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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Über die Reise des tunesischen »Heiligen Kriegs« nach Syrien 28. März 2013

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 17:42

Saudis, die in Syrien kämpfen, werden verhaftet“

 

 

Das saudi-arabische Innenministerium stellt klar, die Einmischung in die syrische Krise verstoße gegen saudische Gesetze.

 

Der Sprecher des saudi-arabischen Innenministeriums, Major General Mansour al-Turki, sprach sich gegenüber Medienvertreter klar aus: Saudis, die in Syrien kämpfen, würden verhaftet, wenn die in ihr Land zurückkehren. „Die Einmischung in die syrische Krise ist gegen saudische Gesetze.“ Wie in der Onlineausgabe der Arab News weiter zu lesen ist, will das saudische Innenministerium auch gegen Staatsbürger vorgehen, die vorhaben, nach Syrien zu reisen, um sich den Kämpfen dort anzuschließen. Das ist eine Verlautbarung, die überrascht angesichts der Berichte und Nachrichten, die seit vielen Monaten von der Unterstützung Saudi-Arabiens für die Gegner der syrischen Regierung unter Baschar al-Assads erzählen, von Waffenlieferungen (vgl. „Eine gut geplante, gut koordinierte heimliche logistische Militäroperation“, Geldgaben und Dschihadisten aus dem Königreich. „Mit der stillschweigenden Unterstützung des Hauses Saud und der finanziellen Unterstützung reicher saudischer Eliten greifen junge Männer zu den Waffen in einem Krieg, den saudische Kleriker als ‚Dschihad“ bezeichnen oder ‚heiligen Krieg‘ gegen das Assad-Regime“, heißt es zum Beispiel in einer Reportage der US-Website Global Post, die vom gut reputierten Radiosender NPR übernommen wurde.

 

Dort ist zu erfahren, nach Recherchen „in der Region und in Washington“, dass mehrere Quellen Indizien bestätigen, wonach Kreise reicher Saudis und die Regierung syrische Rebellen bewaffnen sowie, dass „Hunderte Saudi-Araber sich den Rebellen anschließen würden“. Dass in einem gut belegten Fall ein Richter einem Mann, der gegen die saudi-arabische Regierung protestiert habe, nahegelegt habe, er könne nach Syrien gehen, um für die gute Sache zu kämpfen oder sich eben auf eine Strafe in Saudi-Arabien gefasst machen. Laut Landeskennern, die von den Reportern zitiert werden, würden bei vorbestraften Militanten, die eigentlich keine Reiserlaubnis erhalten, schon mal ein Auge zugedrückt, um sie nach Istanbul reisen zu lassen, damit sie sich von dort aus auf den Weg nach Syrien machen. Man werde die Kämpfer, die nach Syrien wollen verhaften, zitiert auch diese Reportage den Sprecher des Innenministeriums, al-Turki, allerdings mit dem Zusatz: „Nur wenn wir einen Beweis dafür haben, bevor er das Land verlässt“.

 

Ist das offizielle Statement also bloße Finte zur Gesichtswahrung – offiziell bestätigen ja weder Saudi-Arabien noch Katar die Waffenlieferungen – eine Täuschung der Öffentlichkeit? Eindeutig ist nur, dass die saudische Führung die Herrschaft von Baschar al-Assad und seinen Getreuen weghaben will. Dafür setzt sich auch die ganzen Medienmacht der saudischen Prinzen seit Monaten ein, dass ist der Tenor von al-Arabia, al-Hayat, Asharq Alawsat und anderer Publikationen. Aber man will auch die Kontrolle behalten – im eigenen Land, Aufrührer werden weggeschickt. Offiziell will man allerdings nicht erkennen lassen, dass man Fraktionen unterstützt, die in Saudi-Arabien nicht willkommen sind. So gesteht Mansour al-Turki ein, dass Saudis in Syrien kämpfen. Die genaue Zahl sei „unbekannt“. Aber er äußert in diesem Zusammenhang auch Verbindungen zu al-Qaida und „anderen Gruppen“, dass es manche gebe, die auf Listen von Gesuchten stünden. Al-Qaida ist auch für die Saudis ein Gegner, die Dschihadisten wollen anderes als das saudische Königshaus, wie das „Aufräumen“ im vergangenen Jahrzehnt klargemacht hat, als Terroranschläge auch in Saudi-Arabien als Bedrohung sehr ernst genommen wurden (vgl. Wahabiten gegen Wahabiten).

 

Bekannt ist zudem, dass es einen mächtigen Faktor in der syrischen Opposition gibt, welcher der saudischen Führung nicht genehm ist: die syrischen Muslimbrüder, mit denen die konkurrierende Regionalmacht, Katar, besser gestellt ist und nähere Verbindungen hat, wie sich aktuell bei der Bestellung des katarischen Protegés Gassan Hitto mit angeblich guten Verbindungen zu den syrischen Muslimbrüdern zum Chef einer syrischen Schattenregierung gezeigt hat (Syrische Opposition vertritt das Land bei der Konferenz der Arabischen Liga). Es bleibt die Frage, wie einheitlich die Politik in Saudi-Arabien ist. Wie viel Kontrolle die Führung dort über Netzwerke im Land hat, die den Dschihadis anders gegenüber stehen als die Herrscher im Königshaus. Darauf deuteten schon Ungereimtheiten hin, die bei früheren Gelegenheiten auftauchten, wenn es um die Finanzierung von gewaltbereiten sunnitischen Gruppen ging. So gab der damalige US-Regierungsexperte für Finanzierung des internationalen Terrorismus, Stuart A. Levey, 2008 vor dem Senat zu Protokoll: „Saudi-Arabien bleibt auch gegenwärtig der Ort, von dem aus mehr Geld für die Finanzierung des Terrorismus an sunnitische Terrorgruppen und an die Taliban geht als an irgendeinem anderen Ort der Welt“.

 

Angesichts des Führungswechsels, der durch das fortgeschrittene Alter des Königs wie auch des Kronprinzen in Saudi-Arabien ansteht, ist es auch nicht undenkbar, dass sich auch unter den vielen Prinzen im Nachfolgegerangel Parteien finden, die auf anderes setzen als der gegenwärtige Chef des Innenministeriums Mohammed bin Naif, der sich als Gegner der Aktivitäten al-Qaidas in Saudi-Arabien einen Namen gemacht hat.

{Quelle: www.heise.de Thomas Pany}

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Dschihad-Export

 

Über die Reise des tunesischen »Heiligen Kriegs« nach Syrien

 
Es ist bekannt, daß in Syrien auch Rebellen aus dem Ausland gegen Präsident Baschar Al-Assad kämpfen. 40 Prozent von ihnen stammen aus Tunesien. Zwei Drittel davon schließen sich der fundamentalistischen Nusra-Front an, die einen Heiligen Krieg gegen die Regierung in Damaskus führt. Die Familien der meist jungen Kämpfer wissen oft nicht, daß sich ihre Söhne in Syrien aufhalten. Manche Eltern erfahren erst aus den Nachrichten im Fernsehen, was der Filius gerade tut. Die Rekruten aus Tunesien erhalten eine militärische Ausbildung in Libyen und werden dann nach Istanbul oder in den Libanon verschifft. Wenn sie an die syrische Grenze kommen, übergibt man sie der Freien Syrischen Armee oder der Nusra-Front. Hinter der Rekrutierung soll in erster Linie das Scheichtum Katar stecken, das für jeden Dschihadisten, der sich in die Listen einträgt, angeblich 3.000 Euro zahlt.
 
Mittlerweile organisieren Angehörige Protestaktionen und fordern von der Regierung, sie solle ihre Kinder aus Syrien zurückholen. Die in Tunis herrschende islamisch-konservative Ennahda-Partei fühlt sich jedoch für das Phänomen nicht verantwortlich. Kritiker werfen der Partei allerdings ihr laxes Verhältnis zu den Salafisten und anderen Fundamentalisten vor. Das habe dazu beigetragen, junge Männer zu radikalisieren. Die Tunesische Liga für Menschenrechte hält es für sehr schwer, die jungen Männer wieder nach Hause zu holen. Auch die Regierung könne, so die Menschenrechtler, in Syrien wenig ausrichten. Tunis könne allenfalls die Grenze zu Libyen besser kontrollieren.
 {Quelle: www.jungewelt.de – Zusammengefaßt von Gerrit Hoekman}
 

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