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Verschollener Sowjetsoldat ist jetzt Scheich Abdullah 12. März 2013

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 17:50

Chakimow (l.) und Alexander Lawrentjew, der Vizechef des Komitees für die Belange im Ausland kämpfender Soldaten. Er hat ihn nach 33 Jahren gefunden

Sowjetsoldat nach 33 Jahren lebend in Afghanistan gefunden

 

Moskau (dpa): 33 Jahre lang war ein sowjetischer Soldat in Afghanistan verschollen – doch angeblich ist der Panzergrenadier nun lebend in dem Land am Hindukusch gefunden worden. Bachretdin Chakimow arbeite unter dem Namen Scheich Abdullah in der  westafghanischen Provinz Herat als Kräuterarzt, teilte die staatliche  Suchorganisation am Montag in Moskau nach Angaben der Agentur Ria Nowosti  mit. Der Mann spreche kaum noch Russisch, hieß es. Er habe aber seinen korrekten  Geburtsort – Samarkand im heutigen Usbekistan – genannt und andere Soldaten auf  Fotos identifiziert. Von Chakimow fehlte seit September 1980 jedes  Lebenszeichen. Damals war er bei einem Gefecht schwer verwundet worden. Nachdem  ihn Einheimische gepflegt hatten, blieb er bei ihnen. Während der zehnjährigen Besetzung Afghanistans waren etwa 15 000 sowjetische  Soldaten getötet worden, 270 sind noch verschollen. 1989 hatten sich die  Sowjettruppen geschlagen zurückgezogen. {Quelle: web.de}

 

 

 

 

 

Eine undatierte Aufnahme von Bachretdin Chakimow. Nach 33 Jahren wurde der ehemalige Sowjetsoldat in Afghanistan gefunden, unter neuem Namen

 

 

Verschollener Sowjetsoldat ist jetzt Scheich Abdullah

 

Verwundet müssen die Kameraden 1980 einen jungen Sowjetsoldaten in Afghanistan zurücklassen. Seitdem fehlte von ihm jede Spur – bis jetzt. Die Konfrontation mit der Vergangenheit trifft ihn hart.

 

Chakimow als junger SoldatEs klingt wie ein Wunder: Nach fast 33 Jahren findet ein russischer Suchdienst in Afghanistan den verschollenen Sowjetsoldaten Bachretdin Chakimow lebend. Doch für Scheich Abdullah, wie sich Chakimow mittlerweile nennt, ist die Begegnung mit der Vergangenheit zunächst eher wie ein Alptraum. „Er lebt in seiner eigenen Welt“, erzählt Alexander Lawrentjew, der den Mittfünfziger aufgespürt hat, in Moskau. Seit Jahren sucht Lawrentjew mit seinen Mitarbeitern in Afghanistan nach Soldaten, von denen seit dem Abzug der sowjetischen Truppen 1989 jedes Lebenszeichen fehlt. Knapp 270 Namen stehen noch auf der Liste. Seine kommunistische Uniform mit Hammer und Sichel hat Chakimow längst abgelegt. Nun arbeitet der Mann, der aus Usbekistan in Zentralasien stammt, als Kräuterarzt in abgelegenen Dörfern. Fotos zeigen einen älteren Mann mit zerfurchtem Gesicht, struppigem, langem Bart, der ein wenig schüchtern unter seinem Turban hervorlugt. Nichts erinnert mehr an den burschenhaften Soldaten von einst.

 

 

 

Geschichte mutet fantastisch an

 

Als er Lawrentjew in der westlichen Provinz Herat trifft, wird Chakimow von Gefühlen übermannt. Kaum bringt er ein Wort über die Lippen. „Vielen Dank“ sagt er zum Abschluss leise in gebrochenem Russisch. Lawrentjew vom Komitee für die Belange im Ausland kämpfender Soldaten durchkämmt das zerklüftete Land regelmäßig nach Vermissten. Gezielt fragt er Dorfälteste nach Hinweisen auf mögliche Ex-Soldaten, mühsam geht er jeder Spur nach. Chakimows Geschichte mutet aber auch für den erfahrenen Lawrentjew geradezu fantastisch an. Im September 1980 – ein Dreivierteljahr nach dem sowjetischen Einmarsch am Hindukusch – wird der junge Soldat schwer verwundet und fällt Einheimischen in die Hände. „Er hat riesiges Glück gehabt“, meint Lawrentjew. Denn meist töten die Kämpfer ihre Gefangenen kurzerhand. Insgesamt fallen während des zehnjährigen Kriegs rund 15.000 Sowjets. Chakimow aber wird vom Dorfältesten geheilt. Dem Soldaten kommt womöglich seine Herkunft zugute. Etwa ein Zehntel der Einwohner im Vielvölkerstaat Afghanistan ist usbekischer Abstammung – wie Chakimow. Zu einer Zeit, zu der jeder europäisch aussehende Mann gleich als Todfeind gilt, ist das ein großer Vorteil und hilft, in der Masse unterzutauchen.

 

 

 

Wie Gehirnwäsche

 

Es gibt aber auch Berichte von slawischstämmigen Soldaten, die überlebten. „Die Mudschahedin haben mich 1982 gefangen genommen“, erzählt der Ukrainer Gennadi Zewma, 48, im nordafghanischen Kundus. Fünf Jahre steht er unter Hausarrest. „Sie haben mich gut behandelt, mir einen neuen Namen gegeben – Nek Mohammed – und mir befohlen, eine Afghanin zu heiraten.“ Im Vorjahr reist er erstmals seit 29 Jahren in seine Heimat – aber nur für einen kurzen Besuch. „Afghanistan ist ein guter Ort für mich“, meint der Vater von vier Kindern. Auch Chakimow sei kein Deserteur, meint Lawrentjew. Einfach ist das Leben in der Fremde nicht für den jungen Mann – er muss zunächst „Sklavenarbeit“ verrichten, wie der Vizechef des Suchdienstes schildert. Nur langsam steigt er in der Hierarchie auf, dann bildet ihn der Älteste zum Kräuterarzt aus. Das jahrelange Beisammensein mit den Einheimischen habe wie eine Gehirnwäsche gewirkt. Auch deshalb habe Chakimow nie versucht, Kontakt mit der Heimat aufzunehmen. Dass er sein Leben als Scheich Abdullah gegen eine ungewisse Zukunft in Zentralasien tauscht, kann sich Lawrentjew nicht vorstellen. „Er würde sich vermutlich nicht zurechtfinden“, meint der Experte. Er weiß von vielen Soldaten, die sich nach Jahren in der afghanischen Abgeschiedenheit nicht mehr integrieren können. „Sie fühlen sich nirgendwo dazugehörig“. {Quelle: www.welt.de – Von Benedikt von Imhoff}.

 

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