kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Politischer Islam bleibt in Ägypten bestimmend 20. Juli 2013

Filed under: Entführung minderjähriger Koptinnen — Knecht Christi @ 17:13

Kopten unterrepräsentiert

 

 

In der ägyptischen Übergangsregierung ist die Beteiligung der Kopten kleiner als erwartet und die Präsenz von Islamisten grösser als angenommen.

 

«Gut Ding braucht Weile» bzw. auf Arabisch «Al-Sabr taijib» kommentiert die Kairoer Donnerstag-Zeitung Achbar Al-Jom (Neues vom Tage) die Zusammensetzung der neuen ägyptischen Regierung. Seit Tagen bemühte sich der designierte Ministerpräsident Hazem al-Beblawi um die Bildung eines Kabinetts, das möglichst alle politischen Strömungen repräsentiert und nach den zweieinhalbjährigen Wirren des so genannten Arabischen Frühlings und der reaktionären Herrschaft der Muslimbrüder in eine wirklich demokratische Zukunft zu führen vermag.

 

 

 

Kopten müssten fünf Sitze erhalten

 

In Beblawis Regierung sitzen Vertreter fast aller politischen Richtungen, die 2011 gemeinsam das autoritäre Regiment von Präsident Mubarak gestürzt hatten, dann aber selbst wieder von der Muslimbruderschaft ausgeschaltet worden waren. Allerdings klagen Ägyptens koptische Christen doch darüber, dass sie bei der Regierungsbildung zu wenig berücksichtigt wurden. Zunächst liegt die Zahl der Kopten als Minister mit drei von 35 unter ihrem Anteil an der ägyptischen Bevölkerung: Es würden ihnen wenigstens fünf Regierungsposten zustehen. 

 

 

 

Nur ein wichtiges Ministerium

 

Davon abgesehen hat nur ein prominenter Kopte ein halbwegs bedeutendes Ministerium erhalten: Industrieminister ist jetzt Munir Fachri Abdel-Nur. Der 68-jährige Unternehmer gehört dem Nationalen Menschenrechtsrat an. Er war Generalsekretär der Wafd-Partei, die sich um christlich-islamische Annäherung und Zusammenarbeit bemüht. Der andere Minister koptischer Herkunft, Ramzi George, hat nur das nebensächliche Ressorts für wissenschaftliche Forschung erhalten. Er war, abgesehen von seinem Taufschein, weder im kirchlichen Leben noch als Verteidiger der ägyptischen Christen hervorgetreten. Mit der Koptin Laila Rasched Iskandar ist immerhin eine christliche Frau in die Regierung gekommen. Sie hat sich in der Vergangenheit durch ihren Einsatz für die Kairoer «Müllmenschen» ausgezeichnet: Arme Christen aus Oberägypten, die mit Eselskarren die Abfälle der Zehn-Millionenstadt zu Müllhalden transportieren. In deren stinkendem, bakterienüberfluteten Grauen müssen sie auch leben; es sei denn, sie treten zum Islam über und bekommen sofort bessere Arbeit und Wohnung. Ihre «Mutter» Laila Iskandar erhielt jetzt allerdings «nur» das Umweltressort. Das hat in Ägypten kaum mehr als eine Alibi-Funktion.

 

 

 

Islamisten stark vertreten

 

Hingegen wird diese «Regierung des demokratischen Übergangs» weitgehend von politislamischen Kräften dominiert. Zwar hält die geistliche Führung der Muslimbruderschaft weiter ihrem am 3. Juli gestürzten und seither inhaftierten Muhammad Mursi die Stange. Während aber ihre Anhänger jetzt Tag für Tag gegen die neue «Putsch-Regierung» demonstrieren, haben sich ein halbes Dutzend von Mursis Ministern in die neue Regierung hinübergerettet!

{Quelle: www.jesus.ch – von Heinz Gstrein – Livenet}

 

 

 

 

 
 
 
 

 

Armee sagt Jihadisten den Kampf an

 

Die Extremisten auf dem Sinai verstärken ihre Terrorkampagne.

15 Uniformierte wurden in den vergangenen beiden Wochen getötet.

Jetzt will Kairo zurückschlagen.

 

Die Attentäter kamen in der Dunkelheit auf dem Motorrad. Ein Feuerstoß – der blutjunge Rekrut vor der Polizeiwache in el-Arish sank in sich zusammen. Eine Kugel traf ihn ins Genick, er war sofort tot. Wenig später starben zwei weitere Polizisten, der eine nach Dienstende vor seiner Haustür, der andere in seinem Büro. Seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi eskaliert die Gewalt auf der Halbinsel Sinai. Kein Tag vergeht ohne Attentate auf Polizisten und Soldaten, die von Jihadisten mit Sturmgewehren und schultergestützten Raketen unter Feuer genommen werden. Mindestens 15 Uniformierte wurden in den vergangenen beiden Wochen getötet, mehrere Dutzend verletzt. Der ägyptische Oberbefehlshaber auf dem Sinai, General Ahmed Wasfy, entging nur knapp dem Tod, weil seine Entourage sofort zurückschoss und die Angreifer in die Flucht schlagen konnte. Drei Arbeiter einer Zementfabrik starben, als Radikale unter „Allah ist groß“-Rufen ihren Werksbus beschossen, den sie irrtümlich für einen Polizeibus gehalten hatten. Ein Video im Internet zeigt hunderte Bewaffnete, die einen sogenannten Kriegsrat abhielten und anschließend mit drohenden Gesten „Die Zeit des Friedens ist vorbei“ skandierten.

 

 

 

Kämpfer aus dem Gazastreifen

 

Nun ist für Ägyptens Armeeführung das Maß voll. Sie will gegen das mörderische Treiben auf dem Sinai mit einer Großoffensive zu Felde ziehen. Zwei zusätzliche Bataillone hat Kairo diese Woche unter Zustimmung Israels „zur Terrorbekämpfung“ auf die karge und schwer zugängliche Halbinsel verlegt. Auf gut tausend Bewaffnete schätzt der Militärgeheimdienst die Streitmacht der Islamisten, die meisten sind Ägypter, aber auch Kämpfer aus dem Gazastreifen und Rückkehrer aus Syrien. „Ihre Anführer kennen wir alle mit Namen. Sie leben mit ihren Familien in ihren Dörfern“, brüstet sich ein ägyptischer Armeekommandant. Man werde mit Augenmaß vorgehen, um die Zivilbevölkerung nicht unnötig aufzustacheln. Denn für die 380.000 Beduinen auf dem Sinai war der ägyptische Staat schon immer Besatzungsmacht. Man müsse verhindern, „dass die Vorfälle außer Kontrolle geraten und am Ende unsere nationale Sicherheit gefährden“, rechtfertigte der Offizier den Aufmarsch. Denn nach der Entmachtung des islamistischen Staatschefs in Kairo fürchten die Generäle, die Terrorkampagne auf dem abgelegenen Wüstenareal zwischen Suezkanal und israelischer Grenze könnte bald auch überspringen auf das ägyptische Kernland, wo es seit dem Sturz Mursis regelmäßig zu Krawallen kommt.

 

 

 

Christen schließen ihre Kirchen

 

Zugleich richtet sich der Zorn der Jihadisten auch gegen die Christen, die sie als Handlanger des Umsturzes ansehen. Für die 5000Kopten auf dem Sinai ist das seit Anfang Juli zur Schicksalsfrage geworden. Nach der Revolution gegen Hosni Mubarak 2011 wurden ihre beiden Kirchen in Rafah in Brand gesteckt. „Land des Islam, hier gibt es keinen Platz für Christen“, ritzten die Attentäter in die verkohlten Wände der Gotteshäuser. Seitdem werden die Gläubigen durch Drohungen, Übergriffe und Entführungen zermürbt. Das Fass zum Überlaufen aber brachten jetzt die Morde an einem Priester und einem Geschäftsmann, dem der Kopf abgeschnitten wurde. Seitdem sind fast alle Familien in Richtung Niltal geflohen – entweder nach Kairo oder Oberägypten, wo ihre christlichen Verwandten leben. Vergangenen Sonntag verkündete der Pfarrer den letzten Verbliebenen, alle Kirchen blieben künftig verriegelt, bis auf wenige Minuten am Morgen für ein kurzes Gebet. {Quelle: diepresse.com –  Von unserem Mitarbeiter MARTIN GEHLEN}

 

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