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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ausstellung zeigt Sex-Hölle im KZ 14. April 2013

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 17:01
 

Mutig oder eine Zumutung?

 
 
 
 
 Berlin: Die Ausbeutung in den Konzentrationslagern kannte keine Grenzen: Weibliche KZ-Häftlinge mussten sich auf SS-Befehl  für männliche Insassen prostituieren. Ein Besuch im „Lagerbordell“  sollte  Männer bei der Zwangsarbeit zu mehr Leistung anspornen. Die Sex-Sklaverei  ist bis heute Tabu-Thema. Eine Ausstellung wagt sich jetzt an die Aufarbeitung. Der Geschlechtsverkehr durfte höchstens 20 Minuten dauern, er war im Liegen  zu vollziehen. Damit dabei keine verbotenen Gespräche  geführt wurden, gab es ein Guckloch in der Tür.  Rund 210 Frauen  arbeiteten in den sogenannten „Sonderbauten“, den  Bordell-Baracken der deutschen Lager. Viele kamen aus dem KZ Ravensbrück  (100 km nördlich von Berlin) nach Mauthausen, Flossenbürg oder Buchenwald.  Wer schwanger wurde, musste sofort zur Zwangsabtreibung. Bei all den dunklen Kapiteln deutscher  Geschichte tauchen doch immer neue Abgründe auf: So auch die Zwangsprostitution, die von der Wanderausstellung „Lagerbordelle“ (11. April bis 2. Mai im Abgeordnetenhaus) jetzt dem Vergessen entrissen wird.  Massenvernichtung und Sex-Zwangsarbeit: Das  dürfte mancher als Zumutung empfinden. Doch der Historiker Dr. Robert Sommer plädiert für Aufklärung: „Es war eine besonders perfide Form nationalsozialistischer Gewalt. Die SS  hat in den Lager-Bordellen versucht, Häftlinge zu Mittätern zu machen“. {Quelle: www.berliner-kurier.de – Von  MIKE WILMS}
 
 
 
 
 
 
 

Die Bordell-Hölle der NS-Konzentrationslager

 

Heinrich Himmler war nicht nur ein Mörder, sondern der wohl größte Zuhälter der deutschen Kriminalgeschichte.

 

Getarnt wird, was als verwerflich gilt – selbst im streng geheimen Schriftverkehr von Massenmördern. Auch intern vermied die SS konkrete Begriffe für den millionenfachen Judenmord und schrieb statt dessen „Sonderbehandlung“. Als genauso anrüchig galt in Heinrich Himmlers Apparat offenbar eine andere Einrichtung. Wie sonst ist zu erklären, dass die ab 1942 in fast allen großen KZs eingerichteten Lagerbordelle in den Akten schamhaft „Sonderbau“ hießen? Heute ist allgemein bekannt, dass die Konzentrationslager große Höllen auf Erden waren. Wer aber weiß schon, dass zu bewusst miserablen „Lebens“-Bedingungen, zu sadistischen Quälereien und völliger Rechtlosigkeit der Insassen bis hin zur „Vernichtung durch Arbeit“ auch noch sexuelle Ausbeutung kam? Ausgerechnet der Pedant Himmler war, gemessen an der Zahl „seiner“ Zwangsprostituierten, der wohl größte Zuhälter der deutschen Kriminalgeschichte. Dieses Kapitel hat die KZ-Gedenkstätte Ravensbrück in einer Wanderausstellung aufgearbeitet, die derzeit in Buchenwald bei Weimar zu sehen ist. Grundsätzlich sollten im KZ-System der SS die Geschlechter strikt getrennt bleiben. Frauen waren ebenso wie Männer schon bald nach der Machtübernahme der Nazis in den Strudel der so genannten Schutzhaft geraten. Anfangs saßen sie vorwiegend in Gefängnissen ein, doch schon Ende 1933 wurde das frühe KZ Moringen in Niedersachsen zum reinen Frauenlager umgewidmet. Nach einer Zwischennutzung des vormaligen Männer-KZ Lichtenburg in Sachsen-Anhalt 1937 bis 1939 entstand wenige Monate vor Beginn des Zweiten Weltkrieges das als reines Frauen-KZ geplante Lager Ravensbrück in der Uckermark. Nur ausnahmsweise, etwa im größten KZ Auschwitz, gab es Männer- und Frauen-Baracken nebeneinander.

 

Als auf dem Höhepunkt des Krieges die Arbeitskraft der KZ-Insassen für das NS-Regime immer wichtiger wurde, befahl Heinrich Himmler am 23. März 1942: „Für notwendig halte ich allerdings, dass in der freiesten Form den fleißig arbeitenden Gefangenen Weiber in Bordellen zugeführt werden.“ Außerdem müsse ein „gewisser kleiner Akkordlohn“ gezahlt werden, wies der „Reichsführer SS“ den Chef des neu gegründeten „Wirtschafts-Verwaltungs-Hauptamtes“ Oswald Pohl an, dem die Zuständigkeit für alle KZs übertragen worden war. Als Grund gab Himmler an: „Wenn diese beiden Bedingungen gegeben sind, wird die Arbeitsleistung enorm steigen“. Rund zwei Monate später ging versuchsweise das erste Lagerbordell in Betrieb, im KZ Mauthausen in Oberösterreich. Die Frauen waren, meist unter falschen Versprechungen oder unter Zwang, in Ravensbrück rekrutiert worden. Sie mussten nach NS-Rassekriterien „arisch“ sein und gesund, jedenfalls nicht an Geschlechtskrankheiten leiden. Untergebracht war das Bordell in der Baracke 1 direkt am Appellplatz des KZ. 24 Frauen aus Ravensbrück mussten hier ausschließlich ausgewählten KZ-Insassen, in der Regel Funktionshäftlingen und Kalfaktoren, zu Diensten sein. Bezahlt wurde mit „Prämienscheinen“, die von der Lager-SS willkürlich an „hilfsbereite“ oder besonders „leistungswillige“ Gefangene verteilt wurden. Charakteristisch für das KZ-System war, dass die Kontrolle und Unterdrückung weitgehend von Gefangenen erledigt wurde. Oben in der Hierarchie der Häftlinge standen in den meisten Lagern die „BV“, was offiziell für „befristete Vorbeugehaft“ stand, in der Lagerrealität aber mit „Berufsverbrecher“ übersetzt wurde. Aus dieser Gruppe wählte die SS die meisten Funktionshäftlinge aus, wie Stuben- und Baracken-„Älteste“. In vielen Lagern opferten diese Funktionshäftlinge andere Insassen ihren Interessen, bevorzugt Gefangene aus „niedrigeren“ Kategorien wie Homosexuelle und Juden.

 

 

 

Die Frauen kamen aus dem KZ Ravensbrück

 

Um diese rücksichtslose Konfrontation noch besser im Sinne der SS nutzen zu können, wurden die Lagerbordelle eingerichtet. Bis Anfang 1945 wurden in zehn größeren KZs „Sonderbauten“ ein gerichtet, darunter in Auschwitz I und III, Dachau, Flossenbürg und Sachsenhausen. Fast immer kamen die Frauen aus dem KZ Ravensbrück; blieben sie gesund und hielten sich an die strengen Regeln, mussten sie meist sechs bis zwölf Monate im Lagerbordell „arbeiten“ und wurden danach zurück ins Frauen-KZ geschickt. Über das Lagerbordell in Buchenwald wurden schon bald nach 1945 erste Berichte öffentlich. Carl Gärtig, der seit 1938 in Buchenwald einsaß und in den letzten Kriegsjahren in der Kantine arbeitete, hatte bereits Ende April 1945, nur zwei Wochen nach der Befreiung des Lagers durch die US-Army, seine Eindrücke festgehalten: „Der Sonderbau war eine Sumpfblüte schlimmster Korruption und anderer Laster, ein echt nationalsozialistischer Musterbetrieb.“ Gärtig lehnte wie viele „politische“ Häftlinge das „Angebot“ kategorisch ab: „Der Besuch des Bordells bedeutete eine Anerkennung der nazistischen Taktik, Häftlinge gegeneinander auszuspielen.“ Dennoch gab es viel „Nachfrage“, und zwar nur teilweise im Rahmen der von der SS gesetzten Regeln: „Eines Nachts kam es sogar zu einer großen Schlägerei zwischen dem Lagerschutz und Kriminellen, weil die Kriminellen nachts in das Bordell eingestiegen waren und in besoffenem Zustand die Frauen bedrohten. Der Lagerschutz säuberte aber rasch und gründlich den Saustall aus“.

 

 

 

Prämienscheine für Sex

 

In Buchenwald dominierte eine aus vornehmlich politischen Häftlingen bestehende Gruppe die „Selbstverwaltung“ des Lagers; das unterschied dieses KZ von den meisten anderen, in denen „BVer“ den Tod angaben. Die Lagerleitung versuchte nach dem Zeugnis des Buchenwald-Überlebenden Eugen Kogon mit dem Lagerbordell, diesen für sie unbefriedigenden Zustand zu ändern: „Von Seiten der SS war der Zweck der Übung, die politischen Häftlinge, die den Vortritt bekamen, zu korrumpieren, zu bespitzeln und sie von der Politik abzulenken.“ Daher sei in Buchenwald die „interne Weisung durchgegeben worden, die Einrichtung nicht zu benutzen“. Die Insassen, die dort oder in anderen KZs das Bordell aufsuchten, hatten in der Regel zwei Mark oder Prämienscheine im selben Wert zu bezahlen, durften dann nach einer Untersuchung im Häftlingskrankenbau mit einer der Frauen 20 Minuten zusammen sein und mussten sich anschließend „sanieren“, also desinfizieren lassen, schrieb Eugen Kogon in seinem hunderttausendfach verbreiteten Klassiker „Der SS-Staat“.

 

 

 

Jahrzehntelang verdrängt

 

Während also die Existenz der Lagerbordelle nach 1945 nie geheim war, wurde an die Leiden der Insassinnen dennoch eher verdrängt. Nur in Mauthausen und Gusen sind die Baracken erhalten, in denen die Frauen sich prostituieren mussten. In der Gedenkstättenarbeit spielte das Thema jahrzehntelang eine höchstens untergeordnete Rolle, wurde oft sogar ganz verschwiegen. Erst mit dem Aufkommen der „Gender Studies“, also der Geschlechtergeschichte, änderte sich das. Ab den neunziger Jahren erschienen Detailstudien zu einzelnen Lagerbordellen, etwa zeitgleich mit den ersten seriösen Untersuchungen über die Bordelle der Wehrmacht in den besetzten Ländern. Seit 2009 liegt eine Gesamtdarstellung vor (Das KZ-Bordell. Sexuelle Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Schöningh-Verlag, Paderborn 2009, 445 S., 38 Euro) Dafür konnte der Historiker Robert Sommer buchstäblich die letzte Gelegenheit nutzen, noch Frauen und auch einzelne Bordellbesucher zu befragen. So wird die erschreckende Geschichte des Sex in der Hölle fast sieben Jahrzehnte nach Einrichtung der Lagerbordelle umfassend erkennbar. {Quelle: www.welt.de –  Von Sven Felix Kellerhoff}

 

One Response to “Ausstellung zeigt Sex-Hölle im KZ”

  1. Vergewaltigungsopfer im Krieg sind vor allem Kinder

    es hat sich nichts geaendert-Eine neue Studie zeigt schockierende Daten über Gewalt in Konfliktländern. Die häufigsten Opfer sexueller Übergriffe sind demnach Kinder und Jugendliche. Um ihnen zu helfen, fehlt Hilfsorganisationen vor allem eines.
    Bleiben Sie immer up to date und erhalten Sie die neusten Politik-Nachrichten von FOCUS Online auch auf Facebook.und lesen Sie den Artikel weiter.Ich bin schon Fan⁄⁄Ich möchte T

    witter-Follower werdenNein, ich möchte kein Facebook-Fan werden
    Die meisten Opfer sexueller Gewalt in Konflikten sind einem NGO-Bericht zufolge Kinder. „Sexuelle Gewalt ist einer der versteckten Kriegsgräuel, und der entstandene Schaden ruiniert Leben“, erklärte der Direktor der Organisation Save the Children, Justin Forsyth, am Mittwoch.

    Der Bericht „Verbrechen gegen Kinder“ beruft sich auf Augenzeugenberichte und Daten anderer Studien aus Konfliktländern. „Es ist schockierend, dass in Konfliktgebieten auf der ganzen Welt in so großer Zahl Kinder vergewaltigt und missbraucht werden“, sagte Forsyth.

    Acht von zehn Opfern unter 17 Jahre alt
    Der Bericht von Save the Children zitiert unter anderem eine Untersuchung aus Liberia, derzufolge 83 Prozent aller Opfer sexueller Gewalt im Bürgerkrieg von 2011 bis 2012 unter 17 Jahre alt waren. Eine weitere Studie bezieht sich auf Opfer sexueller Gewalt nach dem Bürgerkrieg in Sierra Leone. Dort betrafen mehr als 70 Prozent der Verbrechen Mädchen unter 18 Jahren. Ein großes Problem dabei ist nach Angaben von Save the Children, dass den Hilfsprogrammen für betroffene Kinder und Jugendliche viel zu wenig Geld zur Verfügung stehe.

    Mit dem Thema werden sich auch die Außenminister der acht führenden Industriestaaten (G-8) beschäftigen, die am Mittwochabend in London zusammenkommen. An den zweitägigen Beratungen, bei denen auch der Syrien-Konflikt und die Korea-Krise Themen sind, wird auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) teilnehmen


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