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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Hl. Franziskus von Assisi, demütiger Diener Christi 17. März 2013

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 21:37

Namenspatron des neuen Papstes, war ein bescheidener Mensch.

 

Der italienische Mönch forderte Enthaltsamkeit bis hin zu völliger Besitzlosigkeit.

Inwiefern kann er ein Vorbild für die kapitalistische westliche Welt sein?

 

Jorge Mario Bergoglio ist erst ein paar Tage als Papst „Franziskus“ im Amt. Doch eines ist dem 76-jährigen Argentinier bereits gelungen: Er ist dreißig Jahre älter geworden als sein Namenspatron. Als der heilige Franz von Assisi starb, war er gerade einmal 46 Jahre jung. Doch sein Körper war ausgezehrt von der „militia christi“, dem Kriegsdienst für Christus. Erstmalig in der Geschichte der katholischen Kirche hat sich nun ein Papst nach dem asketischen Mönch benannt, der den Orden der Franziskaner gründete. Mit der Namenswahl, die Bergoglio getroffen hat, verbinden sich Hoffnungen hinsichtlich seines Pontifikats.

 

 

 

 

Hohe Bildung

 

Ja, es lassen sich sogar Parallelen in den Lebensläufen der beiden gläubigen Männer finden. Aber es gibt auch Deutungen des Namens „Franziskus“, die jene Katholiken skeptisch in die Zukunft blicken lassen, die sich eine weltoffene Politik ihrer Kirche wünschen. Denn Franz von Assisi war das, was man heute einen „Hardliner“ nennen würde. Einer, der sich seinen Idealen verschrieb und keinen Millimeter davon abwich. Einer, der die Extreme suchte. Bevor Giovanni Battista Bernardone den Pfad Gottes einschlug und zu Franz von Assisi wurde, war er als Lebemann bekannt. Als Sohn eines wohlsituierten Tuchhändlers im Jahre 1181 oder 1182 in der umbrischen Stadt Assisi geboren, verfügte er in seiner Jugend über ein ansehnliches Vermögen. Das Geld gab er mit beiden Händen aus und feierte rauschende Feste mit Freunden. Obwohl er nicht von Adel war, genoss Franz eine für damalige Verhältnisse hohe Bildung, konnte lesen, schreiben und rechnen. Auch Papst Franziskus stammt aus einem gutbürgerlichen Haus. Der Vater, ein gebürtiger Italiener, war Eisenbahnangestellter und ermöglichte seinem Sohn in Buenos Aires eine solide Ausbildung. Bergoglio machte zunächst ein Diplom als Chemietechniker. Erst später wandte er sich dem Jesuitenorden zu und begann, Theologie zu studieren.

 

 

Hl. Franziskus

Verzicht auf das Geld

 

Franz von Assisi sollte nach dem Wunsch seines Kaufmannsvaters ebenfalls einen weltlichen Beruf erlernen und das Tuchgeschäft weiterführen. Doch der junge Franz hatte andere Pläne. Er wollte Ritter werden und beteiligte sich am Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia. Die Schrecken des Schlachtfelds aber brachten seine jugendlichen Vorstellungen von Kampf und Ehre ins Wanken. „Man muss ein Narr werden, um Christus zu finden“, sagte er später. Als sich Franz von Asssisi 1204 einem Kriegszug des Papstes anschließen wollte, erschien ihm Gott im Traum und rief ihn auf, seine Kraft in den Dienst Jesu Christi zu stellen. So berichtet es die Legende.

 

Franz sagte sich von seinen Freunden und der Familie los, verzichtete auf sein Erbe und lebte außerhalb der Stadtmauern von Assisi als Einsiedler. Dort pflegte er Aussätzige und zog um Essen bettelnd von Haus zu Haus. „Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken.“ Die Worte aus dem Matthäus-Evangelium nahm Franz wörtlich. Sie wurden zu seinem Ideal für ein Leben in völliger Besitzlosigkeit. Er hatte lediglich eine braune Kutte am Leib, die mit einem weißen Strick zusammen gehalten wurde. Die Franziskaner tragen noch heute dieses Gewand und kümmern sich um Menschen am Rande der Gesellschaft. So ist der Orden der „minderen Brüder“ seelsorgerisch in Gefängnissen und Altenheimen tätig, nach der Devise des Gründers: „Der Weg zu Gott kann niemals am Menschen vorbeiführen“.

 

In zahlreichen Spielfilmen wie „Franziskus, der Gaukler Gottes“ von Roberto Rossellini oder „Bruder Sonne, Schwester Mond“ von Franco Zeffirelli wurde Franz von Assisi gehuldigt. Ebenso in Büchern, angefangen bei Hermann Hesses „Franz von Assisi“ bis zu Julien Greens „Bruder Franz“. Musiker wie Carl Orff („Sonnengesang des heiligen Franziskus“) und Angelo Branduardi („La Lauda di Francesco“) ließen sich von seinem Geist inspirieren. Der Soziologe Peter Kammerer ist der Ansicht, Assisis Haltung könne auch für die heutige Zeit ein „Regulativ“ sein im Sinne eines Humanismus, der sich den Gesetzen des Turbo-Kapitalismus entzieht.

 

Die Liebe zur Einfachheit hat Jorge Mario Bergoglio mit Franz von Assisi gemein. Als Erzbischof von Buenos Aires benutzte er lieber die U-Bahn statt die Dienstlimousine. Er lebte in einer Wohnung und nicht im Bischofssitz. In den Favelas, den Elendsvierteln von Argentinien, sah Bergoglio das Elend mit eigenen Augen. Die Kluft zwischen Arm und Reich nennt er „eine soziale Sünde, die zum Himmel schreit“. Den Pomp, der ihn im Apostolischen Palast und im Petersdom umgibt, wird Franziskus allerdings ebenso wenig reduzieren können wie den Einfluss der Vatikanbank. Die Abkehr vom Geld war der Kirche schon zu Lebzeiten des Heiligen Franz ein Dorn im Auge. Der Streit zwischen Franziskanern und dem Klerus um das Besitztum wurde von Umberto Eco in dem Roman „Der Name der Rose“ dargestellt. Franz von Assisi brauchte keinen Luxus, lebte oft unter freiem Himmel. Die Natur und die Tiere waren ihm wichtig. Von ihm stammt der Ausspruch: „Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst du o Mensch, sei Sünde? Der Hund blieb mir im Sturme treu. Der Mensch nicht mal im Winde“.

 

 

Schützer der Natur

 

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1980 zum Schutzpatron des Umweltschutzes. Außerdem ist er Patron der Tierärzte.

 

„Il Poverello“, der kleine Arme, wie Assisi genannt wurde, scheute für seinen Glauben keine Risiken. Im Jahr 1219 schloss er sich dem Kreuzfahrerheer an, das nach Ägypten zog. In der Nähe von Damiette, an der Mündung des Nils, begab sich der Heilige Franz ohne Schutz in das Lager des muslimischen Sultans al-Malik, des Neffen Saladins, der Jerusalem von den Christen zurückerobert hatte. Er wollte den Sultan zum Christentum bekehren. Das gelang zwar nicht. Doch al-Malik zeigte sich immerhin so beeindruckt, dass er den Franziskanern erlaubte, sich im gesamten Sultanat niederzulassen. Wie Franziskus den religiösen Dialog mit dem Islam führen wird, bleibt abzuwarten. Sein Vorgänger Papst Benedikt löste 2006 mit seiner Regensburger Rede über die Gewalt im Islam eine Kontroverse aus.

 

In jedem Fall stehen dem neuen Pontifex anstrengende Reisen bevor. Seine Gesundheit gibt da Anlass zur Sorge. Schon in jungen Jahren wurde ihm ein Teil der rechten Lunge entfernt. Er ist ein Asket, genau wie Franz von Assisi. Der war wegen starken Fastens magenkrank, und auf der Reise in den Orient zog er sich eine schwere Augenkrankheit zu, die ihn erblinden ließ. Schließlich war der Mönch so geschwächt, dass er die Ordensleitung abgeben musste. Gebrochen zog er sich in die Einsiedelei zurück. Erst im Herbst 1226, als Franz das Ende nahen sah, kehrte er in den Kreis seiner treusten Gefährten zurück. Am 3. Oktober starb Franz von Assisi in der Portiuncala-Kapelle seiner Stadt. Seinem Wunsch nach einer bescheidenen Beisetzung in der kleinen Kirche „Santa Maria degli Angeli“ wurde nicht entsprochen. Der Magistrat der Stadt Assisi witterte ein Geschäft durch die Popularität des zu Lebzeiten heilig Gesprochenen und beerdigte ihn in einem Steinsarg in der Grabkammer der Basilika von Assisi, damit möglichst viele Pilger die Ruhestätte besuchen.

 

 

Kein Kirchenreformer

 

In seinem Testament unterstrich Franz von Assisi noch einmal, was ihm im Leben wichtig war: die Armut, die Demut und der Gehorsam gegenüber der Kirche. Die Kirche setzt er gleich mit Christus. Und nur durch Christus, innerhalb der Kirche, findet die Seele ihr Heil. Es ist diese bedingungslose Treue zur „Mutter Kirche“, die Skeptiker mit der Namenswahl des neuen Papstes verbinden. Denn Franz war trotz seiner Lebensführung kein Reformer, wie ihn sich manche heute vorstellen.

{Quelle: www.fnp.de – Von Marc Rybicki}

 

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