kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kirchenverkauf: Call-Center oder Atelier: Kirche ist zu haben! 21. Juli 2013

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 18:21

Call-Center oder Atelier: Kirche ist zu haben

 

Reiste: Naturgemäß ist die Sprache von Maklern ein bisschen nüchterner: Als „repräsentatives Bürogebäude“ hat Makler Lothar Marx dieses Objekt ins Internet eingestellt. Tatsächlich ist es aber schon ein nicht alltägliches Bauwerk, das er da verkaufen will: Für 180.000 Euro können Sie bei ihm eine Kirche kaufen, St. Christopheri in Reiste. Die evangelische Kirchengemeinde Dorlar-Eslohe mit ihren knapp 1000 Gliedern hat sich jetzt zu diesem ungewöhnlichen Schritt entschieden, einen Makler zu beauftragen. Die Gemeinde muss sich angesichts eines Verlustes von 1,3 Prozent an Gliedern pro Jahr perspektivisch kleiner stellen, das Gotteshaus in Reiste muss verkauft werden. Seit November 2011 ist die Kirche entwidmet. Im Dorf fand sich kein neuer Nutzer. Das Beispiel der Kirche in Wenholthausen, aus der ein Steuerberaterbüro geworden ist, machte Mut: Eine Kirche ist nicht unverkäuflich“, meint der Schmallenberger Makler Lothar Marx. Aus Belgien hatte er die erste konkrete Anfrage: Ein Mann, der in Gent ein Sterne-Restaurant betreibt, wollte für seinen Sohn in der Reister Kirche ein weiteres Restaurant einrichten. Vergebens: „Der Vater war begeistert, der Sohn hat hinterher abgewunken“.

 

 

 

Mehr Besucher jetzt in Eslohe

 

„Das Leben besteht aus Veränderungen“, meint der Makler. Ja, aber Veränderungen sind eben schmerzhaft. Das gibt Pfarrer Jürgen Rademacher unumwunden zu: „Das tut schon weh, die Kirche jetzt verkaufen zu müssen.“ Aber die Gemeinde sei jetzt aktiv geworden, „jetzt, wo wir den Prozess noch selbst steuern können.“ Der Prozess: Das ist das Kleinerwerden der Gemeinde, das erforderliche Neuaufstellen. Und das scheint zu gelingen: In Eslohe entsteht das neue Zentrum der Gemeinde – „wir sehen da schon Erfolge“, sagt Rademacher. Die Gemeindeglieder aus Reiste, Wenholthausen und Dorlar nehmen Fahrten nach Eslohe auf sich: „Wir haben in Eslohe einen deutlichen Zuwachs an Gottesdienstbesuchern.“Denn darum geht es dem Pfarrer: „Eine Gemeinde lebt nicht von einem Gebäude, sondern von ihrem Glauben. Der Glaube muss weiterleben.“ Aber natürlich steckt in einem Gebäude auch ein Stück Geschichte der Gemeinde. St. Christopheri wurde 1969 erbaut, vor allem von Flüchtlingen aus Schlesien. „Das ganze Leben hat sich hier abgespielt“, erinnert Rademacher. Die Kirche muss mit ihrer Architektur seinerzeit ungemein modern gewirkt haben: „Man muss so ein Gebäude betreten – und spürt dessen besonderen Geist“, sagt der Pfarrer. Ein großer hoher Kirchenraum, das Licht bricht sich bunt in den Fenstern. Ja, Rademacher könnte sich hier auch ein Künstleratelier vorstellen. Bei der künftigen Nutzung hat die Gemeinde ein Mitspracherecht. Makler Lothar Marx denkt auch an einen Gewerbebetrieb, ein Call-Center, eine Computerfirma. Die Unternehmen würden ein markantes Aushängeschild bekommen. Ebenso denkbar: Ein Andachtsraum und ein Kolumbarium, in dem Urnen aufbewahrt werden.

 

 

 

Glockenturm im Kaufpreis mit drin

 

St. Christopheri liegt mitten in einem Wohngebiet. Der Käufer der Kirche würde ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück erwerben. Darunter sind 556 Quadratmeter, die als neuer Bauplatz genutzt werden könnten. Es klingt ein wenig respektlos, wenn man von rund 200 Quadratmeter an möglicher Wohnfläche spricht. Das ist die Nutzfläche im Kirchengebäude, inklusive der Räume im Untergeschoss, in dem sich früher Frauenhilfe und Jugendgruppen trafen, wo der Beerdigungskaffee getrunken, die Konfirmation gefeiert wurde. Mitenthalten im Preis ist der Glockenturm mitsamt Glocke. Nur läuten darf der nächste Eigentümer nicht mehr. {Quelle: www.derwesten.de – Jürgen Kortmann}

 

 

Die Glocken verstummen

und der Staat unterstützt Islam-Kulturverein

 

 

 

 

Die Glocken verstummen

Werthenbacher Kirche steht vor der Entwidmung

 

55 Jahre lang war sie Versammlungs- und Gebetsstätte, wurden hier Kinder getauft, Ehen geschlossen, wurde Abendmahl gefeiert und Trauergottesdienst gehalten. In drei Wochen werden die Glocken der ev. Kirche Werthenbach zum letzten Mal die Gemeinde zu einem regulären Gottesdienst rufen. Dann ist die Ära dieser Gottesdienststätte wohl vorbei.

 

Werthenbach: Die Gemeinde hat in den letzten Jahren „mit den Füßen abgestimmt“, heißt es im Gemeindebrief. Deshalb hat das Presbyterium beschlossen, den Standort Werthenbach aufzugeben und bei der Landeskirche die Entwidmung zu beantragen. Den Ausschlag hat wohl auch die schlechte Bausubstanz gegeben. Die Pfarrerswohnung steht schon seit Jahren leer, in das gesamte Gebäude müssten erhebliche Investitionen gesteckt werden, um es herzurichten. Dafür fehlt der Kirche schlicht das Geld, Noch hat die Landeskirche den Antrag auf Entwidmung nicht genehmigt. Wenn das geschehen ist, wird die kleine Kirche in einem feierlichen Gottesdienst außer Dienst gestellt. Die evangelischen Christen aus den Dörfern des oberen Johannlandes müssen sich dann nach Deuz oder Rudersdorf orientieren.

 

 

Grundstück in Erbpacht zu vergeben

 

Das Grundstück soll in Erbpacht an einen neuen Nutzer übertragen werden – wer das sein wird, weiß die Gemeinde aber noch nicht. Sollte sich auf Erbpachtbasis kein Interessent finden, wird man einen Verkauf in die Wege leiten. Ein ausführlicher Bericht über die  Werthenbacher Kirche und ihre Geschichte ist in der Samstagsausgabe der Siegener Zeitung zu lesen. Pastor Schmidt versuchte unterdessen vergeblich, die außer Dienst gestellte kath. St.-Johannes-Kapelle in Gernsdorf als Gottesdienststätte zu erwerben – die Gernsdorfer Katholiken machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus wuchs. Es sollte Kirche und Pfarrhaus in einem Baukörper vereinigen. Nach langen Verhandlungen war es so weit: am 3. November 1957 wurde der Grundstein „Vor den Kreuzen“ in Werthenbach gelegt. Die Finanzierung des Projekts gelang nicht zuletzt dank Eigenleistungen, zahlreicher Spenden und Stiftungen. Eine Orgel und drei Glocken wurden in Auftrag gegeben. 40 Gemeindeglieder fuhren Anfang September 1958 zum Glockenguss bei Rincker ins hessische Sinn. Am 9. September 1958 zog die Pfarrerfamilie Schmidt ins Pfarrhaus ein, am 21. September stellte Oberkirchenrat Brandes aus Bielefeld das kleine Gotteshaus feierlich in Dienst. Bis Mitte der 80er-Jahre, so berichtet Manfred Schröder, herrschte reges Gemeindeleben. Es gab Kindergottesdienste, die Frauenhilfe und der Mütterkreis kamen zusammen. Aufgrund einer Gemeindebefragung legte man den Gottesdienst auf Samstagabend 18 Uhr. Seit 1995 aber – die Zahl der Besucher war deutlich gesunken – fand nur noch einmal im Monat Gottesdienst statt. Pfarrer Tim Winkel versicherte, dass die Gemeinde auf Wunsch entsprechende Fahrdienste einrichten werde. {Quelle: www.siegener-zeitung.de}

 

 

 

 

Mietzahlungen drücken   

Quakenbrück: Hilfe für Islam-Kulturverein?

 

Vorstand und Mitglieder des Islamischen Kulturvereins Quakenbrück hoffen weiter darauf, dass Stadt Quakenbrück und Samtgemeinde Artland ihren Verein doch noch mit einem jährlichen Zuschuss unterstützen. Ohne diese Hilfe könne der Islamische Kulturverein seine Räume in der Artlandstraße nicht mehr lange finanzieren, sagen Özel Latif und Mehmet Kenan vom Vorstand des Kulturvereins im Gespräch mit dem „Bersenbrücker Kreisblatt“.

 

 

 

 

Herr Latif, Herr Kenan, Stadtrat Quakenbrück und Samtgemeinde Artland haben den Förderantrag Ihres Vereins abgelehnt, Ihnen aber gleichzeitig Unterstützung angeboten. Hat es seit den Sitzungen schon Gespräche mit den Ratsvertretern gegeben?

Vertreter aller Fraktionen waren zu Besuch in unseren Räumlichkeiten. Wir haben ihnen unsere Gebetsräume gezeigt, aber auch den angrenzenden sogenannten Schlauchturm. Hier gibt es ein Klassenzimmer, in dem gelernt wird, und weitere Gemeinschaftsräume. Die Ratsmitglieder haben sich angeschaut, wofür ein möglicher Zuschuss verwendet werden soll.

 

Mit welchem Ergebnis sind Sie auseinandergegangen?

Wir sind mit einem sehr guten Ergebnis auseinandergegangen. Stadt- und Samtgemeinderat haben uns zugesagt, dass wir gemeinsam im Einzelnen schauen, was genau wir noch machen können.

Haben Stadt Quakenbrück und Samtgemeinde Artland Ihnen bereits konkrete Zusagen gemacht?

Sie haben uns zwar keine konkreten Zusagen geben können, aber sie haben deutlich gemacht, dass sie uns helfen wollen. Doch wie genau diese Hilfe aussehen soll, das können wir noch nicht sagen.

 

Können Sie kurz beschreiben, in welcher Situation sich der Islamische Kulturverein befindet?

Es sieht bei uns sehr kritisch aus. Wir benötigen von Stadt und Samtgemeinde zwischen 2500 und 3000 Euro im Jahr, damit wir auch weiterhin die Miete für die Vereinsräume bezahlen können. Und die Hilfe muss möglichst schnell kommen. Ohne die Zuschüsse und die Hilfe können wir die Räume noch höchstens drei Monate halten. Wir können von den Mitgliedern nicht verlangen, noch mehr an Beiträgen zu bezahlen, schließlich gibt jeder von ihnen bereits so viel, wie er kann.

Wie ist die Stimmung unter Ihren Mitgliedern?

Gerade die Kinder und Jugendlichen sind fast jeden Tag bei uns. Jetzt in den Ferien kommen sie noch öfter als sonst. Wir holen sie von der Straße und bieten ihnen einen Ort, an dem sie sich aufhalten können. Zweimal in der Woche besuchen etwa 20 von ihnen unsere Koranschule. Auch den Erwachsenen bieten wir eine Gemeinschaft. Wir beten gemeinsam, geben aber auch Handarbeitskurse für die Frauen. Es wäre für uns alle ein großer Verlust, wenn es den Islamischen Kulturverein in dieser Form nicht mehr geben würde. {Quelle: www.noz.de}

 

 

 

 

 

 

 

Melbergener Glocken läuten weiter

 

Auch nach der Entwidmung der Johanneskirche wird drei Mal am Tag um 8, um 12 und um 18 Uhr geläutet

 
 
 
Löhne (caro): Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen finden in der Johanneskirche in Melbergen schon seit Monaten nicht mehr statt. Denn am 25. Mai wurde die Kirche mit einem Gottesdienst entwidmet. Seitdem ist das Gebäude keine Kirche mehr. Trotzdem läuten nach wie vor die Glocken drei Mal täglich um 8, um 12 und um 18 Uhr. „Das wird sich auch bis zum Verkauf der Kirche nicht mehr ändern“, erklärt Pfarrer Harald Ludewig der Kirchengemeinde Gohfeld. „Denn viele Menschen, die sich mit der Johanneskirche verbunden fühlen, hatten Angst davor, dass die Glocken nach der Entwidmung nicht mehr läuten“.  Doch diese Angst konnten Pastor Ludewig und seine Kollegen den Melbergern nehmen, „denn es kam für uns nie in Frage, das Läuten nach der Entwidmung abzustellen“, sagt Ludewig. „Das Gebäude steht mitten in der Gemeinde. Das Läuten der Kirchenglocken ist eine wichtige Tradition, nämlich eine Einladung zum Gebet“, ergänzt Pfarrer Uwe Stintmann der Kirchengemeinde Wittel. Auch wenn man das Läuten nur noch unbewusst wahrnehme. „Das Glockenläuten hat seinen Ursprung in der christlich-jüdischen Tradition“.
 
 
Wie wichtig das Geläut von Kirchenglocken vielen Löhnern ist, bemerken die Pfarrer Ludewig und Stintmann, wenn Glocken ausfallen. „Wenn das Läuten ausbleibt, bekommen wir besorgte Anrufe, weil vor allem ältere Menschen ihren Tagesablauf nach dem Glockengeläut richten und die Tradition nicht missen möchten“, weiß Ludewig. Deshalb läute auch am Gemeindezentrum Haupensiek täglich eine Glocke, obwohl dort keine Kirche stehe. Das Melberger Geläut besteht aus drei großen und zwei kleinen Glocken. Die Turmfenster sind von sogenannten Schallblockern umgeben. „Diese Blocker leiten die Akustik nach unten und dämpfen den Klang etwas ab, damit es in direkter Umgebung des Gebäudes nicht zu laut wird“, erklärt Stintmann, der nur wenige Meter von der Lukaskirche auf dem Wittel entfernt lebt und das Läuten der Glocken nicht missen möchte. „Besonders das festliche Läuten am Samstagabend um 18 Uhr gefällt mir, weil es voller klingt und länger dauert“. Wie es mit dem Melberger Geläut und dem Gebäude weitergeht, stehe noch nicht fest. „Derzeit gibt es keinen Interessenten. Auch wenn der Kirchengemeinde durch die Instandsetzung des Gebäudes Kosten entstehen, werde die Kirche nicht um jeden Preis verkauft“, sagt Ludewig. {Quelle: www.nw-news.de}
 

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