kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Unter Mursi jagten islamistische Eiferer die Christen 11. Juli 2013

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 19:57

6,أقباط,قتلوا,بموجة,عنف,طائفي , www.christian-dogma.com , christian-dogma.com , 6 أقباط قتلوا بموجة عنف طائفي

 

Menschenrechtsorganisationen versuchen sich derzeit in einer Bilanz des Leides, das die Ägypter unter dem ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi erfuhren.

Das ist schwieriger als erwartet.

 

Ob Gefahr für Israel, geostrategische Rolle oder gescheitertes Vorbild für arabische Demokratiebewegungen – kein zweites Land wurde zuletzt so gründlich unter allen nur denkbaren Perspektiven betrachtet wie Ägypten. Über eine Woche nach dem Militärputsch gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi wirkt das Land am Mittelmeer regelrecht ausgedeutet. Doch dieser Schein trügt. So warnt nun jedenfalls die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Denn: Fast unberücksichtigt blieb bei all den Bilanzen der Islamisten-Herrschaft laut IGFM das Leid, das viele Ägypter in diesen zwölf Monaten erlitten. Ohne eine Bilanz der Menschenrechtsverletzungen und des damit verbundenen Leides lasse sich aber kaum verstehen, was seit dem Wahlsieg der Muslimbruderschaft (MB) geschah – und warum Millionen Menschen gegen Mursi auf die Straßen gingen. Davon ist zumindest IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin überzeugt. Schließlich habe der Kampf gegen die Menschenrechte zentral zum ägyptischen Islamismus gehört. Und darunter hätten nicht nur Minderheiten wie Christen und Schiiten gelitten, sondern auch viele sunnitische Muslime.

 

 

 

Schaurige Gewaltexzesse

 

Weil Formulierungen wie „verschlechterte Menschenrechtslage“ aber recht dürr wirken können, präsentierten die IGFM-Experten auch gleich anschauliche Beispiele: etwa das Wirken der selbst ernannten Sittenpolizei Ägyptens. Die firmierte als „Vereinigung zur Erhaltung der Tugend und Bekämpfung des Lasters“, ihre Gruppen waren laut Menschenrechtlern von Schlägertrupps aber oft kaum zu unterscheiden. In mehreren Städten griffen die Tugendwächter demnach Frauen an, weil sie unverschleiert spazieren gingen. Zu einem schaurigen Gewaltexzess kam es in Suez: Als die Bekämpfer des Lasters ein Pärchen ertappten, das auf offener Straße Händchen zu halten wagte, wurden dem Mann laut IGFM die Genitalien abgeschnitten, woraufhin er verblutete. In diesem Fall wurden die Täter immerhin vor Gericht gestellt. Eine geradezu rationalisierte Form der Grausamkeit stellte in Mursis Ägypten die forcierte Genitalverstümmelung dar. Die ist seit Langem in der ägyptischen Bevölkerung verwurzelt, auch bei Christen, und wurde schon unter Mursis Vorgänger Hosni Mubarak praktiziert, obgleich sie verboten war.

 

 

 

Beschneidung im Bus

 

Nach Mursis Regierungsantritt zogen laut IGFM und Amnesty International jedoch ultrafromme Mediziner- und Krankenschwesterteams in Kleinbussen quer durchs Land, um dort den Bauern ihre Dienste als mobile Beschneidungszentren anzubieten – und um den Mädchen wenigstens auf hygienische Art Klitoris und innere Schamlippen abzuschneiden. Ägyptischen Medien zufolge hatte auch Mursi selbst betont, „in gewisser Weise“ liege die letzte Entscheidung darüber, ob eine Tochter beschnitten werde, bei den Familien. Verletzt wurden aber auch die Menschenrechte der koptischen Christen im Land. Dutzende Kirchen wurden angezündet, mal wurden Christen vor Betreten einer Kirche niedergeschlagen, mal wurden Christenviertel von bewaffneten Eiferern heimgesucht. Übel erging es ferner der kleinen schiitischen Minderheit. Bei einem Pogrom Ende Juni im Süden Kairos griffen Tausende Eiferer die Häuser der Schiiten an und töteten mehrere Anhänger dieser islamischen Glaubensrichtung. Terror erlebten aber auch prominente Apostaten, also Ex-Muslime wie der deutsch-ägyptische Islamkritiker Hamed Abdel-Samad. Wegen seiner grundsätzlichen Kritik am Islam verkündete ein salafistischer Geistlicher in einem Fernsehsender, Abdel-Samad verdiene den Tod. Drastisch wurden zudem Konvertiten bestraft, die vom Islam zum Christentum übertraten. Im Gouvernement Beni Suef verurteilte Anfang 2013 ein Gericht eine achtköpfige Familie zu 15 Jahren Haft, weil sie sich für den christlichen Glauben entschieden hatte.

 

 

 

Ehrung von Terroristen

 

Nun muss man fairer Weise präzisieren: In vielen der genannten Fälle waren die Täter keine Muslimbrüder, sondern standen offenbar deren Koalitionspartnern nahe: den radikalislamistischen Salafisten. Aber die Muslimbruderschaft ließ diese Gewalttäter zumindest gewähren. Und in einigen Fällen mischten manche Muslimbrüder gemäß IGFM auch direkt mit. So hätten sie gelegentlich in den mobilen Beschneidungsbussen gesessen und seien mehrfach auch bei den Tugendwächtern mitmarschiert. Mehr noch, laut dem IGFM-Sprecher adelte die Muslimbruderschaft die Salafisten und deren Handeln regelrecht. So ernannte Mursi einen ehemaligen Djihadisten, der unter Mubarak an mehreren Bombenanschlägen mitgewirkt hatte, zum Gouverneur von Luxor. Ferner nahm Mursi an einer Konferenz teil, auf der salafistische Prediger Schiiten zu islamfeindlichen Ungläubigen erklärten. Mit keinem Wort distanzierte sich Mursi von dieser Verteufelung einer Minderheit. Kurz danach kam es zu den antischiitischen Pogromen. Ähnlich verhielt es sich im Fall der Todesfatwa gegen Abdel-Samad. Nach deren Veröffentlichung traf Mursi ihren Verkünder und grüßte ihn herzlich in aller Öffentlichkeit. Folglich könne man der MB die Taten der Salafisten voll anrechnen, schließen daraus die IGFM-Experten.

 

 

 

Zur Gewalt gezwungen

 

Mit diesem Vorwurf wird der Muslimbruderschaft allerdings ein hohes Maß an Entscheidungsfreiheit unterstellt. Und genau die besaß sie nicht, so meinen kritisch-sympathisierende Beobachter der Muslimbruderschaft wie der ägyptischstämmige Islamgelehrte Tariq Ramadan. Ihnen zufolge duldeten viele Muslimbrüder die Gewalttaten nur widerwillig, weil sie händeringend Verbündete brauchten im Überlebenskampf mit den Kräften des Ancien Régime in Armee, Gerichtsbarkeit und Administration. Die Partei Mursis setzte demnach also nicht gezielt auf Menschenrechtsverletzungen, abgesehen von der strafrechtlichen Ahndung der Apostasie. Sie hätte mit dem Rücken zur Wand meist nur hingenommen, was sie mangels ausreichender Stärke nicht verhindern konnte.

 

Dass Mursi und seine Brüder längst nicht so grausam seien, wie westliche Aktivisten behaupteten, wurde zuletzt auch in den Medien des Al-Jazeera-Netzwerkes diskutiert. Dort argumentierten MB-nahe Kommentatoren, Mursi habe immerhin als Schirmherr einer Konferenz zur Besserstellung der Frau fungiert, die sich gegen die Beschneidung aussprach. Jahre zuvor hatte auch der einflussreiche Vordenker der Muslimbrüder, der Gelehrte Yusuf al-Qaradawi, die Beschneidung als unislamisch verworfen. Auch wurde von der Muslimbruderschaft erklärt, Mursi habe Schiiten nicht zu Ungläubigen erklärt, schließlich sei er selbst in den schiitischen Iran gereist und habe Iraner aufgefordert, in Ägypten zu urlauben. Auch die Verantwortung für die Gewaltexzesse angeblicher Tugendwächter wiesen Offizielle der Muslimbruderschaft kategorisch zurück. Sie schworen, dahinter müssten Geheimdienstleute des alten Mubarak-Regimes stehen, die die Regierung diskreditieren wollten.

 

 

 

Geheimdienste verüben Anschläge

 

Was für Europäer wunderlich klingt, wird grundsätzlich auch von westlichen Menschenrechtlern nicht ausgeschlossen. Jedenfalls ist laut IGFM und der koptischen Kirche Ägyptens erwiesen, dass der Mubarak-Geheimdienst blutige Anschläge auf Kirchen verübte, um sie den Islamisten anzulasten und so deren Gefährlichkeit aufzubauschen (ähnlich wie Jahre zuvor der algerische Geheimdienst Gewalttaten beging und den dortigen Islamisten in die Schuhe schob, was anfangs niemand in Europa für möglich hielt). Auch Mursi selbst betonte mehrfach, der Kampf gegen die „Saboteure“ des alten Regimes lasse ihm keine Zeit, all die tief verwurzelten Missstände in Ägypten zu beheben. Das bestreiten bis zu einem gewissen Punkt auch nicht die IGFM, Amnesty oder die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Tatsächlich reihen sich die Menschenrechtsverletzungen unter Mursi meist in eine Tradition ein. So ist die Genitalverstümmelung bei den Ägyptern fest verankert. Laut UNICEF sind 90 Prozent der Frauen beschnitten. Auch die Christendiskriminierung war schon unter Mubarak gängig. Mehrfach pro Jahr kam es zu Anschlägen auf Kirchen, während die Armee laut Amnesty und IGFM oft zuschaute. Der Übertritt eines Muslims zum Christentum oder nichtislamische Missionsversuche wurden von Gerichten auch zu Mubaraks Zeit mit Gefängnis bestraft. Hätte Mursi hier eine Wende eingeleitet – es wäre eine fast revolutionäre Neuerung gewesen. Konnte man die von einem Muslimbruder erwarten?

 

 

 

 

 

 

Keine Verbesserung, dafür Verschlechterung

 

Die Menschenrechtler parieren dies mit einer Gegenfrage: Musste sich die Menschenrechtslage wegen dieses Machtkampfes denn gleich verschlechtern? Laut IGFM, GfbV oder Amnesty erging es den Menschenrechten unter Mursi nicht nur nicht besser als zuvor, sondern schlechter. Die Zahl antichristlicher Übergriffe habe, bei allen Problemen einer verlässlichen Zählung, zugenommen; die Genitalverstümmelung wurde forciert, eine Sittenpolizei mit hochintolerantem Potenzial entstand, und der Staatspräsident ehrte Personen mit seiner Aufmerksamkeit, die zu Terror und Mord im Namen Gottes aufriefen. Doch bei allem Streit, eines realisieren derzeit alle Beobachter: Ein Ende der Gewalt hat die Entmachtung der Islamisten nicht bewirkt. In den Tagen seither starben über 100 Ägypter: Christen, Schiiten, Mursi-Gegner, aber auch etliche Muslimbrüder. {Quelle: www.welt.de – Von Till-R. Stoldt}

 

3 Responses to “Unter Mursi jagten islamistische Eiferer die Christen”

  1. Ibrahim Says:

    HINAUS UND JEDER MUSS INFORMIERT WERDEN! ALLE INFOS AN ALLE MENSCHEN!

    SIE MÜSSEN VERSTEHEN WAS ALLES DORT IN ÄGYPTEN PASSIERT IST!

    ERZÄHLT ES ALLEN! BETET UND ERZÄHLT! BETEN FÜR DIE KOPTEN UND FÜR FRIEDEN IN

    ÄGYPTEN! AMEN!

  2. Ibrahim Says:

    IN EUROPA UND DEUTSCHLAND UNTERSTÜTZT DOCH ATHEISMUS UND KIRCHENFEINDLICHKEIT!

    WIR BEI UNS HIER SIND DOCH DAS SELBER SCHULD! WENN HIER DER ISLAM MEHR UND MEHR

    ZUNIMMT SO KÖNNEN WIR DAS UNSEREN REGIERUNGEN ALLER ART DANKEN!

  3. Ibrahim Says:

    Home > Gerechtigkeit und Friede > Artikel von 2013-07-13 12:54:43
    A+ A- Drucken

    Ägypten: „Der Umsturz ist wie ein Wunder“

    RealAudioMP3 Während in Ägypten die Vereidigung des Übergangskabinetts des Interims-Premierministers Hazem el-Beblawi erwartet wird, rufen die Muslimbrüder weiter zu Protesten auf, um eine Wiedereinsetzung ihres Präsidenten Mohammed Mursi zu erreichen. In den vergangenen Tagen war es im Verlauf der Demonstrationen zu mehr als 100 Toten gekommen; ein Ende der Aufstände scheint nicht in Sicht zu sein, auch wenn führende Muslimbrüder, die sich nach wie vor dem Dialog mit der neuen Regierung verweigern, zu „friedlichen Protesten“ aufrufen. Kyrillos William ist der katholische Bischof von Assiut. Trotz aller Wirren durch den Umsturz spricht er von einem „Wunder“, auf das die Bevölkerung Ägyptens so nicht zu hoffen gewagt hätte. Das Militär habe richtig gehandelt, so Kyrillos, denn die überwältigende Mehrheit des Volkes hätte klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es die Wahl Mursis aufgrund der Entwicklungen des vergangenen Jahres nicht mehr anerkenne. Auch die Christen stünden hinter der neuen Regierung:

    „Die Christen, wie zahlreiche Ägypter, sind der Auffassung, dass sie nun endlich ein neues Ägypten aufbauen können – demokratischer, freier und für alle Menschen. Alle sagen, dabei wird keiner ausgeschlossen, auch die Islamisten nicht. Aber es sind die Islamisten, die nicht mitmachen wollen.“

    Das Militär hätte von Anfang an klar gemacht, dass es dieses Mal die Macht nicht für sich selbst beanspruchen wolle. Dazu diente auch der demonstrative Schulterschluss mit allen religiösen und zivilen Autoritäten des Landes, wie er bei den ersten Runden Tischen deutlich wurde, an denen neben Koptenpapst Tawadros und dem Vorsteher der Al Azhar-Universität Al Tayyeb auch Vertreter aller Parteien und Altersgruppen teilgenommen hätten. Sorge machten nun nur noch die Muslimbrüder, die nach wie vor für eine Wiedereinsetzung Mursis protestieren.

    „Viele kluge Menschen, auch einige unter den Islamisten selbst, versuchen sie dahingehend zu beraten, aufzugeben. Aber es bringt nichts, denn sie haben den Traum von einem islamischen Staat mit den Dummheiten, die sie in diesem Jahr angestellt haben, verdorben. Ich glaube, jetzt mit der neuen Regierung – heute oder morgen werden die neuen Minister vorgestellt – können wir langsam die neue Verfassung angehen und ein Referendum einberufen. Innerhalb von sechs Monaten sollen dann die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden.“

    Glücklicherweise hätten sich die Beziehungen zwischen Militär, Polizei und Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Umsturz deutlich verbessert, so dass auch eventuelle Gewaltausbrüche der Muslimbrüder unter Kontrolle seien, so Kyrillos. Die Gefahr, dass die Muslimbrüder erneut vor allem in ländlichen Gebieten mit einer hohen Analphabetismusrate massive Stimmen erhalten und erneut an die Regierung zurückkehren könnten, sieht der Bischof jedenfalls durch die Ereignisse des vergangenen Jahres gebannt:

    „Sie haben nun keinen Konsens mehr in der Bevölkerung, viele, die sie gewählt haben, würden sie nie mehr wählen. Das sagen sie auch öffentlich, unter ihnen auch viele Muslime. Denn sie haben entdeckt, dass die Muslimbrüder die Religion als Chance für sich selbst ausgenützt haben, aber letztlich gegen die Religion regiert haben.“

    Trotz aller Euphorie in der Bevölkerung: Der rechtmäßig gewählte Präsident Mohammed Mursi ist gewaltsam abgesetzt worden und sitzt nun in einer Militärkaserne unter Hausarrest. Einflussreiche internationale Stimmen – unter ihnen der deutsche Außenminister Guido Westerwelle, aber auch die Vereinigten Staaten – fordern nun zunehmend seine Freilassung. Damit ist Kyrillos nicht einverstanden:

    „Er ist zu seiner eigenen Sicherheit in einer Militärstation untergebracht, wo er ihn allen Ehren gehalten wird wie zu Hause. Er kann nur nicht in Freiheit bleiben, weil mittlerweile vieles gegen ihn vorliegt. Er wird nun vor Gericht gebracht und wenn er unschuldig ist, wird er freigelassen werden, ansonsten wird er bestraft werden.“

    (rv 13.07.2013 cs)

    Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/07/13/%C3%A4gypten:_%E2%80%9Eder_umsturz_ist_wie_ein_wunder%E2%80%9C/ted-710142
    des Internetauftritts von Radio Vatikan


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s