kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Angst vorm Zahnarzt mussten die Menschen in biblischen Zeiten nicht haben? 2. April 2013

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 19:15

 

Da ging’s auch ohne Bohrer – aber nicht ohne Schmerzen

 

 

 

Weiße Zähne

1. Mose 49, 12; Hoheslied 4, 2

 

 

Gesunde weiße Zähne, mit denen man kraftvoll zubeißen kann, waren ein Hinweis auf Stärke und Durchsetzungsvermögen und machten den Besitzer des strahlenden Gebisses außerdem attraktiv. Und so verwundert es nicht, dass Jakob, als er seinen Sohn Juda segnet, auch dessen weiße Zähne lobt: »Seine Augen sind dunkel von Wein und seine Zähne weiß von Milch.« Im Hohenlied schwärmt Salomo von den schönen Zähnen seiner geliebten Sulamith: »Deine Zähne sind wie eine Herde geschorener Schafe, die aus der Schwemme kommen; alle haben sie Zwillinge, und keines unter ihnen ist unfruchtbar«.

( 1. Mose 49, 12,  Hoheslied 4, 2)

 

 

Zitat:

»Deine Zähne sind wie eine Herde geschorener Schafe«.

 

 

 

 

 

Die Zähne von Ungeheuern

5. Mose 32, 24; Hiob 41, 5f; Offenbarung 9, 8

 

Die Bauern und Nomaden der damaligen Zeit wussten noch aus unmittelbarer Erfahrung, was es bedeutete, wenn man plötzlich ein Raubtier mit riesigen, scharfen Zähnen auf sich oder seine Herde zukommen sah. Raubtierzähne waren ein Synonym für Lebensgefahr. Und so stellte man sich natürlich auch alle möglichen Ungeheuer mit scharfen Raubtierzähnen vor. Im Buch Hiob wird die Wildheit des Leviatan zum Beispiel so beschreiben: »Wer darf es wagen, ihm zwischen die Zähne zu greifen? Um seine Zähne herum herrscht Schrecken. Stolz stehen sie wie Reihen von Schilden, geschlossen und eng aneinandergefügt. Einer reiht sich an den anderen, dass nicht ein Lufthauch hindurchgeht.« Und die Offenbarung des Johannes sagt über die Heuschrecken, die der fünfte Engel mit seiner Posaune herbeiruft: »Sie sahen aus wie Rosse, und ihr Antlitz glich der Menschen Antlitz; und sie hatten Haar wie Frauenhaar und Zähne wie Löwenzähne«.

( 5. Mose 32, 24,  Hiob 41, 5f,  Offenbarung 9, 8)

 

Zitat:

»Ich will der Tiere Zähne unter sie schicken und der Schlangen Gift«.

 

 

 

 

 

 

Die Zähne der Feinde

Psalm 57, 5; 124; Hiob 16, 9

 

Doch nicht nur vor den Zähnen von Raubtieren und Ungeheuern fürchtete man sich. Manchmal scheint die Gefahr durch menschliche Feinde genauso bedrohlich. »Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter«, heißt es in einem Psalm. Und ein weiterer Psalmbeter lobt Gott: »Wäre der Herr nicht bei uns, wenn Menschen wider uns aufstehen, so verschlängen sie uns lebendig … Gelobt sei der Herr, dass er uns nicht gibt zum Raum ihrer Zähne!« Hiob dagegen klagt über sein Leid, das Gott zuließ: »Sein Grimm hat mich zerrissen, und er war mir Feind; er knirschte mit den Zähnen gegen mich; mein Widersacher funkelt mich mit seinen Augen an.« ( Psalm 57, 5,  Hiob 16, 9)

 

Zitat:

»Gelobt sei der Herr, dass er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne«!

 

 

 

 

 

 

Zahnschmerzen als Strafe

Amos 4, 6; Psalm 3, 8; 58, 7

 

Nicht nur, dass Gott denjenigen, die sich nicht zu ihm bekennen wollen, nichts zu Kauen gönnt, wie er durch Amos verkündet: »Ich habe euch in allen euren Städten müßige Zähne gegeben und Mangel an Brot in allen euren Orten; dennoch bekehrt ihr euch nicht zu mir, spricht der Herr.« Den Feinden der Psalmbeter soll er die Zähne, als Zeichen dafür, dass ihre Macht zerschlagen ist, sogar zertrümmert haben: »Auf, Herr, und hilf mir, mein Gott! Denn du schlägst alle meine Feinde auf die Backe und zerschmetterst der Gottlosen Zähne.« ( Amos 4, 6,  Psalm 3, 8)

 

Zitat:

»Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul, zerschlage, Herr, das Gebiss der jungen Löwen«!

 

 

 

 

 

 

Zahn um Zahn

5. Mose 19, 21; Markus 9, 45

 

 

Wenn jemand seinem Nächsten schaden will, »so sollt ihr mit ihm tun, wie er gedachte, seinem Bruder zu tun, damit du das Böse aus deiner Mitte wegtust, auf dass die anderen aufhorchen, sich fürchten und hinfort nicht mehr solche bösen Dinge tun. Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß«, heißt es im 5. Buch Mose. Dieser grausam klingende biblische Ratschlag sollte nicht etwa der Gewalt Vorschub leisten, sondern sie eindämmen. Verbrechen sollten nicht mit immer noch härteren Strafen vergolten werden, sondern mit einer gleichwertigen. Aber die Bibel ruft auch zur Selbstkontrolle auf: »Wenn dich dein Fuß zum Abfall verführt, so haue ihn ab!« ( 5. Mose 19, 21,  Markus 9, 45)

 

Zitat:

»Auge um Auge, Zahn um Zahn«.

 

 

 

 

 

 

Zahnprobleme

Hesekiel 18, 2; Sprüche 10, 26; 25, 19

 

Dass Säuren die Zähne angreifen, wussten auch die Menschen zu biblischer Zeit. Ja, in Israel wurde dies sogar sprichwörtlich. Wenn man davon ausging, dass ein Kind oder Enkel für die Sünden seiner Eltern büßen müsse, hieß es zum Beispiel: »Die Väter haben saure Trauben gegessen und den Kindern sind die Zähne stumpf geworden.« Treulose und faule Zeitgenossen verglich man zudem gerne mit faulen Zähnen: »Wie Essig den Zähnen und Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden«, heißt es im Buch der Sprüche. ( Hesekiel 18, 2,  Sprüche 10, 26)

 

Zitat:

»Auf einen Treulosen hoffen zur Zeit der Not, das ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß«.

 

 

 

 

 

 

Sprichwörtliches

Matthäus 8, 12; Sirach 30, 10

 

Zwei Redensarten zu den Zähnen, die heute noch bekannt sind, stammen aus der Bibel. Das Buch Sirach rät davon ab, Kinder zu sehr zu verhätscheln, damit man am Ende nicht das Nachsehen hat: »Spotte nicht gemeinsam mit ihm, damit du nicht mit ihm trauern und zuletzt die Zähne zusammenbeißen musst.« Und Jesus kündigt an: »Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern.« Die Hölle also scheint ein Ort zu sein, an dem der Gepeinigte vor Kälte mit den Zähnen klappert und vor Hitze aufheult. ( Matthäus 8, 12,  Sirach 30, 10)

 

Zitat:

»Da wird sein Heulen und Zähneklappern«.

 

{www.sonntagsblatt-bayern.deUwe Birnstein}

 

One Response to “Angst vorm Zahnarzt mussten die Menschen in biblischen Zeiten nicht haben?”

  1. Vielen Dank für die amüsante Bibelstunde. Mir war bislang noch nicht bewusst, wie viele Stellen es in der Bible über Zähne gibt. Ich werde demnächst meine Bibel danach mal genauer unter die Lupe nehmen, vielleicht finde ich auch die eine oder andere Stelle.


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