kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Wolfram Schrems: Ein Sittenbild der Katholischen Kirche in Österreich 8. Juli 2013

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 18:26

Einige lokalkirchliche Ereignisse der jüngsten Zeit: Die unter großen Mühen renovierte Pfarrkirche Neulerchenfeld soll ohne zwingenden Grund an die serbisch-orthodoxe Kirche verschenkt werden, die Pfarre soll aufgelöst werden. Petitionen der Gläubigen werden von Kardinal Schönborn nicht angenommen.

 

Ein katholischer Referent wird aufgrund islamischen Drucks von einer Podiumsdiskussion der „Langen Nacht der Kirchen“ am 24.05.13 ausgeladen. „Nacht der Kirche“ – wie treffend. Wenige Tage zuvor erklärt Kardinal Schönborn bei einer ziemlich skurrilen Veranstaltung  gegenüber den Vertretern des internationalen Großkapitals bzw. des internationalen Grün-Marxismus submissest, dass die „Ursünde Europas“ im „Nationalismus“ bestehe. Also nicht der Abfall von Gott ist die „Ursünde“, auch nicht der legale Massenmord an den Ungeborenen oder der systematische Angriff auf Ehe und Familie sondern der „Nationalismus“. Ausgerechnet {www.dersonntag.at}. Bei einem Besuch in Großbritannien erklärt Kardinal Schönborn, dass der Staat homosexuelle Partnerschaften schützen müsse. Was bei den Katholiken in England erhebliche Konsternation auslöst. Im Stephansdom wird – gleichsam unter den Augen des Kardinals – eine Ausstellung bedeutender Frauen gezeigt, zu denen die maßgeblichen Organisatoren auch Rosa Luxemburg und Elfriede Jelinek rechnen {warisdirie.wordpress.com}. Derartige Skurrilitäten und Ungereimtheiten gibt es viele. Sie mögen uns als Ansatzpunkt zur Deutung einiger aktueller und schon länger zurückliegender Ereignisse dienen.

 

 

Es wurde viel über die Hintergründe des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. spekuliert.

 

Angesichts gerade erwähnter Ereignisse ist ein Aspekt dieser Vorgänge näherer Untersuchung wert: Nämlich die massive Illoyalität von Bischöfen und Bischofskonferenzen des deutschen Sprachraums. Ohne Umschweife gesagt: Die Bischofskonferenzen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz befinden sich in einem – offiziell nicht deklarierten, aber faktischen – schismatischen Zustand. Zur selben Zeit verdunstet der letzte Rest an christlicher Gesellschaftsprägung und die lokale Kirchenhierarchie unterwirft sich bedingungslos der weltlichen Macht. Genau diese Entwicklungen hatte Papst Benedikt kritisiert und aufzuhalten versucht. Die lokalen Hierarchien sind ihm in den Rücken gefallen. Im folgenden einige Beobachtungen:

 

 

Die Abkoppelung der lokalen Kirche von der Weltkirche

 

Kardinal Schönborn und die Österreichische Bischofskonferenz sind die Urheber mehrerer als illoyal zu qualifizierender Akte, mit denen sie Papst Benedikt (und vielen Gläubigen) das Leben schwer gemacht haben. Es geht etwa um diese Vorfälle:

 

 + Die österreichischen (wie alle deutschsprachigen) Bischöfe verweigern die angeordnete Korrektur der gefälschten Wandlungsworte in der hl. Messe. „Pro multis“ heißt eben „für viele“ und nicht „für alle“. Bereits 2006 (!) gab es eine entsprechende Anordnung durch die Gottesdienstkongregation unter Kardinal Arinze, 2012 wendete sich der Papst per Brief an die deutschen Bischöfe. Während andere Bischofskonferenzen diese längst überfällige Korrektur vollzogen haben, mauert die österreichische weiter. Vor kurzem dekretierte sie in ihrem Amtsblatt sogar ausdrücklich, die Priester hätten „für alle“ zu verwenden. Der offiziell angegebene Grund ist, dass sich die Neuregelung erst auf das neu zu erstellende deutschsprachige Messbuch bezöge (www.bischofskonferenz.at, 29.05.13). In Wahrheit handelt es sich um einen Akt offener Illoyalität und eine Ausgeburt innerkirchlicher Subversion: Es soll um jeden Preis die Illusion aufrechterhalten werden, dass Christus die Allerlösung lehren würde.

 

 

+ Der Skandal von Stützenhofen aus dem vergangenen Jahr ist noch so präsent, dass man ihn nicht näher ausführen muss. Die Vorgangsweise des Kardinals ist ein schweres Ärgernis. Er ist dem örtlichen Pfarrer in den Rücken gefallen. Er ist auch dem Papst in den Rücken gefallen. Dieser hat immer die Bischöfe zum Widerstand gegen Gesetze, die den Geboten Gottes widersprechen, ermahnt. Nicht nur, dass sich Kardinal Schönborn der „Diktatur des Relativismus“ in der politischen Sphäre nicht widersetzt, er führt diese Diktatur auch in der Kirche selbst ein.

Schwuler-Pfarrgemeinderat-Schoenborn-Aerger-im-Vatikan

derstandard.at

 

+ Der „Aufruf zum Ungehorsam“ der Pfarrerinitiative ist unwidersprochen in Kraft. Er kann sich von der kirchlichen Autorität ungehindert verbreiten. Hochwürden Helmut Schüller ist immer noch Pfarrer von Probstdorf und Universitätspfarrer an der Wirtschaftsuniversität(!), Evangelienkommentator in der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“ und munter auf Missionsreisen. Der zuständige Bischof, der nicht eingreift, macht sich damit an der Verwirrung der Katholiken mitschuldig. Papst Benedikt nahm auf diesen Skandal sogar öffentlich Bezug – genützt hat es nichts.

 

+ Die völlig inakzeptable Reaktion der österreichischen Diözesanbischöfe (Hirtenbrief vom 16. Februar 2009) auf die Ernennung von Dr. Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof für Linz offenbarte nur allzu deutlich, wie weit die romfreie Nationalkirche schon Wirklichkeit ist. In aller Offenheit kritisierte Kardinal Schönborn den Papst für die Ernennung eines nicht-konformen Bischofskandidaten („Unfall“) und sprach von  „Unverständnis und „Zorn“, den das ausgelöst habe. Interessanterweise wurde der Rücktritt von Weihbischof Wagner nicht in Linz, sondern in Wien verkündet.

 

+ Beschämend war auch die Stellungnahme von Kardinal Schönborn zur „Fristenlösung“ in der ORF-Diskussion am 9. September 2007, kurz nach dem Abflug von Papst Benedikt aus Wien: „Presse“-Chefredakteur Michael Fleischhacker musste mehrmals nachfragen, wie der Kardinal die Fristenlösung bewerte. Die letztendlich herausgepresste Antwort war zwar verhalten, aber immerhin negativ – und hat die üblichen Empörer auf den Plan gerufen.     Man fragt sich aber, wieso der Kardinal nicht sofort an den von ihm selbst (!) redigierten Katechismus der Katholischen Kirche (1992) erinnerte, in dem es unter Punkt 2273 heißt: „Als Folge der Achtung und des Schutzes, die man dem Ungeborenen vom Augenblick seiner Empfängnis an zusichern muss, muss das Gesetz die geeigneten Strafmaßnahmen für jede gewollte Verletzung seiner Rechte vorsehen.“ Hier wird das Dokument Donum Vitae der Glaubenskongregation aus dem Jahr 1987 zitiert. Es war von einem gewissen Kardinal Joseph Ratzinger verfasst worden.     Kardinal Schönborn hat es gekannt, man fragt sich aber, welche Rolle es für ihn spielt. Dennoch gilt Kardinal Schönborn als Mitglied des „Ratzinger-Schülerkreises“. (Was an sich schon unerfindlich ist, da als „Schüler“ im akademischen Sinn normalerweise nur ein Dissertant oder Habilitand gilt.) Man fragt sich, welche Bedeutung angesichts dieser Fakten der Ausdruck „Schülerkreis“ wirklich bedeuten soll.

 

Viele andere Beispiele, die der Konsultation kirchlicher und säkularer Medien zu entnehmen sind und keinerlei spezielles Geheimwissen benötigen, wären darzulegen. Es ist klar: Trotz vorgeschobener Papsttreue geht es in der Kirche Österreichs im Allgemeinen und Wiens im Besonderen um etwas anderes. De facto ist die Kirche in Österreich in dogmatischer und disziplinärer Hinsicht in einem schismatischen Zustand.

 

 

 

Unterwerfung der Kirche unter die säkulare Macht

 

Die Kirche unterwirft sich hierzulande bedingungslos der weltlichen Obrigkeit. Es gibt nicht nur keinen Widerstand gegen aggressive Säkularisierung und Entchristlichung in Politik, Gesetzgebung und Kultur, man „stimmt“ auch seitens des Episkopates „freudig mit Ja“. Die Abkoppelung von der Weltkirche bedingt – zwangsläufig und historisch in vielen Beispielen belegt – die Unterwerfung der lokalen Kirche unter die lokalen Potentaten und ihre Ideologien. Diesem unheilvollen historischen Vorbild folgend schrieb Kardinal Schönborn in seinem „Masterplan“-Hirtenbrief vom 15. Mai 2011 – neben den üblichen, praktisch unverständlichen Wortkaskaden – etwa folgendes: „Auch angesichts der wachsenden Not wollen wir den Weg frei machen, uns öfter an vielen Stellen und bei vielen Gelegenheiten mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen tun. Alle, die sich – oft ohne es so zu nennen – für die Werte des Evangeliums in Dienst nehmen lassen, sind für uns mögliche Partner, deren Weggemeinschaft wir gerne annehmen. Wer immer sich für Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, die Bekämpfung der Armut, den Respekt vor Fremden, unbedingte Anerkennung der Würde aller einsetzt, verdient unsere Solidarität und unseren Dank. Wichtige Kriterien für die Zuteilung von Ressourcen werden in der Erzdiözese künftig der diakonale Einsatz sowie die Verknüpfung der Aktivitäten in die Zivilgesellschaft hinein sein. Wo wir in konkreten Anliegen mit anderen, die nicht aus der Kirche kommen, zusammenarbeiten, können wir unendlich viel voneinander lernen“.

 

Es handelt sich um submisseste Unterwerfung unter den linken Zeitgeist und seine Protagonisten. Keine Rede ist etwa davon, dass durch Euro, konfiskatorische Steuersätze und Inflationierung die Leute um ihr Eigentum gebracht werden. Kümmert es die Hirten der Kirche gar nicht, dass die Familien und die klein- und mittelständischen Betriebe, das Rückgrat einer freien Gesellschaft, durch die Last von Steuern und Auflagen in ihrer Existenz bedroht werden? Keine Rede ist auch von der wachsenden Unfreiheit durch EU-Vorgaben. Auch kein Wort über den Massenmord an den Kindern im Mutterleib – trotz der Nähe einer berüchtigten Abtreibungsklinik zum erzbischöflichen Palais. Eine rezente Ausgabe der Franziskaner-Zeitschrift „Antonius“ bringt es mit ihrem Titelblatt auf den Punkt: Kardinal Schönborn und Bundespräsident Fischer in trauter Eintracht – darunter der Slogan: Kirche und Staat – Partner für die Menschen. Die Hirten haben als solche abgedankt, die Unterwerfung unter die weltliche Macht wandelt sie in die Junior-Partner von Sozialisten, Atheisten und Freimaurern.

 

Ein Bischof, dem eine volksfrontartige „Solidarität“ mit der neo-marxistischen „Zivilgesellschaft“ wichtiger ist als eine erkennbar christliche Gesellschaftsprägung, hat eindeutig seinen Beruf verfehlt. Wenn Kardinal Schönborn „unendlich viel voneinander lernen“ will, übt er Verrat an seinem Auftrag. Was, bitte, will der Kardinal von den „zivilgesellschaftlichen“ Gruppen lernen? Weiß Eminenz nicht, dass die „Zivilgesellschaft“ ein Konzept des Marxisten Gramsci ist? Weiß er nicht, dass die „zivilgesellschaftlichen“ Gruppen praktisch zur Gänze steuergeldfinanzierte Vorposten einer von oben verordneten Paganisierung sind? Natürlich weiß er es. Trotzdem macht er mit.

 

Am Ende dieses fatalen Hirtenbriefes heißt es:

„Gott weitet unseren Blick auf seine ganze Schöpfungsfamilie. Diese hat er auch jenseits unserer Kirchengrenzen mit seinem Geist reich beschenkt in ihrem Erbe und in ihren Träumen“.

 

Abgesehen von der klischeehaften Diktion grenzt diese Aussage ans Absurde. Was um Gottes willen heißt:

„Gott hat die Schöpfungsfamilie in ihrem Erbe und in ihren Träumen reich beschenkt“?

Ist bei Eminenz das Wassermann-Zeitalter ausgebrochen?

 

Es kommt aber noch schlimmer. Der auf den eben zitierten Satz folgende, der letzte des Hirtenbriefes, ist geradezu blasphemisch: „[Gott] lässt sich finden, wo wir ihn nicht erwarten. Im Gewand des Fremden kommt er uns entgegen und bittet um Aufnahme.“ Nein, Eminenz, Gott kommt niemals „im Gewand des Fremden“! Gott ist durch Jesus Christus vertraut geworden: „Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen“ (Joh 10, 5). Gott lässt sich finden, wo wir es erwarten können: In der Kirche, in den Sakramenten, in der Liturgie – im katholischen Glauben. Der „fremde Gott“ ist (etwa im Anschluss an den Häretiker Markion im 2. Jahrhundert) eine monströse Häresie. Oder meint Eminenz, dass Gott uns ausgerechnet in Islamisierung und Neuheidentum begegnen würde? So oder anders: Hier ist eine gewaltige Pathologie am Werk. Es ist gar kein Wunder, dass die Kirche hierzulande im Verschwinden begriffen ist. Die Bischöfe sind nicht nur Verwalter des Untergangs, sie sind dessen Betreiber. Das wird schlaglichtartig an folgendem Punkt deutlich:

 

 

Das „Kasperl-und-Krokodil“-Syndrom

 

Heuer hatte das Krokodil seinen großen Auftritt. Einige nicht weiter bekannte Herrschaften, unter ihnen nicht unskurrile Selbstdarsteller und Wichtigtuer, organisierten ein „Volksbegehren“. Es ging um den Kampf gegen „Kirchenprivilegien“. (Einer radikalmarxistischen Splitterpartei war es noch zu wenig kirchenfeindlich formuliert, denn das „Volksbegehren“ richtete sich vom Wortlaut her gegen alle anerkannten „Religionsgemeinschaften“, man hätte es bei den Trotzkisten aber gern gehabt, dass es sich nur gegen die Christen richten würde: www.slp.at). Es ist kaum glaubhaft, dass man seitens der Drahtzieher mit einem großen Erfolg an Unterschriften gerechnet hatte. Zu abwegig ist das Anliegen dieser Truppe, um im Volk großes Begehren auszulösen. (Es wurde dann in einer Rundfunkmeldung berichtet, dass 56.660 Unterschriften zusammengekommen seien. Jedenfalls eine hübsche Ziffernkombination. Das offizielle Ergebnis ist aber noch geringer, nämlich 48.093: www.kirchen-privilegien.at).

 

Worum es aber statt des erwartbar geringen Ergebnisses ging, war etwas ganz anderes: Die Kirchenführung sollte offensichtlich in die Rolle desjenigen versetzt werden, der aus Gründen der Dramaturgie das Krokodil wunsch- und pflichtgemäß aufs Haupt schlagen darf. Oder vermeintlich aufs Haupt schlagen, denn sowohl das „Volksbegehren“ als auch die Reaktion der „Religionen“ atmen denselben relativistischen und masonischen Geist. Im Puppenspiel werden Kasperl und Krokodil vom selben Puppenspieler betätigt. Genau diesen Eindruck hat man im gegenständlichen Fall: Kardinal Schönborn hat sich bereitwillig in eine Front der „Religionen“ einfügen und sich und die Kirche damit letztlich irrelevant machen lassen. Lessings lächerliche „Ringparabel“ ist wieder da: Eminenz hat auftragsgemäß vom wundervollen Beitrag der „Kirchen“ und „Religionen“ für „Kultur, Werte und Soziales“ schwärmen dürfen, für den man eben Mittel brauche. Die großartigen Beiträge zu Kultur und Sozialem, inklusive die Versorgung moslemischer Kirchenbesetzer, kostet eben Geld.

 

Es geht der Kirche also doch nicht um den Glauben, sondern ums Geld?

Damit sie ihren Angestellten ein sorgenfreies Leben ermöglichen und ein bisschen „Kultur, Werte und Soziales“ verbreiten darf? Ist das der Auftrag der Kirche?

Ist derjenige, der sagte „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14, 6) den Bischöfen peinlich?

Denken die Kirchenführer gar nicht an den Tag der Rechenschaft?

 

 

 

Resümee

 

Die Subversion der Kirche Österreichs ist flächendeckend erfolgreich, die Abkoppelung von Rom de facto ebenso. Es gibt hier nichts zu beschönigen. Die Fassaden werden bald einstürzen. Die Fassade der Papsttreue war schon länger eingebrochen. Naturgemäß können wir über die Hintergründe des Rücktritts von Papst Benedikt nur spekulieren. Es werden mehrere Faktoren zusammengekommen sein, wie vor kurzem auch Papst Franziskus indirekt bestätigte. Wir können aber annehmen, dass ihn die Illoyalität so vieler Bischöfe und Kardinäle, auch der vermeintlich treuen, schwer getroffen haben muss. Ob das Grund genug für einen Rücktritt ist, steht freilich auf einem anderen Blatt. Kardinal Schönborns fromme Phrasen täuschen viele Menschen. Manche seiner Katechesen und Aufsätze mögen gut und richtig sein. Aber ein Bischof hat andere Aufgaben. Es muss um die „Früchte“ gehen, um konkrete Resultate und um das Zeugnis des Glaubens, wenn nötig in Konfrontation mit der „Welt“. Diese aber gibt es nicht. Fromme Alibiaktionen wie „Stadtmission“, „Apostelgeschichte 2010“, „Mission possible“ und dergleichen sind komplett sinnlos, sie haben überhaupt nichts bewirkt. Angesichts ihrer Defizite können sie auch gar nichts bewirken.

 

Diese Events sind praktisch ausschließlich Beschäftigungsmöglichkeiten für einen nicht übertrieben initiativ agierenden Funktionärs- und Verwaltungsapparat. Tragischerweise gibt es in diesem Milieu auch grundsätzlich wohlmeinende Leute, die mittlerweile beruflich und finanziell in den Apparat verstrickt sind und de facto die Rolle von Alibi-Frommen und Halleluja-Schlümpfen ausüben. Wer die Kirchenszene kennt, kann sich nur wundern, wie viele dort mit beiden Beinen fest in den Wolken stehen. Was auch immer für Absichtserklärungen ventiliert werden, es zählen nur die Fakten: Der nächste Schritt einer spektakulären Pfarr- und Kirchenzerstörung im Rahmen des „Masterplans“ nach der schändlichen Vernichtung der Kapelle im Geriatriezentrum Baumgarten und der ehrlosen Vertreibung des dortigen Priesters im Jahr 2010, ist die Pfarre Neulerchenfeld.

 

Eminenz Schönborn hört nicht nur nicht auf den Papst, sondern auch nicht auf die Gläubigen. Andere Einflüsse sind maßgeblich. Wenn es Gläubigen und Priestern nicht gelingt, dieses Treiben bald zu stoppen, wird es zum totalen Zusammenbruch kommen. Man wird prognostizieren können, dass die „kleinen christlichen Gemeinschaften“, von denen Eminenz so schwärmt, bald Realität sein werden. Weil es dann hierzulande nämlich auch nichts anderes mehr geben wird. Womit wir bei der „kleinen Herde“ sein werden, von der Christus spricht (Lk 12, 32). Ob Eminenz allerdings dort willkommen sein wird, ist eine andere Frage. Das letzte Ziel christlichen Handelns liegt eben nicht im irdischen Leben, es liegt im Endgültigen. Man kann es auch verfehlen. Darum heißt es auch „pro multis“.

 

MMag. Wolfram Schrems, Linz und Wien, katholischer Theologe und Philosoph, kirchlich gesendeter Katechist. Umfangreiche Vortrags- und Publikationstätigkeit.

www.andreas-unterberger.at

Andreas Unterbergers Tagebuch

 

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