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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Neonazis machen sich in sozialen Netzwerken breit 14. Juli 2013

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 18:53

 Rechtsextreme nutzen in Deutschland zunehmend subtilere Methoden, um Jugendliche im Internet zu erreichen. Im Fokus steht die «Identitäre Bewegung», die auch Ableger in der Schweiz hat.

 

Neonazis verwenden immer häufiger Facebook, Twitter und Youtube bei der Verbreitung ihres Gedankenguts. Zu diesem Schluss kommt eine Recherche der Jugendschutz-Stelle «jugendschutz.net», deren Ergebnisse am Dienstag in Berlin präsentiert wurden. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der rechtsradikalen Social-Media Beiträge um fast die Hälfte auf 5500 gestiegen. Es seien 196 rechtsextreme Twitter Accounts und 1500 Websites verzeichnet worden. Mit Smartphone-Apps seien die Rechtsextremen auch ins mobile Web vorgedrungen.

 

 

 

«100% identitär, 0% rassistisch»

 

Besonders besorgniserregend: Auf ausländischen Plattformen seien mehr brutale Inhalte – Tötungsvideos und unumwundene Gewaltaufforderungen – als früher entdeckt worden. Rechtsextreme seien bei der Rekrutierung von Jugendlichen zudem immer raffinierter vorgegangen, so Stefan Glauser, Leiter des Arbeitsbereichs politischer Extremismus von «jugendschutz.net» gegenüber dem «Tagesspiegel». Speziell die Gruppe «Identitäre Bewegung» wirke in den sozialen Netzwerken nahe an der Lebenswelt der Jugendlichen und darum umso effektiver. Sie distanziere sich mit Slogans wie «100% identitär, 0% rassistisch» nach Aussen hin von Neonazis und gebe sich gegenüber den Jungen als Menschenfreund. «Dass sie der NS-Ideologie verhaftet sind, sieht man den harmlosen Angeboten nicht an», so Glauser. In Deutschland fordert darum die Bundeszentrale für politsche Bildung jetzt mehr Geld, um gegen den Rechtsextremismus im Web vorzugehen.

 

 

 

Identitäre Bewegung Schweiz

 

In der Schweiz existieren drei Facebook-Gruppen mit dem Namen «Identitäre Bewegung Schweiz». Gesamthaft 433 Mitglieder «tauschen dabei vor allem Botschaften aus», so der Rechtsextremismus-Experte Samuel Althof. Ihre Themen reichen von Heimatliebe über Christentum und Ausschaffung hin zu Islam-kritischen Äusserungen. So schreibt ein User etwa zum Thema Kopftuch: «Wenn die Scheisser nicht mit unserem Recht zu recht kommen, gehören die nicht hier her. Also weg mit den Scheissern.» Ein anderer User schreibt: «Unsere Kultur und Identität lassen wir uns nicht rauben und auch nicht verbieten!» Die Gruppierung ist in der Schweiz bereits wegen eines Fackelumzugs in Hombrechtikon im Februar 2012 in Erscheinung getreten. Althof, Leiter der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention, hält die Bewegung dennoch für «marginal klein und nur punktuell gefährlich». Dass sie in sozialen Netzwerken auf Mitglieder-Fang geht hält er für unwahrscheinlich: «In der rechtsextremen Szene geschieht die Rekrutierung über persönlichen Kontakt.» Da in grossen Onlinenetzwerken mittlerweile verstärkt gegen Rechtsextremismus vorgegangen wird, weichen Neonazis immer häufiger in verdeckte Bereiche, wie das russische Portal «VK» aus.

 

 

 

 

 

 

 

Verhaltenskodex

 

Das Geschehen im Netz dürfen die Nachrichtendienste des Bundes NDB nur observieren, wenn eine Androhung, ein Aufrufen, oder die Ausführung von Gewalt im Spiel ist. «Ideologischen Extremismus dürfen wir von Gesetzes wegen nicht beobachten», sagt Felix Endrich, Kommunikationschef des NDB. Ob die «Identitären» sich auf der geheimen Beobachtungsliste des NDB befinden, kommentiert Endrich nicht. Gegen die Ausbreitung braunen Gedankenguts in den sozialen Netzwerken empfiehlt Rechtsextremismus-Experte Althof Aufklärung in der Schule: «Man muss ein Bewusstsein schaffen über die Werte der demokratischen Gesellschaft. Schüler müssen verstehen, was totalitäre Systeme bewirken.» Andererseits sei Rechtsextremen, die selber aus problematischen Verhältnissen stammen und darum in der Szene landen, mit Prävention nicht beizukommen. Helfen könne, wenn Arbeitgeber in einem Verhaltenskodex festhalten, dass rechtsextreme und rassistische Gesinnung nicht toleriert wird. Bei Zuwiderhandlung könne einem Mitarbeiter dann gekündigt werden, so Althof. Ohne entsprechenden Kodex sei das nicht möglich, da die politische Anschauung keinen Kündigungsgrund darstelle. {Quelle: www.20min.ch – von S. Heusser}

 

 

 

 

Facebook: Nazis nutzen vermeintlich witzige Widerwärtigkeiten als Sammelpunkt

 

Nazis bei Facebook: Hass, getarnt als Witz

 

Deutsche Rechtsradikale verlagern ihre Aktivitäten zunehmend ins Social Web. Nicht nur bei YouTube verbreiten sie Hass, auch bei Facebook findet man widerwärtige Text-Bild-Collagen, die Neonazis als Sammelpunkt dienen. Facebook tut sich mit dem Löschen augenscheinlich schwer.

 

Facebook: Nazis nutzen vermeintlich witzige Widerwärtigkeiten als Sammelpunkt

Hamburg – Ein Galgen mit gehenkten Nazi-Opfern, im Vordergrund ein Uniformierter mit Bier in der Hand, Marke: „Reichskristallweizen“. Dazu der Werbespruch: „Einfach mal die Seele baumeln lassen.“

 

 

Ein Bild von Adolf Hitler, im offenen Wagen Hände schüttelnd, Aufschrift: „Ich will Spaß, ich geb G…“. Ein „Geburtstagsgruß“ an eine „braune“ 30-Jährige, verziert mit dem Bild eines jungen Mannes mit Down-Syndrom und einem Schmähwort. Rassistische Beleidigungen, gerne in Kombination mit Fäkalwitzen. Der Betreiber der Facebook-Seite mit der Selbstbeschreibung „Geschmacklos – schmutzig – ehrlich“ nimmt für sich in Anspruch, „schwarzen Humor“ zu verbreiten. In Wahrheit war die Seite ein digitaler Tummelplatz für Neonazis. Man begrüßte einander mit dem Kürzel „88“, das für „Heil Hitler“ steht, oder mit „Nazis rein“. Fleißige Kommentatoren und Unterstützer verwiesen in ihren eigenen Profilen gern auf rechte Bands, die auf ihren Seiten wiederum zu Rechtsrock-Festivals einladen. Über 64.000 Fans hatte die Seite. Bei Facebook sind auch Nazis gut vernetzt.

 

 

„Verstößt nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards“

 

Die beschriebene Seite existierte mindestens seit Herbst 2012. Damals berichtete Netz-gegen-Nazis.de über das Angebot. Doch am 25. Juni 2013 war es immer noch online. Als wir probeweise einige besonders menschenverachtende Bilder, darunter die oben beschriebenen, bei Facebook als unangemessen meldeten, mit der Begründung, hierbei handele es sich um „Hassrede“ – so heißt das bei Facebook – kam die Antwort prompt: „Wir haben das von dir wegen Hassbotschaften oder -symbolen gemeldete Foto geprüft und festgestellt, dass es nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards zu Hassbotschaften verstößt.“ Auf die Seite aufmerksam gemacht hatte uns ein Leser, dessen Meldungen an Facebook zuvor ebenfalls abschlägig beschieden worden waren. Die deutsche Organisation Jugendschutz.net erklärt in ihrem eben veröffentlichten Bericht Rechtsextremismus online„: „Facebook reagierte bislang unzureichend und duldete immer wieder auch volksverhetzende Inhalte, wenn sie als Satire oder Humor gekennzeichnet waren. Fehlende Sanktionen können hier jedoch dazu führen, dass ein Klima gefördert wird, in dem Diskriminierungen salonfähig erscheinen.“ Tatsächlich ist die beschriebene Seite bei weitem nicht die einzige ihrer Art. Neonazis verlagern ihre Online-Aktivitäten zunehmend ins Social Web: Von 7000 erfassten und als rechtsextrem eingestuften Inhalten im deutschsprachigen Netz habe man 80 Prozent in sozialen Netzwerken, nur 20 Prozent auf klassischen Internetseiten gefunden, berichtet Jugendschutz.net, über 1300 allein bei Facebook und YouTube. Auch Googles Videoplattform erfreut sich bei Nazis ungebrochener Beliebtheit.

 

 

 

Wieder melden wir, wieder gibt es zunächst keine Reaktion

 

Nach einem Anruf bei Facebooks Pressestelle verschwand die oben beschriebene Seite dann sehr schnell. Betreiber und Fans aber wichen umgehend auf weitere Seiten aus, die sich angeblich wieder dem „schwarzen Humor“ widmen: Wieder Witze über Hitler und Gas, von „Träumen“ ist die Rede, in denen Türken aufgehängt werden. Wieder melden wir einige Bilder, etwa eines, das ein Luxushotel in Dubai zeigt, Überschrift „Sieben Sterne“ und darunter das Tor des Konzentrationslagers Auschwitz mit der Überschrift „4 Millionen Sterne“ und der Unterschrift „Made in Germany“. Wieder wird die Meldung zunächst abschlägig beschieden, wieder zeigt erst ein Hinweis an die Pressestelle Wirkung. Facebook betont auf Anfrage, das Netzwerk sei „kein Ort für die Verbreitung rassistischer Ansichten„. Man unterstütze mehrere Aktionen und Initiativen gegen Rechtsextremismus, etwa no-nazi.net und 361 Grad Respekt. Außerdem arbeite man unter anderem mit Laut gegen Nazis und Netz gegen Nazis zusammen. Umso erstaunlicher, dass die eingangs beschriebene Seite noch zehn Monate nach dem zitierten Artikel bei Netz gegen Nazis online war.

 

Natürlich fördert Facebook die Aktivitäten der Nazis auf der Plattform nicht bewusst – sogar Unternehmensgründer Mark Zuckerberg wird auf den beschriebenen Seiten immer wieder antisemitisch verunglimpft. Doch die in Irland stationierten Kontrolleure des Unternehmens haben offenbar Schwierigkeiten, die Grenze zwischen Humor und Hass zu erkennen. Wenn es um nackte Haut geht, ist man hingegen eher allzu konsequent. Das Unternehmen selbst formuliert: Man sei „der Auffassung, dass Facebook als neutrale Plattform ein Ort sein muss, an dem es möglich ist, Dinge mit Hilfe von drastischen oder verstörenden Inhalten ansprechen zu können“. Auf diese würde „die Voraussetzung für gesellschaftliche Diskurse und das Problembewusstsein unter den Menschen geschaffen“. Dass die beschriebenen Beispiele als Diskursanstoß eher nicht geeignet sind, wurde offenbar erst nach den Nachfragen in der Pressestelle erkannt. Man reagiere „umgehend, wenn ein Verstoß vorliegt“, erklärt Facebook nun, wenn dies „wie im vorliegenden Fall“, nicht geschehe, „so müssen wir uns dafür entschuldigen“. Man prüfe, „wie es zu diesem Fehler kommen konnte“. {Quelle: www.spiegel.de – Von Christian Stöcker}

 

2 Responses to “Neonazis machen sich in sozialen Netzwerken breit”

  1. Wolf Says:

    Na und? Das Internet ist für alle da, weshalb sollen sich nur die Linken dort austoben dürfen und das tun sie reichlich. Wem die Rechten nicht gefallen braucht´s ja nicht anzuschauen.

    Zensur?… NEIN DANKE!!!

  2. Monika Escobar Says:

    Zunächst ist einmal aufzuklären, dass Nationalsozialismus von den LINKEN und den KOMMUNISTEN herrührt. Die linke Szene ist derzeit links- radikal neo- faschistisch tätig, wie noch nie zuvor. Die Kopten sollten sich bei Gott nicht gegen die Menschen stellen. Forscht lieber mal nach, wer die wahren Nazi´s sind. Begründung: Die neue Weltordung nach dem amerikanischen Prinzip schränkt schon jetzt die Menschenrechte stark ein. Ich schliesse mich dem Vorkommentator an: Zensur? ….Nein danke!


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