kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Rebellen und ihr Allah 11. April 2013

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 17:24

In Syrien planen Aufständische einen islamischen Staat

 

 

Wie einst Prophet Mohammed trägt auch Ali schwarzes Kajal auf den Augenlidern. In der Weste des Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) stecken vier volle Magazine. Mit beiden Händen hält er eine Kalaschnikow. Ali ist einer von rund 50 Kämpfern der Amar-Obno-Hachtab-Brigade, die in einer kleinen Fabrikhalle auf ihren Einsatzbefehl warten. „Wir werden gleich losziehen, um eine andere Gruppe abzulösen, die die ganze Nacht gekämpft hat“, sagt der 22-Jährige. Drei Pick-ups brausen vorbei, auf deren Ladeflächen sich Kämpfer drängen. „Gott ist groß“, schallt es. Als der kleine Konvoi verschwunden ist, erklärt Ali: „Sie sind gleich an der Front.“ Er meint damit das zwei Kilometer entfernte Aziza. Diese Kleinstadt bei Aleppo hatte die Armee in der Nacht zuvor von den Rebellen zurückerobert. Die Soldaten eines Nachschubkonvois aus dem 80 Kilometer entfernten Hama hatten diesen strategisch wichtigen Ort überraschend eingenommen. Es war ein Vorstoß mit Vorankündigung. Das Staatsfernsehen hatte eine Großoffensive annonciert und das Regime Textnachrichten an die FSA verschickt: „Gebt auf oder die Armee holt euch“!

 

 

 

 

 

 

 Die Rebellen hatten in den letzten Monaten in Aleppo und Umgebung zahlreiche militärische Erfolge. Mehrere Kasernen und Flughäfen wurden erobert. Außer der Einnahme von Aziza ist von der versprochenen Großoffensive bisher nichts zu spüren. Zuletzt waren bei einem Luftangriff im Stadtzentrum am vergangenen Wochenende über 20 Menschen ums Leben gekommen. „Es gibt keinen Grund, besorgt zu sein“, meint Aioub, ein junger Oppositionsaktivist. „Aziza hat schon zweimal den Besitzer gewechselt, und die FSA wird es mit Sicherheit zurückholen.“ Von wegen Offensive, das sei alles Propaganda eines untergehenden Regimes. „Und man darf nicht vergessen, wir werden von al-Qaida beschützt“, fügt er ironisch lachend hinzu. Zum Beweis zeigt er ein Video mit einem vielleicht fünfjährigen Kind, das zur Begeisterung seiner Zuhörer ein Loblied auf Osama Bin Laden singt. Danach folgt ein libyscher Kämpfer mit Säbel, der ankündigt, die Köpfe aller Antirevolutionäre rollen zu lassen. „Ich frage mich, was all die ausländischen Extremisten bei uns wollen“, sagt Aioub. „Ich habe Libyer, Marokkaner, Tunesier, Pakistaner, Iraker, Saudis und Tschetschenen gesehen. Von den Europäern ganz zu schweigen“.

 

Die Islamisten aus dem Ausland werden in Syrien hauptsächlich von drei salafistischen Dschihad-Gruppen aufgenommen: Fajr Islam, Ahrar al-Sham und der von den USA auf die Terrorliste gesetzten Jabhat al-Nusra. „Diese Radikalen bekommen immer mehr die Oberhand“, meint der 26-jährige Aioub besorgt. Das sei alles nur die Schuld des Westens, der es versäumt habe, rechtzeitig Waffen an die Opposition zu liefern. „Am Anfang war Jabhat al-Nusra eine Gruppe von vielleicht zehn Leuten, heute sind es 10.000“. Der Ableger von al-Qaida aus dem Irak ist nicht die einzige Islamistengruppe, die großen Zuspruch erhält. Ahrar al-Sham hat sich binnen eines Jahres zu einer der einflussreichsten Organisationen gemausert. Unmittelbar neben dem Hauptquartier von al-Nusra in Aleppo liegt das Gebäude des Scharia-Rats. Mitglieder sind die Islamisten von Fajr Islam, Ahrar al-Sham, Jabhat al-Nusra, die Muslimbrüder und die Liwa Tawhid, die größte Rebellengruppe in Aleppo. Sie gilt als moderat islamistisch und ist Teil der FSA, was die radikalen Salafisten-Organisationen nicht sein wollen.

 

In Aleppo wurde im Dezember letzten Jahres bereits ein neues Gericht ins Leben gerufen. Dort sieht man die Scharia jedoch nicht als universales Werkzeug der Rechtsprechung an. „Das gefällt den Islamisten natürlich nicht“, sagt ein Anwalt, der unerkannt bleiben will. In Zukunft soll es nur mehr ein einziges Gericht geben. „Die Verhandlungen laufen“, versichert Saleh, der Engländer vom Scharia-Rat. „Wie soll das zusammengehen? Es gibt nur Allah und sein Gesetz. Syrien wird ein islamischer Staat – kein Zweifel“. Ganz so sicher scheint ein Gottesstaat noch nicht zu sein. Im Hauptquartier der Liwa Tawhid gibt ihr Führer Hadsch Marra ein klares Bekenntnis zu einer parlamentarischen Demokratie in einem islamischen Staat ab. „Das syrische Volk muss entscheiden“, sagt Marra. Die Liwa Tawhid tanzt auf allen Hochzeiten. Sie erkennen den säkularen Gerichtshof an, arbeiten mit der Exil-Regierung des Syrischen Nationalrats zusammen und gleichzeitig sehr eng mit Islamistengruppen wie Jabhat al-Nusra.

 

Eindeutige Positionen findet man bei Ghouraba al-Scham. „Das Volk muss über seine Zukunft frei abstimmen“, sagt ihr Führer Abu Hammadu. Sie lehnen eine Zusammenarbeit mit Jabhat al-Nusra ab. „Wir wollen den Islam, halten aber nichts von ihren strengen Regeln. Man kann den Menschen nicht alles vorschreiben“, sagt er. Frankreich und Großbritannien haben angekündigt, den Rebellen Waffen zu liefern. Die Frage ist, welche der mehreren Hundert Rebellengruppen man beliefert. Dass die Wahl auf kleine Gruppen wie Ghouraba al-Scham fällt, ist zu bezweifeln. Obwohl sie zu den wenigen gehört, bei denen man sicher sein könnte, dass die Waffen nicht bei Extremisten landen. {Quelle: www.welt.de – Von Peter Steinbach}

 

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