kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kommentar: Das Fehlen von Schuldgefühlen macht uns zum Monster 7. Juni 2013

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 20:51

Der Psychiater Raphael M. Bonelli über Schuld, Verdrängung, Beichte und wie man ein glückliches Leben führen kann.

 

Wien (kath.net/rn): Raphael Bonelli (Foto) lehrt und forscht an der Sigmund-Freud-Privatuniversität. Er leitet das „Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie“ (RPP), außerdem ist er Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin in Wien. Im kath.net-Interview spricht er über Schuld, Verdrängung, Beichte und wie man ein glückliches Leben führen kann.

Ein kath.net-Interview von Roland Noé

Den ganzen Artikel bei www.kath.net weiterlesen

 

 

 

 

 

 

Kommtentar von „Kopten ohne Grenzen

 

 

Ein unseres Erachtens gute Analyse der Schuldfrage. Hier wurden die Schuldquellen des Einzelnen und die Folgen im Einzelnen beleuchtet, hinterfragt und Lösungsansätze angeboten, die nicht nur Katholiken betreffen kann.

 

Gibt es auch Gruppenschuld?

Der Aufhänger dieses Artikels behauptet: 

Das Fehlen von Schuldgefühlen macht uns zum Monster„.

 

Bonelli: „Die Verdrängung der Schuld macht unfrei, beziehungsunfähig und verbittert. Unfrei, weil sie die Verbesserung des Menschen verunmöglicht und man sich an das Schlechte gewöhnt – das nennt man dann Laster. Beziehungsunfähig, weil eine Partnerschaft schwer lebbar ist, in der eine Seite jeglichen Anteil am Konflikt leugnet und somit immer dem anderen die Schuld in die Schuhe schiebt. Und verbittert, weil man durch diese Fehlhaltung immer mehr den Eindruck bekommt, man muss immer wieder Unrecht erleiden und tut nie selber Unrecht. Dadurch verheddert man sich in der Opferfalle. Sind das nicht Sätze, die mit jedem Wort auf einige unserer Muslimführer in aller Welt, ja auch auf den Islam selbst zutreffen?

 

Unwürdige Taten werden im Islam gegen Ungläubige legitimiert, ja sogar gegen Frauen legitimiert. Die dadurch begangene Schuld (Töten und Diskriminierung von Nichtmuslimen und Muslimen der anderen Konfession und das Bestrafendürfen der Muslima durch den Ehemann) wird verdrängt, weil man sie für gerechtfertigt hält, man „gewöhnt sich an das Schlechte“, welches ja im Kopf beginnt, als religiöse Sichtweise sich festzusetzen, das Pharisäerhafte. Die Partnerschaft, die Bonelli im Bereich des Privaten beschreibt, kann unseres Erachtens auch auf die Partnerschaft zwischen den Religionskulturen zumindest theoretisch übertragen werden. Die Partnerschaft zwischen dem Islam und Ungläubigen ist durch islamische Regeln eine zutiefst konfliktbeladene. Denn der Islam leugnet auch jeglichen Anteil am Konflikt und schiebt diese Misserfolge immer dem Gegenüber in die Schuhe mit dem Erfolg, dass sich der Islam – obwohl er durch seine ausgrenzenden Regeln für diese Missstimmung, für diese Gewalt, für dieses Unrecht selbst sorgt – sich selbst immer ausgegrenzt fühlt und es sich somit in der Opferrolle bequem machen kann.  Eigenes Unrecht erkennt er nicht, kann er nicht erkennen, da das objektiv begangene Unrecht ja vom Gott des Islam für recht erklärt worden ist. Mit der Begehung bestimmter Sünden geht der islamische Gläubige mit seinem Gott konform, somit sündigt er nicht, wenn er seine Frau bestraft, er sündigt nicht, wenn er Ungläubige diskriminiert und verfolgt und seine Rechte einschränkt. Mit der Begehung von Sünden im jüdisch-christlichen Bereich entfernen wir uns von Gott, was ja gerade das Charakteristika der Sünde ausmacht.

 

 

 

 

 

Wie hätte Herr Bonelli nach diesen Thesen den Propheten Mohammed psychologisch in der Schuldfrage eingestuft?

 

Am Beispiel von Hitler, Stalin und anderen politischen Despoten hat er deutlich gemacht, dass das Fehlen von Schuldgefühlen diese Menschen zu Monstern werden ließ. Dürfen wir dies generalisieren? Können wir sagen, dass alle Menschen, die sich hinter Ideologien verstecken, die Schuld verdrängen, die sie sich mit den an Anderen begangenen Verbrechen aufgeladen haben, weil die Ideologie oder ein Gott,  der Rechtfertigungsgrund für all diese im Namen eben dieser Ideologie oder eben dieses Gottes begangenen Verbrechen darstellt? Können wir Mohammeds Kriegszüge, Mohammeds Tötungen an Kritikern, Mohammeds Verhalten im Grabenkrieg, Mohammeds Verhalten an Juden und Dreifaltigkeitschristen auch so einordnen? Er fühlte keine Schuld bei der Begehung dieser Untaten, weil sein Gott ihm diese Schuld abgenommen hat, indem er sagte, dass nicht Mohammed schlug, sondern er selbst, der islamische Gott, schlug. Selbstverständlich gibt es auch im Islam innhalb seines Systems Schuld und Sünden, die der Gläubige begehen kann, die er dann zu bereuen hat. Da wird er dann aber doch von seinem Gott ziemlich allein gelassen und im Regen stehen gelassen. Sie sind auf Gedeih und Verderben diesem Willkürgott im Jenseits und seiner scharianischen Gesetzgebung hier auf Erden ausgeliefert.

 

Jesus war da weitsichtiger. Er wusste, dass Menschen sündig werden können. Ja, er sagte seinen Aposteln und Jüngern deren Sünden in Bezug auf seine Gefangennahme voraus. „…Petrus, bevor der Hahn kräht, wirst Du mich 3 x verleugnen“. Er wusste um die Schwäche der Menschen, weil er sie kannte, hat er sie doch erschaffen. Er vergab der Ehebrecherin mit der Aufforderung nicht mehr zu sündigen, er vergab am Kreuz mit den Worten „Denn sie wissen nicht, was sie tun“.  Er hat uns im Bußsakrament einen Weg gezeigt, wie wir mit Schuld umgehen dürfen. Dass wir ihm auch alle begangene Schuld anvertrauen dürfen nachdem wir bei unseren Opfern um Verzeihung gebeten haben. Das ist auch Voraussetzung für eine gelungene Beichte. Es kommt im Verhältnis zu Gott  eben außer auf die Reue begangenen Unrechts auch immer auf den liebenden Umkehrgedanken an. Der Katholik muss zunächst seine Schuld eingestehen. Dann kann er durch die Beichte in der Lossprechung des Priesters, der da Jesus in diesem Moment vertritt, Erlösung erlangen, wenn er es ernst meint und nicht von vornherein die Beichte für einen Lebensstil missbraucht,  der ihm in der Beichte ein Mittel in die Hand gibt, Lossprechung für zukünftig durchzuführende Sündenvergehen zu erwarten. Wollen sagen: Christen bekennen ihre Schuld, weil sie wissen, dass es im Leben immer Situationen gibt, mit denen man überfordert ist und Sünden begeht. Jesus trägt dem Rechnung und gibt uns Zuversicht, mit Schuld, die immer den Menschen in seinem Leben begleiten wird, umzugehen. Das Bußsakrament ist ein Sakrament der Befreiung.

 

Im Islam werden bestimmte Sünden,

die mitunter auch Verbrechen sein können

(Kampf gegen Ungläubige mit Gut und Blut)

von vornherein von ihrem Gott selbst sünden- und straffrei gestellt. 

 

Das lässt verdrängte Schuldgefühle entwickeln,

die schlimmstenfalls dem Titel des Buches „Selber schuld“ und dem darin enthaltenen Satz „Das Fehlen von Schuldgefühlen macht uns zum Monster„.

Rechnung tragen,

wie wir an den vielen islamischen Terroristen in aller Welt

anschaulich erkennen können.

 

 

17 Responses to “Kommentar: Das Fehlen von Schuldgefühlen macht uns zum Monster”

  1. Die Lüge von der SCHULD, der Schuld des Menschen,
    IST die größte Irrlehre aller Zeiten, die über die Christen gekommen ist!

    Sünde gibt es!!! SCHULD ist eine Hirngespinnst!!!
    Und ihre ganze Lehre ist vom Vater der Lüge!!!

    Im Namen von Jesus Christus: ANATHEMA dieser Irrlehre!

    http://seidenmacher.com/schuld.html

    • Bazillus Says:

      Werter Herr Löding,
      es gibt doch nicht nur Extreme. Wollen Sie leugnen, dass es keine Schuldgefühle gibt? Sie sind nur dann schädlich, wenn das Leben durch sie bestimmt wird! Wenn ich einen Menschen im Straßenverkehr totfahre, obwohl mich keine Schuld trifft, habe ich Schuldgefühle, die erst bewältigt werden müssen. Selbstverständlich können Schuldgefühle sich zur Psychose entwickeln, wenn der Mensch sie denn lässt, sich auszubreiten in der Seele. Wenn das Schuldgefühl ganzer Gruppen missbraucht wird, noch den Generationen danach – wie es hier in Deutschland geschieht – politische wie menschliche Schuldgefühle einzureden wie es mit dem 3. Reich noch heute so gern gemacht wird und das Ergebnis die PC ist, ist dies schädlich. Mir steht es frei, mich von der Sünde fernzuhalten. Wenn ich es nicht schaffe, dann folgen automatisch Schuldgefühle, es sei denn, das eigene Gewissen ist bereits abgestumpft. Schuldgefühle sind nach Begehen von Sünden normal. Sie groß werden zu lassen, wäre ein schwerwiegender Fehler. Aber: Wenn ich einen Mord begehe und diesen bereue, werde ich Schuldgefühle aufbauen, weil dieser Fehler nicht mehr gut zu machen ist. Schuldgefühle sind keine Lehre wert. Sie sind einfach da, ob wir wollen oder nicht. Schuldgefühle können ein Gradmesser sein, ob mein Gewissen noch funktioniert. Wenn ein Arbeitgeber nicht auf den Menschen schaut, sondern nur noch auf den Profit, dann wird er keine Schuldgefühle entwickeln. Schuldgefühle können im Einzelfall sogar helfen, sich zu ändern. Also, wer Schuld und Schuldgefühle einfach negiert, ist auf dem falschen Weg, meines Erachtens.

      • Wehrter Bazillus,

        ich negiere nicht die Gefühle, die durch eigene oder fremde Handlungen ausgelöst werden.
        Ich negiere die Schuld als solches, weil es diese nicht gibt. Schuld und Schuldgefühle sind
        im Papsttum der Ersatz für Sünde. Anstelle von Sünde, die ja die Zielverfehlung des Menschen
        zum Ausdruck bringt, in der der Mensch gar nichts anderes kann, als immerzu und fortwährend
        dem Gesetz Gottes ungehorsam zu sein, sprich zu sündigen, wurde von der Katholischen Kirche
        die Schuld erfunden, die der Mensch auslösen kann, durch entsprechende Zahlung versteht sich.

        Sünde ist ein Lebensstil, nämlich in der Zielverfehlung zu leben.
        Agape ist ein Lebensstil, nämlich auf das Lebensziel hin zu leben.
        Sünde und Agape sind keine Leistungen für die der Mensch eine Gegenleistung erhält.
        Beide sind Lebensarten, Lebensweise, Lebenswege an deren Ende ein vorher fest definiertes Ergebnis steht, von dem nichts anderes zu erwarten ist, als das Ergebnis, dass uns die Heiligen Schriften durch Christus mitteilen:

        Das Ergebnis steht bereits vorher fest.
        Die Zielverfehlung findet ihren Abschluss im ewigen Tod.
        Die Zielorientierung findet ihren Abschluss im ewigen Leben.

        Schuld ist ein juristischer Begriff des Römischen Rechts und
        hat mit der Lehre des Evangeliums rein gar nichts am Hut.
        Im Neuen Testament kommt der Begriff Schuld auch nur in diesem Sinne vor
        und bezieht sich ausschließlich auf Geld-, bzw. Leistungsverbindlichkeiten.
        Matthäus 6:12 und 18:32 sowie Römer 13:7

      • Andreas Says:

        sehr lebensnah argumentiert – es wäre geradezu alarmierend, wenn es keine schuldgefühle gäbe – nur sie können ja eine korrektur, innere reinigung bewirken. ohne sie wären wir orientierungslos, im fühlen wie im handeln…

  2. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG Says:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Das kommt mir sehr gelegen in Sachen ARGE und job-Center

  3. Ich empfehle dringend, das eigene Gewissen zu erforschen, ins Gebet zu gehen und Gott um Verzeihung zu bitten. Reue und Buße tut jetzt not. Wie sehr flehen uns in den gegebenen Botschaften die Worte Mariens, Pater Pio´s, des Erzengel Michael und von Jesus selbst an, unsere Seelen zu retten, unser Leben zu ändern und zu Gott zurückzukehren.

    In der Heiligen Schrift ist an etlichen Stellen nachzulesen, dass Gott den Menschen Botschaften gibt, insbesondere auch „in den letzten Tagen“; u. a. ist dies durch die folgenden Bibelstellen belegt:

    Jede Schrift, die von Gott eingegeben ist, dient zur Belehrung, zum Erweis der Wahrheit, zur sittlichen Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mann Gottes vollkommen sei und gerüstet zu jeder guten Tat.“ (Apostel Paulus in seinem 2. Brief an Timotheus).

    das ist ja alles gut und schön,aber wir dürfen auch nicht Augen Ohren und den Mund
    verschliessen,das ist dass schlechtere übel was Menschen begehen.
    wegschauen aus

    Feigheit etwas zu tun oder zu sagen-oder aus Angst kritisiert zu werden.wenn man Sünder ihr vergehen aufzeigt .Sünder werden heimdückisch verwerflich und ziehen den reinen ehrlichen Menschen oft mithinunter!!oder schlecht reden..usw..wenn wir das immer noch alles zulassen..wird Gott auch denen keine Kraft spenden-also nicht aufgeben..

    • Das Gebot Christi ist Agape leben. Welches Gebot des Herrn besagt, daß ich mein Gewissen erforschen muß?
      Ich muß die Gebote halten. Das war es eigentlich schon. Ich kann meine Seele nicht retten. Das hat Christus bereits am Kreuz von Golgotha vollbracht! Das Evangelium Christi besagt, fordert und mahnt, daß wir unseren Denksinn ändern sollen.
      Der heimtückische Sünder kann in seiner Verwerflichkeit den `reinen, ehrlichen´ Menschen nur dann runter ziehen, wenn er mit dem Sünder Umgang pflegt.

      • @Georg–Der heimtückische Sünder kann in seiner Verwerflichkeit den `reinen, ehrlichen´ Menschen nur dann runter ziehen, wenn er mit dem Sünder Umgang pflegt.

        schon richtig–aber wir sehen ja wo die Menscheit hinlangte derzeit-sich der modernen Zeit ohne Gott anpasste–wo sonst hätten wir so viele Atheisten her!!Kirchenaustritte-Abtreiberinnen,Ehelose,,,usw…!!!

      • Bazillus Says:

        Werter Vorkommentator,
        Der verlorene Sohn im Gleichnis ist nicht aus Liebe zu seinem Vater zurückgekehrt, sondern aus nackter Existenzangst, einem mehr als niederen Motiv. Er hatte kein Geld mehr. Er war drauf und dran zu verhungern. Liebe ist vom Vater ausgegangen, nicht von diesem Verlorenen. Dieser Sohn hat sich nicht einmal an die Gebote gehalten. Es waren Not, Hunger, ja und Schuldgefühle gegenüber dem Vater, die ihn dazu veranlasst haben, sich in Richtung Vater aufzumachen. Von Liebe keine Spur. Also Schuldgefühle, ja das GEwissen, können (müssen nicht) heilsam sein. Wer kann ohne Sünde Liebe leben? Ja, Jesus konnte dies. Er war auch Gott. Wir Menschen können Liebe ja nur im Ansatz leben. Und weil der Mensch nur im Ansatz Liebe leben kann, sündigt er auch. Der Mensch ist kein Roboter, der sich lediglich an die Gebote Gottes zu halten hat. Das wäre m. E. zu einfach, denn das Leben ist kompliziert, wenn man nicht gerade als Einsiedler – völlig von Menschen zurückgezogen – lebt. Lebe ich mit Menschen zusammen, sind Konfliktsituationen praktisch vorprogrammiert.

        Da kommt dann das Gewissen ins Spiel. Habe ich richtig gehandelt? Es gibt viele Situationen im Leben, mit denen der Mensch nicht richtig umzugehen weiß und nachträglich darüber nachdenkt, ob er richtig gehandelt hat, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Die großen Felder des Umgangs mit Sexualität, mit dem Umgang mit Menschen, aber auch mit Tieren, der Umwelt und nicht zuletzt mit Gott bedürfen immer wieder der Sensibilisierung des eigenen Verständnisses. Das nenne ich Gewisseserforschung, das sich selbst hinterfragen, das eigene Verhalten hinterfragt. Dieses Gewissen, abgestimmit mit den Inhalten der Bibel als Richtschnur lehrt mich ja gerade, die Liebe zu lernen. Der Mensch ist nie fertig, er ist immer auf dem Weg, nie im sicheren Hafen (hier auf Erde) und der Wind des Lebens schaukelt dieses Schiff. Es verläuft nie geradlinig, sondern ist Schwankungen unterworfen, die immer andere Situationen herbeiführen, die jeden Menschen manchmal vor Aufgaben stellen, die eben nicht schwarz-weiß, gebotehaltend erledigt werden können.

        Ein kleines Beispiel: Damals beim Bund als Wehrpflichtiger. Ich kam aus einem kath. Elternhaus, in dem jeden Tag Tischgebete gesprochen wurden. Beim Bund war ich anfangs zu feige, öffentlich ein Kreuzzeichen zu machen. Ja, ich betete still. Aber trotzdem: Da war es wieder: Das Gewissen. Es sagte mir, dass ich ein feiger Hund sei, der Angst davor hatte, Jesus öffentlich zu bezeugen. Ja, und ich war ein feiger Hund. Eines Tages sah ich einen Kameraden in einiger Entfernung vor dem Mittagessen das Kreuzzeichen schlagen. Das war für mich der Moment, es ihm gleich zu tun und siehe da, es nahm niemand Anstoß. Aber das Gewissen hielt mich die ganze Zeit bis zu diesem Tag unruhig. Ich spürte, dass ich Jesus nicht gerecht wurde. Hier kam jetzt das Bekenntnis dazu. Seit dieser Zeit mache ich in aller Öfffentlichkeit immer ein Kreuzzeichen vor der Mittagsmahlzeit, ob auf dem Betriebsausflug, Familienfeiern oder auf Lehrgängen.

        Nur ein kleines Beispiel für die Sensibilisierung des Gewissens. Oder stehe ich für einen gemobbten Kollegen ein dem Chef gegenüber oder den anderen Kollegen gegenüber? Helfe ich Menschen oder gehe ich achtlos an ihnen vorbei (z. B. Nachbarschaft). Da können sich ja andere drum kümmern!? All dieses erreichen wir über die Gewissenserforschung. Sie macht empfindsam. Sie macht empathisch. Sie verhindert das Gleichgültigwerden. Sie verhindert das bequeme „Sicheinrichten“. Sie weckt auf. Eine gute Gewissenserforschung belebt die Liebe und ist in der Lage diese zu aktivieren oder zu vermehren. Die Gewissenserforschung ist ein wichtiges Mittel zur Perfektionierung der Liebe, des „Gebotehaltens“. Sie ist ein Weg, zu einer christlichen Persönlichkeit zu reifen. Sie treibt mich, ja, auch zusammen mit Schuldgefühlen, wenn ich falsch gehandelt habe, mich entschuldigen zu können. Sie ist der Wurm, der den Menschen ob begangenen Unrechts nicht ruhen lässt. Das ist auch gut so, wenn dies in einem gesunden Verhältnis steht. Sie leistet Vorarbeit. Denn jede Tat fängt im Kopf an, ob gut, ob schlecht. Und im Kopf spielt sich auch Gewissenserforschung ab.

        Werter Vorkommentar,
        Jesus selbst hat mit Sündern Umgang gepflegt, mehr als den Pharisäern, den damaligen Rechtgläubigen, lieb war. Er setzte sich an einen Tisch mit ihnen. Jesus sagte, dass nicht die Gesunden (Rechtgläubigen) des Arztes bedürfen, sondern die Kranken (Sünder). Wer als „Rechtgläubiger“ Sünder links liegen lässt, hat Jesus nicht verstanden. Und wer kann von sich behaupten, dass er kein Sünder ist. Ich werde dies von mir nicht behaupten.

      • Bazillus Says:

        Welches Gebot besagt, dass ich mein Gewissen erforschen muss? Ganz einfach: Das Gebot der Liebe, die immer fragt: „Habe ich genug geliebt?“
        Wir machen es uns zu einfach, wenn wir sagen, dass Jesus am Kreuz von Golgotha die Seelen der Menschen gerettet hat. Dafür hat er zuviel von der Hölle und zuviel von dem gesprochen, der in der Lage ist, Seelen in den Abgrund zu reißen. Er hat eben nur Menschen guten Willens gerettet. Aber können wir uns dann – nur weil wir getauft sind – so verhalten, wie wir wollen? Ist es nicht unsere Aufgabe, unsere Liebe auf Jesus hin zu vervollkommnen. Und dieses VErvollkommnen gelingt uns doch im Grunde nur, wenn wir uns fragen, wie das gehen kann, also mittels Gewissenserforschung. Jesus hat doch nicht seine Erlösungstat vollbracht, damit wir uns ausruhen und die Sünde pflegen können? Was ist denn mit der Änderung des Denksinns gemeint? Ist es nicht auch das Gewissen, welches unseren Denksinn verändert, indem es unser Bewusstsein für Recht und Unrecht schärft? Selbstverständlich können wir dies in dem Bewusstsein tun, dass Jesus uns erlöst hat. Aber in religiöse Lethargie verfallen wäre der falsche Weg und wir würden Jesus damit beleidigen.

      • Emanuel Says:

        Das menschliche Gewissen ist heutzutage die einzige wahre Verbindung , die der Mensch noch zu Gott, dem Herrn – hat. Hat er kein gewissen- hat er keine wahre Verbindung mehr zu Gott !!!!!!

  4. @ Bazillus.
    Wir vergessen allzu leicht, dass es sich um ein Gleichnis und nicht um eine wahre Begebenheit handelte.
    Der Sohn im Gleichnis hatte – dies hast du fast richtig erkannt – folgerichtig gedacht: „Hier geht es mir schlecht, dort geht es sogar den Sklaven meines Vaters besser.“
    Aus „nackter Existenzangst“ in sich zu gehen, zu handeln, umzukehren und damit eine lebenswichtig Entscheidung zu treffen, ist besser als Schicksalsergeben und apathisch in seiner Gottlosigkeit zu verharren.
    Darin kann ich nichts, rein gar nichts Verwerfliches ausmachen, weder ein niederes noch ein mehr als niederes Motiv Das Motiv warum sich ein Mensch Christus zuwendet, spielt im Evangelium absolut gar keine Rolle. Paulus zum Beispiel hat aus reiner Furcht, die durch die Begegnung mit dem auferstanden Herrn und Christus entstand, gehandelt. Logische oder irgendwie „ehrenhafte“ Motive hätten diesen Intellektuellen und Gesetzeskundigen niemals zur Umkehr bewegt. Wenn schon Christus sagt, dass die Rettung dem Menschen unmöglich ist, („aber was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“), werden daran auch die besten oder die menschlich abartigsten Motive auch keinen Beitrag leisten. Nein, Gott schaut nicht auf deine Motive. „Des Menschen Herz ist böse von Jugend an“, „da ist keiner, auch nicht einer, der Gutes tut“.
    Ich leugne nicht, dass Menschen, in unserer Schuldkultur sogar die meisten Menschen Schuldgefühle haben, wann immer, wo immer wie auch immer – der Sohn im Gleichnis hatte gar keine. Die orientalische Kultur ist keine Schuldkultur, sondern eine Schamkultur. Die denken sich nicht schuldig, die empfinden Scham. Dies können wir im westlichen Kulturkreis kaum wirklich nachvollziehen. Das Paradigma oder die Matrix ihres Seins ist emotional und mental grundverschieden von der unsrigen.

    Mir geht es nicht um ein „ich habe recht“ oder um irgendeine Theologie. Mir geht es um die Wahrheit, und zwar um die Wahrheit des Evangeliums, die, ähnlich wie beim Volk Israels, durch einen Schleier – wie der Apostel Paulus das ausdrückte – verdeckt ist. Nur das dieser Schleier in der als „Christentum“ bezeichneten katholischen Schuld-Religion, ein ganz dicker Mantel ist. Wenn ich „katholisch“ schreibe, meine ich damit auch die ganzen „protestantischen“ und „anglikanischen“ Schuld-Sekten, die aus der Schuldreligion hervorgegangen sind.

    Die Agape (Liebe), die die zentrale Stelle in der Botschaft Christi einnimmt, ist ein Geschehen-Werden; sie geschieht, wenn die Zielverfehlung des Lebens von Christus durchbrochen wird und sich der Mensch auf den Weg zum Ziel macht und dies sehr orientiert auf Christus hin. Da ist nichts Gutes in mir – auch nicht mein Gewissen, das ist eben so verdorben (worden), wie eben der ganze tot verfallene Mensch, ob es sich dabei nun um mein Herz, meine Seele, meine Emotion oder den Verstand handelt. Korruption, wohin ich blicke. Wie fragte Paulus rhetorisch die Heiligen zu Rom? „Ich elender Mensch, Was wird mich erretten aus diesem Körper des Todes?“ Und gibt auch gleich die Antwort darauf: „GNADE!“ Römer 7. 24 [Mir ist bekannt, dass „elender“ mit „erbarmungswürdiger“ ersetzt wurde, aber selbst die „Würde“, dass sich uns „erbarmt“ würde, ist nun einmal auch vollkommen abhanden gekommen.]
    Leider findet sich die Antwort „GNADE“ in den meisten in deutsch übersetzten Bibeln nicht, obwohl doch der ‚Codex Sinaiticus‘ nunmehr schon seit 1844 der Christenheit vorliegt. Offensichtlich muss es sich dabei um eine mächtige Waffe Christi handeln, die der katholischen Schuldreligion, den Gar ausmachen wird.
    So gut, wie ich es im Moment kann, habe ich das Wesen „Schuld“ verdeutlicht und versucht zu verdeutlichen, wie ein an Christus Glaubender sich dem entzieht:
    http://seidenmacher.wordpress.com/2013/03/11/schuld-gibt-es-nicht-das-paradigma-von-der-schuld-einem-denkgespinnst/

  5. @ Bazillius II.

    Leider muss ich doch ein wenig „theologisch“ werden bei meinem Versuch einer Antwort auf deinen zeiten Kommentar. Ich hoffe, dass ich dabei einige typische Denkfehler – und aller schwerste Irrlehren, die dem Evangelium Widerstand leisten der katholischen Schuldreligion enttarnen kann und helfe, davon frei zu kommen.

    //“Welches Gebot besagt, dass ich mein Gewissen erforschen muss?“//
    Ganz einfach: Das Gebot der Liebe, die immer fragt: “Habe ich genug geliebt?”

    Die Liebe fragt nie, ob sie genug geliebt hat. Sie liebt, das ist ihr Wesen. Das wäre sonst ähnlich der Frage des Atems; „Habe ich genug geatmet? Er atmet, das ist sein Leben. Oder Gott fragte: „Habe ich genug „gegottet“?
    Das Thema „Agape“ (Liebe) ist sehr „verkopft“. Als Bild: ich schwimme im Meer – und manchmal muss ich mich sogar ganz von ihm treiben lassen. Das Meer wird nichts anderes, tut nichts anderes und denkt auch nicht anderes, es fragt nicht: habe ich genug gemeert? Da kann nun viel Theologie und Philosophie und Psychologie betrieben werden, der Mensch geht, schwimmt und treibt einfach mit dieser Agape.

    Wir machen es uns zu einfach, wenn wir sagen, dass Jesus am Kreuz von Golgotha die Seelen der Menschen gerettet hat.

    Das ist wahrscheinlich das aller schwerste, was es gibt: Jesus ist am Kreuz von Golgotha gestorben und hat dadurch den Menschen gerettet. Diesen Glauben kann der Mensch nur von Gott erhalten, da ist gar nichts „zu einfach“, da machen wir uns nicht zu einfach mit – das Gegenteil entspricht der Wahrheit, wie machen es uns zu schwer damit und wollen es seziert in unsere Denkschemata bekommen, damit wir das auch noch beweisen können.
    Und er hat ja nicht nur die Seelen der Menschen gerettet, die vor ihm, mit ihm oder nach ihm leben, sondern den ganzen personalen Menschen, der auch noch einen neuen Körper erhält. Und seine Rettung ist so gewaltig und herrlich, dass er den Menschen schon heute daran teilnehmen lässt.

    Dafür hat er zuviel von der Hölle und zuviel von dem gesprochen, der in der Lage ist, Seelen in den Abgrund zu reißen. Das hat er getan, um die Warnung deutlich zu unterstreichen, was passieren wird, wenn ihm kein Gehorsam geleistet wird – und es es immer zu bedenken, zu wem er da gesprochen hat: zu unerlösten Sündern und nicht zu geretteten Heiligen.

    Er hat eben nur Menschen guten Willens gerettet.

    Dies ist eine der ganz gefährlich Irrlehren der katholischen Schuldreligion, wahrscheinlich genauso gefährlich wie diese Irrlehre der „Protestanten“: „Lass Jesus in dein Herz“ (als ob die Rettung von mir abhinge)
    oder dieses „ALLEIN der Glaube, die Gnade, die Schrift“

    Nein, Paulus lehrt ganz eindeutig: Er rettet, wen er will, wie er will und wann er will – aber niemals aufgrund menschlicher Eigenschaften, ob nun im Denken, in den Emotionen, im Verstand oder im Willen. Und der Apostel und Evangelist Johannes macht dies so deutlich: „welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes“

    Aber können wir uns dann – nur weil wir getauft sind – so verhalten, wie wir wollen? Ist es nicht unsere Aufgabe, unsere Liebe auf Jesus hin zu vervollkommnen. Nein diese Liebe ist vollkommen da. Wir sollen unser ganzes Sein dieser Agape unterwerfen. Sozusagen uns dem Meer übergeben und anvertrauen. Die Liebe wird nicht vollkommener, sie soll nur immer vollkommener unser Leben durchdringen und beherrschen.

    Wenn das eventuell als Wortklauberei empfunden wird, dem ist nicht so: das Evangelium ist sehr genau und duldet keine Zweideutigkeiten. Dieses ganze „Ahnen“, dieses ganze „nichts genaues, weiß man nicht“ ist sehr unheilvoll.

    Was ist denn mit der Änderung des Denksinns gemeint?

    Damit ist vieles gemeint, was Christus einem Menschen nach und nach deutlicher macht.

    Zunächst ist damit gemeint, dass sich der Mensch erst einmal darüber klar wird, dass sein Denken auf der philosophischen Weltanschung des Materialismus beruht, welches durch eine entsprechende katholische Schuldreligion gegängelt wird und das von einer Schuldsprache in Bild, Wort und Ton durchdrungen ist.

    Und das dies alles zusammen, uns allen – schon seit Jahrhunderten – das Evangelium Christi verdunkelt,
    und ihm Christus deshalb, obwohl er das Oberhaupt aller Menschen ist, oftmals sogar von denen der Gehorsam verweigert wird, die meinen und behaupten, dass sie seine Untertanen seien, womit sie sich aber selbst verblendet haben.

    Der Mensch kann sich bemühen, wie er will, anständig zu leben – und wird dabei oft scheitern – weil schon der Denk- und Glaubensansatz grundsätzlich falsch ist.
    Der Mensch soll sich Christus unterwerfen – nicht der andere Mensch, sondern ich selbst soll das tun, das führt dazu, dass ich dann auch anständig leben werden, weil es dann von der Agape getragen wird.

    In Wirklichkeit wird von der katholischen Schuldreligion die Selbsterlösung gepredigt und das, obwohl sie es nicht nur wissen muss, sonder ihr auch bekannt ist, dass die Selbsterlösung ausgeschlossen ist. Dazu gehört auch der Unsinn der Gewissenserforschung (wo findet sich in welchem Winkel noch mehr Schuld) mit der die katholische Schuldreligion die Menschen gängelt und quält. Und darin liegt auch ein Grund, warum das Christentum in unserem Kulturkreis einen derart schlechten Ruf hat. Es predigt vordergründig die Erlösung, die sie gar nicht anbieten kann, weil sie diese nicht hat – denn sie lehrt ja die Schuld und zwar die Schuld der Menschen.

    Und deshalb kann der Mensch die Erlösung auch nicht erfahren und wendet sich mit recht von einem Christentum ab, das dann nicht einmal mehr den Namen nach wert ist so genannt zu werden. Und das alles schafft ein Vakuum, dass die Ideologien und heute immer mehr der Islam füllen.

    Der Mensch braucht heute die Erlösung, nicht die in einem fernen, unerreichbaren Himmel.
    Deshalb bedeutet sein Name ja auch der Gegenwärtige, nämlich heute rettet und erlöst er, damit der Mensch in der Agape leben kann. Und dazu braucht es keinen Ritus, und keine psychotherapeutische Behandlung.
    Dazu braucht es nur die Wahrheit sagen und die Lügen beim Namen nennen.

    Die Wahrheit ist, Jesus hat bereits gerettet und die Lüge ist, der Mensch kann was dazu beitragen.

    • Andreas Says:

      >> Die Wahrheit ist, Jesus hat bereits gerettet und die Lüge ist, der Mensch kann was dazu beitragen. <<
      wenn das die quintesenz ihrer an sich interessanten ausführungen ist, hätte sich Jesus all seine predigten und moralisch-ethischen ermahnungen getrost sparen können und sich besser gleich dem erlösungswerk am kreuze hingegeben?!
      letztlich läuft diese argumentation auf eine prädestinationslehre hinaus, die Gott erst recht zu einem unberechenbaren willkürherrscher werden lässt, der sich weder durch die "gute tat", die praktizierte nächstenliebe oder die rechtschaffene lebensführung "bestechen" lässt. alles moralische, gewissenhafte fühlen, denken u. handeln mögen vor/für menschen vielleicht nützlich sein, sind aber vor Gott völlig unbedeutend – weil wir ohnehin ein für allemal durch Jesus opfertod "erlöst" wurden?
      wer hat den diese IRR-"lehre" in die welt gesetzt?? sehr gefährlich!!

      • Ich frage so, wie wüßte ich denn, daß Jesus bereits gerettet hat, wenn ich gar nicht wüßte, von was ich errettet wurde? Er hat also den Zustand des Menschen deutlich gemacht und aufgezeigt, welche Konsequenz es hat, wenn der Mensch in diesem Zustand bleibt. In diesem Zustand gibt es keinen Gott und das, obwohl jeder Mensch weiß, daß ein Gott ist. „Wir leben, weben und sind in Gott“, wie Paulus es den Athenern bestätigt, und sind doch ganz ohne ihn. Diese Trennung, diese Leere ist absolut. Die Konsequenz, „daß Gott nicht ist“, ist folgerichtig und logisch, aber nicht willkürlich.

        Christus hat nun durch sein Erlösungswerk am Kreuz nicht nur die Konsequenz der Trennung erfahren, sondern dadurch auch gleichzeitig diese Trennung überwunden. Durch seinen Tod predigt er also die Konsequenz, die der Zustand des Menschen nach sich zieht. Und durch seine Auferstehung predigt er, daß sein Tod tatsächlich die Trennung überwunden hat.

        Davon kann kein Mensch etwas wegnehmen und dazu kann kein Mensch etwas hinzufügen.

        Die Quintessenz ist nun gerade nicht, ob Gott das nicht auch anders hätte bewerkstelligen können, oder, wenn das so ist, was fragt Gott noch nach meinem Tun? („ist dann doch eh egal“) Paulus antwortet auf diese Frage den Heiligen zu Rom: „Möge so etwas nicht gefolgert werden!“

        Vielmehr: 5 Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zornes und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, 6 welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken: (Matthäus 16.27) (2. Korinther 5.10) 7 Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; 8 aber denen, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit, Ungnade, und Zorn; (2. Thessalonicher 1.8) 9 Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses tun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen; 10 Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes tun, vornehmlich den Juden und auch den Griechen.

        Vor Gott ist es also völlig unbedeutend, was der Mensch meint, zur Erlösung beitragen zu müssen. Vielmehr zürnt er jeder Menschen Seele, die auch nur den Versuch unternimmt, sich in ein solches Unterfangen zu stürzen.

        Die Erlösung ist ALLEIN SEIN EIGENES WERK – und diese Ehre lässt er sich von niemandem nehmen.

        Und der Mensch, der diese Erlösung wahrnimmt und erfährt, soll – ach was heißt da soll? er muß! Nein, er kann doch gar nichts anderes als ihm, dem Schöpfer des Lebens dankbar sein indem er dieser Wahrheit gehorcht und sein Leben auf ihn selbst ausrichtet und mit Geduld in guten Werken nach dem ewigen Leben trachtet. Der „begnadete Sünder“ sucht nicht mehr irgend einem Gebot zu folgen oder es zu erfüllen, sondern er tut den Willen Gottes aus Dankbarkeit und nicht mehr aus Zwang. Und von dieser Freiheit der Kinder Gottes spricht das Evangelium, und von keiner anderen, denn das ist die Freiheit von der Sünde, die Christus erworben hat.

        „Dann ist ja alles in Ordnung und ich kann weiter sündigen!“ Möge keiner eine solche Schlußfolgerung zum Opfer fallen! warnt Paulus an gleicher Stelle.

        Du fragst, ich nehme an rhetorisch, wer diese IRR Lehre (also die „Argumentation der Quintessenz“) in die Welt gesetzt hat. Eines vorweg: ich war es nicht!

        Meiner unwichtigen Meinung nach, war es Johannes Calvin, der wie alle Propagandisten der katholischen Schuldreligion nicht zwischen der Erlösung, die geschehen ist und dem Weg in das ewige Leben unterscheiden gelernt hat.

        Die Erlösung macht den Weg frei. Der Weg führt aber nicht in die Erlösung, sondern in das Ewige Leben.
        Auf dem Weg erfahre ich diese Erlösung, der Weg in das ewigen Leben ist aber nicht selbst die Erlösung.
        Das Evangelium ist strikt logisch! und lässt keinen Raum für Interpretationen. „Hätte, Könnte, Würde“ ist nicht die Sprache der Wahrheit, sondern der Lüge.

        Daß der morgige Tag, übermorgen „Gestern“ genannt werden wird, hat nichts mit Willkür zu tun,
        sondern damit, daß gestern der heutige Tag „morgen“ war.

        Dir Frieden und Agape

  6. Andreas Says:

    danke für diese ausführliche erläuterung – das stimmt mich schon milder, zumal sie sich von calvin distanzieren…
    P.S: die sog. „werksgerechtigkeit“ hatte nie den anspruch, erlösung und das ewige leben herbeizwingen zu können. die gute tat hat, wie sie richtig anmerken, erst dann „heilsame“ wirkung, wenn sie als logische (weltliche) konsequenz eines rechtverstandenen, verinnerlichten glaubens an die >göttliche erlösungsautorität< in freier "liebtätigkeit" ausgeübt wird.
    eine "eigenerlösung" allein durch fromme werke oder glaubender hingabe ist dem menschen selbstverständlich nicht möglich – aber wir können versuchen das gefäss zu optimieren, in das Gott seinen erlösenden Geist giessen möge. wir tun werke der nächstenliebe u. beten in hoffnung auf Gottes gnade – mehr ist uns nicht gegeben, alle erlösung und umwandlung in eine himmlische wesenhaftigkeit liegt in Seiner hand…
    m.f.g.

    • Ich distanziere mich selbstverständlich NICHT von Calvin – schließlich kenne ich diesen Mann ja gar nicht –
      ich distanziere mich aber sehr wohl von vielen Aussagen seines Buches, wie etwa diesem katholischen Absurdistan der Trinität [Christus ist Gott und nicht eine „hinduistische“ Inkarnation Gottes] oder einer „Prädistination“, die aus Pauli Brief an die Heiligen zu Rom nicht herauslesbar ist.

      Überhaupt distanziere ich mich von der ganzen Begrifflichkeit „SCHULD“, und wenn sie auch nur in Nuancen daherkommt, diesem Mittel, daß die gesamte „westliche“ Christenheit mental vergiftet hat.


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