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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bassem Jussif: Ein TV-Satiriker reizt die Islamisten 17. Juli 2013

Filed under: Humor mit Kultur — Knecht Christi @ 18:34

Politische Witze wurden in arabischen Ländern früher nur im privaten Rahmen erzählt.

 

Seit dem Arabischen Frühling ist das anders.

Der ungekrönte König der neuen arabischen Polit-Satire ist Bassem Jussif.

 

Als der ägyptische Herzchirurg Bassem Jussif (39) im März 2011 seine erste Satireshow im Internet veröffentlicht, denkt er an Jon Stewart, Gastgeber der in den USA seit vielen Jahren erfolgreichen „The Daily Show“. Seither ist viel passiert. Jussif hat heute eine eigene Fernsehshow, in der er das politische Tagesgeschehen zerpflückt. Die Show heißt „Al-Barnameg“ („Die Sendung“) und läuft zur arabischen Primetime am Freitagabend. Am Nil regierten zwischenzeitlich islamistische Parteien, deren Anhänger Jussif hinter Gitter bringen wollten. Jedoch fruchtete keiner ihrer Versuche, ein Sendeverbot zu bewirken. Auch alle ihre Klagen wegen „Beleidigung des Präsidenten und der Religion“ blieben ohne Erfolg. Das Time-Magazin hat Jussif dieses Jahr zu einem der „100 einflussreichsten Menschen weltweit“ gewählt. Erst im April dieses Jahres hat der US-Startalker Jon Stewart den ägyptischen Satiriker in seine Show eingeladen. Im Juni folgte dann Stewarts Gegenbesuch bei „Al-Barnameg“, wo Jussif den TV-Veteranen aus den USA erst als „Spion“ mit einem Sack über dem Kopf hereinführen ließ und ihn dann als den amerikanischen Bassem Jussif vorstellte.

 

 

 

 

 

 

 

Für jeden verständlich

 

Dass der Satiriker mehr für das politische Bewusstsein seiner Landsleute getan hat als viele der Oppositionspolitiker, liegt daran, dass es ihm gelingt, komplexe Themen wie das Wahlgesetz oder die Fallstricke der neuen Verfassung für jeden verständlich zu erklären. Zwar werden bei „Al-Barnameg“ auch reißerische Talkshow-Gastgeber und Politiker wie der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Amre Mussa keineswegs verschont, doch Jussifs Lieblingsopfer waren in den vergangenen Monaten die regierenden Islamisten – allen voran Präsident Mohammed Mursi, der mit seiner etwas ländlich-rustikalen Art ein gefundenes Fressen für jeden Kabarettisten war. Unvergessen ist Jussifs Satire über Mursis Besuch in Berlin, wo der Präsident seinen erstaunten deutschen Zuhörern erklärte, dass es in ihrem Land ja schließlich auch verboten sei, „driving zu machen, wenn man drunk ist“. Zum Brüllen bringt Jussif das Publikum, wenn er das erste Zusammentreffen Mursis mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad wie den Beginn einer zarten Liebesgeschichte kommentiert.

 

 

 

 

 

 

Ungewöhnliche Wege

 

Die arabischen Sender haben schon viele Formate aus den USA und Europa adaptiert: Musik-Castingshows, Big Brother und die Show „Wer gewinnt die Million?“. Eine Nachrichtensatire, die ohne Rücksicht auf vermeintliche Tabus das politische Führungspersonal persifliert, war vor den Massenprotesten des arabischen Frühlings nicht denkbar. Zwar kursierten unter den Arabern auch früher schon politische Witze. Sie wurden jedoch, aus Angst vor Strafverfolgung, meist nur im privaten Kreis erzählt. Dass der Meinungsfreiheit auch heute noch Grenzen gesetzt sind, zeigen die Prozesse, die gegen Jussif angestrengt wurden. In seinem medialen Feldzug gegen Engstirnigkeit, Heuchelei, Frömmler und Intoleranz beschreitet Bassem Jussif, der mit seiner Show inzwischen bei dem Unterhaltungssender CBC gelandet ist, mitunter auch ungewöhnliche Wege. Kürzlich folgte er einer Einladung in eine Sendung des von radikal-islamischen Salafisten betriebenen ägyptischen Kanals Al-Hafes. Sein Auftritt bei den Verfechtern der islamischen Scharia verlief allerdings nicht ganz so, wie die Gastgeber sich das wohl vorgestellt hatten. Jussif parierte jeden Angriff gekonnt und redete den Moderator buchstäblich an die Wand. {Quelle: www.berliner-zeitung.de}

 

4 Responses to “Bassem Jussif: Ein TV-Satiriker reizt die Islamisten”

  1. Andres Says:

    ein spiegel-kommentator:
    >> Die Assadisten hier heiligen noch immer ihren wirren Diktator, obwohl dessen Liste von Verbrechen gegen jedes Völker- und Menschenrecht eine sehr lange ist. Diese teils bizarren und extrem abartigen Verbrechen wurden von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen und Syrern vor Ort dokumentiert. Wir reden hier über Folter, Vergewaltigungen, Streubomben auf Wohnviertel, Raketen auf Wohnviertel, den gezielten Einsatz von Chemiewaffen, Tötung von Unschuldigen, willkürliche Hinrichtungen … usw. Die Liste wäre wohl zu lange, um sie hier abzudrucken. Mit diesem wirren Diktator wird Syrien nie mehr eine Zukunft haben, denn selbst der letzte Alawit dürfte langsam erkannt haben, was er für einer ist. Mehrere ehemalige Metropolen liegen in Schutt und Asche,- dank den Bomben und der Artillerie von Assad. Besonders traurig ist, dass Russland all dieses durch massive Waffenlieferungen erst möglich gemacht hat. Noch vor über einem halben Jahr war Assad ein geschlagener, wenn auch grausamer Despot. Man kann menschliches Leid nicht auf einer Waage aufwiegen – und niemand soll die Menschen in Ruanda hier als Bagatellvergleiche heranziehen- aber Assad hat alles an menschlichem Leid gesprengt – sprichwörtlich – was wir seit Jahrzehnten gesehen haben. Er muss weg.

    ein re-kommentar: >> Die Terrorristenverehrer hier heiligen noch immer ihren wirren Rebellen, obwohl die Liste von Verbrechen gegen jedes Völker- und Menschenrecht eine sehr lange ist. Diese teils bizarren und extrem abartigen Verbrechen wurden von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen und Syrern vor Ort dokumentiert. Wir reden hier über Folter, Vergewaltigungen, Autobomben in Wohnviertel, Raketen auf Wohnviertel, den gezielten Einsatz von Chemiewaffen, Tötung von Unschuldigen, willkürliche Hinrichtungen … usw. Die Liste wäre wohl zu lange, um sie hier abzudrucken. Mit diesem wirren Rebellen wird Syrien nie eine Zukunft haben, denn selbst der letzte Sunnit dürfte langsam erkannt haben, was die für einen Auftrag haben. Mehrere ehemalige Metropolen liegen in Schutt und Asche,- dank den Bomben und der Sprengungen der Rebellen. Besonders traurig ist, dass die „Freunde Syriens“ all dieses durch massive Waffenlieferungen erst möglich gemacht hat. Man kann menschliches Leid nicht auf einer Waage aufwiegen – und niemand soll die Menschen in Ruanda hier als Bagatellvergleiche heranziehen- aber „die Freunde Syriens“ haben alles an menschlichem Leid gesprengt – sprichwörtlich – was wir seit Jahrzehnten gesehen haben. (sie müssen weg!)
    – Was soll ich sagen? Ich danke Ihnen für diese aufschlussreiche Analyse


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