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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Zypern: Ein Testballon für Enteignungspläne? 21. März 2013

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 18:16

 

Im Oktober 2011 berichtete ich über die Studie der Gruppe Boston Consulting, die als eine der international richtungsweisenden Denkfabriken angesehen werden. Back to Mesopotamia“ heißt dieses in der Fachwelt vielbeachtete Werk. Nach der Einschätzung der Boston Consulting hätten damals sechs Billionen Euro ausgereicht, um das EU-Schuldenkarussel wieder in halbwegs beherrschbare Zonen zu bringen. Insgesamt, so rechneten die Denkfabrikanten aus, verfügen die Bürger der Eurozone über private Vermögen von 18 Billionen Euro. Die Lösung kann man sich schon denken: Davon müsse sich die EU einfach sechs Billionen nehmen und das Spiel kann einige Jahre weiter geführt werden. Die geplante Zwangsabgabe in Zypern folgt also genau den Ratschlägen dieser Studie. Noch ist eine Zwangsabgabe auf zypriotische Spareinlagen nicht endgültig beschlossen. Immerhin muss das Parlament noch darüber abstimmen und das ist problematisch. Die kalte Enteignung der Sparer könnte auch ein dreister Testballon sein, um zu sehen, ob man mit dem Angriff auf die Privatvermögen durchkommt. Ich zitiere noch einmal den ehemaligen Eurogruppenchef Juncker. Wir beschließen etwas, stellen es dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiterSchritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt“.

 

 

 

 

Bankrun und Volkszorn

 

Kaum wurde am Samstagmorgen diese Nachricht im zypriotischen Rundfunk ausgestrahlt, kam es zu einem ausgewachsenen Bankrun. Lange Schlangen und wütende Bürger standen vor den Banken. Sie kamen nicht an ihr Geld. Die Geldautomaten waren schon gesperrt worden. Zyperns Notenbankchef Panicos Demetreades hatte schon in der Nacht auf Samstag das gesamte Zahlungssystem eingefroren. Online-Banking war nicht mehr möglich und die Anzeigen auf den Geldautomaten verkündeten kurz und trocken, „bis auf Weiteres“ seien alle Transaktionen gestoppt. Die Banken waren geschlossen und bleiben es vielleicht die ganze Woche. Schimpfende, aufgebrachte  Bürger standen in Trauben vor den Geldinstituten.

 

 

 

 

Risiken und Nebenwirkungen

 

Es gibt für Bürger kaum einen alarmierenderen Vertrauensbruch als die staatliche Konfiszierung von Sparguthaben.

 

Das ist nicht nur Wortbruch und Heimtücke, das ist auch ein Bruch der Regeln. In der ganzen EU besteht eine Einlagengarantie für Guthaben bis zu 100.000 €. Die Eurogruppe hat diese Regel mit diesem Vorstoß einfach missachtet. Da hilft auch kein Versprechen, dies sei eine absolut einmalige Sache und gelte nur für Zypern. Wer das noch glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen! Spanien steht ja ebenfalls vor einer milliardenschweren Bankenrettung. Die Regierung Rajoy schiebt die Entscheidung für einen diesbezüglichen Rettungsantrag schon lange vor sich her. Könnte dasselbe, was in Zypern gerade geschieht, auch hier passieren? Die Spanier sind seit Samstag hoch nervös. Bisher haben sich die Meisten nicht vorstellen können, dass ihre Ersparnisse teilenteignet werden könnten. Jetzt schon. Die Beschwichtigungsversuche der Regierung klingen sehr halbherzig. Man sieht ja, was von den Versprechungen der Politiker zu halten ist. In Madrid gibt es schon Matratzen mit eingebautem Safe.

 

Wir werden sehen, wie die Bürger in den Südländern der EU reagieren werden. Ein Bankrun ist durchaus möglich. Mit sehr hoher Sicherheit wird aber jetzt eine breite Kapitalflucht gerade der besonders hochkarätigen Anleger aus den Südländern einsetzen. „Das Großkapital ist ein scheues Reh“ ist ein geflügelter Spruch auf den Finanzmärkten. Zu groß ist die Gefahr, dass der Schuldenschnitt in Zypern nur ein Vorläufer für weitere Aktionen dieser Art im Rahmen der Eurorettung ist. Die Finanzmärkte reagierten mit kräftigen Einbrüchen. Die Börse sackte am Montagmorgen kräftig in die Tiefe. Der Euro fiel im frühen Handel gleich zu Beginn auf eine Marke unter 1,3 $ bis auf 1,28 $. Gold und Silber als Krisenmetalle legten wieder deutlich zu. Vermutlich wird sich dieser „Coup“ jedoch kontraproduktiv auf die Investoren auswirken und diese in vertrauenswürdigere Wirtschaftszonen ausweichen lassen. Mit all den daraus resultierenden Wirtschaftsproblemen für die Euro-Zone. {Quelle: www.krisenvorsorge.com}

 

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