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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bruch zwischen Saudis und Washington über Haltung zu Ägypten 20. Juli 2013

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 20:41

 

In der Berichterstattung über den Militärputsch vom 3. Juli in Ägypten,

bei dem der bisherige Präsident Mohammed Mursi, ein Anhänger der Muslimbruderschaft,

gestürzt und zahlreiche Mitglieder der Bruderschaft,

die die ägyptische Politik im letzten Jahr bestimmt hatte, entlassen wurden,

wird ein Aspekt nur ganz selten kommentiert,

nämlich die trotzige Reaktion des saudischen Königshauses, das den Rauswurf der Bruderschaft begrüßt und die Wiedereinsetzung des Militärs unterstützt.

Dieser Schritt der Saudis ist ohne Beispiel, weil er sich offen der vom Weißen Haus erklärten Unterstützung für die Muslimbruderschaft widersetzt.

Die Auswirkungen dieses Bruchs sind immens.

 
 
 
 
 

Wüstendämmerung?

 

 

Seit US-Präsident Roosevelt 1945 auf dem Rückweg von der verhängnisvollen Jalta-Konferenz bei einem Treffen mit dem saudischen König Ibn Saud den Rockefeller-Ölgesellschaften den Zugang zum Ölreichtum Saudi-Arabiens sicherte, glichen die außenpolitischen Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den USA auf saudischer Seite beinahe denen einer Satrapie. Nach dem von Kissinger inszenierten »Ölschock« von 1973, bei dem die OPEC die Preise um rund das Vierfache erhöhte, rang Washington den Saudis das Versprechen ab, sicherzustellen, dass die OPEC ihr Öl ausschließlich gegen Dollars verkaufte. Damit war die Vorherrschaft des Dollar als Weltreservewährung auch weiterhin gesichert. Im Gegenzug willigte Washington ein, Waffen zu liefern und die saudische Luftwaffe auszubilden. 2010, als Washington die »Demokratie«-Offensive des Arabischen Frühlings in Tunesien, Ägypten und dem gesamten islamischen Krisenbogen vorbereitete, gab die Regierung Obama das größte Waffengeschäft der US-Geschichte bekannt. Im Rahmen eines 46 Milliarden Dollar schweren Vertrages verpflichteten sich die USA, den Saudis 84 neue Kampfflugzeuge vom Typ F-15 zu liefern und 70 weitere aufzurüsten. Das Ganze war auch ein Schritt zur Isolierung des Iran.

 

Wie bereits in einem früheren Artikel berichtet, hatten die Saudis vor dem Militärputsch in Ägypten dem Verteidigungsminister und Generalstabschef der Armee, General Abdul Fattah al-Sisi, insgeheim zugesichert, nicht nur Saudi-Arabien, sondern auch andere konservative Ölstaaten am Golf, wie Kuwait und die VAE, würden Ägypten finanzielle Hilfe gewähren, falls die Regierung Obama als Vergeltung für den Sturz ihres Mannes Mursi durch das ägyptische Militär die jährliche Hilfe in Höhe von einer Milliarde Euro aussetzen sollte. Am 17. Juli bestätigte die neu vereidigte Übergangsregierung in Ägypten den Erhalt von sechs Milliarden Euro in Form von Zuschüssen, Krediten und Treibstoff aus Saudi-Arabien und den VAE. Saudi-Arabien hatte Hilfen über vier Milliarden Euro an Ägypten bewilligt, die VAE zwei Milliarden als dringend benötigte Unterstützung für die Wirtschaft des Landes. Wie der saudische Finanzminister Ibrahim Al-Assaf erklärte, setzten sich die Gelder aus Saudi-Arabien aus einer Zentralbankeinlage in Höhe von 1,5 Milliarden Euro, weiteren 1,5 Milliarden Euro an Energieprodukten und 750 Millionen Euro Bargeld zusammen. Die VAE gewähren Ägypten ein Darlehen über 750 Millionen Euro und einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro in Form einer unverzinsten Einlage bei der ägyptischen Zentralbank.

 

 

Die Nachricht bedeutet einen doppelten Schlag ins Gesicht für die Regierung in Washington, die darauf bestanden hatte,

dass sich die Mursi-Regierung als Vorbedingung für finanzielle Hilfe den harschen Konditionen des Internationalen Währungsfonds unterwarf.

 

 

 

Dramatische Reaktion aus Katar

 

Auffällig ist, dass einer der Ölstaaten am Golf bei dieser Hilfe nicht mitmachte, nämlich Katar, dessen Emir Hamad bin Khalifa al-Thani seit der Revolution vor zweieinhalb Jahren mehr als sechs Milliarden Euro nach Ägypten und vielleicht weitere sieben Milliarden Euro zur Unterstützung von Islamisten in Libyen, Syrien und Gaza geschickt hatte, der palästinensischen Enklave, die von der Hamas, einem Ableger der Muslimbruderschaft, regiert wird. Katar ist Sitz der US Central Command’s Forward Headquarters und des Combined Air Operations Centre. Und das Wichtigste: Bis zum Militärputsch gegen die Herrschaft der Muslimbrüder in Ägypten am 3. Juli war Katar Wohnort führender Mitglieder der Muslimbruderschaft und einer ihrer besten finanziellen Unterstützer in Syrien, Ägypten, Libyen und der gesamten islamischen Welt. Schon wenige Minuten nach dem von den Saudis und den VAE unterstützen Putsch in Ägypten waren dem Emir von Katar die Konsequenzen bewusst – er dankte zugunsten seines Sohnes Tamin ab. Hamad bin Jassem al-Thani, der die den Muslimbrüdern freundlich gesonnene Außenpolitik Katars maßgeblich bestimmt hatte, wurde abgesetzt und durch den bisherigen stellvertretenden Außenminister, einen Militär, ersetzt. Die neue Führung Katars verwendet jetzt bei der Diskussion über ihre Außenpolitik Ausdrücke wie »Neubewertung«, »Neujustierung« und »Korrekturen«. Kurz: Man riskiert keine völlige Isolierung innerhalb der von den Saudis dominierten Golfstaaten.

 

Die Entscheidung der Saudis, kühne Schritte gegen die ihrer Ansicht nach verhängnisvolle Islamisten-Strategie der USA der Unterstützung von Revolutionen der Muslimbruderschaft in der islamischen Welt zu unternehmen, durchkreuzt die wahnsinnige US-Strategie, die Bruderschaft als politische Kraft einzusetzen, um die islamische Welt besser unter Kontrolle zu halten und sie zur Destabilisierung Chinas, Russlands und der islamischen Gebiete Zentralasiens einsetzen zu können. In der saudischen Königsfamilie wuchs die Furcht, die Muslimbruderschaft könne sich eines Tages auch gegen ihre Herrschaft erheben. Sie hat George W. Bush und Washington nie vergeben, dass sie die weltliche Herrschaft der Baath-Partei und Saddam Husseins im Irak gestürzt und damit eine schiitische Mehrheit an die Macht gebracht haben; das Gleiche gilt für die Entscheidung der USA, Mubarak, den engen Verbündeten der Saudis in Ägypten, zu stürzen. Am 3. Juli revoltierte Saudi-Arabien, Amerikas bis dato gehorsamer »Vasallenstaat« im Nahen Osten, als er den Militärputsch in Ägypten unterstützte. Außer den lauthals vorgebrachten Protesten gegen den Putsch der ägyptischen Generäle gegen ihre verbündeten Muslimbrüder hat Washington bisher wenig ausrichten können – ein klares Zeichen für die schwindende Macht der USA in der Welt. Das Pentagon hat zwei Kampflandungsschiffe mit 2600 Marineinfanteristen an die Küste des Roten Meers in Ägypten geschickt. Die riesige USS Kearsarge mit 1800 und die USS San Antonio mit 800 Marineinfanteristen an Bord »wurden ins Rote Meer verlegt und sollen vor Ägypten bleiben, weil wir nicht wissen, was passieren wird«, erklärte General James Amos, der Kommandeur des Marine Corps.

 

Washington befindet sich plötzlich außenpolitisch in Auflösung, während die neue Interimsregierung in Ägypten vereidigt wird. Mehr dazu in Kürze….

{Quelle: info.kopp-verlag.de – von F. William Engdahl}

 

7 Responses to “Bruch zwischen Saudis und Washington über Haltung zu Ägypten”

  1. Emanuel Says:

    Solche Kommentare schicke ich euch noch – bis ihr mich hier sperrt :

    Die „Jesuiten – Muslim – Bruderschaft“ entwickelt sich immer mehr zu einem „Misthaufen der Geschichte“ …….

    • Andres Says:

      ich versteh ja deinen frust, resultierend aus persönlichen prägungen, gemeinde-erfahrungen, geschichtlichen tatsachen, aber wohl auch nur angelesenen vorurteilen, bzw. fehlurteilen.
      es ist gut, etwas zu kritisieren, was man liebt – es ist überflüssig, etwas zu kritisieren, was einem nichts (mehr) bedeutet. kritik ist nur dann sinnvoll, wenn man an eine veränderung glaubt – wo sie nur althergebrachte (vor-)urteile bedient, um die bisherigen ansichten abzusichern, wird trennung, spaltung, polarisierung und absonderung um seiner selbst willen, also aus egoistischen motiven betrieben.
      – wir haben hier über ein jahr nicht nur den islam, sondern auch mal diese, mal jene konfession z.t. recht heftig kritisiert, besonders den katholizismus in all seinen schattierungen (jesuiten, papstrolle etc.).
      der fairness halber war jetzt mal der protestantismus dran, und nach gegenwärtiger faktenlage bin ich selbst einigermassen überrascht, mich unverhoffterweise im konfessionell-spirituellem „vakuum“ wiederzufinden. da ich nichts von einem personalisierten, individualisierten privat-christentum halte, kann sich die konfessionelle (neu?-)orientierung nur auf eine auswahl innerhalb der historischen kirche/kirchen beziehen, d.h. ableiten.
      – die orthodoxe/östliche und die römisch-westliche kirche sind sich (inhaltlich) nicht so unähnlich, trotz unterschiedlicher ausformung/ritus und einigen dogmatischen differenzen. beide nennen ihren obersten bischof liebevoll-respektvoll „papa“, als nachfolger der apostolischen hüter des christentums und der verantwortung über die EINHEIT der kirche/weltgemeinde.
      – ALLE protestantischen/evangelischen/freikirchlichen „eigenwege“ haben sich gegen den ursprünglichen willen ihrer reformatorischen gründerväter, die die mittelalterlichen missstände des katholischen klerus, nicht den katholizismus an sich, re-formieren wollten, zu einer EIGENEN religion weiterentwickelt und sich von der katholischen „mutterkirche“ entgültig abgespalten. ob und wie sich die katholische kirche im geiste der reformation wandelte und etlichen positionen der ehemaligen „kirchenrebellen“ (allmählich) entgegenkam, war seitdem für alle reformierten/evangelischen nie wieder von belang. die meisten evangelischen haben nach wie vor ein noch aus mittelalterlichen zeiten geprägtes feindbild der römisch-katholischen kirche – halten sich selbst aber für hypertolerant?! das alles und noch viel mehr gibt mir stark zu denken, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, weiter den evangelisch(-freichristlichen) weg zu beschreiten, wo das bemühen um die einheit des christentums schon auf grund allerlei herausforderungen/bedrängnisse doch wieder in den vordergrund treten sollte. die zersplitterte protestantische welt gerät immer mehr in die defensive und isolation, sei es durch sektenartige absonderung, übermässigen anpassungsdruck an den herrschenden zeitgeist, durch staatliche einflussnahme oder falsch verstandener toleranz gegenüber antichristlichen „geistesströmungen“ aller art…
      Gott ist nur „einer“ – abraham hatte keine pluralistisches judentum begründet, Jesus kein pluralistisches, vielstimmiges christentum, dass sich in tausend meinungsrichtungen zerstreut.

      • Andres Says:

        meine kritik der evangelischen macht mich (noch) nicht automatisch zum katholiken – ich stelle nur fragen oder „stelle fest“, wie wir uns das hier ja glücklicherweise erlauben dürfen…

    • -Emanuel–alles über was Sie sich extrem aufregen-werden „Sie umsomehr herbei ziehen-sind Sie statk genug-!!Menschen so zu führen!! Gott gebe Ihnen viel Kraft und Mirgefühl und Güte mit auf diersen WEgen und gesegnete Worte_

  2. Andres Says:

    nochmal zu luther, weils wichtig zu wissen ist:
    (..auszug..) >> Die geschichtliche Entwicklung und Ausdehnung des Protestantismus hatte sich für viele Länder Europas und im besonderen für das deutsche Reichsgebiet verhängnisvoll ausgewirkt. Nach den Ereignissen des Bundschuhs (Wiki-infos), in denen damals schon anmaßende Forderungen des Bauernaufstandes zum Ausdruck kamen, beeinflusste Martin Luther das Weltgeschehen(!) ganz erheblich.
    Bei seinem Auftritt 1521 in Worms wurde er als Verhandlungspartner dem Papst gegenüber als gleichberechtigte Partei behandelt.
    Luthers Ablehnung, sich, wie der Papst auch, einem Konzil zu unterwerfen, war ebenfalls von entscheidender geschichtlicher Bedeutung, denn schon hier wurde im wesentlichen der Partikularismus durch die Glaubensspaltung vollzogen. Luther blieb unnachgiebig und hat jede Verständigung mit der >Reformpartei verschmäht. Er hätte die Führung der Reformpartei übernehmen können, was aber nicht in seinem Interesse lag. Dadurch wäre die religiöse Zersplitterung in Deutschland vermutlich verhindert worden.
    Danach trat das Wormser Edikt vom 18. April 1521 in Kraft. Am 19. April 1521, ein Tag nach der Verteidigung Luthers, verkündete der 21jährige >König Karl V. in seiner Rede: „Ihr wisst, dass ich abstamme von den allerchristlichsten Kaisern und der edlen deutschen Nation. (…) Es ist sicher, dass ein einzelner Bruder irrt, wenn er gegen die Meinung der ganzen Christenheit steht, da sonst die ganze Christenheit tausend Jahre oder mehr geirrt haben müsste. Deshalb bin ich entschlossen, meine Königreiche und Herrschaften, Freunde, Leib und Blut, Leben und Seele einzusetzen…“

    Luther wurde gebannt. Eine Reformation, wie er sie sich vorstellte, war nun nicht mehr möglich (!).
    Auch das Schuldbekenntnis des Papstes, verkündet auf dem Reichstag vor dem Kaiser und den Ständen des Reiches, das auf eine Veränderung und Reform der Kirche hinwirkte, hatte das Verhalten Luthers nicht mehr beeinflusst. > Papst Hadrian VI. wünschte eine Reformation der Kirche und hatte im Sept. 1522 seinen Legaten auf den Nürnberger Reichstag gesandt, wo er die Welt aufhorchen liess, nicht aber Luther, als er sein Schuldbekenntnis(!) vor der Weltöffentlichkeit ablegte.

    Am 3. Jan. 1523 verlas der Päpstliche Nuntius Chieregato folgende Sätze:
    >> Wir bekennen aufrichtig, dass Gott diese Verfolgung seiner Kirche geschehen lässt wegen der Sünden der Menschen und besonders der Priester und Prälaten. Und Wir wissen wohl, dass auch bei diesem Heiligen Stuhl schon seit manchem Jahr viel Verabscheuungswürdiges vorgekommen ist: viele Missbräuche in geistlichen Dingen, Übertretungen der Gebote, ja, dass alles sich zum Ärgeren verkehrt hat. So ist es nicht zu verwundern, dass die Krankheit sich vom Haupt auf die Glieder, von den Päpsten auf die Prälaten verpflanzt hat. Wir alle, Prälaten und Geistliche, sind vom Wege abgewichen! << .(Geschichte der katholischen Kirche v. Schrader, § 108, S.329 f)

    Nirgendwo mehr, als hier, war zu erkennen, dass die Kirche Willens war, ihre eigenen und tiefgreifenden Reformen in Kurie und Klerus durchzuführen. Luther beeindruckte dieses öffentliche Bekenntnis und das Entgegenkommen des Papstes nicht, er nahm das Angebot nicht zur Kenntnis (!!).

    (( – und das tun die protestanten/evangelikalen/reformierten etc. bis heute nicht, sie glauben dünkelhafterweise tatsächlich, dass eines tages die komplette katholische kirche "zu kreuze kriechen" und von ihrem altertümlichen "irrglauben" abschwörte – oder sich noch besser ins nichts auflösen würde. – natürlich gilt das auch für die orthodoxen "päpstlichen"!..))

    • Emanuel Says:

      In deine Namen fehlt das „A“ … Bitte ändere das … du bist das Deiner Familie schuldig …….. Du stammst aus einer sehr guten, kämpferischen Familie … vergiss das nicht …. bringe also Dein „A“ sofort wieder in deinen Namen …

      <LG

      kleiner joke mit tiefgang … ?

      Dein Emanuel


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