kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägypten vor der Entscheidungsschlacht 30. Juni 2013

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 21:29

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Glückwunsch: „Ägypten rasiert sich„!

 

 

Mit einem Aufmarsch der Millionen will Ägyptens Opposition Präsident Mursi verjagen, gegen Islamisierung, Autokratie und Armut protestieren – aber auch seine Anhänger wollen auf die Straße gehen.

Zusammenstöße sind programmiert, ihr Ausgang ist ungewiss und ein Militärputsch nicht ausgeschlossen.

 

 

 

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Lasst uns Ramadan ohne die Moslembrüder erreichen!

 

 

Kairo bereitet sich in diesen Tagen auf eine Belagerung vor. Aus Supermärkten schleppen besorgte Frauen Haltbares nach Hause – wer weiß, wie lange es nach Sonntag nicht sicher sein wird, auf die Straße zu gehen. Um die Häuserblocks winden sich die Autoschlangen vor den Tankstellen, es gibt nicht mehr genug Benzin. Auch vor den EC-Automaten der Banken wird in der Innenstadt gedrängelt. Einige Banken, darunter die große HSBC, haben die Höchstsumme für Abhebungen gekürzt. Sie haben Angst, dass die Ägypter ihre Konten leerräumen. Der Malstrom der schlechten Nachrichten dreht sich derweil schneller und schneller: Landauf, landab brennen Gebäude. Im Getümmel von Demonstrationen werden Menschen erschossen und erstochen. Westliche Botschaften schicken Teile ihres Personal außer Landes. Am Kairoer Flughafen spielen sich am Samstag dramatische Szenen ab: Es gibt zu wenig Maschinen für all die Ausländer, die nur noch weg wollen aus dem, was früher mal ein Reiseland mit Weltruf war. Ägypten steht ein Moment der Wahrheit bevor. Genau 30 Monate, nachdem sich das Volk am Nil gegen den 30 Jahre lang herrschenden Diktator Husni Mubarak erhob, will die Opposition am 30. Juni nun auch die neuen Herrscher Ägyptens aus dem Amt jagen.

 

 

 

 

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Das Land versinkt in der Krise

 

Die vor einem Jahr mit knapper Mehrheit gewählten Muslimbrüder haben es nicht vermocht, das Land aus der Krise zu führen. Die Wirtschaft liegt am Boden, jeden Tag rutschen Tausende Ägypter unter die Armutsgrenze. Eltern hungern, damit ihre Kinder etwas zu essen haben. Auch politisch ist das 84-Millionen-Land gespaltener denn je. Mohammed Mursi hat mit seinem autokratischen Politikstil selbst viele ehemalige Anhänger gegen sich aufgebracht. Seine Manöver und Dekrete kann man so lesen, dass er versucht, den Islamisten auf lange Sicht die Macht über Ägypten zu sichern. Die unter dem Sammelbegriff Tamarod (Rebellen) organisierten Unzufriedenen werden deshalb am Sonntag Mursi und den Muslimbrüdern auf den Straßen Ägyptens ihr Misstrauen aussprechen. Die Organisatoren der Demos behaupten, 22 Millionen Unterschriften gegen Mursi gesammelt zu haben. Selbst wenn das übertrieben sein dürfte: Dass sich am Sonntag quer durch Ägypten gewaltige Menschenmassen in Bewegung setzen werden, bezweifelt keiner. Völlig unklar ist jedoch, was dann passieren wird. Denn nicht nur die Opposition wird marschieren. Die Zahl derer, die für die Regierung auf die Straße geht, wird ebenfalls enorm sein. Es ist, als haben sich die Ägypter zur Entscheidungsschlacht verabredet.

 

 

 

 

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Hochrangiger Scheich warnt vor Bürgerkrieg

 

Da sich in beiden Lagern gewaltbereite Splittergruppen finden, scheint es unausweichlich, dass es dabei viele Tote geben wird. Scheich Hassan al-Schafi, ein hochrangiger Geistlicher an der al-Azhar-Moschee, der höchsten geistlichen Institution im Land, warnte bereits davor, Ägypten laufe Gefahr, in einen Bürgerkrieg abzugleiten. Doch bevor es so weit kommt, sind für die kommenden Tage verschiedene Szenarien denkbar: Friedliche Demonstrationen, Mursi kündigt Machtverzicht und Neuwahlen an. Genau dies fordern die Rebellen von Tamarod – doch genau das ist nach der Entwicklung in den vergangenen Tagen denkbar unwahrscheinlich. Gewalt, aber keine Lösung. In dem Szenario kommt es – wie schon öfter in den vergangenen zweieinhalb Jahren – über mehrere Tage zu Zusammenstößen zwischen Opposition, Regierungsanhängern und Sicherheitskräften. Nach einiger Zeit jedoch wird der Tahrir-Platz geräumt, die Kontrahenten ziehen sich bis zum nächsten Schlagabtausch zurück. Die politische wie wirtschaftliche Lage bliebe danach unverändert verfahren, der Showdown wäre nur vertagt.

 

 

 

 

Hubschrauber der ägyptischen Armee wirft den Demonstranten am Tahrir-Platz die National-Flaggen

 

Gewalt führt zur politischen Lösung. Nach blutigen Zusammenstößen, die Ägypten bis ins Mark erschüttern, erkennen alle politischen Lager die Notwendigkeit zum Kompromiss und bemühen sich um eine Konsenspolitik. Gewalt wird gewaltsam unterdrückt. Danach könnte die Regierung ihre Sicherheitskräfte und gewaltbereite Anhänger dazu verwenden, einen Aufstand gegen sie niederzuschlagen. So ein Vorgehen würde national und international für größte Empörung sorgen und würde Ägyptens gesamte Außen- und Bündnispolitik in Frage stellen. Die junge Demokratie am Nil wäre schwer angeschlagen. Das Militär greift ein. Nicht wenige demokratieverdrossene Ägypter mögen sich eine Intervention der Armee wünschen, doch würde ein Militärputsch Ägyptens Entwicklung zu einer demokratischen Zivilgesellschaft um Jahre zurückwerfen. Islamisten nicht nur in Ägypten könnten sich tief enttäuscht von der Demokratie abwenden und radikalisiert werden.

 

 

 

 

Terroristen der Gamaa Islamia in Bani Sweif greifen zur Waffe

 

 

Schon im Frühjahr 2011, als die Massenproteste in der Abdankung Mubaraks kulminierten, hatten die Generäle vorübergehend die Macht im Land übernommen. Doch die Monate an der Macht – in denen sie versuchten, dem Chaos mit harter Hand beizukommen – kosteten die eigentlich beliebte Armee viel Unterstützung in der Bevölkerung. Das Militär schien froh zu sein, als es die Verantwortung nach den Wahlen wieder abgeben konnte. Doch jetzt könnte es sich erneut als Beschützer Ägyptens gefordert sehen: Am 24. Juni warnte der Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi, die Armee werde nicht zusehen, wie das Land im Chaos versinke. {Quelle: www.spiegel.de}

 

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