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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Widerstand gegen Muslimbrüder: Ballett-Protest in Ägypten 11. Juni 2013

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 20:15

Schlägertruppen der Moslembrüder greifen die Demonstranten vor dem Minsterium für Kulter und die Polizei an. Sie protestieren seit 7 Tagen!

 

 

 

 

 

Die rechte Hand von Khairat Alschater, Ahmad Almoghir, wurde regelrecht verprügelt und die Polizei rettete ihn.

 

Ägyptens Ballett-Tänzer streiken – statt in der Oper treten sie auf der Straße auf.

Sie protestieren gegen den Versuch des neuen Kulturministers, ihr Land zu „vermuslimbrüdern“.

Viele Liberale haben sich ihnen angeschlossen

 

 

 

 

Kairo: „Wir widmen unseren Auftritt den Ägyptern und Ägypten, wo Ballett eine 80-jährige Tradition hat“, kündigt einer der Künstler den Protest an. Dann treten drei Tänzer und eine Tänzerin in Sneakers, engen Jeans und T-Shirt vor dem Kulturministerium auf. Ihr klatschendes Publikum animieren sie zum Mitmachen. Nach kurzer Zeit tanzen Dutzende Menschen ausgelassen vor dem Kulturministerium in Kairo. So zeigen es die Video-Aufnahmen der ägyptischen Zeitung Al-Ahram. Ägyptens Ballett-Tänzer streiken. Seit einigen Tagen halten die Künstler des Opernhauses von Kairo das Kulturministerium besetzt. Am Sonntagabend haben sie eine Protestkundgebung vor dem Gebäude veranstaltet – tanzend. Die Ballett-Proteste sind die jüngste Front im Kulturkampf zwischen den herrschenden Islamisten und Ägyptens Liberalen. Noch kein Jahr ist Präsident Mohammed Mursi an der Macht. Dennoch haben der Muslimbruder und seine Verbündeten es geschafft, das Land zu polarisieren. Auslöser für die Ballett-Proteste ist das rücksichtslose Vorgehen des erst im Mai ernannten neuen Kulturministers, Alaa Abdel-Aziz. Er ist der erste Anhänger der Muslimbruderschaft, der diesen Posten innehat. Kaum im Amt hat Abdel-Aziz angefangen, Ägyptens Kulturszene umzukrempeln. Er feuerte eine handvoll führender Künstler Ende Mai ohne Vorwarnung, darunter auch Ines Abdel-Dayem, die Chefin der Kairoer Oper. „Der Kulturminister versucht die Identität dieses Landes zu verändern“, klagte Nayer Nagui, Leiter des Orchesters der Kairoer Oper. Die Politik wolle Ägypten „vermuslimbrüdern“.

 

 

 

Ballett sei zu freizügig, glauben die Salafisten

 

Weiter angefacht wurden die Befürchtungen der Künstler auch durch die Diskussionen im Oberhaus des Parlaments. Dieses ist übergangsweise für die Gesetzgebung zuständig, seit das Unterhaus aufgelöst wurde. Die Muslimbrüder und Salafisten haben darin zusammen die absolute Mehrheit. Ein Abgeordneter der Salafisten schlug im Oberhaus vor, Ballett vom Programm der Kairoer Oper zu streichen. Die „Nacktheit“ darin sei unislamisch. Der Forderung kam das Oberhaus zwar nicht nach. Doch mit klaren Worten dem Vorschlag widersprochen hatte auch niemand. Seitdem hat die wichtigste Salafisten-Partei „Nur“ noch einmal nachgelegt und den Künstlern der Kairoer Oper vorgeworfen, jahrzehntelang nur die „freizügigsten und dekadentesten Künste“ aufgeführt zu haben.

 

 

Die Liberalen rüsten sich für eine „zweite Revolution“

 

Die Ballett-Tänzer sind seit dem Rausschmiss ihrer Chefin im Streik. Das Kulturministerium wollen sie so lange besetzt halten, bis der Minister zurücktritt. Ihrem Protest haben sich inzwischen Schauspieler, Schriftsteller und andere Künstler angeschlossen. Es geht längst um mehr als Ballett. Viele Liberale halten die Vorgehensweise des Kulturministers für symptomatisch. Sie glauben, dass die Muslimbruderschaft dabei ist, dem ganzen Land ihre Vorstellungen aufzuzwingen. Am 30. Juni wird sich die Amtsübernahme von Mohammed Mursi zum ersten Mal jähren. An diesem Tag wollen die Unzufriedenen Millionen gegen die Muslimbruderschaft auf die Straße bringen und eine „zweite Revolution“ ausrufen. {Quelle: www.spiegel.de –  Von Raniah Salloum}

 

 

 

 

 

Mursi profitiert von Klima der Angst

 

Radikale Islamisten gewinnen in Ägypten immer mehr an Macht. Oppositionelle werden mit Morddrohungen eingeschüchtert – wie zuletzt der deutsch-ägyptische Autor Abdel-Samad.

Davon profitiert auch Präsident Mursi.

 

Seit einem Vortrag in Kairo ist der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad einer Hetzkampagne ausgesetzt: Abdel-Samad äußerte in seinem Vortrag – provokativ wie in vielen seiner Schriften – die Überlegung, der Islamismus sei eine Form des Faschismus. Die Reaktion aus den angesprochenen Kreisen ließ nicht lange auf sich warten. Internetseiten von Islamisten veröffentlichten das Bild Abdel-Samads, versehen mit einem Schriftzug „Wanted Dead!“. Zudem äußerte sich einer der führenden Köpfe der „Gamaa al-Islamiya“. Die Organisation kam 1981 weltweit in die Schlagzeilen, denn es waren ihre Leute, die den damaligen ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat umbrachten. Viele von ihnen gingen dafür dreißig Jahre ins Gefängnis oder wurden unter Hausarrest gestellt.

 

 

 

Mordaufruf im Fernsehen

 

Erst nach dem Sturz des Regimes von Hosni Mubarak 2011 kamen sie frei. So auch Assem Abdel-Maguid, der Vorsitzende des politischen Arms der „Gamaa al-Islamiya“, der der Muslim-Bruderschaft von Ägyptens neuem Präsident Mohammed Mursi nahe steht. In einem Interview mit dem salafistischen Fernsehsender sagte Maguid: „Abdel-Samad hat den Islam ausdrücklich verletzt, für ihn ist der Islam eine schlechte und scheiternde Religion. Er sagt auch, dass der Islam von den Menschen gemacht ist und dass er eine Bewegung in Mekka war, die sich Islam genannt hat. Er denkt, der Islam ist wie eine Koalition der Revolutionäre, die freitags demonstrieren gehen. Er ist nicht unwissend; er leugnet! Er hat sich entschieden, aus dem Islam auszutreten. Das Urteil lautet: Er ist zu töten, selbst wenn er bereut, weil er den Propheten Mohammed verunglimpft hat. Er muss getötet werden und seine Reue wird nicht akzeptiert“.

 

 

Mehrere Fatwas in den vergangenen Jahren

 

 

Vom Islam Abgefallene – für viele militante Islamisten und deren krude Islam-Interpretationen gelten sie als „Vogelfreie“. Für ihre „Untat“ seien sie mit dem Tod zu „bestrafen“. Militante Prediger in Ägypten haben in den vergangenen Jahren mehrere solcher Fatwas veröffentlicht. Mal hieß es, die Sphinx an den Pyramiden von Gizeh müsse als Götzenbild gesprengt werden; mal schoren Fanatiker Frauen die Haare, weil sie sich angeblich unzüchtig verhalten hätten; mal wurden namhafte Politiker und Aktivisten, die sich kritisch zu den Muslim-Brüdern und Präsident Mursi äußerten, bedroht: Mohammed ElBaradei, Hamdeen Sabahi und andere seien vom Islam Abgefallene, weil sie sich gegen das vom Volk gewählte Staatsoberhaupt wenden und damit Unfrieden stiften.

 

 

 

Straftatbestände werden nicht geahndet

 

Das eine – die Forderung nach der Sprengung der Sphinx – ist als „freie Meinungsäußerung“ abzutun. Doch wenn Fanatiker gewaltsam Frauen die Haare scheren oder Drohungen gegen Abdel-Samad oder andere kritische Köpfe aussprechen, erfüllt das Straftatbestände: Körperverletzung oder Volksverhetzung. Bisweilen wird das auch in Ägypten geahndet. Aber viel zu selten. Parallel zu solch mehr oder weniger Aufsehen erregenden Fällen werden indes seit Monaten Politiker, Journalisten und Künstler, die sich gegen Präsident Mursi aussprechen, mit Strafanzeigen überzogen; nicht von den Muslim-Brüdern oder anderen militanten Islamisten selbst, sondern von – wie sie von sich behaupten – „ägyptischen Normalbürgern“, die den Islamisten nahe stehen. Ja, es gibt mittlerweile Oppositionelle, die sagen, sie seien von morgens bis abends damit beschäftigt, sich auf Gerichtsverfahren vorzubereiten; sie kämen gar nicht mehr dazu, sich politisch zu engagieren.

 

 

 

Mursi schweigt und profitiert

 

Eine Strategie ist es also, politische Gegner mundtot zu machen, indem man versucht, sie praktisch kalt zu stellen. Eine andere Strategie ist, Kritiker durch Hasstiraden so sehr in Angst und Schrecken zu versetzen, dass sie schweigen. Wie Hamed Abdel-Samad, von dem es jetzt heißt, er sei erst einmal abgetaucht. Das Schlimmste aber ist, dass Präsident Mursi und seine Vertrauten in all diesen Fällen nicht einmal auf den Tisch gehauen haben. Nicht einmal war zu hören: „Schluss jetzt; das darf in einem Rechtsstaat, der der Diktatur Mubaraks nachfolgen sollte, nicht passieren!“ Stattdessen hüllt sich Mursi in Schweigen – und leistet damit Militanten, die oft genug seine derzeitigen politischen Verbündeten sind, Vorschub. Das ist der Skandal hinter den vielen Skandalen. {Quelle: www.tagesschau.de – Von Björn Blaschke, ARD-Hörfunkstudio Kairo}

 

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