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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Christen Ägyptens: „Wir sind nicht Afghanistan“! 15. Juli 2013

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 20:01
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Christsein unter erschwerten Bedingungen: Ein Besuch in der Josephskirche der Franziskaner in Kairo.

 
 
 
Die Anspannung ist Ägypten nach dem Sturz des Muslimbruders Muhammad Mursi überall anzumerken. Zwar geht das Leben in Kairo weiter, die Cafés und Teehäuser der riesigen Millionenstadt sind gut gefüllt. Aber die Menschen sind aufmerksamer als sonst, nervöser. Die Taxifahrer meiden bestimmte Gegenden. Die Armee sichert derweil wichtige Punkte mit Panzern und Soldaten. Immer wieder überfliegen Hubschrauber und ganze Fliegerstaffeln die Innenstadt Kairos. Das soll die Solidarität der Armee mit den Demonstranten auf dem Tahrirplatz verdeutlichen, aber auch ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Am Freitag war es dort zu blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Mursis gekommen. Nur ein paar Straßen von dem weltberühmten Platz liegt der Imbiss eines Kopten. Weder seinen Namen noch sein Bild will er veröffentlicht sehen. Man wisse nie, meint er. Am Eingang seines Ladens hängt am Samstag dennoch unübersehbar ein Plakat, das Armeechef Al-Sisi zeigt, der die Absetzung Mursis verkündet hat. Links und rechts davon sind der Großscheich der Azhar-Universität und der koptische Papst Tawadros II. zu sehen. Der koptische Gastwirt will damit eine Botschaft ausdrücken: „Wir Christen und Muslime gehören in Ägypten zusammen. Das macht unser Land aus. Die meisten meiner Kunden sind Muslime. Wir lassen uns nicht auseinandertreiben“. Doch genau das scheint dieser Tage die Strategie der unterlegenen Islamisten zu sein.

 

Kairo am Sonntag. In der dem heiligen Joseph geweihten Kirche der Franziskaner wird die heilige Messe gefeiert. Die gewaltige Kirche ist nur spärlich besetzt. Ein jüngerer Besucher, der vor Beginn der Messe eine Kerze vor dem Bild der Madonna ansteckt, sagt warum: „Wir sind nervös. Man weiß nicht, was die Islamisten vorhaben. Sie schieben uns die Schuld an der Absetzung Mursis in die Schuhe. Das ist natürlich Unsinn. Die riesige Mehrheit des Volkes wollte ihn loswerden, nicht nur wir Christen“. Auch Franziskanerpater Michael Selim Zaki zelebriert die Messe an diesem Sonntag in der Josephskirche angespannter als sonst. „Ich habe schon genau aufgepasst, wer da ist und wer durch die Tür kommt. Wir haben Angst vor der Rache der Islamisten“, sagt er nachher in der Sakristei. Der junge Priester ist Ägypter und mit den Übergriffen auf die Christen seines Landes vertraut. „Wir Christen sind ein leichtes Ziel, weil wir keine Gewalt anwenden. Es ist leicht, uns anzugreifen. Wir vertrauen aber auf die Armee, dass sie uns beschützt. Sie muss das Land von den gewaltbereiten Islamisten befreien.“ Diese seien derzeit sehr nervös und aufgebracht, weil sie die Macht verloren hätten. „Sie wollten Ägypten zu ihrem Besitz machen. Ägypten gehört aber nicht den Fundamentalisten. Wir sind nicht Afghanistan“.

 

Tatsächlich hat der Hass der Islamisten schon die ersten christlichen Opfer gefordert. Am vergangenen Samstag wurde ein koptisch-orthodoxer Priester von maskierten Islamisten ermordet. Der Geistliche war Sekretär des Bischofs von Al-Arisch, einer Küstenstadt im Norden der Sinaihalbinsel. Nach Berichten ägyptischer Medien wurde Abuna Mina Aboud in seinem Wagen getötet. Die koptische Diözese berichtet, dass der Mord die Christen in Al-Arisch in Panik versetzt habe. Die dortigen Islamisten hörten nicht auf, Hassparolen gegen die Christen zu verbreiten. Schon lange gilt der Sinai als eine Hochburg des extremistischen Islam. Auch aus der Heimat Pater Michaels, dem Touristenort Luxor im Süden Ägyptens, gab es anti-christliche Übergriffe. „Islamisten haben am Freitag letzter Woche in einem Ort nahe Luxor über ein Dutzend christliche Häuser angezündet und unsere Geschäfte zerstört. Es hat auch Tote unter den Christen gegeben. Aber wir kennen das“.

 

Pater Michael kann der Situation auch etwas Gutes abgewinnen. „Es reift eine im Glauben vertiefte Kirche. Es ist ein altes Gesetz, dass die Kirche mit den Schwierigkeiten wächst. Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christen.“ Der Priester weiß von Hausgemeinden, die sich in der letzten Zeit zum Lesen der Heiligen Schrift gebildet hätten. „Sie erfahren bei der Lektüre der Heiligen Schrift, wie der Herr uns seine Nähe auch heute erweist.“ Über die Nähe des Herrn in der Eucharistie hat Pater Michael zuvor gepredigt. Schließlich haben die Katholiken in Ägypten am Sonntag das Fronleichnamsfest gefeiert. Sie folgen seit einigen Jahren dem orthodoxen Kalender. „An eine Prozession ist nicht zu denken“, sagt Pater Michael, „das hat es früher gegeben, als der Geist noch liberaler war. Heute ist das nicht mehr möglich. Aber ich habe die Gläubigen in meiner Predigt ermutigt, dennoch am eucharistischen Glauben festzuhalten. Für uns Christen ist die heilige Eucharistie der Lebensquell. Ohne sie können wir nicht“.

 

Auf die Frage, was Christen im Westen für die ägyptischen Glaubensbrüder tun können, braucht Pater Michael nicht lange für eine Antwort: „Kommen Sie uns als Touristen besuchen. Viele Christen sind im Fremdenverkehr beschäftigt. Ägypten ist ein wunderschönes Land. Ihr Besuch sichert das Auskommen christlicher Familien. Wenn Sie sich aber fürchten und nicht kommen wollen: Beten können Sie immer. Beten Sie für Ägypten und uns Christen. Darum bitte ich Sie von Herzen“. {Quelle: www.die-tagespost.de – Von Oliver Maksan}

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Jeden Tag werden Opfer der Moslembrüder gezeigt, die immer noch in Rabaa Aladawya für Morsi demonstrieren.

 
 
 
 

Vereinigung ägyptischer Atheisten

Wir haben die Gläubigen in ihrem Zuhause geschlagen

 

Sein Name bedeutet eigentlich das Gegenteil seiner Gesinnung. Momen, das heißt auf Arabisch „gläubig“. Doch Momen ist seit vier Jahren Atheist. Er ist 21 Jahre alt und studiert Ingenieurswissenschaft an der religiösen Universität al-Azhar in Kairo, die als Zentrum des sunnitischen Islam gilt. Zwei Jahre behielt seinen Abfall vom islamischen Glauben für sich. Erst nachdem die Massenbewegung Präsident Mubarak zum Sturz gebracht hatte, nahm er seinen Mut zusammen und teilte seiner Familie und seinen engen Freunden mit, dass er nicht mehr an Gott glaubte. Viele in seiner Umgebung waren schockiert; doch er stellte fest, dass er nicht der Einzige war. Viele Freunde hatten eine ähnliche Einstellung. Doch sie trauten sich nicht, sich zu outen. Momen gründete mit ein paar Freunden eine Facebook-Seite, sie nannten sie „Vereinigung ägyptischer Atheisten“. Binnen Monaten hatte die Seite mehrere Tausend Mitglieder, die meisten von ihnen sind mit dem richtigen Namen und dem richtigen Profilbild zu sehen. Ein Novum in der arabischen Welt.

 

„Die Ägypter sind nicht von Natur aus so religiös, wie die Islamisten versuchen, uns weiszumachen. Ich vermute in jeder ägyptischen Familie einen Atheisten oder zumindest einen islamkritischen Menschen, der nur aus Angst vor seiner Umgebung schweigt“, sagt Momen. Eine Begegnung mit Islamisten in einer Moschee in Altkairo Mitte Februar war für ihn ein Schlüsselerlebnis. Dort lud ein Gelehrter der Muslimbrüder zu einem Vortrag ein. Titel: „Wie denkt ein Atheist?“ Momen und drei seiner Freunde schleusten sich in die überfüllte Moschee. Achtzig Minuten lang, so berichtet Momen, habe der Scheich „sinnloses Zeug“ über den Atheismus und die Evolutionstheorie erzählt. Als die Diskussion losging, stellt Momen fest, dass die Mehrheit der Anwesenden Atheisten waren, die über die sozialen Netzwerke vom Vortrag erfahren hatten. Auch Frauen, die Kopftücher trugen, hatten keine Hemmungen, sich als Atheistinnen zu bezeichnen. Die meisten von ihnen waren gebildete Ex-Muslime, die sich in der Naturwissenschaft gut auskannten und den Vortragenden wegen seiner falschen wissenschaftlichen Theorien vorführten. Wir haben die Gläubigen in ihrem Zuhause geschlagen„, sagt Momen stolz. Er wollte mehr Ägypter erreichen, deshalb gründete er die Bewegung „Die Säkularen“, die nun in Kairo, Alexandria und drei weiteren ägyptischen Provinzen aktiv ist. Dort organisiert man Diskussionsveranstaltungen, um über die Prinzipien des Säkularismus aufzuklären. Denn der Begriff hat – fast so sehr wie der Begriff „Atheismus“ – für viele Muslime einen negativen Beigeschmack.

 

Eigentlich hatte Momen nicht vor, seinen Atheismus politisch zu thematisieren. „Aber wenn der Glaube politisch ist, ist mein Nichtglaube automatisch auch politisch. Solange Ungläubige verfolgt werden, solange die Religion sich in die privaten Angelegenheiten der Menschen einmischt, kann meine Abwendung von der Religion nicht Privatsache bleiben“, sagt er. Höchst politisch wird die Bewegung, als Momen mich zu einem Vortrag einlädt. Ich ergreife das Wort zum Thema religiöser Faschismus. „Die faschistoiden Züge des Islam sind nicht erst mit dem Aufstieg der Muslimbrüder entstanden, sondern in der Urgeschichte des Islam begründet“, lautete meine zentrale These. Das Video der Veranstaltung verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch das Internet. Einige Tage später ruft der Anführer der Terrorbewegung al-Dschamaa al-Islamiyya, Assem Abdel-Maged, nicht nur zu meiner Ermordung auf, sondern bedroht auch Momen, der neben mir saß und während des Vortrags zustimmend mit dem Kopf nickte.

 

Der Vortrag und die ganze Affäre darum haben der Bewegung viel Spott und Drohungen, aber auch viele Tausende neue Anhänger gebracht. „Im Kampf gegen den Islamismus haben viele von uns gezögert, aufs Ganze zu gehen. Viele von uns warteten am Rande des Schlachtfeldes und hatten Angst, sich am Kampf zu beteiligen. Dieser Vortrag hat uns gezwungen, zu offenbaren, was wir wirklich denken“, sagt Momen. Ich bin der Meinung, dass Säkularismus in Ägypten mehr als nur eine Option ist. Er ist eine Bestimmung. Unklar ist nur, zu welchem Preis. Blut, würde die Geschichte sagen. Viel Blut. Die Islamisten haben sowohl eine pragmatische als auch eine selbstmörderische Tendenz. Es ist nicht abzusehen, welche der beiden Tendenzen siegen wird. In beiden Fällen werden die Radikalen verlieren, weil sie den Menschen nur leere Versprechen verkaufen können. {Quelle: www.welt.de}

 

One Response to “Christen Ägyptens: „Wir sind nicht Afghanistan“!”

  1. Ibrahim Says:

    Home > Gerechtigkeit und Friede > Artikel von 2013-07-13 12:54:43
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    Ägypten: „Der Umsturz ist wie ein Wunder“

    RealAudioMP3 Während in Ägypten die Vereidigung des Übergangskabinetts des Interims-Premierministers Hazem el-Beblawi erwartet wird, rufen die Muslimbrüder weiter zu Protesten auf, um eine Wiedereinsetzung ihres Präsidenten Mohammed Mursi zu erreichen. In den vergangenen Tagen war es im Verlauf der Demonstrationen zu mehr als 100 Toten gekommen; ein Ende der Aufstände scheint nicht in Sicht zu sein, auch wenn führende Muslimbrüder, die sich nach wie vor dem Dialog mit der neuen Regierung verweigern, zu „friedlichen Protesten“ aufrufen. Kyrillos William ist der katholische Bischof von Assiut. Trotz aller Wirren durch den Umsturz spricht er von einem „Wunder“, auf das die Bevölkerung Ägyptens so nicht zu hoffen gewagt hätte. Das Militär habe richtig gehandelt, so Kyrillos, denn die überwältigende Mehrheit des Volkes hätte klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es die Wahl Mursis aufgrund der Entwicklungen des vergangenen Jahres nicht mehr anerkenne. Auch die Christen stünden hinter der neuen Regierung:

    „Die Christen, wie zahlreiche Ägypter, sind der Auffassung, dass sie nun endlich ein neues Ägypten aufbauen können – demokratischer, freier und für alle Menschen. Alle sagen, dabei wird keiner ausgeschlossen, auch die Islamisten nicht. Aber es sind die Islamisten, die nicht mitmachen wollen.“

    Das Militär hätte von Anfang an klar gemacht, dass es dieses Mal die Macht nicht für sich selbst beanspruchen wolle. Dazu diente auch der demonstrative Schulterschluss mit allen religiösen und zivilen Autoritäten des Landes, wie er bei den ersten Runden Tischen deutlich wurde, an denen neben Koptenpapst Tawadros und dem Vorsteher der Al Azhar-Universität Al Tayyeb auch Vertreter aller Parteien und Altersgruppen teilgenommen hätten. Sorge machten nun nur noch die Muslimbrüder, die nach wie vor für eine Wiedereinsetzung Mursis protestieren.

    „Viele kluge Menschen, auch einige unter den Islamisten selbst, versuchen sie dahingehend zu beraten, aufzugeben. Aber es bringt nichts, denn sie haben den Traum von einem islamischen Staat mit den Dummheiten, die sie in diesem Jahr angestellt haben, verdorben. Ich glaube, jetzt mit der neuen Regierung – heute oder morgen werden die neuen Minister vorgestellt – können wir langsam die neue Verfassung angehen und ein Referendum einberufen. Innerhalb von sechs Monaten sollen dann die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden.“

    Glücklicherweise hätten sich die Beziehungen zwischen Militär, Polizei und Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Umsturz deutlich verbessert, so dass auch eventuelle Gewaltausbrüche der Muslimbrüder unter Kontrolle seien, so Kyrillos. Die Gefahr, dass die Muslimbrüder erneut vor allem in ländlichen Gebieten mit einer hohen Analphabetismusrate massive Stimmen erhalten und erneut an die Regierung zurückkehren könnten, sieht der Bischof jedenfalls durch die Ereignisse des vergangenen Jahres gebannt:

    „Sie haben nun keinen Konsens mehr in der Bevölkerung, viele, die sie gewählt haben, würden sie nie mehr wählen. Das sagen sie auch öffentlich, unter ihnen auch viele Muslime. Denn sie haben entdeckt, dass die Muslimbrüder die Religion als Chance für sich selbst ausgenützt haben, aber letztlich gegen die Religion regiert haben.“

    Trotz aller Euphorie in der Bevölkerung: Der rechtmäßig gewählte Präsident Mohammed Mursi ist gewaltsam abgesetzt worden und sitzt nun in einer Militärkaserne unter Hausarrest. Einflussreiche internationale Stimmen – unter ihnen der deutsche Außenminister Guido Westerwelle, aber auch die Vereinigten Staaten – fordern nun zunehmend seine Freilassung. Damit ist Kyrillos nicht einverstanden:

    „Er ist zu seiner eigenen Sicherheit in einer Militärstation untergebracht, wo er ihn allen Ehren gehalten wird wie zu Hause. Er kann nur nicht in Freiheit bleiben, weil mittlerweile vieles gegen ihn vorliegt. Er wird nun vor Gericht gebracht und wenn er unschuldig ist, wird er freigelassen werden, ansonsten wird er bestraft werden.“

    (rv 13.07.2013 cs)

    Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/07/13/%C3%A4gypten:_%E2%80%9Eder_umsturz_ist_wie_ein_wunder%E2%80%9C/ted-710142
    des Internetauftritts von Radio Vatikan


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