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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Salafisten zerstören 80 Mausoleen der Sufis in Tunesien 20. Mai 2013

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 19:26

Tunesien steht vor neuer Zerreißprobe – Konflikt mitradikalenIslamisten

 

Die tunesische Regierung hat ihre Gangart gegen radikale Islamisten verschärft. Die jüngsten Ausschreitungen mit einem Toten sind der vorläufige Höhepunkt eines härter werdenden Machtkampfes. Das Land steht vor einer neuen Zerreißprobe.

 

Hunderte Polizisten, die Nationalgarde, sogar Armee-Einheiten sind in den Armenvierteln von Tunis aufmarschiert. Tunesien macht mobil gegen die Salafisten. Die Botschaft ist klar: Der Staat will Sieger bleiben, in einem Machtkampf, der immer härter zu werden scheint. Hubschrauber kreisen über Tränengaswolken, Reifen brennen, es fliegen Steine und Gummigeschosse. Ein Demonstrant kommt in der Cité Tadhamon ums Leben, angeblich durch eine Kugel aus einem Polizeigewehr. Die sichtlich angespannte Polizei verteidigte ihr hartes Vorgehen. „Wir sind hier, und wenn es sein muss bleiben wir auch noch einen Monat“, sagte der Sprecher der Polizeigewerkschaft, Mohamed Ali Labidi. „Wir wenden nur das Gesetz an. Wir beschützen die Bürger und den öffentlichen Raum, und wenn diese Gruppe, oder irgendjemand anders, versucht, den in Beschlag zu nehmen, dann wenden wir das Gesetz Wort für Wort an.“

 

Tunesien verschärft seine Gangart gegen radikale Islamisten. Immer wieder war es in der Vergangenheit zu kleineren Zusammenstößen gekommen, dann gab es vor kurzem Gefechte zwischen Armee und Dschihadisten. Radikalislamische Veteranen des Kriegs in Mali hatten sich mit schweren Waffen und Minen in einem Gebirge im Südosten des Landes verschanzt. Als dann auch noch die religiösen Extremisten der einflussreichen Gruppe Ansar Al Scharia ihr Treffen in Kairouan ankündigten, lehnte das Innenministerium ab. Die Stadt 150 Kilometer südlich von Tunis wurde komplett abgeriegelt. Jedes heranrollende Sammeltaxi wurde von Spezialkräften in Kampfmontur gefilzt, in Busbahnhöfen im ganzen Land wurden bärtige, salafistisch aussehende Passagiere an der Reise gehindert. Die Sicherheitskräfte stellten unter anderem Schusswaffen und Molotowcocktails sicher.

 

 

 

 

 

 

 

Allahsstaat statt Demokratie

 

In Kairouan sind die Menschen erleichtert, dass es zumindest in ihrer Stadt verhältnismäßig ruhig geblieben ist: „Wenn die Polizei von Anfang an ihren Job gemacht hätte, dann wäre es erst gar nicht so weit gekommen. Das Gesetz muss einfach angewendet werden, zum Glück ist jetzt wieder alles gut, und es gibt keine Probleme“, sagt Mohamed Messaoud. Dass es keine Probleme gibt, davon kann allerdings keine Rede sein. Denn die radikale Vereinigung, die nach eigenen Angaben mehr als 40.000 Mitglieder in Tunesien hat, lehnt die Demokratie ab und will einen Gottesstaat errichten. Der stärksten Regierungspartei in Tunesien, der moderat islamistischen Ennahda, werfen die Salafisten eine anti-islamische Politik vor und drohen mit Krieg. Ansar al Scharia verwickele den Staat immer mehr in eine Machtprobe, so der Historiker und Extremismusforscher Faysal Cherif von der Universität Manouba: „Die radikalen Vordenker sagen ihren Gefolgsleuten: ‚Tunesien ist das Land der Revolution, ihr seid die Ché Guevaras von Tunesien, ihr müsst der Welt zeigen, dass der Dschihad lebt, ihr müsst die Revolution machen, ihr müsst für alle Glaubensbrüder in aller Welt mit gutem Beispiel vorangehen'“.

 

 

 

 

 

 

 

Regierung spricht von Terrorismus

 

Im Internet wurden entsprechende Unterstützerbotschaften des Terrornetzwerks Al-Kaida an die Adresse der tunesischen Salafisten entdeckt. Der untergetauchte Anführer von Ansar al Scharia, Seif Allah Ben Hassine, genannt Abou Iyadh, gilt als ehemaliger Vertrauter von Osama Bin Laden und wird für die Anschläge auf die US-Botschaft in Tunis im vergangen September verantwortlich gemacht. Inzwischen spricht auch Tunesiens Regierungschef Larayedh offen von Terrorismus: Im Staatsfernsehen sagte er, Ansar al Scharia sei eine illegale Organisation, die den Staat herausfordert und provoziert. Ennahda nutzt offenbar auch ganz strategisch die Chance, um sich von den radikalen Kräften des politischen Islam zu distanzieren – bisher wurde der Ennahda immer vorgeworfen, sie sei zu lax gegenüber den Salafisten. Die Machtprobe geht auf jeden Fall weiter: Für nächstes Wochenende hat ein Imam bereits zu einer neuen Versammlung von Ansar Al Scharia aufgerufen – in der Moschee in Kairouan. {Quelle: www.tagesschau.de – Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat}

 

 

 

 

Extremisten bekämpfen den liberalen Volksislam

Wie in Ägypten, Libyen und Pakistan

 

Salafisten haben in Tunesien etwa 80 Schreine der Sufisten niedergebrannt und verwüstet.

Die regierende islamistische Ennahda-Partei lässt die Radikalen häufig ohne Strafverfolgung davon kommen.

 

Die 30 Männer singen und beten schon seit zwei Stunden, ein rhythmischer Gesang. Es sind Sufis von der Bruderschaft Tijaneia, ihr Treffpunkt ist ein mit edlen Kacheln und Fayencen ausgestattetes Mausoleum in der Medina, der Altstadt von Tunis. Verehrt wird hier Sidi Ibrahim, ein Heiliger, zu Lebzeiten Diplomat, Dichter und Gelehrter. Sein Sarg steht im Nebenraum, doch der Heilige selbst wird nicht angebetet. Die Männer chanten bis zur Ekstase. Tausende Male wiederholen sie den Namen Allahs in verschiedenen Varianten: All-Erbarmer, All-Barmherziger, All-Mächtiger. Der Sufismus verbreitete sich in Tunesien und im Maghreb ab dem 12. Jahrhundert. Es ist der religiös-kulturelle Humus, auf dem sich ein liberaler Volksislam in Tunesien bilden konnte. Scheich Ibrahim Riahi, ein Nachkomme des hier verehrten Sidi Ibrahim, war bis zu seiner Pensionierung Geschäftsführer einer großen Geschäftsbank. Er hat wie viele Sufisten ein asketisches Aussehen, ist fromm, doch äußerst weltgewandt. „Der Sufismus in Tunesien ist ein guter Gegenpol zum religiösen Extremismus. Ganz allgemein gibt es gegenwärtig eine Tendenz in der islamischen Welt zur Intoleranz und zum religiösen Extremismus. Der Sufismus aber ist von seinem Wesen her Nächstenliebe, wie auch Liebe zu Gott und zu den Propheten“.

Die Sufi-Bruderschaften waren stets auch soziale Anlaufpunkte und Schiedsstellen, besonders im ländlichen Bereich. Sie organisierten Armenhilfe, waren ein Netzwerk, das sich aber nicht parteipolitisch organisierte. Trotzdem wurde den Bruderschaften die finanzielle Unterstützung in Zeiten der Diktatur entzogen. Mausoleen wie Sidi Ibrahim, auch Marabouts genannt, gibt es überall im Land, erkennbar an ihren weißen Kuppeln, von der Medina in Tunis bis zur Sahara, an Berghängen, in Oasen, neben Moscheen. Seit Ende letzten Jahres sind sie Angriffsziele extremistischer Salafisten, die sie zerschlugen oder niederbrannten. Der Vorwurf der Salafisten lautet, hier würden Tote angebetet, was nach dem Koran nicht gestattet ist, und neben dem einen Gott dürfe es keine Heiligen geben. Vorwürfe, die gar nicht der sufistischen Glaubenspraxis entsprechen, sagt Ibrahim Riahi. „Die Menschen, die hierher kommen, kommen aus Gründen der Spiritualität. Sie beten Gott an, nicht den Heiligen. Deshalb irren die Salafisten, wenn sie uns Sufis als Ungläubige bezeichnen“.

Es gehe den Salafisten weniger um Religion als um Macht. Sie seien von Ultra-Konservativen aus Saudi-Arabien und Katar bezahlt und gesteuert, sagen übereinstimmend Experten in Tunis. Doch Salafisten finden Anhänger. Jetzt sei es wie in Mali, als in Timbuktu religiöse Schreine von Extremisten zerschlagen wurden, meint Adnan Louhichi. Er ist Direktor des Instituts für das nationale Kulturerbe in einem arabischen Palast in der Medina. Louhichi unterstehen die antiken Ruinen von Karthago nahe Tunis genauso wie Hunderte Sufi-Schreine, von denen etliche sogar in der Liste der UNESCO aufgeführt sind. „Wir gehen von einigen Dutzend aus, an die 80 Monumente, die entweder verbrannt oder zerstört wurden. Es gibt aber Tausende von Marabouts in Tunesien. Die Brände und Verwüstungen sind keine Einzeltaten, wir haben sie im ganzen Land zu verzeichnen – im Süden und Norden, Osten und Westen. Ich meine, das ist sicher eine zentral gelenkte Aktion“.

Südlich der Medina. Die Al-Fatah-Moschee quillt über, im Hof, auf der Straße, in den Seitengassen lauschen Männer der Predigt des Imam, Männer mit Fes, mit Krawatte, gut situierte Bürger, die zum Freitagsgebet gekommen sind. Es ist nicht irgendeine Moschee. Hier spielten sich vor wenigen Monaten dramatische Szenen ab: Polizei und Nationalgarde wollten einen radikalen Salafisten verhaften, der im Verdacht stand, einen Überfall auf die amerikanische Schule organisiert zu haben. Er hatte sich in der Moschee verschanzt. Mithilfe seiner Glaubensbrüder konnte der Anführer von Ansar al-Scharia dann jedoch unter den Augen der Polizei entkommen. „Allah akhbar“ – Allah ist groß, ruft der Imam. Es ist nicht irgendein Imam, sondern der Minister für religiöse Angelegenheiten persönlich: Noureddhine Khadmi, parteilos, jedoch nicht auskunftsbereit. Einem Interview verweigert er sich. Er schickt seinen Berater, Kamel Essid, der auf die Frage antworten soll, wie das Religionsministerium die salafistischen Gruppen beurteilt. „Das sind keine radikalen Gruppen. Es sind einfach Einflüsse im Volk nach der Revolution. Ich klassifiziere die Leute auch nicht, die die Marabouts angegriffen haben. Es sind eben geistige Strömungen, die gegenwärtig Anklang finden“.

 

Vom Religionsministerium wird das Problem der Fundamentalisten heruntergespielt, obwohl nahezu jede Woche von Überfällen radikaler Salafisten berichtet wird, nicht nur auf Mausoleen, sondern auf Schulen und Universitäten, wo sie die Schleierpflicht für Mädchen und Frauen einführen wollen, oder auf Kinos und Ausstellungen, weil dort Gotteslästerung betrieben würde. Auch Tabakhändler auf der Straße und Restaurantbesitzer, die Alkohol verkaufen, werden angegriffen, meistens mit dem Fluch „Kafir“ – „Ungläubiger“. Dass dies viel mehr ist als nur eine „geistige Strömung“, die nach der Revolution ihren Platz haben müsse, sieht Abdelfattah Mourou ganz und gar nicht. Er ist Mitbegründer der Ennahda-Partei und als deren Vizepräsident zuständig für Internationale Angelegenheiten. Mourou saß unter Diktator Ben Ali im Gefängnis. „Es hat niemals in Tunesien einen Islam gegeben, der die Menschen zu einer bestimmten Glaubenspraxis gezwungen hat. Oder Frauen verpflichtet hat, den Schador oder Schleier zu tragen. Sicher gibt es solche Vorschriften im Islam, aber unsere Gesellschaft ist damit immer tolerant umgegangen. Die Salafisten glauben aber, dass ein Sufist den Islam verlässt“. Der religiöse Extremismus hat in Tunesien keine Tradition. Doch scheint das Rekrutierungsfeld der Militanten derzeit günstig. Der Angriff auf die Marabouts ist nur einer der zahlreichen extremistischen Vorstöße. {Quelle: www.dradio.de – Von Detlef Urban}

 

7 Responses to “Salafisten zerstören 80 Mausoleen der Sufis in Tunesien”

  1. Emanuel Says:

    Kleine analyse und Gedanken eines Un-Gläubigen

    Alle Nicht-Mosleme sind Un-Gläubige ! Entweder sie konvertieren zum Islam oder sie werden in Zukunft eine minderwertige Rasse sein ! Sondersteuern zahlen und an keine entscheidenden Positionen mehr kommen können ! So stellen es sich die Islamisten vor!
    Die Herrschenden freuen sich ! Erstens jubeln sie über die Zerstrittenheit der Muslime ! Das ist es, was sie brauchen ! Sollen sie sich doch alle gegenseitig auslöschen ,,,, um so besser für die Herrschenden. Es ist ihnen doch gleichgültig, was der Mensch glaubt ! Sie selber glauben nur an die MACHT ! Die Macht auf dieser Erde wollen sie behalten.. . Tausende Jahre alte Strukturen.. werden doch die Debilen Massen nicht zerstören können …

    Die Dummheit der Massen ist für die MACHT wesentlich ! Nur so können sie weiter herrschen !!!

    Die Islamisten sind die Dummheit in höchster Form !!! Sie lassen sich manipulieren in genialer Weise. Da sind die Christen ja noch Lichtjahre weiter entwickelt … Zwar hasst der Katholik den Evangelischen wie die Pest … aber sie lassen sich das noch nicht so anmerken … wie die primitiven Muslime, wie die Sunniten, die die Aleviten hassen, noch mehr wie sie die Christen hassen …..

    „Dreifaltigkeits-Christen“ sie sehen sich als die „wahren Christen“ an …… auf die anderen schauen sie arrogant und abstoßend herab ,,, Ja, es soll hier katholische Gemeinden geben, die Evangelische nicht in ihre Kirchen lassen ….

    Dreifaltigkeit … Sie denken es seien DREI EIGENE PERSONEN – Vater Einer ! Sohn Einer ! Heiliger Geist Einer!

    Drei selbständige Personen !!!!!! Dann nennen sie noch die „Juden“ das „auserwählte Volk Gottes“

    Ihr Wahnsinnigen ! Lernt von dem „auserwählten Volk“ wenn ihr es wirklich glaubt, was ihr daher labert ….

    Eure Glaubenslehre ist in der gesamten HEILIGEN SCHRIFT nicht zu finden … !!!! Nirgends steht in der Tora auch nur ein Yota
    von DREI PERSONEN , die unabhängig voneinander existieren !!!!!!

    Auch in dem „Neuen Testament“ .. das lediglich eine Fortsetzung des „Alten Testamentes“ ist , findet man eure Glaubenslehren,
    eure verdrehten Dogmen nirgends … !!!! Ihr seid des Teufels ! Geht in euch… besinnt euch … ehe es für euch zu spät ist …

    Der Herr nimmt wahrhaft jeden mit Seinen offenen Armen auf .. der erkennt , wie falsch sein Weg ist – war – den er beschritten hat …
    Sicher ist das unvorstellbar schwer … alles , was ich bisher geglaubt habe … war falsch … alles , was ich bisher getan habe , war böse …

    Ohne diese Erkenntnis … gibt es kein Weiterkommen im Herrn ………

    Ich werde euch „Christen“ gleich das ERSTE GEBOT des Herrn erläutern …. falls ihr es ertragen könnt … setzt euch damit auseinander …

  2. Emanuel Says:

    Ich weiß ! Lieber Gott, ich soll nicht „Perlen vor die Säue “ werfen … aber hier gibt es Menschen, die diese Perle
    verdienen und verstehen werden …. Amen

    (Wer diesen text wirklich verstehen möchte, muss ihn vollkommen anders lesen, als alles , was er bisher gelesen hat ….
    Hier ist Wahrheit !!! Wahrheit muss man anders aufnehmen , als unsere tagtäglichen Lügen … )

    Erstes Gebot

    Es soll kein anderer Gott vor Meinem Angesicht sein

    291. Dies sind die Worte des ersten Gebotes, 2Mo.20/3; 5Mo.5/7; unter
    welchen im natürlichen Sinn, welcher der Buchstabensinn ist, zunächst verstanden
    wird, man solle keine Götzen verehren; denn es folgt: „Du sollst dir
    kein gehauenes Bild, noch irgendein Gleichnis machen, weder dessen, was im
    Himmel oben, noch dessen, was auf Erden unten, noch dessen, was in den
    Wassern unter der Erde ist: du sollst dich nicht beugen vor ihnen, noch sie
    verehren, weil Ich Jehovah dein Gott bin, ein eifriger Gott“: 2Mo.20/3-6.

    Daß unter diesem Gebot zunächst verstanden wird, man solle keine Götzen verehren,
    hat seinen Grund darin, daß vor jener Zeit und auch nach derselben bis
    zur Ankunft des Herrn, in einem großen Teil der asiatischen Welt Götzendienst
    bestand.

    Die Ursache dieses Kultus war, daß alle Kirchen vor dem
    Herrn vorbildliche und typische Kirchen waren, und die Typen und Vorbildungen
    von der Art waren, daß die göttlichen Dinge unter mancherlei
    Gestalten und Bildsäulen vorgestellt wurden, welche, weil ihre Bedeutungen
    in Vergessenheit gekommen waren, der große Haufen als Götter zu verehren
    anfing.

    Daß auch das israelitische Volk zur Zeit, da es in Ägypten war, solchen
    Kultus hatte, kann man an dem Goldenen Kalb sehen, das sie statt Jehovahs in
    der Wüste verehrten; und daß sie in der Folge nicht von diesem Dienst abließen,
    erhellt aus vielen Stellen im WORT, sowohl im historischen, als im prophetischen.

    292. Unter diesem Gebot: „Es soll kein anderer Gott vor Meinem Angesicht
    sein“: wird im natürlichen Sinn auch verstanden, daß kein verstorbener
    oder lebender Mensch als Gott verehrt werden solle, was auch wirklich geschah
    in der asiatischen Welt und um diese her an verschiedenen Orten; viele
    Götter der Heiden waren nichts anderes, wie z. B. Baal, Astharoth, Chemos,
    Milkom, Beelsebub; und zu Athen und Rom Saturn, Jupiter, Neptun, Pluto
    Apollo, Pallas usw., von denen sie einige zuerst als Heilige, dann als überirdische
    Mächte, und zuletzt als Götter verehrten.

    Daß sie auch noch lebende Menschen als Götter verehrten, erhellt aus der Verordnung des Medischen
    Darius, daß innerhalb 30 Tagen niemand Gott um etwas bitten sollte, sondern
    allein den König, widrigenfalls er in die Löwengrube geworfen werden sollte:
    Da.6/7-29.

    293. Im natürlichen Sinn, welcher der Buchstabensinn ist, wird unter
    diesem Gebot auch verstanden, daß man niemand außer Gott und nichts außer
    dem, was von Gott ausgeht, über alles lieben solle, was auch den Worten des
    Herrn,Matth.22/35-37; Luk.10/25-28, gemäß ist; denn wer oder was über alles
    geliebt wird, der oder das ist dem Liebenden Gott und das Göttliche; wie dem,
    der sich oder auch die Welt über alles liebt, er selbst oder die Welt sein Gott
    ist; was eben die Ursache ist, daß solche im Herzen keinen Gott anerkennen;
    diese sind daher auch verbunden mit ihresgleichen in der Hölle, wo alle die
    versammelt sind, die sich und die Welt über alles geliebt hatten.

    294. Der geistige Sinn dieses Gebotes ist, daß kein anderer Gott als der
    Herr Jesus Christus verehrt werden solle, weil Er Jehovah ist, Der in dieWelt
    kam und die Erlösung vollbrachte, ohne die kein Mensch und auch kein Engel
    errettet werden konnte.

    Daß es außer Ihm keinen anderen Gott gibt, erhellt aus
    folgenden Stellen im WORT: „An jenem Tage wird man sagen: siehe, dies ist
    unser Gott, Den wir erwartet haben, daß Er uns befreie, Dieser ist Jehovah,
    Den wir erwarteten, frohlocken laßt uns und uns freuen in Seinem Heil“:

    Jes.25/9. „Die Stimme eines Rufers in derWüste: Bereitet einenWeg Jehovah,
    ebnet in der Öde einen Fußsteig unsrem Gott; denn offenbar soll werden
    Jehovahs Herrlichkeit, und sehen soll alles Fleisch zugleich; siehe in dem
    Starken kommt der Herr Jehovih, gleich einem Hirten wird Er Seine Herde
    weiden“:

    Jes.40/3,5,[10,]11. „Nur bei dir ist Gott, und außerdem kein Gott,
    wahrhaftig Du bist ein verborgener Gott, Gott Israels, der Heiland“:

    Jes.45/14,15. „Bin Ich nicht Jehovah, und außer Mir kein Gott mehr, kein
    gerechter Gott und Heiland außer Mir“:

    Jes.45/21,22. „Ich Jehovah, und außer Mir kein Heiland“: Jes.43/11; Hos.13/4. „Damit erfahre alles Fleisch, daß Ich
    Jehovah bin dein Heiland und dein Erlöser“: Jes.49/26; 60/16. „Was unseren
    Erlöser anbelangt, so ist Jehovah Zebaoth Sein Name“: Jes.47/4; Jer.50/34.
    „Jehovah mein Fels und mein Erlöser“: Ps.19/15. „So sprach Jehovah, dein
    Erlöser, der Heilige Israels, Ich Jehovah bin deinGott“: Jes.48/17; 43/14; 49/7;
    [54]/8. „So sprach Jehovah, dein Erlöser, Ich Jehovah mache alles, und allein
    von Mir selbst“: Jes.44/24. „So sprach Jehovah, der König Israels, und dessen
    Erlöser, Jehovah Zebaoth: Ich bin der Erste und der Letzte, und außer Mir ist
    kein Gott“: Jes.44/6. „Jehovah Zebaoth Sein Name, und dein Erlöser, der
    Heilige Israels, der ganzen Erde Gott wird man Ihn nennen“: Jes.54/5. „Abraham
    erkennt uns nicht, und Israel erkennet uns nicht an, du Jehovah, unser
    Vater, [unser] Erlöser ist von Ewigkeit Dein Name“: Jes.63/16. „Ein Knabe ist
    uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben,DessenName istWunderbar, Rat,Gott,
    Held, Vater der Ewigkeit, des Friedens Fürst“: Jes.9/5. „Siehe, die Tage
    kommen, da Ich David einen gerechten Sproß erwecken werde, Der als König
    herrschen wird, und dies Sein Name: Jehovah unsere Gerechtigkeit“:
    Jer.23/5,6,14-16. „Philippus sprach zu Jesu: Zeige uns den Vater; Jesus sprach
    zu ihm: Wer Mich sieht, sieht den Vater; glaubst du nicht, daß Ich im Vater
    bin, und der Vater in Mir ist“: Joh.14/8,9. „In Jesus Christus wohnt die ganze
    Fülle der Gottheit leiblich“: Kol.2/9. „Wir sind in der Wahrheit, in Jesus
    Christus: Dieser ist der wahre Gott und das ewige Leben; Kindlein, hütet euch
    vor den Götzen“: 1Joh.5/20,21. Hieraus erhellt deutlich, daß der Herr, unser
    Heiland, ist Jehovah selbst,Der zugleich Schöpfer, Erlöser undWiedergebärer
    ist. Dies ist der geistige Sinn dieses Gebotes.

    295. Der himmlische Sinn dieses Gebotes ist, daß Jehovah, der Herr, der
    Unendliche, der Unermeßliche und der Ewige ist, daß Er der Allmächtige, der
    Allwissende und der Allgegenwärtige ist, daß Er der Erste und der Letzte ist,
    der Anfang und das Ende, Welcher war, ist und sein wird, daß Er die Liebe
    selbst und die Weisheit selbst, oder das Gute selbst und das Wahre selbst,
    folglich das Leben selbst, somit der Einzige ist, aus Dem alles ist.

    296. Viele, die einen anderen Gott, als den Herrn und Heiland Jesus
    Christus, welcher Jehovah Gott selbst in menschlicher Gestalt ist, anerkennen
    und verehren, sündigen wider dieses erste Gebot; ebenso auch die, welche drei
    göttliche Personen von Ewigkeit als wirklich existierend sich einreden; je wie
    sich diese in solchem Irrtum bestärken, werden sie mehr und mehr natürlich
    und fleischlich, und können dann keine göttliche Wahrheit inwendig begreifen,
    und wenn sie dieselben hören und aufnehmen, so beflecken und umhüllen sie
    dieselbe gleichwohl deshalb mit Trugwahrheiten; diese können denen verglichen
    werden, die im untersten oder unterirdischen Geschoß eines Hauses
    wohnen, und darum von dem, was die im zweiten und dritten Stock miteinander
    reden, gar nichts hören,weil die Decken über demKopf den Schall nicht
    durchdringen lassen. Das menschliche Gemüt ist wie ein Haus mit drei Stockwerken,
    in dessen unterstem die sind, welche sich für drei Götter von Ewigkeit
    bestärkt haben, im zweiten und dritten aber die, welche einen Gott in schauba
    rer Menschengestalt anerkennen und glauben, daß der Herr Gott Heiland
    dieser sei. Der sinnliche und fleischliche Mensch ist, weil er bloß natürlich ist,
    an sich betrachtet völlig tierisch, und unterscheidet sich vom unvernünftigen
    Tier nur darin, daß er reden und Schlüsse machen kann; weshalb er wie in
    einemTierbehälter hausend ist, in dem sich wilde Tiere aller Art befinden, und
    wo er bald den Löwen, bald den Tiger, Pardel oder Wolf macht, ja auch das
    Schaf spielen kann, nur daß er dann in seinem Herzen dazu lacht. Der bloß
    natürlicheMensch denkt über die göttlichen Wahrheiten nur nach dem Weltlichen,
    somit nach den Täuschungen der Sinne, denn über diese kann er sein
    Gemüt nicht erheben; deshalb läßt sich seine Glaubenslehre vergleichen mit
    einem Brei aus Spreu, den er als Leckerbissen verzehrt, oder damit, daß dem
    Propheten Hesekiel befohlen wurde, Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Mais
    mit Menschen- oder Rindermist zu vermengen, und sich Brot und Kuchen zu
    machen, und so die Kirche vorzubilden, wie sie beim israelitischen Volk war:

    Hes.4/9f.

    Ebenso verhält es sich mit einer Kirchenlehre, die gegründet und
    aufgebaut ist auf drei göttliche Personen von Ewigkeit, deren jede einzeln für
    sich Gott ist.

    Wer könnte nicht das auffallend Widersinnige dieses Glaubens
    sehen, wenn derselbe, so wie er an sich ist, in einem Gemälde vor Augen
    gestellt würde,

    wenn z. B. die drei in Reihe nebeneinander ständen,

    der erste geschmückt mit Zepter und Krone,

    der zweite in seiner rechten Hand ein Buch haltend, welches das WORT ist,
    und in der linken ein mit Blut bespritztes Kreuz von Gold,

    und der dritte mit Flügeln versehen auf einem Fuß stehend, im
    Begriff, zu fliegen und einzuwirken, und dieses mit der Aufschrift:
    Diese drei Personen, ebenso vieleGötter, sind einGott?

    Welcher Weise würde nicht beim Anblick dieses Gemäldes zu sich sagen: o welch ein Hirngespinst?

    Anders aber würde er reden beim Anblick eines Gemäldes von einer göttlichen Person
    mit Strahlen himmlischen Lichtes um das Haupt und der Überschrift: Dies ist
    unser Gott, zugleich Schöpfer, Erlöser und Wiedergebärer, somit der Heiland;
    würde nicht jener Weise dies Gemälde küssen, und es in seinem Busen nach
    Hause tragen, und durch dessen Anblick sowohl sein eigenes Gemüt, als
    dasjenige seiner Frau und seiner Kinder und Diener erfreuen?

  3. andreas Says:

    klingt alles sehr plausibel – menschlich plausibel. wenn ich aber nun an den Menschensohn, Gottessohn und Heiland Jesus (in zweiter natur) glaube, mache ich dennoch keinen fehler, denn auch der äussere wortsinn, zumal von Jesu selbst gesprochen, liesse mich Gott „erblicken“ und von Ihm angenommen sein.
    ich gehe auf nummer sicher und halte mich an die bibeltexte – auch wenn swedenborgs erleuchtete auslegung vielleicht Gott/JHWH/JESUS in einer tieferen weise als einig-einzigen urgrund „darstellt“.
    ob swedenborgs „symbiose“, die in der bibel höchstens angedeutet, aber nie klar ausgesprochen wird, „stimmig“ ist – weiß wohl nur GOTT ALLEIN.
    wir können nichts absolut „wissen“ – nur aus vollstem herzen und reinstem gewissen glauben: dass Gott in Jesu sei und Jesu in Gott – aber es sollte uns bewusst bleiben, alles „denken“ an u. um Gott bleibt nur eine sprachlich-gedankliche annäherung an das unaussprechliche GEHEIMNIS Gottes wahrer „identität und natur“.
    im moment denke (nicht weiß) ich: Gott hat sich nicht auf die erde geboren, aber er hat seine WESENHAFTIGKEIT, seine göttlichen attribute durch einen menschen für uns realisiert, d.h. konkretisiert.
    so wie Gott IST, wie Er UNS haben will, wie er von uns „angeschaut“-verstanden werden möchte, um Ihn wahrhaft zu erkennen, spiegelt sich das Wesen Gottes in Jesus und erhebt diesen zu Sich – macht Ihn quasi zu Sich Selbst.
    (so ungefähr „empfinde“, „verstehe“ ICH, vermutlich nicht du, nicht swedenborg, das „verhältnis“ zu Gott-Gott-Sohn. ich sehe für mich keinen zwingenden grund, swedenborg in allem „hörig“ zu sein – auch ich bin ein spiritueller mensch und glaube den heiligen geist mit mir, wie jedes christlich glaubende individuum…)

    • Emanuel Says:

      Doch , du erklärst das sehr schön … So finde ich das auch einleuchtend …. Es ist schwer sich Jesus als Mensch und Gott vorzustellen .. Neulich las ich einen Text von den Zeugen Jehovahs … Die haben Jesus da als einen Propheten – wie andere auch dargestellt …. Danach habe ich mich gefragt, was Jesus denn wirklich von anderen Propheten unterscheidet …. ???? Jedenfalls die Zeugen Jehovahs haben in Bezug auf Jesus Christus wirre Vorstellungen …..

      • Andreas Says:

        ich finde nicht, das die jehovaleute Jesus „nur“ auf einen propheten reduzieren, ganz im gegenteil.
        wenn sie nicht so streng unter sich wären und ihre mitglieder nicht so überwachen würden, wären sie für mich durchaus interressant. aber so genau habe ich mich noch nicht mit ihnen auseinandergesetzt…
        ich will aus der evangelischen kirche austreten – a) weil ich kein überzeugter „lutheraner“ mehr bin,
        b) ich mich kaum noch mit den bischöfen/kirchenleitung/lehrmeinungen identifizieren kann, c) gar nicht weiß, auf welche apostolische nachfolge sie sich eigentlich berufen – luther kanns ja nicht sein..
        und d) die evangelische kirche zu weltlich, ohne „magie“ und sakraler „würde“ daherkommt – eine art kirche für jedermann/frau zum „anfassen“ und sich „gutfühlen“. volksnähe und glaubensenthusiasmus ist eine schöne sache – aber spiritueller tiefsinn und ein schuss glaubensmagie sind mir persönlich wichtiger. überdies steht für mich Jesus in seinem vollen anspruch, der Messias, der Sohn Gottes – vielleicht ja Gott selbst zu sein, absolut im mittelpunkt meines glaubens. dieser zentrale christliche glaube wird nicht mehr überzeugend vermittelt, die Person Jesus scheint nur noch zum vorbildlichen „weltsozialarbeiter“ zu tagen?

      • Emanuel Says:

        Kann ich voll mit dir übereinstimmen !!! Ich bin auch auf der suche nach einer Gemeinde, wie du sie beschreibst — Ich denke an ev. Freikirchen …. aber welche ???

  4. Cuil Says:

    Der Gott des alten Testamentes ist ein allegorisch beschriebener Gott, was allein schon aus der Bezeichnung JHWH als zeitlicher Superposition (ich bin der ich bin, ich bin der ich war, ich bin der ich sein werde) deutlich wird. Da er zusätzlich als einziger Gott interpretiert wird ergibt sich hieraus in Konsequenz die Unmöglichkeit, ihn als Mensch angemessen zu begreifen oder anders ausgedrückt: Die Erfahrung des göttlichen muss jedes, dem Menschen mögliche Verständnis zwangsläufig übersteigen eben weil die zugrunde liegende Eigenschaft der Beschreibung gerade in der definitionsgemäßen Nichtbestimmbarkeit derselben liegt (es handelt sich also um ein grundsätzliches Axiom des Glaubens). Da Jesus nun unzweifelhaft in Beziehung zu Gott steht kann es folglich nicht möglich sein seine Natur in irgend einer Art allgemein zu charakterisieren. Dies wäre nur individuell durch eigenes Erleben in Annäherung möglich mit der Einschränkung, das jene Erfahrung aufgrund des notwendigerweise subjektiven Charakters desselben nur für den einzelnen Relevanz beanspruchen kann – „ihr könnt kein einziges Haar schwarz oder weiß machen; euer Nein bedeutet einfach nein und euer Ja ja – alles was darüber hinaus geht ist von dem der böse ist“. Jesus ist also allgemein weder Prophet allein, noch Gott, noch Gott und Mensch sowie erst Recht nicht Gott, Mensch und heiliger Geist in Personalunion sondern Jesus ist Jesus, Gott ist Gott und beide sind mit nichts zu vergleichen.


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