kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

10.000 Untergrundkatholiken in Nordkorea 11. Juni 2013

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 19:03

Überleben in priesterloser, tödlicher Umgebung

 

Seoul: Nach mehr als 60 Jahren kommunistischer Diktatur gibt es in Nordkorea nach offiziellen Angaben nur mehr wenige Katholiken. Die offiziellen Zahlen schwanken. Wurden früher nur mehr 200 Katholiken angegeben, hat das Regime neuerdings Interesse, zeigen zu wollen, daß es die Religionsfreiheit respektiere. Plötzlich werden 3000 Katholiken von offizieller Seite genannt. „Wie die Zahl zustande kommt, wissen wir aber nicht“, so Pater Lee Eun-hyung, der Generalsekretär des Komitees für die Versöhnung des koreanischen Volkes, einer 1999 geschaffenen Einrichtung der (süd)koreanischen Bischofskonferenz. Ihnen stehen mehr als 200.000 Christen gegenüber, die vom „menschenfreundlichen“ Regime unter den Symbolen von Sichel, Hammer und Rotem Stern ermordet wurden.

 

 

 

 

 

Neben den von der Regierung registrierten Katholiken gibt es jedoch noch Untergrundkatholiken, die unter schwierigsten Bedingungen allen Verfolgungen trotzen. „Wir gehen davon aus, daß es mindestens 10.000 Nordkoreaner gibt, die den katholischen Glauben in ihrem Herzen bewahrt haben. Sie leben ihren Glauben geheim“, so Pater Lee, in einer seit Jahrzehnten priesterlosen und tödlichen Umgebung. Der koreanische Priester bezweifelt jedoch, daß es im Norden des Landes eine Untergrundkirche wie in der Volksrepublik China gibt. „Laut unseren Informationen gibt es im Norden seit Jahrzehnten weder Bischöfe noch Priester. Es ist schwer vorstellbar, daß eine Untergrundkirche fortbestehen könnte“, so Lee Eun-hyung in einem Gespräch mit dem Päpstlichen Hilfswerk Kirche in Not. Der Priester berichtete dabei über seine drei Reisen nach Nordkorea und die dabei gewonnenen Eindrücke. {Quelle: www.katholisches.info – Text: Giuseppe Nardi Bild: Kirche in Not}

 

 

 

 

 

 

 

Christen werden in Nordkorea erbarmungslos gejagt

 

RealAudioMP3 

 

Das Säbelrasseln in Nordkorea ist vorbei,

stattdessen geht es in dieser Woche wieder an den Verhandlungstisch mit Südkorea. 

 

Über die Erfolgsaussichten dieser Gespräche und darüber, ob sie möglicherweise auch Verbesserungen für die Christen im Land mit sich bringen könnten, die dort aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden, darüber hat Stefanie Stahlhofen mit Markus Rode, dem Leiter von Open Doors in Deutschland gesprochen: „Ich glaube, dass der Erfolg vorprogrammiert ist, zumal es ja um die Sonderwirtschaftszone Kaesong in Nordkorea gehen soll, wo die Hauptdeviseneinnahmen für Nordkorea generiert werden. Im Rahmen des Säbelrasselns der letzten Wochen und Monate hatte man diese Sonderwirtschaftszone geschlossen. Mir war aber eigentlich schon klar, dass man sehr schnell zu Gesprächen kommen wird, weil die Devisen einfach benötigt werden“. Es geht also hauptsächlich um Geld – denken Sie denn trotzdem, dass sich auch die humanitäre Lage vor Ort verbessern kann? „Leider haben wir da nicht so viel Hoffnung und bisher auch nicht so gute Erfahrungen gemacht. Selbst die Hilfslieferungen vom Welthungerprogramm, die in das Land hineinkommen, versickern oft in den Kanälen des Regimes. Das heißt, dass man also bei den Märkten in die eigene Tasche wirtschaftet und die Nahrungsmittel nicht bei den Menschen ankommen. Leider sind schon – konservativ geschätzt – seit den 50er Jahren mehr als zehn Prozent der Bevölkerung verhungert. Leider hat sich daran nichts Wesentliches geändert“.

 

 

Wie sieht es denn für die Christen im Land aus?

„Die Situation der Christen in Nordkorea dokumentiert sich auch schon in den vergangenen Jahren an der Rangfolge des Weltverfolgungsindex den Open Doors herausgibt. Seit Jahren steht Nordkorea an erste Position, was die härte der Christenverfolgung angeht: Christen werden erbarmungslos gejagt, wenn jemand in Nordkorea als Christ erkannt wird, dann wird er seine Familie – also auch Kinder und Großeltern, wenn es die Generation noch gibt – abgeholt. Das Ziel ist, die Generationen auszulöschen, alle Christen sollen aus dem Land möglichst verschwinden. Wir haben ungefähr 50 000 bis 70 000 Christen, die in den Arbeitslagern von Nordkorea zu Tode gefoltert werden. Wir schätzen aber dennoch, dass zwischen 200 000 und 400 000 Christen im Land im Untergrund sind und sich dort heimlich treffen. Die christliche Gemeinschaft dort wächst stark“.

 

 

 

Wie ist es denn unter diesen Bedingungen überhaupt möglich, den Glauben zu leben?

 

„Das geht eben nur völlig abgeschottet, im Untergrund. Nordkoreanische Christen können sich nur in Kleinstgruppen treffen – vielleicht drei bis fünf Personen. Das Risiko, entdeckt zu werden, ist extrem groß, weil die Geheimpolizei jede Ansammlung von Menschen sofort meldet. Es ist auch ein großes Risiko für christliche Eltern, ihren Kindern das Evangelium weiterzugeben, weil man natürlich auch befürchtet, dass die Kinder in der Schule immer wieder ausgefragt werden, was die Eltern zu Hause sagen. Den Glauben zu leben geht nur im geheimen, unter großen Sicherheitsvorkehrungen und mit sehr viel Begleitung im Gebet“.

 

Erläutern Sie doch einmal die Hintergründe – wie sind die Christen in diese Lage gekommen?

„Nach dem Koreakrieg hat sich die Situation der Christen dramatisch verschlechtert. Das kommunistische Regime hat direkt nach der Teilung begonnen, die Kirche im Land auszulöschen. Christen wurden hingerichtet, ermordet, Kirchen zerstört. Wenn man sich überlegt, das in Pjönjang mal eine Hochburg des christlichen Glaubens war, sieht man, was davon letztlich übriggeblieben ist. Es gibt von Seiten des kommunistischen Teils einen massiven Hass gegen Christen. Das hat einerseits damit zu tun, dass der Kommunismus Gott komplett verleugnet und vielleicht sogar als gefährlichen westlichen Einfluss einstuft, im Fall von Nordkorea gibt es jedoch noch eine weitere Dimension: Das Regime, die ,Kim-Dynastie’ nenne ich sie jetzt mal, ist eine Dynastie von Diktatoren, die sich selbst gottgleich feiern lassen. Das erkennt man auch an den Statuen im ganzen Land, vor denen sich die Menschen verneigen müssen. Da, wo die selbsternannten Götter, die Kims, stehen, darf es keinen anderen Gott geben. Die Christen beten aber Jesus Christus an – insofern passt das nicht zusammen und deshalb verfolgt man sie“.

 

 Also denken Sie, dass es auch in der nahen Zukunft für die Christen weiter schwierig bleibt…

„Es ist unser Gebet und unsere Hoffnung, dass es eines Tages eine Wiedervereinigung gibt. Unter der jetzigen Diktatur haben wir allerdings nicht so große Hoffnungen, dass sich die Situation der Christen verbessert. Wir haben schon als Kim Jong-un an die Macht kam gehofft und beobachtet, ob er eine andere Politik fahren wird und den Christen damit Erleichterungen zugebilligt werden, dass sie überhaupt überleben dürfen in diesem Land, aber leider hat sich das Gegenteil herausgestellt: Kim Jong-un hat sogar begonnen, die Geheimdienste noch mehr auf die Identifikation von Christen auszurichten und es hat sich leider – das sind die Nachrichten, die wir direkt aus dem Land bekommen – für Christen nichts verbessert. Dennoch sind sie voller Hoffnung, weil die christliche Gemeinde im Land wächst und es für die Christen eine Perspektive gibt, die weit über die Dunkelheit in diesem Land hinausgeht: nämlich dass sie eines Tages bei Jesus sein werden“.

 

 

Was können Sie uns denn über die Arbeit von Open Doors in Nordkorea sagen?

„Ich kann natürlich nicht viele Details dazu sagen, wie wir in Nordkorea arbeiten, aber wir haben bereits Anfang der 90er Jahre begonnen, die Christen im Land zu suchen, sie müssen ja im Untergrund überhaupt erst einmal gefunden werden. Wir haben im Laufe der Jahre unsere Arbeit im Land aufgebaut. Wir helfen den kleinen christlichen Gruppen, dass sie einerseits überleben können – da liefern wir Nahrungsmittel und geben, wo es möglich ist auch medizinische Versorgung – und dann helfen wir natürlich auch mit Bibeln, mit Möglichkeiten überhaupt verbunden zu werden: durch Radios zum Beispiel, damit sie auch durch christliche Botschaften ermutigt werden können. Wir versuchen natürlich auch immer wieder, den Christen dabei zu helfen, sich zu vernetzen, dass sie spüren, sie sind nicht alleine in kleinen Gruppen, sondern es gibt einen Leib Christi, eine Gemeinde Jesu in ganz Nordkorea. Es ist eine sehr schwierige Arbeit mit sehr hohen Risiken. Über die einzelnen Wege kann ich deshalb nicht mehr sagen“.

 

 

Was kann man den tun um den Christen in Nordkorea zu helfen?

„Zum einen natürlich die Arbeit von Open Doors unterstützen, wir helfen den christlichen Gemeinden auch durch Nothilfe. Das Wichtigste, was man darüber hinaus noch tun kann, ist, für die verfolgten Christen in Nordkorea zu beten: Für Befreiung in dem Land, dass sie eines Tages erleben dürfen, dass sie sich als Christen frei in ihrem Land bewegen können. Wir hören immer wieder von den Christen dort den Hinweis: ,Betet für uns, vergesst uns nicht!’“ Das überkonfessionelle internationale Hilfswerk Open Doors unterstützt Christen nicht nur in Nordkorea sondern auch in anderen Ländern, in denen sie wegen ihres Glaubens verfolgt werden. {Quelle: de.radiovaticana.va}

 

 

 

 

 

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