat ….. Tausende und Abertausende stecken dort in den Gefängnissen .. aus nichtigen Gründen … bzw weil sie Adolf Erdogan beleidigt haben … gefährlich werden könnten oder einfach nur , weil sie den scheiß Islam nicht mögen ….. Das weiß „man“ … aber das veröffentlicht „man“ nicht …… Wer es veröffentlicht , kommt ebenfalls in den Knast oder wird wirtschaftlich vernichtet … das ist der „moderate“ Islam …

        Ich frage mich – wie lange die Wahrheit noch unterdrückt werden kann …. ????

        Homo-Ehe ist der Beginn der Apokalypse … hat ein russischer Orthodoxer gesagt …. und natürlich stimmt das auch ….

        Homo-Ehe ist aber nur das geringste, kleinste Zeichen für die Apokalypse …….

        aus Jesaja folgender Vers ……

  2. Emanuel Says:

    Jer.34/14,18-20:

    „Ich will geben die Männer, die Meinen Bund übertreten
    haben, die nicht festgehalten haben die Worte des Bundes, den sie geschlossen
    haben vor Mir, ein Kalb, das sie entzwei geschnitten, und zwischen dessen
    Teilen sie hindurchgegangen sind: die Fürsten Jehudahs, und die Fürsten Jerusalems,
    die Hämlinge, und Priester, und alles Volk des Landes, die hindurchgingen
    zwischen den Teilen des Kalbes, und will sie geben in die Hand ihrer
    Feinde, und in die Hand derer, die ihre Seelen suchen, und ihr Leichnam wird
    zur Speise dienen dem Vogel der Himmel und dem Tier der Erde“.

    Bedenke dabei : DER BUCHSTABEN-SINN EINES WORTES IM VERGLEICH ZU SEINEM INNEREN SINN WIE DER KÖRPER DES MENSCHEN ZU SEINER SEELE


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